Alter Dom Linz
Ignatiuskirche (Jesuitenkriche)
Domgasse 3, 4020 Linz
Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Dein Freund der Baum
Der Alte Dom in Linz gesehen vom Dach des Einkaufszentrums Passage, Süd-Ost-Ansicht.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Dein Freund der Baum
Der römisch-katholische Alte Dom ist eine Kirche im Rathausviertel der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Der Dom, der bis zum Bau des Mariä-Empfängnis-Doms (Neuer Dom) als Ignatiuskirche bekannt war, wurde von 1669 bis 1678 gebaut. Der Architekt ist nicht bekannt, jedoch werden die Pläne dem Architekten Pietro Francesco Carlone unter Mitarbeit von Carlo Antonio Carlone zugeschrieben. Von 1785 bis 1909 war er die Bischofskirche der Diözese Linz. Seitdem er in dieser Funktion vom Neuen Dom abgelöst wurde, wird der Alte Dom vom Jesuitenorden betreut.
Geschichte
Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Michael Kranewitter, Vienna
Alter Dom in Linz gesehen vom Hauptplatz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Michael Kranewitter, Vienna
Anfänglich war der Dom eine Jesuitenkirche. Die Grundsteinlegung erfolgte 1669 durch David Fuhrman. Nach einer Bauzeit von knapp unter 20 Jahren wurde das Gebäude 1678 Ignatius von Loyola geweiht, dem Gründer des Jesuitenordens. Der Dom ist einschiffig, besticht aber durch seine Weiträumigkeit. Dem Baustil des Barock entsprechend ist das Innere leuchtend hell und hat seitliche Kapellennischen. Über dem Eingangstor befinden sich Wappen der Grafengeschlechter Starhemberg, Weissenwolf und Kuefstein.
Alter Dom Linz - © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Alter Dom Linz - © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hauptplatz; Taxistandplatz gegen
Haus  Nr.27 und Alten Dom; 1929.
Jesuitenkriche (Alter Dom) vom Turm
der Stadtpfarrkirche (von Nordosten)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben, die Kirche stand daraufhin leer. Kaiser Joseph II. zwang die Diözese Passau mit einem Vertrag vom 4. Juli 1784 zum Verzicht auf ihre Pfarren in Oberösterreich und gründete die Diözese Linz. Nach der Bestätigung per päpstlicher Bulle vom 28. Januar 1785 durch Papst Pius VI. wurde der Passauer Weihbischof Ernest Johann Nepomuk Graf Herberstein als erster Linzer Bischof eingesetzt. Dieser wählte die immer noch unbenutzte Kirche als Dom, anstelle der zuerst dafür vorgesehenen Stadtpfarrkirche. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Linz so stark gewachsen, dass der Platz im Dom nicht mehr ausreichte. Bischof Rudigier ließ darauf hin einen neuen, größeren Dom errichten (den heutigen Neuen Dom). Bis 1909 blieb die Kirche die Domkirche von Linz, seither heißt sie Alter Dom.
Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Michael Kranewitter, Vienna
Kirchenschiff mit Blick gegen den Hochaltar.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Michael Kranewitter, Vienna
Der Hochaltar ist ein Meisterwerk von Giovanni Battista Colombo und Giovanni Battista Baberini. Das Altarbild zeigt Mariens Aufnahme in den Himmel. Ursprünglich befand sich dort ein Bildnis des hl. Ignatius. Dieses Bild wurde allerdings ersetzt durch eben das Marienbild. Es stammt ursprünglich aus der Schwarzspanierkirche in Wien.
Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Anneli Salo
Das Chorgestühl der Ignatiuskirche (Alter Dom) in Linz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Anneli Salo
Das Chorgestühl stammt aus dem Stift Garsten. Bischof Rudigier erwarb es, da ihm das vorhandene zu einfach war. Das Chorgestühl kam auf dem Wasserweg bis Mauthausen und per Pferd dann nach Linz. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Kanzel mit ihrem wunderbaren Schalldeckel. An den vier Ecken befinden sich Engelsputten, dann die vier Evangelisten. In der Mitte befindet sich Jesus mit der Weltkugel als Verkünder des Evangeliums. Den Abschluss bildet die Statue von Johannes dem Täufer.
Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas Praefcke Alter Dom Linz - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas Praefcke
Linz, Alter Dom, nachts.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz
(CC-BY-SA 3.0) / Andreas Praefcke
Alter Dom, Portal.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz
(CC-BY-SA 3.0) / Andreas Praefcke
Die Linzer Brucknerorgel zählt zu den bemerkenswerten Denkmal-Orgeln Österreichs. Sie war 1768–1770 von Franz Xaver Krisman für die Stiftskirche Engelszell angefertigt und, nach der Säkularisation des Klosters, von ihm nach Linz verfrachtet und 1790 im Dom eingebaut worden. Anton Bruckner, der 1856–1868 Domorganist war, ließ sie zwischen 1856 und 1867 peu à peu nach seinen Wünschen von Josef Breinbauer umgestalten. Unter anderem wurden das Brüstungspositiv entfernt, das Blockwerk durch Schleifladen registrierbar gemacht und Halbregister vervollständigt.
Alter Dom Linz -
Brucknerorgel in der Ignatiuskirche (Alter Dom) in Linz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Anzi9
Auch nach seiner Übersiedlung nach Wien kam Bruckner immer wieder gerne zurück nach Linz, um auf dieser Orgel zu spielen. Das im hergebrachten Zustand erhaltene Schleifladen-Instrument hat auf drei Manualen und Pedal 32 Register, die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Eine Gedenktafel an der Fassade erinnert an Anton Bruckners Zeit als Domorganisten. Im Dom befindet sich das Grab von Maria Elisabeth, einer Tochter von Maria Theresia. Ebenso sind alle Jesuiten, die vor der Auflösung verstorben sind, hier begraben. Auch heute ist der Dom wieder Begräbnisort für die Jesuiten des Domes und des Kollegiums Aloisianum am Freinberg.
www.orden-jesuiten-ignatiuskirche.dioezese-linz.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Alter_Dom_(Linz)" der
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