Advent
Beginn des Kirchenjahres mit den 4 Sonntagen vor Weihnachten
Advent - © regina60 - Fotolia.com
Adventkranz © regina60 - Fotolia.com
Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich Adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu von Nazareth, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt für die römisch-katholische Kirche und die evangelischen Kirche auch das neue Kirchenjahr.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Drei Kinder im Advent; um 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Adventszeit beginnt mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags und endet am Heiligen Abend mit der ersten Vesper von Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit dauert 22 bis 28 Tage und hat immer vier Sonntage, mit Ausnahme der Bistümer, die am Ambrosianischen Ritus festhalten. Der Grund für die unterschiedliche Länge der Adventszeit (im Gegensatz zur Fastenzeit, die eine feste Länge hat) liegt in der Tatsache, dass der Beginn an einen Sonntag gebunden ist, das Ende aber einen Monatstag, den 24. bzw. 25. Dezember. Der letzte Adventssonntag ist dabei der Sonntag vor dem 25. Dezember, womit sich als frühestmögliches Datum der 18. und als spätestmögliches der 24. Dezember ergibt. Daraus folgt, dass die Adventszeit am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember beginnt.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Weihnachtsvorbereitungen der Familie H. Brandstätter in Loibichl bei Mondsee; 1948.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In der Adventszeit wird in der Liturgie das Gloria nur an Festen und Hochfesten gesungen. Die liturgische Farbe ist Violett. Der dritte Adventssonntag, im römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Kirchenjahr Gaudete, trägt seinen Namen nach dem lateinischen Anfangswort des Introitus „Gaudete in Domino semper“, „Freut Euch im Herrn allezeit!“ Diese Vorfreude drückt sich in der römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und in der Liturgie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie der Evangelical Lutheran Church in America durch die mögliche Verwendung rosafarbener (rosa = aufgehelltes Violett) Paramente aus.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 ;Christbaumschlägerung in einen Wald bei Wörgl in Tirol.
Bäume werden mit Traktor abtransportiert; 1954.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Mittelpunkt der biblischen Verkündigung in der Liturgie der einzelnen Adventssonntage steht – bei den verschiedenen Konfessionen in unterschiedlicher Reihenfolge – die erhoffte Wiederkunft des Herrn, der Einzug Jesu in Jerusalem, Johannes der Täufer als „Vorläufer Jesu“ und Maria, die Mutter Jesu. Das Stundengebet im Advent ist dadurch ausgezeichnet, dass für jeden Tag ein eigener Text für Kurzlesung, Antiphonen zu Benedictus und Magnificat sowie Schlussoration besteht. Die Responsorien von Laudes und Vesper sind an allen Tagen gleich.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Christbaummarkt in Innsbruck 1954. Verkäufer mit Gruppe von Kunden.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
An den letzten sieben Tagen vor dem Heiligen Abend bilden die sieben O-Antiphonen, dem Alten Testament entnommene Anrufungen des Messias, die Antiphonen zum Magnificat in der abendlichen Vesper. In der katholischen Kirche verbreitet sind sogenannte Roratemessen, das heißt Messfeiern im Schein von Kerzenlicht. In den Advent fallen einige Feste und Gedenktage, die vom Festgedanken her nicht mit dem Advent in Beziehung stehen, z. B. das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember, der Barbaratag am 4. Dezember und der Nikolaustag am 6. Dezember.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Zahlreiche Besucher beim Christkindlmarkt Am Hof in Wien; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Marienfest steht in enger Beziehung zum Fest Mariä Geburt am 8. September, neun Monate später. Die beiden Heiligengedenktage sind jedoch mit vorweihnachtlichem Brauchtum verbunden: Am Fest der heiligen Barbara werden Barbarazweige geschnitten, die dann zu Weihnachten blühen sollen, und der Gaben bringende Bischof Nikolaus von Myra ist seit der Reformation in die Nähe zu Christkind und Weihnachtsmann gerückt.
Nikolo und Weihnachten in Alt Wien (1780)
Karoline Pichler
Illustration: Ludwig Richter, 1803 - 1884
Illustration: Ludwig Richter, 1803 - 1884
Der 5. Dezember und mit Ihm der Vorabend des Nikolaustages war gekommen. Jetzt ertönte ein lautes Geklingel vor der Tür, diese öffnete sich rasch, ein heller Lichtschein strömte ins Zimmer; und nun trat der Bischof mit der hohen Mütze und dem langen weißen Bart, auch sonst wohl vermummt mit weißer Perücke und Baumwollbart, den goldenen Stab in der Hand, mit feierlichem Anstand herein.

Hinter ihm kam der Krampus (Knecht Ruprecht) im schwarzen Pelzrock, mit Hörnern auf dem Kopfe und eine mächtigen Rute, in den Händen einen Sack voll Nüsse. Der heilige Mann prüfte die Kinder aus dem, was sie damals in der Schule lernten, und teilte dann Geschenke aus. Er drohte wohl auch mit der Rute, die der Schwarze zum Schrecken der Kinder schwang; endlich aber hieß er den Krampus, seinen Sack auszuleeren. Dies geschah dann mit großem Gepolter, zur Freude der Kinder, die auf die herauskollernden Nüsse losstürzten und ihnen in alle Winkel nachkrochen.

Diesem Abend folgte nun bald der Weihnachtsabend. Damals war er kein Fest der Kinder mit duftenden Tannenbäumchen und schimmernden Lichtern, sondern ein Tag der Vorbereitung auf den hohen Festtag, an dem man Enthaltsamkeit und Genuss, Andacht und Vergnügen sinnig zu vereinigen wusste.

Streng beobachtete man das Fasten. Es versteht sich, dass in den Häusern, wo man etwas darauf hielt, nicht nur kein Fleisch auf den Tisch kam, sondern dass man auch bloß eine Mahlzeit zu sich nahm, und zwar gegen Abend. Nach dieser gesellten sich gewöhnlich die Freunde des Hauses zur Familie und beginnen ein so genanntes "Sabbathindl". Man veranstaltete Gesellschaftsspiele darunter das wohlbekannte "Sesseln". Dann, gegen Mitternacht, begab man sich in die Mette, das heißt in das Hochamt, das um diese Stunde in den Kirchen zum Andenken der Geburt des Heilands gehalten wird, und kehrte hierauf nach Hause zurück. Nichts hielt jetzt mehr davon ab, in Gesellschaft heiterer Tischgenossen ein recht reichliches Mahl zu verzehren. Der Weihnachtstag war ja angebrochen, somit der Genuss der Fleischspeisen erlaubt.
Bild und Texte auszugsweise aus
Deutsche Weihnachten
Eine Auslese von Gedichten, Erzählungen und Spielen
Hrsg.: Österr. Volksbildungsamt
Wien 1922
Adventkranz
© Birgit Schmiedl - FOTOLIA
Der Adventskranz, in Österreich Adventkranz, ist ein meist aus Tannenzweigen geflochtener Tisch- oder Hängeschmuck im Advent mit vier Kerzen, den Adventkerzen. Die Kerzen werden im Laufe der Adventzeit nacheinander entzündet:

Am ersten Adventsonntag wird eine Kerze angezündet, ab dem zweiten Advent auch die zweite und so weiter. Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Adventkranzes. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung der Geburt Jesu Christi, der im christlichen Glauben als „Licht der Welt“ bezeichnet wird.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Familie unter einem hängenden Adventkranz.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hinzu sind verschiedene Deutungen getreten, die sich auf die Kreisform, die Symbolik des Kranzes, das Tannengrün im Winter sowie die verwendeten Farben der Kerzen bzw. auch der Schleifen beziehen: So wird der Adventkranz gern in Bezug auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet. Der Kreis symbolisiert auch die mit der Auferstehung gegebene Ewigkeit des Lebens, das Grün die Farbe der Hoffnung und des Lebens, und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet. Der Adventkranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das mit Christus in die Welt gekommen ist (Joh 1,1–14 EU, Joh 8,12 EU). 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ in Hamburg erstmals einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße für die Sonntage. In den Ostkirchen wurde der Adventkranz heute teilweise übernommen und der größeren Zahl von Sonntagen im Advent entsprechend mit sechs Kerzen versehen.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Salzburger Advent mit Karl Heinrich Waggerl. Der Künstler bei einer Lesung; 1963.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der ursprünglich evangelische Brauch des Adventkranzes hat auch in die katholische Kirche Eingang gefunden. Das Benediktionale enthält einen Ritus für die Segnung des Adventkranzes, das Gotteslob eine Feier für die Segnung des Adventkranzes in der Familie. Mancherorts haben die Kerzen traditionell die liturgischen Farben der Adventsonntage: drei violette Kerzen und eine rosa Kerze für den dritten Adventsonntag (Gaudete).
Adventkalender
Adventkalender - © Lucky Dragon - Fotolia.com
Adventkalender © Lucky Dragon - Fotolia.com
Ein Adventskalender (in Österreich Adventkalender; auch Weihnachtskalender) gehört seit dem 19. Jahrhundert zum christlichen Brauchtum in der Zeit des Advents. Der Kalender ist in verschiedenen Formen und Ausprägungen verbreitet, zeigt jedoch in der Regel die verbleibenden Tage bis Weihnachten an. Adventkalender zählen entweder in Bezug auf das Kirchenjahr oder auf den bürgerlichen Kalender. Adventskalender, die sich auf das Kirchenjahr beziehen, umfassen den ganzen Advent (der erste Adventssonntag kann zwischen den 27. November und den 3. Dezember fallen) bis Weihnachten oder Heilige Drei Könige, während kalendarische Adventskalender am 1. Dezember beginnen und am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, enden. Adventskalender sollen, ähnlich wie der Adventskranz, die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest verkürzen und die Vorfreude steigern.
Advent © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kleiner Bub öffnet Türchen im Adventkalender.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zurückgehend auf verschiedene im 19. Jahrhundert entstandene Bräuche des Abzählens der Tage bis zum Weihnachtsfest aus dem evangelischen Umfeld, entstanden zunächst in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere für Kinder, Adventskalender verschiedenster Ausprägung, seit 1920 mit zu öffnenden Türen. Adventskalender haben meist 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird („Dezember-Kalender“) im Unterschied zu liturgischen Adventskalendern, die jeweils am ersten Advent beginnen und Türchen bis zum 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, haben. Außerdem haben sie vier zusätzliche Türchen für die Adventssonntage.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Advent" der
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