Stift Arnoldstein
Ehemaliges Kloster der Benediktiner
Klosterweg 1, 9601 Arnoldstein
Stift Arnoldstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Stift Arnoldstein.
Blick auf das Benediktinerkloster Arnoldstein um 1875 . Aus dem Album:
"Sr. Kais. Hoheit Kronprinz Rudolf. Bilder aus Kaernten".
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stift Arnoldstein ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner (OSB)
in Arnoldstein in Kärnten.
Geschichte
Stift Arnoldstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick auf das Benediktinerkloster Arnoldstein um 1875 . Aus dem Album:
"Sr. Kais. Hoheit Kronprinz Rudolf. Bilder aus Kaernten".
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Burg Arnoldstein wurde in den Jahren 1085/90 erstmals urkundlich erwähnt. Ihren Namen erhielt sie nach ihrem Bauherren Arnold, welcher wahrscheinlich ein bambergischer Ministeriale war, jedoch weiters urkundlich nicht erwähnt ist.

Anlässlich seiner Krönung zum Kaiser am 10. Februar 1014 hatte Heinrich II. dem erst im Jahr 1007 gegründeten Bistum Bamberg Besitzungen im Raum des heutigen Marktfleckens Arnoldstein - neben anderen in Kärnten - übereignet. Unter dem Bischof von Bamberg Adalbero (1053–1057) waren die Eppensteiner Lehensleute des bischöflichen Eigentums. Sie gaben den Besitz nicht an den Nachfolger von Adalbero zurück und befestigten den Übergang ins Kanaltal mit dem Bau einer Burg im heutigen Arnoldstein. Erst Bischof Otto von Bamberg gelang es nach der Jahrhundertwende, die Güter wieder in den Besitz des Bistums zubringen. Um den Besitz fortan vor weltlichem Zugriff zu schützen, gründete Bischof Otto von Bamberg 1106 auf Arnoldstein ein Benediktinerkloster. Er ließ die Burg schleifen und zu Konventsgebäuden umbauen. Als wirtschaftliche Basis überließ er dem Kloster 155 Huben. Der erste beurkundete Abt war Ingram (1126). Bis dahin scheint Arnoldstein nur ein Priorat gewesen zu sein. 1126 wurde auch der Friedhof des Stiftes geweiht. Die weiteren wenigen Nachrichten über den Konvent schildern die Probleme mit den Vögten. Da unter anderem die Herren von Ras ihre Machtposition als Schutzherren missbrauchten, zog 1176 der Kärntner Herzog die Vogtei an sich.

Missernten, ein Heuschreckeneinfall und schließlich das Erdbeben vom 25. Jänner 1348, welches einen gewaltigen Bergsturz des Dobratsch zur Folge hatte, brachten das Kloster in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Durch den Felssturz waren Besitzungen des Klosters, der Kirche und das Dorf St. Johann verschüttet worden. Trotz der Wiederherstellungen, welche durch Urkunden bis 1391 belegt werden, ging die Bevölkerung zurück, wohl auch unter Einfluss der europaweiten Pestepidemie. 1391 übergab der Patriarch von Aquileia dem Stift die Pfarre Hermagor als Kompensation für die wirtschaftlichen Probleme. Trotz weiterer Schenkungen, Stiftungen und Privilegien war es dem Konvent nicht möglich, seine Schulden zu begleichen. Im 15. Jahrhundert hatten die Arnoldsteiner Mönche Schwierigkeiten, die Pfarre Hermagor zu betreuen, selbst ein geschlossener Vergleich konnte diese nicht beheben. Im Zuge dieses Streites kam es zum ersten urkundlich belegten Kärntner Hexenprozess im Landgericht Grünburg im Jahr 1465. 1495 erlaubte Abt Christoph Jakob Fugger und Brüdern den Bau einer Saigerhütte und eines Schlosses, woraus sich die Fuggerau entwickelte.[2] Abt Friedrich beklagte sich noch 1507 über die Baufälligkeit und Armut des Klosters. Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert war das Kloster am Rande des Ruins. Als Folge der landesfürstlichen Türkensteuern, Vernachlässigung der seelsorgerischen Pflichten sowie Streitereien mit Adeligen und Untertanen wurde das Ansehen des Klosters geschwächt. Lutherische Prediger besetzten, entgegen Mandaten der Bamberger Bischöfe, Stift sowie Thörl und saßen auf den benachbarten Schlössern. So ging Abt Petrus 1570 trotz aller Klammheit eine Verpflichtung von 2500 Gulden auf Raten ein, um die Fuggerau mit allen Gründen und Rechten (zurück-) zu erwerben, da man nach dem Rückgang des Bergbaus einen Übergang an den benachbarten (protestantischen?) Adel verhindern wollte. Im Jahr 1580 besaß das Kloster Arnoldstein kurze Zeit keinen Abt. Der in diesem Jahr eingesetzte Franke Johannes Pünlein führte laut einem Visitationsbericht des Erzpriesters von 1594 ein durchaus weltliches Leben. Er las einmal im Jahr die Messe, hatte nur einen Mönch zur Seite, sein gesamtes Stiftspersonal war protestantisch, die Kirche besaß weder Kerzen noch Messgewänder, und der Altar war nicht geschmückt. Sein Nachfolger, ebenfalls ein Franke, Abt Emerich Molitor, konnte die Hoffnungen des Bistums Bamberg auf Rekatholisierung nicht erfüllen. Durch Unterschlagung entstand dem Kloster ein Schaden von etwa 60.000 Gulden. In einer Bulle des Erzherzogs Ferdinand II. vom 12. April 1600 sollte das Kloster einem in St. Veit errichteten Jesuitenkolleg angeschlossen werden. Der Bischof von Bamberg konnte dies schlussendlich durch eine Zusicherung von Beiträgen zum geplanten Jesuitenkolleg abwenden. Nach der freien Wahl von Abt Daniel im Jahr 1630 blühte das Kloster auf, bis zum Großbrand im Oktober 1642. In den folgenden kurzen Aufschwüngen des Klosters wurde in das Gebäude und die Ausstattung investiert. Mit der Auflösung des Patriarchats von Aquileja und dem Verkauf der bambergischen Güter an den österreichischen Staat 1759 unterstand das Kloster nun direkt dem Landesfürsten.

1782 beschloss Kaiser Joseph II. die Aufhebung aller österreichischen Klöster, die keinen Beitrag zur Krankenpflege oder Jugenderziehung leisteten. Ursprünglich wollte er das Stift St. Paul im Lavanttal aufheben, die Hofbehörden überzeugten ihn jedoch davon, dass die Aufhebung des Klosters Arnoldstein weniger Schaden anrichten würde. Am 24. November 1783 wurde somit per Hofdekret das Kloster aufgehoben. Dem Abt Otto von Größing sowie den 18 Patres wurde freigestellt, in ein anderes Kloster zu wechseln oder in den Weltklerus überzutreten. Das Stiftsvermögen und die Realitäten gingen in die staatliche Verwaltung über. Die Klosterbibliothek kam an die heutige Universitätsbibliothek Klagenfurt (bis 1971 Klagenfurter Studienbibliothek). Ein Teil des Klosterarchivs ging an den Geschichtsverein für Kärnten und ist heute im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt.

Ein Brand zerstörte am 16. August 1883 die Dächer und Holzdecken des Gebäudes. Da man jedoch nicht bereit war, Mittel für die Wiederherstellung aufzubringen, ist das Kloster seit damals eine Ruine.

Im Zuge des Erwerbs des Klostergeländes durch die Gemeinde am 14. Mai 1980 wurde der Revitalisierungsverein Klosterruine Arnoldstein gegründet.
www.burgruine.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Arnoldstein" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Benediktiner
Benediktinerinnen  
Stift Admont  
Stift Altenburg  
Stift Göttweig  
Stift Kremsmünster  
Stift Lambach  
Stift Melk  
Stift Nonnberg  
Stift Seitenstetten  
Stift Arnoldstein  
Stift Göß  
Stift Klein-Mariazell  
Stift Millstatt  
Stift Ossiach  
Benediktinerregel  
Benedikt von Nursia  
Scholastika von Nursia  
Hildegard von Bingen  
Schottenstift  
Wallfahrtskirche Frauenberg  
Pfarrkirche Spital am Phyrn  
Angebote  
Bruder werden  
Schwester werden  
 
   
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube