Allerheiligen
1. November
Allerheiligen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Vorläufer Christi mit Heiligen und Märtyrern, Fra Angelico (1423/24).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Allerheiligen (lateinisch Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, zu dem aller Heiligen gedacht wird – auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden − sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.
Allerheiligen © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Grabschmuck zu Allerheiligen.
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Es wird in der Westkirche am 1. November begangen, in den orthodoxen Kirchen am ersten Sonntag nach Pfingsten. Allerheiligen ist ein Hochfest und in nahezu allen Diözesen ein gebotener Feiertag der katholischen Kirche und ein Principal Feast der anglikanischen Kirche. Die liturgische Farbe ist Weiß.
Allerheiligen © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Allerheiligen; Bräuche von Bergbauern in Tirol. Alter Mann am Familiengrab; 1952.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Lauf der ersten christlichen Jahrhunderte wurde es wegen der steigenden Zahl von Heiligen zunehmend unmöglich, jedes einzelnen Heiligen an einem besonderen Tag zu gedenken. Jährliche Gedenktage für Verstorbene gab es bereits im antiken Christentum. In der Ostkirche finden sich seit Anfang des 4. Jahrhunderts dann ausdrücklich Allerheiligenfeste, die als Herrentag aller Heiligen am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden.
Allerheiligen © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Allerheiligen-Gedenkfeier der SPÖ am Zentralfriedhof in Wien; 1952.
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In der Westkirche weihte Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das heidnische römische Pantheon in Rom – zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt – der Jungfrau Maria und allen Märtyrern und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern, da das Fest inhaltlich stark von Ostern her geprägt ist. Papst Gregor III. weihte über hundert Jahre später eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November.
Allerheiligen © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zu Allerheiligen haben die Einwohner von Schattendorf den Dorffriedhof besucht; 1952.
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 Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag das Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern, und der Termin verbreitete sich allmählich in der gesamten Westkirche, bis Papst Gregor IV. 835 Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November festlegte. Seit Ende des 10. Jahrhunderts wird, ausgehend von der Benediktinerabtei Cluny, am 2. November mit Allerseelen zusätzlich ein Gedenktag aller Verstorbenen gehalten, die sich nach katholischem Verständnis im Purgatorium befinden und die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben.
Allerheiligen © E. Gaube
Blumenverkaufsstände am Wiener Zentralfriedhof; 2009.
Die Annahme, dass die Christen mit der Wahl des Termins das keltische Fest Samhain, ein Totenfest am ersten Tag des Winters, aufgegriffen haben könnten, ist umstritten, da auch Geschichte und räumliche Erstreckung des Samhain-Festes unklar sind. Gegen eine Verbindung spricht, dass der November-Termin für Allerheiligen zuerst im 8. Jahrhundert in Italien eingeführt wurde, wo Samhain unbekannt war. Im frühen christianisierten Irland wurde Allerheiligen zunächst im Frühjahr gefeiert. Doch muss bedacht werden, dass die Missionierung Irlands bereits im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus begann und sicherlich irische Geistliche Italien und Rom bereisten.
Allerheiligen © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Allerheiligen; Blumenverkaufsstände am Wiener Zentralfriedhof; 1953.
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Als Allerheiligengebäck kennt man im süddeutschen Sprachraum den Allerheiligenstriezel, den die Tauf- oder Firmpaten an ihre Patenkinder verschenken. Den Brauch gibt es vom Burgenland über das oberösterreichische Inn- und Hausruckviertel bis zum südostbayerischen Chiem- und Rupertigau. Der Striezel wird aus Germteig (Hefeteig) in Form geflochtener, mit Hagelzucker oder Streuseln bestreuter Zöpfe hergestellt. In der nördlichen Oberpfalz heißt dieses Allerheiligengebäck „Strietzl“.
Allerheiligen © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Allerheiligen: Blumenverkäufer, Neustifter Friedhof, Wien 19.9.
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Am Tag nach Allerheiligen begeht die römisch-katholische Kirche den Allerseelentag, an dem der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen, dem arbeitsfreien staatlichen Feiertag, vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern besonders zu schmücken.cken.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Allerheiligen" der
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