Christtag
25. Dezember
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Jesuskind und Engel.
Traminer Altar von Hans Klocker und Werkstatt, Brixen, ca. 1485/1490;
Zirbel- und Fichtenholz, originale Fassung, umfassend restauriert 2003-2008.
Bayerisches Nationalmuseum, Inv. MA 1952 (bis 1845 Pfarrkirche Tramin;
1856/1857 aus der Sammlung Max Ainmiller erworben). Foto: Andreas Praefcke, 2008.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Erstmals wurde der 25. Dezember ausdrücklich von Furius Dionysius Filocalus in seinem Chronograph von 354 genannt, der auf römischen Quellen aus dem Jahre 336 beruht (ein Jahr vor dem Tod Konstantins und zu einer Zeit des Aufschwungs des Christentums). Ein Verzeichnis der römischen Konsuln enthält den Eintrag: „Christus ist während des Konsulats von C. Augustus und L. Aemilianus Paulus am 25. Dezember, einem Freitag, dem 15. Tag des Mondalters geboren“. In dieser römischen Quelle, deren Authentizität allerdings nicht unumstritten ist, ist das Datum auch als liturgischer Festtag zu verstehen. Wie lange davor der 25. Dezember als Fest begangen wurde, ist unbekannt. In Rom, wo der Geburtstag Jesu zuerst am 25. Dezember, und zwar nach der Weihnachtshomilie des Hieronymus von Anfang an, gefeiert wurde, spielte eine Berechnung, wie sie Africanus anstellte, keine Rolle.
Weihnachten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Innsbruck; Goldenes Dachl mit verschneitem Christbaum; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stattdessen gibt es mehrere spekulative Vermutungen über
den dortigen Ursprung des Festdatums:

Er sei als Dankgebet der Kirche für den Sieg Kaiser Konstantins (so Hans Lietzmann) aufgekommen. Dann wäre der Festtag nach 313 entstanden. Dem steht entgegen, dass der 25. Dezember in Konstantinopel, der Stadt Konstantins, erst um 380 angenommen wurde.

Er sei als Reaktion auf den von Kaiser Aurelian verfügten Geburtstag des Sol Invictus (dessen Kult 275 eingeführt wurde) zur Wintersonnenwende des julianischen Kalenders am 25. Dezember entstanden, an dem auch die Geburt des Mithras gefeiert worden sein soll. Das würde zu einer Einführung um 300 führen. Hierzu passen ungefähr zeitgleiche Vergleiche von Christus und der Sonne und die Tatsache, dass „die Weihnachtsfeier in Rom aufkommt, als der Sonnenkult seinen Höhepunkt erreicht“.
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Geburt Jesu Christi in einer georgischen Bibel, 12. Jahrhundert; Art Museum of Georgia.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Ansicht, Weihnachten sei an die Stelle eines älteren Festes über die Geburt der Sonne getreten, wurde erstmals in einer Randglosse des syrischen Kirchenschriftstellers Dionysius bar Salibi aus dem 12. Jahrhundert vertreten. Neben den antiken Herleitungen gibt es heute weitere Hypothesen:
Die Berechnungshypothese von Duchesne, Strobel, Engberding und Fendt. Danach vertraten alte jüdische Schriften die Vorstellung, dass große Patriarchen am selben Tag des Jahres starben, an dem sie geboren wurden. Denn Gott billige nur das Vollkommene, lasse seine hervorragenden Verkünder auf Erden also nur volle Lebensjahre leben. Das galt insbesondere für Isaak, der für Christen Jesu Vorbild wurde. Auch für Jesus wären Anfang und Ende seines irdischen Lebens demnach auf das gleiche Datum gelegt worden, nämlich den 14. Nisan des Jahres 30, der dem 25. März entsprochen hätte. Dabei müsste man jedoch seinen Lebensanfang mit Marias Empfängnis gleichsetzen. Das hätte den 25. Dezember als Geburtstermin ergeben. Der heidnische Sol Invictus sei erst eine sekundäre Begründung und nicht der primäre Anstoß gewesen.
Weihnachten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weihnachtsfeier für bedürftige Kinder.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zum Gedanken des wahren „Sol invictus“, des Siegers über den Tod, kam noch die Weltenharmonie als göttliche Ordnung: Danach war das Sonnenjahr so geordnet, dass zur Zeit des Herbstäquinoktiums am 24. September die Verkündigung und Empfängnis Johannes des Täufers, zur Sommersonnenwende am 24. Juni dessen Geburt, zum Frühlingsaequinoktium die Empfängnis Jesu und zur Wintersonnenwende seine Geburt stattfanden. Sowohl die Berechnungshypothese als auch die an den Sol invictus gekoppelte Hypothese lassen Fragen offen: zum Beispiel, mit welcher Berechtigung der üblicherweise maßgebliche Geburtstermin auf den Termin der Empfängnis zurückverlegt sein sollte. Die Hypothese des Festes für den Sol invictus räumt der kulturellen Umgebung des frühen Christentums einen größeren Einfluss auf die Kirche ein, als die Zeitgenossen es wohl zugegeben hätten.
Christbaum © Gaube
Spitalskapelle der Barmherzigen Brüder in Wien im Weihnachtsschmuck.
Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, das Heidentum zu überwinden, indem dessen Feste umfunktioniert wurden. Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes wurde der tiefen Sehnsucht der Menschen auf der Nordhalbkugel der Erde, dass die Dunkelheit des Dezembers überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben. Auch die afrikanische Kirche feierte von vornherein nur den 25. Dezember. Augustinus warf den Donatisten vor, bei der Feier der Epiphanie abzuweichen, was manche aus einem argumentum e silentio vermuten lässt, dass der 25. Dezember bereits vor dem donatistischen Schisma 311 in Afrika der Weihnachtstermin gewesen sei.
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Weihnachtsabend, 1892.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Ältestes Zeugnis ist eine überlieferte Predigt des Optatus von Mileve aus der Zeit um 360 über den Kindermord in Betlehem. Für Oberitalien ist das Datum für das Ende des 4. Jahrhunderts unter anderem durch Filastrius von Brescia, Diuersarum hereseon liber, Kap. 140, belegt. Die Synode von Saragossa bezeugte in can. 4 das Datum für das Jahr 380 in Spanien. Für Gallien gibt es für diese Zeit noch keinen Beleg. Erst im 5. Jahrhundert nennt es Gregor von Tours.
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Weihnachten 1880; Postkarte; Nationalbibliothek Norwegen.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gregor von Nazianz feierte das Fest 380 in Konstantinopel. Seine Predigten zu Weihnachten und Epiphanie richteten sich gegen arianische und apollinaristische Lehren und betonten das trinitarische Bekenntnis von Nicäa. In Ägypten ist es ab 432 nachgewiesen, wohl in der Auseinandersetzung mit Nestorius eingeführt. In Jerusalem wurde es erst im 6. Jahrhundert unter Justinian II. gefeiert. Während alle anderen Kirchen den 25. Dezember für Weihnachten übernommen haben, hält die Armenische Kirche bis heute am 6. Januar als Geburtsfest Jesu fest.
Brauchtum
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Schöckingen, Schloßstraße, mit Weihnachtsbeleuchtung.
Am linken Bildrand sieht man den Turm der Mauritiuskirche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Weihnachtsbräuche sind tradierte Bestandteile des Weihnachtsfestes. Wie alles Brauchtum sind sie regional unterschiedlich ausgeprägt und in ständigem Wandel begriffen. Ausgangspunkt ist das christliche Festgeheimnis von der Geburt Jesu Christi, doch sind teilweise alte, nichtchristliche Winter- und Lichtbräuche hinzugetreten und mit christlichen Motiven zu säkularisierten Formen verschmolzen.
Weihnachten © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Klare Winternacht in den Alpen.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Bei der Erklärung der spezifischen Ausprägung des Weihnachts- und Adventsbrauchtums in Mitteleuropa darf nicht übersehen werden, dass das meiste davon in einer klimatisch von kaltem, dunklem Winter gekennzeichneten Zone entstand. Die Sehnsucht nach der Sonne, die im gewählten Zeitpunkt der Sonnenwende zum Ausdruck kommt, ist für Menschen in den Wüstengürteln der Erde kaum nachvollziehbar. Auf der Südhalbkugel fällt Weihnachten gar in den Sommer. Das muss zwangsläufig zu anderen Bräuchen führen. Der immergrüne Tannenbaum hat dort keine einschlägige Symbolkraft.
Weihnachten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Glocklertanz zu Weihnachten. Bad Aussee; um 1915.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dem Weihnachtsfest am 25. Dezember geht die vierwöchige Adventszeit voraus. Sie war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche zwischen dem 11. November und dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar legte. Die Adventszeit in ihrer heutigen Form geht zurück auf das 7. Jahrhundert. Es wurden zunächst zwischen vier und sechs Sonntage im Advent, die Paps Gregor der Große schließlich auf vier festlegte. Im ambrosianischen Ritus ist die Adventszeit allerdings auch heute noch sechs Wochen lang. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt. In die Adventszeit fallen zahlreiche Bräuche, wie der Adventskalender, der die verbleibenden Tage bis Weihnachten anzeigt, das Aufhängen eines Nikolausstiefels an die Haustür am Abend vor dem Nikolaustag, und der Weihnachtsmarkt, der in vielen Städten anzutreffen ist.
Weihnachten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Weihnachtsgans. Foto: Jürgen Howaldt.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Zu Weihnachten gehört meist ein aufwendiges Weihnachtsmahl am ersten Feiertag. Am Christtag ist üblicherweise ein festliches Weihnachtsessen im großen Familienkreis geplant. Traditionell stehen gebratenes Geflügel (wie Truthahn oder Weihnachtsgans) mit Semmelknödeln und Blaukraut oder Karpfen mit Kartoffeln auf dem Speiseplan. Für die Karpfenzucht wurden eigene Teiche angelegt. Diese werden vor Weihnachten abgelassen oder abgefischt, daher kommen die Karpfen meist lebend auf die Märkte und in die Geschäfte. Einige Brauereien bieten ein eigenes Weihnachts- oder Bockbier an.
Bauernregel
„Scheint die Sonne am Christtag hell und klar,
So hofft man ein gutes, fruchtbares Jahr!“
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Weihnachten" der
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