Adam und Eva
Gedenktag: 24. Dezember
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sündenfall. Fresko um 1220
Dom zu Gurk, Südseite: Westempore (ehemals bischöfliche Kapelle St. Paulus und Florian)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Adam und Eva waren nach der biblischen Erzählung im Buch Genesis (Kapitel 2 bis 5) das erste Menschenpaar und Stammeltern aller Menschen. Auch der Koran erwähnt Adam und Eva.
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sündenfall
Radierung nach eigenem Entwurf von Nicolaes de Bruyn. ;1600
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der erste biblische Schöpfungsbericht besagt – siehe Gen 1,27 EU: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf sie als Mann und Weib. Adam und Eva leben zunächst im Garten Eden. Dort überredet sie die Schlange entgegen dem Verbot Gottes vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. (Diese Schlange wird in der christlichen Tradition oft auf den Teufel bezogen. Diese Gleichsetzung findet sich schon im Neuen Testament in Offb 12,9 EU.) Da sich Adam und Eva nach dem Genuss der Früchte mit Feigenblättern bekleiden, könnte mit der verbotenen Frucht eine Feige gemeint sein, die in der biblischen Systematik der Früchte die 4. Frucht ist (vgl. Dtn 8,8) und auf die Zahl Vier verweist, die symbolisch für die materielle Welt steht. Das gängige Bild vom Apfel als verbotener Paradiesfrucht beruht nicht etwa auf einem Übersetzungsfehler der lateinischen Bibel, der Vulgata, sondern darauf, dass in der lateinischen Sprache „malus“ „Apfelbaum“ bedeuten kann, aber auch „schlimm, böse“, ebenso wie „malum“ „Apfel“ bedeuten kann oder ebenfalls „übel, schlecht, böse“. Daraus ergab sich ein ziemlich nahe liegendes Wortspiel, zumal die Vulgata den „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ aus dem hebräischen Urtext übersetzte mit „lignum scientiae boni et mali“. Die in dem Essen der verbotenen Frucht zum Ausdruck kommende Abkehr von Gottes Geboten gilt sowohl in der jüdischen als auch in der christlichen Religion als Ungehorsam gegenüber Gott, wie auch die Rebellion des Teufels gegen diesen. Hier als Übertrag vom Teufel auf dem Menschen, welcher den Menschen in seiner seelischen und körperlichen Beschaffenheit veränderte. Das Christentum spricht vom Sündenfall.
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Cod. 2980, fol. 36v: Liutwin,
Adam und Eva
Wie der Teufel Eva betrogen und
aus der Buße geführt hat und wie er
auch Adam betrügen wollte ;um 1460
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Codex series nova 12766,
folio 2 verso
Ausschnitt. Text und Miniatur:
Adam und Eva
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel, dass Adam und Eva ihre Nacktheit erkennen, woraufhin sie sich Kleidung aus Feigenblättern anfertigen. Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: die Verletzung des Schamgefühls. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben. Eva muss fortan Kinder unter Schmerzen gebären, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt. Die klassischen Worte aus Gen 3,19 EU:

„Denn Staub bist du und zum Staub zurück kehrst du.“
weisen zunächst auf den Ritus der Erdbestattung hin und bringen zudem nach christlicher Interpretation zum Ausdruck, dass nun der Tod in die Welt getreten ist. Zwischen Eva, der Schlange und ihren jeweiligen Nachkommen wird Feindschaft herrschen.
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Codex 1179, folio 4 recto
Ganze Textseite mit acht Miniaturmedaillons zum Sündenfall
und zur Vertreibung aus dem Paradies.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In Vers Gen 3,20 EU wird Eva erstmals mit Namen genannt; bis dahin ist stets nur von der „Frau“ die Rede. Während in der Septuaginta der hebräische Name חוה (chawwa, „Leben“) gleichbedeutend mit Ζωἠ (Zoë) übersetzt wird, lautet im Neuen Testament, wo Eva nur an zwei Stellen erwähnt (2 Kor 11,3 EU und 1 Tim 2,13 EU) wird, der Name griechisch Εὕα, was offenbar eine Transkription des hebräischen Namens darstellt. In der lateinischen Vulgata lautet der Name schließlich Eva.
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Codex 1179, folio 4 recto
Ganze Textseite mit acht Miniaturmedaillons zum Sündenfall
und zur Vertreibung aus dem Paradies.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In der biblischen Erzählung zeugt Adam nach der Vertreibung aus dem Paradies mit Eva Kain, Abel und Set. Das biblische Buch Genesis 5,4 erwähnt außerdem nicht namentlich genannte Töchter und weitere Söhne, die Adam nach der Geburt Sets zeugte. Adams gesamtes Lebensalter wird mit 930 Jahren angegeben. angegeben.Vorstellungen zu einem Stammelternpaar gibt es auch in anderen Schöpfungsberichten. So findet sich in der germanischen Mythologie die Geschichte von Ask und Embla.
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Adam und Eva trauern über Abels Leichnam
Murphy, John; Murphy, John ;Punktierstich (Mischtechnik) von James Godby
nach einem Gemälde von Henry Singleton. ;1800
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die lateinische Kirche entwickelt aus der biblischen Erzählung den Begriff der Erbsünde, sie begreift Adam als Typ und Haupt-Figur der Menschheit. Als solcher kann er, wie der Apostel Paulus im Römerbrief (Röm 5,12-21 EU) schreibt, ursächlich für den Tod aller Menschen sein. Diesem „alten (Menschentypus) Adam“ wird Jesus Christus als der eine „neue Adam“ gegenübergestellt, dessen Kreuzestod im Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters (Phil 2,8 EU) und dessen Auferstehung ein Leben im Sieg über die Mächte des Todes hinaus ermöglichen (vgl. 1 Kor 15,24-28.55-57 EU, siehe auch Sündenfall). Diese Interpretation wird aber nicht von der Ostkirche akzeptiert, wo die Erbsünde unbekannt ist; es heißt nur, dass der Tod durch Adam und Eva in die Welt gebracht wurde und in der Auferstehung Jesu das Paradies wieder erschlossen ist (vgl. die Anastasis-Ikonen, wo Adam und Eva an der Hand des Auferstandenen aus dem Todesgrab herausführt werden).
Adam und Eva © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Adam trägt neben Eva den Leichnam von Abel zu seiner Wohnungng
Murphy, John; Murphy, John ;Kolorierter Punktierstich (Mischtechnik) von James Godby
nach einem Gemälde von Henry Singleton. ;1799
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Gegensatz von „Geist“ und „Fleisch“, der für Paulus grundlegend ist und der bei ihm auch hinter dem Gegensatz zwischen dem „neuen Adam“ Jesus und dem „alten Adam“ steht (vgl. ; steht (vgl. Röm 5,12-21 EU, Röm 8,1-17 EU, Gal 5,13-26 EU), ist schon in den ersten Kapiteln der Genesis zu finden. „Alle, die zu Jesus Christus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen“ (Gal 5,24-25 EU). Das „Kreuzigen“ bedeutet nicht töten, sondern der Bestimmung durch den Geist unterwerfen im Sinn der inneren Beschneidung des Herzens durch den Geist (vgl. Röm 2,29 EU; Kol 2,11 EU; vgl. Dtn 30,6 EU). Das so beschnittene Herz hat wieder Zugang zur Gnade und zur Sehkraft der „Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Röm 5,2 EU) und die Unsterblichkeit (1 Kor 15,53-57 EU), die den Adam paradisus im Gnadenstand des Paradieses auszeichnet (vgl. Weish 1,13-15 EU, Weish 2,13-14 EU, Weish 9,2-3 EU). Auch die beiden Bäume in der einen Mitte des Paradieses lassen sich auf diesen Gegensatz von Geist (Lebensbaum) und Fleisch (Erkenntnisbaum) zurückführen.
Ihr Gedenktag wird am 24. Dezember gefeiert.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Adam_und_Eva" der
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