Benedictus
Einzug Christi in Jerusalem © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dom zu Gurk: Westempore (ehemals bischöfliche Kapelle Hll. Paulus und Florian):
Westhälfte: Nordwand und das darüber aufsteigende Gewölbe. Im Schildbogenfeld
der Einzug Christi in Jerusalem. Darunter Heiligenbrustbilder in Medaillons. Fresken um 1220.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benedictus (im deutschen Sprachraum gewöhnlich auf der vorletzten Silbe betont und als Neutrum behandelt, also das Benedíctus) ist ein Begriff aus der Kirchensprache. Er bezieht sich auf zwei verschiedene Texte des Neuen Testaments und der Liturgie: einerseits auf ein Loblied aus dem Lukas-Evangelium in den Laudes des Stundengebets, andererseits auf einen Vers in den Evangelien bei Jesu Einzug in Jerusalem, der Teil des Sanctus in der Heiligen Messe geworden ist. Das Ursprungswort benedicere (wörtlich: ‚gut sprechen/sagen‘) bedeutet preisen oder segnen. Die Form benedictus ist das Partizip Perfekt maskulinum, also: gepriesen/gesegnet.

Das Benedictus ist ein biblischer Lobgesang aus dem Lukasevangelium (Lk 1,68–79 EU). Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, lobt Gott für die – von ihm als wunderbar erfahrene – Geburt seines Sohnes.

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!
Denn Er hat Sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

Er hat uns einen starken Retter erweckt
im Hause Seines Knechtes David.

So hat Er verheißen von alters her
durch den Mund Seiner heiligen Propheten.

Er hat uns errettet vor unseren Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen.

Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
und an Seinen heiligen Bund gedacht,
an den Eid, den Er unserem Vater Abraham geschworen hat.

Er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, Ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit
vor Seinem Angesicht all unsere Tage.

Und du Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen,
denn du wirst dem Herrn vorangehen
und Ihm den Weg bereiten.

Du wirst Sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung seiner Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes
und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.




Alle vier Evangelien lassen die Passionsgeschichte Jesu mit dem Einzug Jesu nach Jerusalem beginnen. Dabei rief seine Begleitung:

Griechisch:
Εὐλογημένος ὁ ἐρχόμενος ἐν ὀνόματι κυρίου. ὡσαννὰ ἐν τοῖς ὑψίστοις.

Lateinisch:
Benedictus, qui venit in nomine Domini: hosanna in altissimis.


Deutsch:
„Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“
(Mt 21,9 EU)

Das Benedictus, der Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68–79 EU), wird im Stundengebet in den Laudes feierlich gesungen. Es ist eines der drei Cantica des Lukasevangeliums. Als Höhepunkt der Laudes bildet das Benedictus das liturgische „Gegenstück“ zum Magnificat der Vesper und dem Nunc dimittis der Komplet.
Das Benedictus wird in den Laudes wie die Psalmen und anderen Cantica mit einer Doxologie, dem Gloria Patri abgeschlossen:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn(e)
und dem Heiligen Geist(e).

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.


Das Benedictus aus dem Einzug Jesu in Jerusalem (Mt 21,9 EU) ist im Rahmen der Heiligen Messe Teil des Sanctus, ist jedoch in manchen Messkompositionen eigenständig ausgeführt. Die lateinische Übersetzung im Ordinarium Missae lautet: Benedictus qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis. („Hochgelobt sei der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.“) Es gehört in vielen Vertonungen zu den innigsten Sätzen, da es (wie das Et incarnatus est aus dem Credo) das Herabkommen des Gottessohns im Fleisch und im Sakrament besingt.

Im Hochamt mit Chormusik wurde das Sanctus – zunächst aus Zeitgründen – in die beiden Sätze Sanctus und Benedictus aufgeteilt. Das Sanctus wurde am liturgischen Ort, unmittelbar nach der Präfation, musiziert, das Benedictus wurde seit dem 16. Jahrhundert auf einen Platz nach der Wandlung verschoben und begann nach der in Stille vollzogenen Elevation. In den klassischen Kompositionen ist das Benedictus daher oft besonders „mystisch“ und lang gestaltet. Diese Praxis entspricht nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht mehr dem Verständnis der katholischen Liturgie.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Benedictus" der
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