Bildungsangebote der Franziskaner
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
Franziskanergymnasium in Hall.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR - Franziskanergymnasium
Öffentliches Gymnasium der Franziskaner Hall/Tirol
Kathreinstraße 6, 6060 Hall/Tirol
Telefon: (05223) 57179-10
Das Gymnasium in Hall trägt den offiziellen Titel "Öffentliches Gymnasium der Franziskaner Hall in Tirol"; im Privatschulgesetz von 1962 ist es neben sechs Stiftsgymnaasien eigens genannt, weil diese Schulen ein gesetzlich verbrieftes, dauerndes Öffentlichkeitsrecht besitzen. Unser Gymnasium gehört zu den ältesten in Österreich. Es wurde im Jahre 1573 von den Jesuiten auf Initiative der Erzherzogin Magdalena gegründet; nach der politisch bedingten Aufhebung des Jesuitenordens 1773 übernahmen in der Folgezeit die Franziskaner auf dringenden Wunsch der Stadt Hall das Gymnasium und führen es bis heute als Schulerhalter. Im Jahre 1899 wurde das neue Schulgebäude in der Kathreinstraße in Hall bezogen. Ein größerer Umbau erfolgte 1967-80; eine Generalsanierung wurde 2007-2009 mit einem Zubau unternommen.
Franziskanergymnasium © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Franziskanergymnasium in Hall.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR - Franziskanergymnasium
Das Gymnasium Hall ist ein so genanntes humanistisch-neusprachliches Gymnasium, es werden alle acht Jahrgänge in der Unterstufe dreifach, in der Oberstufe parallel geführt. Seit dem Schuljahr 1970/71 besuchen auch Mädchen das Gymnasium, die inzwischen die Zahl der Buben überflügelt haben. In der 3. Klasse können die Schüler zwischen Latein und Französisch und in der 5. Klasse Italienisch bzw. Latein wählen. Es unterrichten ungefähr 45 Lehrpersonen in 20 Klassen ca. 500 Schüler. Die Franziskaner führen außerdem das Internat "Leopoldinum", heute für nur mehr zwei Gymnasiasten und einen Schülerhort mit Lern- und Freizeitbetreuung am Nachmittag in zwei Gruppen (6- bis 10-jährige und 11-jährige); außerdem wohnen auch Berufsschüler (Maurer, Maler, Fliesenleger und Hafner) im Leopoldinum zu vier Kursen je 9 Wochen lang. Nach dem Zweiten Weltkrieg leiteten die Schule Franziskaner als Direktoren. Als 1999 P. Alfons Penz in Pension ging, bestellte der Franziskanerorden einen Laien als Direktor: Mag. Gerhard Sailer.

P. Alfons Penz OFM, 08.09.2009
Wer einen hohen Turm bauen will,
braucht ein solides Fundament.
Wir legen an unserem Gymnasium Wert auf eine solide Allgemeinbildung.
Die Leitlinien der Franziskaner betonen die humanistische Ausrichtung – ein solides Fundament, um das Leben zu verstehen. Wir legen Wert auf fundierten, vielfältigen Unterricht und auf vielseitige Angebote. Im Unterricht kommen verschiedenste Unterrichtsmethoden zum Tragen, phasenweise wird projektorientiert unterrichtet oder mit Formen des Offenen Lernens und des Freien Arbeitens. Die Leitlinien der Franziskaner betonen die offene Auseinandersetzung mit Welt und Zeit. Die jungen Menschen sollen bei uns lernen, aktive Gestalter ihrer eigenen Zukunft zu werden.
www.franziskanergymhall.tsn.at
Öffentliches Franziskanergymnasium Bozen
Franziskanergymnasium in Bozen.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR - Josef Pernter, Bozen
Öffentliches Franziskanergymnasium Bozen
Vintlerstraße Nr. 23, 39100 Bozen/Italien
Telefon: (+43) 0471 / 97 67 75
Das Franziskanergymnasium Bozen ist eine Schule, die seit mehr als 200 Jahren von der Ordensprovinz der Franziskaner getragen wird. Die Orientierung an den Idealen des hl. Franziskus begleitet seither die Arbeit und das Zusammenleben an dieser Schule. Von ihrem Ursprung her ist unsere Schule mehr als ein bloßer Dienstleistungsbetrieb: sie ist eine Schulgemeinschaft, an deren Gelingen die Schüler, Lehrer und Eltern mitwirken.
Die Geschichte des Franziskanergymnasiums Bozen
Das Franziskanergymnasium atmet Geschichte. Seit über 200 Jahren wirkt an dieser Bildungsstätte der Geist des großen Ordens und strahlt weit über Stadt und Land hinaus in die Welt. Von der großen Tradition dieser Schule erzählen nicht nur die Namen berühmter, verdienstvoller Lehrer und Schüler, geistlicher Würdenträger und politische Entscheidungsträger, Künstler und Wissenschaftler, die hier ihre erste Formung erhielten, sie klingt auch an in unzähligen Anekdoten und liebenswerten Erinnerungen ehemaliger Studenten, aus denen spürbar die Dankbarkeit gegenüber den Ordensmännern spricht, die in verantwortungsvoller Tätigkeit das Franziskanergymnasium durch die Zeit geführt und geleitet haben.
Franziskanergymnasium in Bozen.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR - Josef Pernter, Bozen
Am Anfang steht indessen nur eine Idee. Als der Bozner Stadtmagistrat 1778 mit der Bitte an die Kaiserin Maria Theresia herantritt, in Bozen ein öffentliches Stadtgymnasium einzurichten, verspricht die Antwort aus Wien zunächst wenig Erfolg. FranziskanergymnasiumDoch die Stadtväter lassen sich nicht entmutigen und betreiben ihr Vorhaben energisch weiter. Im Oktober 1780 gibt die Hofkanzlei grünes Licht, und am ersten Oktober 1781 läuft der Schulbetrieb an: 93 Schüler und acht Lehrer, letztere zwischen 26 und 33 Jahren jung. Vieles ist noch improvisiert; ein aus Bozner Stadtbürgern zusammengeschlossener Gymnasialverein hat in privater Initiative das sogenannte Castiolhaus angekauft; als Honorar für jeden Professor werden vom Gymnasialverein, bzw. einer daraus gebildeten „Ökonomischen Gymnasial Deputation“, jährlich 40 Gulden und 10 Klafter Holz zugeteilt.

Nicht viele Jahre ruhigen Aufbauens sind den Patres beschieden, denn die napoleonische Zeit bricht über das Land herein und macht auch vor den Toren des Franziskanergymnasiums nicht halt. Die humanistische Schule muss einem Realgymnasium weichen, mit der Bezeichnung „Königlich-Bayrisches Gymnasium“. 1809 werden diese Änderungen vorübergehend rückgängig gemacht, doch erst mit der Rückgabe Tirols an Österreich im Jahr 1813 können die Franziskaner wieder selbst den Unterricht leiten. Der liberale Umschwung der vierziger Jahre mit den daraus folgenden Schulreformen stellt die Patres vor die Notwendigkeit, sich den neuen Unterrichtsrichtlinien anzupassen. Universitätsfrequenz und Lehramtsprüfung werden Pflicht, eine Maturaprüfung nach dem 8. Kurs wird eingeführt, neue Fächer ins Programm aufgenommen. Für den erweiterten Betrieb reicht das Castiolhaus nicht mehr aus, und so geht man an einen Neubau. 1853-55 entsteht das Schulhaus in der Weggensteinstraße, unweit der Deutschhauskirche. In den Jahren des Kulturkampfes muss das Gymnasium seinen Lehrplan an den der öffentlichen Schule anpassen. Das bisherige Gymnasium wird verstaatlicht. Die Franziskaner stehen ohne Schule da. Der Unterricht wird zwar unter der entschlossenen Führung P. Vinzenz Gredlers, des wohl bedeutendsten Leiters des Gymnasiums seit seinem Bestehen, in einem Trakt des Klosters und zum Teil in gemieteten Räumen des Ansitzes Stillendorf weitergeführt, doch stellt die schnell anwachsende Schülerzahl (im Schuljahr 1880/81 hat sie die des staatlichen Gymnasiums übertroffen) den regulären Schulbetrieb in Frage. Gredler wagt sich an einen Neubau im klostereigenen Grund an der Vintlerstraße. In der Rekordzeit von einem knappen halben Jahr (!) wird der von den Architekten Altmann und Bittner entworfene Bau 1882 verwirklicht, und im November 1882 kann P. Vinzenz Gredler mit 229 Studenten und 18 Lehrkollegen in das neue Gebäude an der Vintlerstraße einziehen.
Franziskanergymnasium in Bozen.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR - Josef Pernter, Bozen
Phasen der Beruhigung, des Ausbaus und der Festigung des Bestehenden folgen. Dann kommt der große Krieg. Die Schule arbeitet weiter, trotz der Truppeneinquartierungen, trotz der Schüler, die sich freiwillig zum Militär meldeten und auf den Schlachtfeldern ihr Leben lassen. FranziskanergymnasiumMit der italienischen Besatzung nach 1919 ändert sich zunächst nicht viel; der österreichische Lehrplan bleibt mit geringen Änderungen bestehen. Das ändert sich mit dem faschistischen Regime rapide: mit dem Schuljahr 1923/24 wird dem Gymnasium das Öffentlichkeitsrecht entzogen. P. Justus Kalkschmied, der das Gymnasium seit 1919 leitet, führt die Schule unter schwierigsten Bedingungen durch die Zeit der Diktatur. Ungeachtet der ständigen Bedrohung durch die faschistische Bürokratie nimmt die Schülerzahl des nunmehr rein privat unterrichtenden Gymnasiums weiter zu. P. Justus kann allerdings wegen der Schwierigkeiten, die ihm in den Weg gelegt werden, nur fünf Klassen weiterführen. Um den Weiterbestand der Schule zu gewährleisten, bestellt er 1938 einen italienischen Mitbruder, P. Damiano Neri, zum Direktor, der die Schule - pro forma - leitete. Mit diesem Schachzug kann sogar das Öffentlichkeitsrecht wieder erworben werden. Während der Zeit der deutschen Besatzung bleibt die Schule geschlossen.

Nach 1945 wird P. Justus wieder als Direktor eingesetzt. Mit Hilfe des neuen Schulamtsleiters, Hochw. Josef Ferrari, eines ehemaligen Schülers des Franziskanergymnasiums, geht man an den Wiederaufbau. Die Mittelschule wird noch in deutscher und italienischer Unterrichtssprache geführt, das Gymnasium nur mehr in Deutsch. Als P. Justus 1955 das Direktorat zurücklegt, führt das Gymnasium wieder alle acht Stufen und ist mit vollem Öffentlichkeitsrecht ausgestattet. Unter seinem Nachfolger P. Albert Lageder findet die Abtrennung des italienischen Teils der Schule statt, die von den Salesianern fortan im „Rainerum“ weitergeführt wird. Damit ist nach langem, mühevollen Ringen das Franziskanergymnasium in seiner alten Form wiederhergestellt.

Probleme der neueren Zeit sind der Rückgang des Lehrpersonals aus dem Orden und die finanzielle Absicherung des Schulbetriebs. Unter der Leitung von Direktor P. Bruno Klammer (1981-1995) sind diese strukturellen Probleme umfassend in Angriff genommen worden: Vorläufig letzte Höhepunkte in dem Bestreben, die große geistige Tradition der Franziskaner in die neue Zeit hinüberzuretten, sind die Einführung des gemischten Unterrichtes (ab Schuljahr 1990/91), der Aufbau eines engagierten Laienlehrkörpers sowie die Bemühungen um eine gesetzlich abgesicherte, dauerhafte Finanzierung der Schule durch die öffentliche Hand.
www.franziskanergymnasium.it
Text auszugsweise aus
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
www.franziskaner.at
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