Christophorus
Gedenktag: 24. Juli
Heiiger Christophorus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Heiiger Christophorus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heiiger Christophorus
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Christophorus (griech. Χριστόφορος „Christusträger” (pherein = tragen)) ist ein frühchristlicher Märtyrer, der vermutlich im 3. oder beginnenden 4. Jahrhundert gelebt hat und in der katholischen und der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird. Aus den Quellen geht nicht eindeutig hervor, ob er zur Regierungszeit des römischen Kaisers Decius (249–251) oder der des Kaisers Maximinus Daia (308–313) lebte. Christophorus wird in der Ikonographie häufig als Hüne mit Stab dargestellt, der das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt. Er zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist heute besonders bekannt als Schutzheiliger der Autofahrer.
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Max Rieder; Heiiger Christophorus
mit dem Jesuskind.
(Gips-) Relief ;1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hl.Christophorus im Louvre in Paris.
Skulptur von Lorenzo Vecchietta
(1412-1480). Bild um 1900
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Im Martyrologium romanum wird der 25. Juli einem Märtyrer namens Christophorus zugeordnet, jedoch ohne biographische Angaben. Viele Legenden ranken sich um den Heiligen. Vor seiner Taufe hieß Christophorus der Überlieferung gemäß Reprobus – auch Offerus, Offro oder Adokimus. Nach einer ab dem 5. Jahrhundert nachweisbaren ostkirchlichen Überlieferung war er ein Kynokephale, ein Angehöriger eines wilden, hundsköpfigen Fabelvolks. Er wurde zunächst Soldat, zog dann als Missionar durch Lykien, bis er das Martyrium durch Enthaupten erlitt. Verschiedene Ikonen der Ostkirche zeigen den hl. Christophorus mit dem Kopf eines Hundeartigen. Laut Karl-Heinz Göttert besteht die Möglichkeit, dass das „genere canaaneo“ (aus kanaanäischem Geschlecht) in einer lateinischen Handschrift, in der erzählt wird, wie Christophorus in Lykien 48.000 Menschen bekehrt hat, als „canineo“ (hundsartig) gelesen wurde.
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Codex 1859, folio 231 recto
Ganze Seite Antiphon auf den
Heiligen Christophorus und M.
'Christus sitzend am Ufer, auf der
anderen Seite des Flusses
der Jesusknabe'.
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Strasswalchen, Temperabild.
Die Hl. Eustachius, Christophorus
und Leonhard.
Donauschule um 1520. ÖKT X/1, 178
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Nach westlichen Quellen war er ein Riese namens Offerus, dessen Erscheinung alle erschreckte, die ihm begegneten. Offerus wollte nur dem mächtigsten Herrscher dienen. Diesen begann er zu suchen. Er fand aber keinen, dessen Macht nicht irgendwie begrenzt war. Nach langer vergeblicher Suche riet ihm ein frommer Einsiedler, unbegrenzt sei nur Gottes Macht, und Offerus solle nur Gott dienen. „Aber wie sagt mir Gott, was ich tun soll?” Als Gottes Wille solle Offerus seine überragende Gestalt erkennen. Offerus solle an Stelle eines Fährmanns Reisende über einen Fluss tragen und diesen Dienst als den Willen Gottes ansehen. An einer tiefen Furt verrichtete Offerus fortan diesen Dienst.
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Seebergsattel - Fresko des "Hl.Christophorus",
überlebensgroß an einem Felsen neben der Straße.
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Eines Tages nahm er ein Kind auf die Schulter, um es über den Fluss zu tragen. Zunächst war das Kind sehr leicht, aber je tiefer Offerus in die Furt stieg, desto schwerer schien es zu werden. In der Mitte des Stromes keuchte Offerus schließlich: „Kind, du bist so schwer, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen!“ Das Kind antwortete: „Wie du sagst, so ist es, denn ich bin Jesus, der Heiland. Und wie du weißt, trägt der Heiland die Last der ganzen Welt.” Am anderen Ufer angelangt, setzte Offerus das Kind ab, worauf das Kind zu ihm sagte: „Du hast den Christ getragen, von jetzt an darfst du Christofferus heißen.”

Die westliche Fassung der Legende wurde populär und ist überliefert besonders durch ihre schriftliche Fassung und Verbreitung in der Legenda Aurea.
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Stephansdom; Pfeiler XII: mittlere
Partie mit lockigem Engel, Bischof
mit Pastorale und Schwert und
Heiliger Christophorus. ;um 1930.
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Rappottenstein, Pfarrkirche
(Hll. Petrus und Paulus):
Hll. Rochus und Christophorus,ot de,
Christkind 1. Hälfte 16. Jhdt.
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Die Legenda aurea (lat. ‚goldene Legende‘) ist eine von dem Dominikaner Jacobus de Voragine (1228/29–1298) wahrscheinlich in den Jahren um 1264 in lateinischer Sprache verfasste Sammlung von ursprünglich 182 Traktaten zu den Kirchenfesten und vor allem Lebensgeschichten Heiliger und Heiligenlegenden. Jacobus, der von 1292 bis zu seinem Tod 1298 Erzbischof von Genua war, schuf damit das bekannteste und am weitesten verbreitete religiöse Volksbuch des Mittelalters.
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St. Margareten in der Reichenau.
Pfarrkirche (Hl. Margaret):
Fresko des Hl. Christophorus, 1507.
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Obermauern, Tirol, Wallfahrtskirche
(U. L. F.): Aussen, Südseite:
Hl. Christophorus, Fresko 1468.
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Jacobus de Voragine ordnete sein Werk nach dem Verlauf des Kirchenjahres. Den großen Festen (Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten) widmete er ausführliche eigene Darstellungen und erklärte dazu die Bedeutung der geprägten Zeiten, der Liturgie und des Brauchtums. So konnte dieses Buch ebenso als Anleitung zur Besinnung an Festtagen wie als tägliche erbauliche Lektüre dienen. Die epochemachende Neuheit dieses Buches wurde von Anfang an empfunden; als Nova legenda oder Novum passionale trat es gleich nach seinem Erscheinen einen einzigartigen Siegeszug durch das ganze Abendland an. Schon 1282 ist eine Handschrift in Deutschland nachweisbar; um 1470 wurde die Legenda aurea auch gedruckt.Die Legenden des Jacobus waren neben den Martyrologien über viele Jahrhunderte eine der wichtigsten Quelle der Heiligenverehrung; Gebete und auch ganze Andachtsformen gehen auf sie zurück. Auch die für die Ikonographie wichtigen Heiligenattribute leiten sich vorrangig aus der Legenda aurea ab; zahlreiche Einzelmotive wie auch viele Themen der bildenden Kunst sind ohne dieses Werk nicht zu verstehen.
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Flatschach, Kärnten, Filialkirche
(Hl. Lorenz): Südwand aussen:
Christophorus-frekso 15. Jhdt.
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Blick vom Eingangstor auf das Fesko
an der Außenfassade der Kirche
St. Jakob in Kastelaz /Südtirol.
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Christophorus ist einer der vierzehn Nothelfer und in dieser Funktion der Helfer gegen einen unvorbereiteten Tod. Er ist Patron der Seeleute, Reisenden, Lastträger, Kraftfahrer und Luftschiffer. Er ist außerdem der Schutzpatron der Insel Rab in Kroatien und der Städte Braunschweig, Hildesheim, Stuttgart, Werne, Würzburg und Vilnius. Das Motiv des Christusträgers wurde häufig in der Kunst dargestellt. Christophorus ist auf Darstellungen der Westkirche immer ein Riese, Heiligenattribut ist das Christuskind, meist auf der Schulter. Da der Anblick seines Bildes vor einem plötzlichen Tod bewahren soll, wurden an zahlreichen Kirchen und anderen Gebäuden riesige Christophorus-Bildnisse angebracht, die Besonderheit sind die romanischen Christophori an der Außenwand, von weitem sichtbar an Wegkirchen.
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Strasswalchen, Temperabild. Die Hl. Eustachius, Christophorus und Leonhard.
Ausschnitt: Oberkörper der Hauptfigur.
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Gläubige führen bis heute Bilder des Schutzpatrons der Reisenden im Fahrzeug mit. In St. Christophen im Wienerwald (Niederösterreich) wurde im Juli 1928 erstmals in Österreich ein Fahrzeug gesegnet. Seither gilt der Ort als „Wallfahrtsort der Kraftfahrer Österreichs". Alljährlich im Juli findet hier die Wallfahrt der Verkehrsteilnehmer (auch Autofahrer-Wallfahrt genannt) statt. Christophorus ist zudem der Schutzpatron der Straßenwärter. Bei Prozessionen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gingen in manchen Regionen Europas Darsteller des hl. Christophorus auf Stelzen mit. Im französischsprachigen Belgien nimmt bei Prozessionen in Flobecq sowie beim Stadtfest Ducasse d'Ath seit 1976 wieder eine solche Riesenfigur teil. 1920 wurde die Legende als „Christofer – Ein groß und schön Legendenspiel“ des Dichters Dietzenschmidt in Königsberg auf die Bühne gebracht.
Heiiger Christophorus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Heiiger Christophorus © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gurk; Dom (Mariä Himmelfahrt):
Querhaus: Hl. Christophorus,
linker Fuss (Detail).
Fresko (gegen Mitte 13. Jhdt)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gurk; Dom (Mariä Himmelfahrt):
Querhaus: Hl. Christophorus.
Fresko (gegen Mitte 13. Jahrhundert)
Bruststückabschnitt mit Christkind.
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Einzelnen Quellen zufolge deute die ostkirchliche Darstellung des Christophorus mit dem Kopf eines Hundeartigen auf einen Einfluss des altägyptischen Anubiskultes hin. Andere Autoren verweisen darauf, dass die Beschreibung der Kynokephalen als Hundeköpfige, Kannibalen und Schlimmeres viel mehr dem entsprochen habe wie der Angehörige des römischen Reiches, der die Geschichte des Martyriums des hl. Christophorus niederschrieb, die nordafrikanische Region Marmarica empfand, in der der Stamm der Marmaritae lebte, dem Christophorus angehört haben soll.
Gebet zum Heiligen Christophorus
Heiliger Christophorus, du hast das Christuskind sicher durch die gefährlichen Fluten getragen. Geleite auch uns alle durch die Gefahren des Straßenverkehrs und gib, dass wir durch unser Verhalten im Verkehr niemanden gefährden oder verletzen. Schütze unsere Heimat vor Wasser- und Feuersnot! Heiliger Christophorus, als heiliger Gottesmann hast du den Menschen deiner Zeit an Leib und Seele geholfen. Hilf auch uns und allen, die wir in unser Gebet einschließen, bei allen Gebrechen. Vor allem aber erbitte uns die Gnade, geduldig in Gottes heiligen Willen ergeben zu sein, wenn wir lange Krankheiten ertragen müssen.
www.vierzehnheiligen.de/heiliger-christophorus
Sein Gedenktag wird am 24. Juli gefeiert.
Er wird außerdem als Patron
für ein christliches Tagwerk, Nothelfer in vielen Gefahren, Retter aus Wassernot; der Schiffer, Flößer, aller Reisenden und Kraftfahrer;
und Helfer gegen einen unvorhergesehenen Tod verehrt.
Attribute sind Jesuskind auf der Schulter, Stab oder Baumstamm in der Hand.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Christophorus" der
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