Benediktiner
Ordo Sancti Benedicti
Ordenskürzel: OSB
Benediktiner - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Benediktiner bei der täglichen Vesper.
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Die Benediktiner (lateinisch Ordo Sancti Benedicti Orden des Hl. Benedikt, O.S.B., OSB) sind ein kontemplativ ausgerichteter Orden innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Auch im Anglikanismus und vereinzelt im Luthertum sind benediktinische Klöster erhalten geblieben. Benannt ist er nach seinem Gründer Benedikt von Nursia und gilt als ältester Orden des westlichen Ordenslebens.
Benediktiner © Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Habite im Garderobenraum der Benediktinerabtei Seckau.
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Bezeichnend sind die Grundsätze des Ordens, die neben der Ordensregel Regula Benedicti alles enthalten, was den Benediktinerorden auszeichnet:

Ora et labora et lege“ (lateinisch: „Bete und arbeite und lies“).

Drei Gelübde legt der Benediktinermönch im Laufe seines Ordenslebens ab:
Stabilitas“ (Beständigkeit in der Gemeinschaft),
„Klösterlichen Lebenswandel“ und
„Gehorsam“.


Als ein Motto der Benediktiner kann gelten:
„Ut in omnibus glorificetur Deus – Auf dass Gott in allem verherrlicht werde“.
Gründung
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Hl. Benedikt; Fresko in San Crisogono, Rom
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Durch seine Sonderstellung als zeitweilig (etwa vom frühen neunten bis zum späten zwölften Jahrhundert) einzig etablierter Orden der westlichen Kirche kann man die Geschichte des Benediktinertums kaum ohne einen Blick auf das westliche Mönchtum insgesamt verstehen.

Dieses hatte sich nach Vorbildern aus Ägypten und dem Nahen Osten entwickelt und zu eigener Ausprägung gefunden. Während dort im Wesentlichen das Eremitentum als das eigentliche Mönchtum – die asketische Lebensform, in der der Gläubige eine besondere Gottesnähe ausdrückt und erfährt – verstanden wurde, waren in den weströmischen Städten andere Formen stärker hervorgetreten (Familienaskese, zölibatäre Gemeinschaften christlicher Frauen). Bischof Eusebius († 370) hatte in Vercelli in einer Gemeinschaft mit anderen Priestern zusammen gelebt und so das erste Beispiel eines Klerikerklosters gegeben.
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Benediktinermönche am Gang in der Benediktinerabtei Seckau.
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Martin von Tours errichtete in Ligugé in der Nähe von Poitiers eines der ersten Klöster des Abendlandes, außerdem 375 in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier. Der heilige Hieronymus, der das östliche Mönchtum auf seinen Reisen kennengelernt hatte, begünstigte die Weiterentwicklung des römischen Ideals der Vita Rusticana zum monastischen Ideal, in dem sich für ihn Abgeschiedenheit und Studium vereinen sollten. Der heilige Augustinus bezeugt im Jahr 387 Stadtklöster in Rom, aus denen sich später die Einrichtung der Basilikaklöster entwickelte.

Die Proklamierung des Christentums als Staatsreligion des römischen Reiches 391 führte zu Bevölkerungsteilen, die es als römische Staatsbürger verordnet bekamen. Die Folge war ein in etlichen Regionen wenig gefestigter Glaube, neben dem die bisherigen Weltbilder und religiösen Vorstellungen parallel weiterexistierten. Dieser Hintergrund begünstigte das Entstehen von Gemeinschaften, die ihr Leben vollständig als religiöses, christliches Leben verstehen wollten.

Das Konzil von Chalcedon 451 entschied, die Klöster der bischöflichen Jurisdiktion zu unterstellen. Sie wurden mithin Teil der kirchlichen Hierarchie und ihren Ortsbischöfen untergeordnet. Damit war verglichen mit dem östlichen Mönchtum endgültig ein Sonderweg beschritten.
Benedikt von Nursia © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Benedikt von Nursia © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benedikt von Nursia
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vor diesem Hintergrund sticht die Gestalt des Benedikt von Nursia (* um 480; † 547), der für das 529 von ihm gegründeten Kloster bei Montecassino die nach ihm benannte Regula Benedicti (Benediktsregel) verfasste, die auf der Regula Magistri und anderen klösterlichen Regeln basiert, kaum hervor. Wesentliche Haltungen, die die Regel von den Mönchen verlangt, sind Gehorsam gegenüber ihrem Abt, Schweigsamkeit, Beständigkeit und Demut. Der größte Teil des Tages ist gemeinsamem oder persönlichem Gebet gewidmet oder wird in Stille, mit Meditation und geistiger Lektüre verbracht. Handwerkliche Arbeit, von der die Mönche leben sollten, schaffte Ausgleich.
Benediktiner - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der heilige Benedikt von Nursia.
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Der Tagesablauf der Mönche wird gegliedert durch den Gottesdienst, dem nach der Regel nichts vorgezogen werden darf. Wie im Mönchtum üblich wurden Psalmen gebetet, nach der Regel alle 150 innerhalb einer Woche (in der heutigen Zeit oft auf zwei Wochen verteilt).

Damit unterscheidet sich die Regula Benedicti ein wenig von anderen klösterlichen Regeln dieser Zeit. Benedikt hatte bei ihrer Abfassung keine ordensartigen Strukturen vor Augen – er wollte, ebenso wie andere Regelautoren, die Verhältnisse in seinem eigenen Haus klären.
Benediktiner ©  Benediktinerabtei Michaelbeuern - abtei-michaelbeuern.at
Fragment 9. Jahrhundert; Stiftsbibliothek Michaelbeuern.
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Ein Aspekt, der die spätere Sonderstellung der Regel erklären könnte, ist die Nivellierung von Standesunterschieden: die Rangfolge der Mönche orientierte sich, von durch den Abt bestimmten Ausnahmen abgesehen, einzig daran, wie lange sie dem Orden schon angehörten (sozusagen nach dem Dienstalter; siehe auch Anciennität). Dies konnte den elitären Charakter der Klöster abschwächen, die zuvor eher als Einrichtungen von und für Adlige verstanden worden waren. Sozial niedrig(er) Gestellte sahen im Klostereintritt eine Chance zu gesellschaftlichem Aufstieg. Auch die relative Milde der Regelungen zur Askese und die relative Kürze der Regula Benedicti (Nichtbehandlung sonst üblicher Regelthemen) erleichterte es, diese in anderen Klöstern, Ländern bzw. Klimazonen zu übernehmen. All dies hat wohl zur späteren Beliebtheit der Regel beigetragen. Die Regel konnte niemals ohne ergänzende Bestimmungen befolgt werden, den sogenannten Consuetudines. Nichts davon sticht jedoch so heraus, dass es Benedikt zu seinem Titel als „Vater des Abendlandes“ hätte verhelfen können. Diese Entwicklung beginnt erst mit der Abfassung seiner Biographie durch Gregor den Großen († 604) im zweiten Buch der „Dialoge“.
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Benediktinerabtei Stift Melk.
Ansicht der Benediktiner Abtey Melk. Vue de Melk Abbaye de Bénédictins; um 1810.
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Der zweite Band der Dialoge enthält ausschließlich die Biographie Benedikts. Die Intention, die den vom Mönchtum begeisterten Papst zur Niederschrift bewegte, lässt sich relativ klar herausarbeiten: Italien sollte einen nationalen Heiligen erhalten, eine Identifikationsfigur, wie sie andere Regionen (etwa Südgallien mit Martin von Tours) längst hatten. Gregor wählte die Gestalt des wenige Jahrzehnte zuvor verstorbenen Klostergründers, die er idealisierte und mit vielen Wundertaten anreicherte.

Das starke Durchscheinen des Idealtypus durch die Darstellung Gregors hat in der Forschung des 20. Jahrhunderts die Historizität Benedikts in Frage gestellt. Man nimmt heute an, dass Gregors Schilderungen eine reale Biographie zum Kern haben. Auch Gregor, der die Stellung des Mönchtums als Teil der Kirche durch seine Lehren durchaus festigte und ihnen apostolisches Wirken – also Predigten, Seelsorge und karitative Aufgaben – erst ermöglichte, dürfte dabei keine Vorstellung von einem „Ordenswesen“ gehabt haben. Im Verständnis ihrer Zeit ist die Vorstellung vom einzelnen Kloster als organisatorisch autarke Einheit noch viel zu tief verwurzelt.
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Benediktinerabtei Stift Göttweig.
Das Bild zeigt das Stiftsgebäude auf bewaldetem Hügel zwischen 1980-1991.
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Nach seiner Beschreibung beginnt Benedikts eigentliche Gründungsgeschichte seiner Klöster mit Benedikts Abkehr vom Eremitentum und der Zuwendung zu einem Gemeinschaftsleben. Benedikt sammelt die ersten Schüler um sich und legt so den Grundstein für weitere Gemeinschaften. So gründete er etwa zwölf Klöster in der Umgebung von Subiaco, unter anderem Montecassino, in dem er seine Ordensregel verfasste.

Bemerkenswert ist, dass Gregor, obwohl er die Abfassung der Regel erwähnt und sie als vorbildlich lobt, in keiner seiner zahlreichen Schriften zum Mönchswesen Zitate oder Ideen aus ihr verwendet – im Gegensatz zu einigen anderen Mönchsregeln. Es scheint also, als hätte er die Regula Benedicti nicht im Wortlaut gekannt, was vor allem erstaunt, da der Tradition nach die Mönche nach der Zerstörung Montecassinos 577 durch die Langobarden die Regel nach Rom gebracht haben sollen. Zumindest dieser Schritt der Überlieferungstradition der Benediktregel scheint also fragwürdig (sie wird erst 620 wieder bezeugt).
Benediktiner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerabtei Monte Cassino.
Weltbild ;Blick auf das zerstörte Kloster von Monte Cassino. ;1944-02-23.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 8. Jahrhundert erfuhr das Andenken Benedikts von Nursia enorme Blüte. Unter Abt Petronax wurde 717 das Kloster Montecassino neu gegründet. Es galt als Ideal mönchischen Lebens, so dass viele einflussreiche Mönche (etwa Willibald von Eichstätt oder Sturmi, der erste Abt des Klosters Fulda) es besuchten oder eine Weile dort lebten.

Das Projekt der Vereinheitlichung des Mönchtums wurde erst von Karls Sohn Ludwig dem Frommen vollendet. Er war zuvor Unterkönig in Aquitanien gewesen, wo er bereits die Bekanntschaft mit dem umtriebigen Abt Benedikt von Aniane gemacht hatte. Kurz nachdem Ludwig die Nachfolge seines Vaters angetreten hatte, berief er Benedikt in die Nähe von Aachen, wo er in den Folgejahren die Vereinheitlichung organisierte, die schließlich im Konzil von Aachen 816–819 zur Vollendung gebracht wurde.

Es war Benedikt von Aniane wichtig, einen klaren Unterschied zwischen Mönchen und Klerikern zu machen. Für letztere galt zum Beispiel keine Armutsforderung, wie sie in der Regula Benedicti niedergelegt war. Viele Klöster protestierten jedoch gegen die Oktroyierung der Regel und lösten sich auf oder erklärten sich zu Kanonikergemeinschaften. Erst ab diesem Zeitpunkt ist es historisch exakt, von „Benediktinern“ zu sprechen. Noch immer verstanden sie sich jedoch nicht als Orden, sondern als einzelne Klöster, die die Lebensform gemeinsam hatten.
Benediktiner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerabtei Mont-Saint-Michel.
Bild Heydecker, Joe J.; 1988.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die starke Integrierung in die Reichsverwaltung führte zu einem allmählichen Macht- und Reichtumsgewinn der Großklöster, die das Armutsideal unterhöhlten. Der allmähliche Niedergang der karolingischen Reichseinheit tat diesem keinen Abbruch.
Eingang zur Abtei Cluny (Zeichnung 18. Jahrhundert oder früher)

Die Gründung der Abtei Cluny am 11. September 910 durch Wilhelm von Aquitanien unter Abt Berno wurde zum Beginn einer Klosterreform, die diesen Missstand beheben wollte. In der Gründungsurkunde wurde der Abtei freie Abtswahl und Unabhängigkeit vom Bischof und von weltlichen Herrschern garantiert. Der Reformgedanke – getragen von einer starken Betonung der Liturgie – breitete sich im Westen rasch aus, während im sächsischen Kaiserreich das anianisch geprägte Gorzer Mönchtum vorherrschte. Viele Klöster schlossen sich Cluny an und innerhalb eines Jahrhunderts umfasste der Klosterverband von Cluny über 1.000 Klöster. Dies war der erste eigentliche Orden in der Geschichte des westlichen Mönchtums.
Benediktiner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Herzog Leopold VI. stirbt in Apulien, wo er einen Friedensschluss zwischen
Kaiser und Papst vermittelte. Leopolds Eingeweide wurden in der Abtei Montecassino
(Monte Cassino) beigesetzt. Das Mutterkloster der Benediktiner ist auf der Zeichnung
im Hintergrund zu sehen. Feder- und Pinselzeichnung von Karl Ruß.
Blatt 68 aus dem Zyklus „Bilder zur Geschichte von Wien“. ; nach 1825.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bis ins Hochmittelalter waren die Benediktiner der bedeutendste Orden; sie verloren diese Stellung an die Zisterzienser sowie an die im 13. Jahrhundert neu entstehenden Bettelorden. Die Benediktiner waren in das Feudalsystem und die Naturalwirtschaft integriert; ihre Arbeit war auf Landwirtschaft und Seelsorge ausgerichtet.

Die Reformation traf die Benediktiner, wie alle großen Orden, schwer. Zahlreiche Klöster gingen unter – zunächst durch Selbstauflösung, weil sich die Mönche den Lehren Luthers anschlossen, der das Mönchtum als unchristlich ablehnte, später durch die Erlasse evangelischer Fürsten.

Im 17. Jahrhundert kam es, ausgehend von der Reform von Verdun durch Dom Didier de la Cour, zur Erneuerung der Benediktiner in Frankreich in Anschluss an das tridentische Rahmengesetz. Benediktiner wurden vornehmlich in Schuldienst und Seelsorge eingesetzt. Hohe Bildung galt als unverzichtbar.
Organisation
Benediktiner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktiner.
Bild Winkler; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Benediktinerabteien sind eigenständige Gemeinschaften; eine übergreifende Ordensorganisation im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Die meisten Klöster sind in Kongregationen zusammengeschlossen, die Kongregationen wiederum zur Benediktinischen Konföderation, der der Abtprimas vorsteht. Dieser hat keine Leitungsfunktion, sondern nur repräsentative Aufgaben.

Zurzeit gibt es weltweit rund 40.000 Mönche und Nonnen beziehungsweise Schwestern, die zur benediktinischen Ordensfamilie gehören.
Benediktinerklöster in Österreich
Ein Klick auf den Ortsnamen führt Sie auf die jeweilige Homepage des Klosters
Wien: Schotten
Niederösterreich: Stift Altenburg - Maria Roggendorf
Göttweig - Melk - Seitenstetten
Oberösterreich: Kremsmünster - Lambach - Michaelbeuern
Salzburg: St. Peter, Salzburg - Gut Aich
Steiermark: Admont - St. Lambrecht
Kärnten: St. Paul
Spiritualitätt
Benediktiner © Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Benediktiner  bei einem Jugendgottesdienst.
© Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Wesentliche Eigenschaft, die ein Mönch nach der Benediktsregel haben muss, ist die Suche nach Gott. Das Leben im Kloster soll dafür den geeigneten Rahmen schaffen. Benedikt selbst bezeichnet das Kloster als Schule für den Dienst des Herrn. Gehorsam im Sinne des einfühlsamen Hinhörens auf Gott und die Menschen wird als weitere wichtige Eigenschaft eines Mönches in der Benediktusregel genannt. Wert legen die Benediktiner auf discretio, das Einhalten des rechten Maßes, das weise Leben in der rechten Mitte ohne zu viel oder zu wenig.

Das Klosterleben der Benediktiner ist durch das Gebet geprägt. Im Mittelpunkt steht nicht das Gebet des Einzelnen, sondern das Gebet in der Gemeinschaft, was durch das Losungswort „Ora et labora et lege“ (lateinisch: „Bete und arbeite und lies“) der Benediktiner gekennzeichnet ist. Die Arbeit tritt neben den Gottesdienst und ein großer Teil des Tages ist dem gemeinschaftlichen Chorgebet und Lesung gewidmet. Die Arbeit bietet den nötigen Ausgleich, da nach Benedikt „Das Nichtstun der Feind der Seele ist“, und sichert gleichzeitig den Lebensunterhalt der Gemeinschaft. Dadurch ist der Tagesablauf der Mönche durch den Gottesdienst gegliedert, dem nach der Regel nichts vorgezogen werden darf, sondern alle Tätigkeiten müssen eingestellt werden, um zum Gottesdienst zu eilen. Neben der täglichen Messe ist das Stundengebet für die Benediktiner wesentlich.
Benediktiner © Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Im Gespräch.
© Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Die Regel selbst schreibt acht Gebetszeiten (Vigil, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet) vor. Innerhalb einer Woche sollen alle 150 Psalmen des Alten Testamentes gebetet oder gesungen werden. Im Mittelalter erweiterte sich das Psalmengebet der Benediktiner immer weiter. In Cluny z. B. wurden im 11. Jahrhundert über 150 Psalmen täglich gebetet. Seit der Neubesinnung in der Ausrichtung der Ordensgemeinschaften im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden die Gebetszeiten auf sieben beschränkt; die Prim wurde abgeschafft. Heute ist das Psalmengebet der Benediktiner so gestaltet, dass die 150 Psalmen entweder innerhalb einer Woche oder auf zwei Wochen aufgeteilt gebetet werden können. Besonders in den bayrischen und österreichischen Abteien werden die sieben Gebetszeiten aufgrund der Tätigkeiten der Mönche in Schule und Pfarrseelsorge mitunter zusammengefasst. Beispielsweise werden Terz, Sext und Non zu einer sogenannten Tageshore oder Mittagshore zusammengefasst.
Tätigkeiten der Benediktiner
Benediktiner © Österreichische Benediktinerkongregation - www.benediktiner.at
Benediktiner in einer Stiftsbibliothek.
© Österreichische Benediktinerkongregation - www.benediktiner.at
Die Lehrtätigkeit der Benediktinerklöster hat eine lange Tradition. Bereits zu Lebzeiten des Heiligen Benedikt wurden Kinder ins Kloster aufgenommen, um ihnen Bildung zu vermitteln. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Benediktinerklöster zu Zentren der Kultur und Bildung und haben nicht selten die Kinder aus Adelshäusern ebenso erzogen wie das einfache Volk. Aus dieser Tradition heraus sind Schulen mit modernen Lehrplänen entstanden. Auch heute noch unterhalten viele Benediktinerklöster Schulen und Internate. Die bekanntesten Benediktinergymnasien in Österreich sind jenes des Stiftes St. Paul im Lavanttal, das Schottengymnasium in Wien, die Stiftsgymnasien von Stift Melk, Stift Admont, Stift Kremsmünster, Abtei Seckau und Stift Seitenstetten.

Neben diesen für den dauerhaften Besuch angelegten Einrichtungen laden verschiedene Jugendbegegnungshäuser und Jugendbildungshäuser der Benediktinerklöster zum Besuch ihrer offenen Angebote ein. Die Arbeit vieler Benediktinerklöster erstreckt sich heute aber auch auf das Gebiet der Erwachsenenbildung, beispielsweise werden Seminare für Manager und Unternehmer veranstaltet.
Benediktiner © Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Benediktiner in der Benediktinerabtei Seckau bei der Vesper.
© Benediktinerabtei Seckau - www.abtei-seckau.at
Landwirtschaft insgesamt (Waldwirtschaft, Ackerbau, Viehzucht, Obstgärten, Weinbau, Liköre und Kräuter) ist nach wie vor wichtiger Bestandteil benediktinischer Klöster. Im 12. Jahrhundert verfasste die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098–1179) Bücher über Heilpflanzen. Bei ihr kommt es zu einer Verschmelzung von antikem Wissen, christlichem Glauben und germanischem Weltbild.

Darüber hinaus betreibt der Benediktinerorden vor allem in Afrika und Asien zahlreiche Missionsstationen, wie zum Beispiel Peramiho in Tansania.
Auch das missionsbenediktinische Institut St. Bonifatius betreibt neben vielen apostolischen Aufgaben in Europa Missionsstationen in Ruanda und im Kongo sowie in Guatemala. Die zu diesem Säkularinstitut gehörigen Frauen versuchen, indem sie mitten in der Welt benediktinische Spiritualität leben, die "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute" zu teilen.

Zahlreiche Abteien führen bedeutende Museen und sind Mäzene für moderne und klassische Kunst. Überhaupt verfügen die Benediktiner über bedeutende Kunstschätze und berühmte Bibliotheken. Bekannt ist jene im Stift Admont, die als größte Klosterbibliothek der Welt gilt. Die bedeutendste Bücher- und Kunstsammlung des Benediktiner-Ordens befindet sich im Kärntner Stift St. Paul im Lavanttal.
www.benediktiner.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Benediktiner" der
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