Christenverfolgung in der Spätantike
Persien
Isfahan © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Isfahan, Persien 1811.
Stich aus dem Atlasband von L. Langles:
Voyage du Chevalier Chardin, en Perse ... Paris 1811.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im spätantiken Sassanidenreich, in dem der Zoroastrismus eine prominente Rolle spielte, kam es, nachdem es bereits zuvor vereinzelt Übergriffe des Staates gegeben hatte (z. B. unter Bahram II.), im 4. Jahrhundert unter Schapur II. zu einer systematischen Christenverfolgung (siehe auch Simon bar Sabbae). Diese Verfolgung, über die die Chronik von Seert und mehrere Märtyrerakten Auskunft geben,[12] war primär politisch motiviert, da fast zeitgleich im Römischen Reich das Christentum privilegiert worden war und der persische Großkönig Kollaboration seiner christlichen Untertanen mit den Römern befürchtete.

Auch in Armenien, das von den Sassaniden beansprucht und teilweise kontrolliert wurde (Persarmenien), wurden Christen immer wieder aus politischen Gründen verfolgt. Im 5. Jahrhundert formierte sich in Persien dann die „nestorianische“ Assyrische Kirche des Ostens als eine Art „innerpersische Kirche“. Im Anschluss daran kam es zu einem weitgehenden Ausgleich der Perserkönige mit ihren christlichen Untertanen und nur noch vereinzelt zu Übergriffen. Infolge der römisch-persischen Kriege im 6. und 7. Jahrhundert waren die Christen teils aber wieder Repressalien ausgesetzt, so unter Chosrau I. (in dessen zweiter Regierungshälfte) sowie unter Chosrau II. (gegen Ende von dessen Herrschaft, siehe Yazdin und Anastasius der Perser). Als die Araber in den 30er und 40er Jahren des 7. Jahrhunderts im Zuge der Islamischen Expansion das Sassanidenreich eroberten, fanden sie besonders im Westen zahlreiche blühende Christengemeinden vor, die in der Folgezeit zumeist untergingen.
Jemen, Oman
Im Gebiet des heutigen Jemen und Oman waren die herrschenden Himjariten Anfang des 6. Jahrhunderts zum Judentum übergetreten, um nicht in den Römisch-Persischen Kriegen zwischen dem christlichen Oströmischen Reich und dem vom Zoroastrismus bestimmten Sassanidenreich aufgerieben zu werden. Besonders unter dem neunten jüdischen König Yusuf Asʾar Yathʾar (Dhu Nuvas) kam es zu einer blutigen Christenverfolgung, von der „Nestorianer“, besonders aber Miaphysiten betroffen waren. Er wollte sie zum Übertritt zum Judentum zwingen und befürchtete ein Eingreifen Ostroms.

Eine von den Lachmiden einberufene Konferenz in Ramla, über die unter anderem Prokopios von Caesarea berichtet, sollte die Kriege zwischen Ostrom und dem Sassanidenreich beenden (525). Dort forderte Dhu Nuwas den Sassanidenherrscher auf, die Christen seines Landes ebenfalls zu verfolgen. Daraufhin veranlasste Ostrom das befreundete christliche Reich von Aksum, den Jemen zu erobern. Da Dhu Nuwas wiederholt christliche Händler aus Aksum ausweisen und töten ließ, folgte Aksum der Aufforderung und beendete mit seiner Eroberung die jüdische Königsreihe im Jemen.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Christenverfolgung" der
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