Diakon
Diakon © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hohensalzburg, Georgskirche, Südseite: Flachbogennische mit dem Relief
des Erzbischofs L. v. Keutschach, flankiert von zwei Diakon-Figuren.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Diakon (altgr. διάκονος diákonos ‚Diener, Helfer‘) bekleidet ein geistliches Amt innerhalb der Kirche, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich nicht auf die Diakonie, sondern umfassen wie die der anderen geistlichen Ämter auch Verkündigung (martyria ‚Zeugnis‘) und Gottesdienst (leiturgia ‚Liturgie‘). Diakone waren ursprünglich Gehilfen der Apostel zur Verwaltung des gemeinsamen Vermögens und zur Leitung der gemeinsamen Mahlzeiten – und wohl damit verbunden auch der Eucharistie.

In der altkatholischen, der römisch-katholischen, den orthodoxen und den anglikanischen Kirchen ist die Weihe zum Diakon die erste Stufe des Weihesakraments (die zweite Stufe ist das Priester-, die dritte das Bischofsamt). Die Eingliederung in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, geschieht durch die sakramentale Weihe, die durch das vom Bischof gesprochene Bittgebet um die Ausgießung des Heiligen Geistes und die im Amt benötigten Gnadengaben sowie die Handauflegung des Bischofs auf das Haupt des zu Weihenden vollzogen wird.
Geschichte des Diakonats
Die ersten sieben Diakone werden im Neuen Testament in der Apostelgeschichte (Apg 6,1–7 EU) erwähnt. Ursprünglich hatten die von Jesus Christus erwählten Apostel den Auftrag zur Verbreitung der Lehre und daneben die Versorgung der Armen persönlich wahrgenommen, mussten aber feststellen, dass sie mit beidem zugleich überfordert waren. Zu ihrer Entlastung und Unterstützung ließen sie daher von der Jerusalemer Urgemeinde sieben Männer „von gutem Ruf und erfüllt von Geist und Weisheit“ wählen, die sie dann durch Gebet und Handauflegung für ihren Dienst weihten; es waren:

Stephanus,
Philippus,
Prochorus,
Nikanor,
Timon,
Parmenas
sowie
Nikolaus,
ein Proselyt aus Antiochia.

Auslöser dafür waren Klagen der Hellenisten innerhalb der Gemeinde. Wegen ihrer aus dem Griechischen abgeleiteten Namen kann man wohl davon ausgehen, dass die genannten auch als Sprecher bzw. Leiter des hellenistischen Teils der Jerusalemer Urgemeinde fungierten.

Im 1. Timotheusbrief heißt es über die Diakone:

„Ebenso sollen die Diakone sein: achtbar, nicht doppelzüngig, nicht dem Wein ergeben und nicht gewinnsüchtig; sie sollen mit reinem Gewissen am Geheimnis des Glaubens festhalten. Auch sie soll man vorher prüfen, und nur wenn sie unbescholten sind, sollen sie ihren Dienst ausüben. Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig. Die Diakone sollen nur einmal verheiratet sein und ihren Kindern und ihrer Familie gut vorstehen. Denn wer seinen Dienst gut versieht, erlangt einen hohen Rang und große Zuversicht im Glauben an Christus Jesus.“
1 Tim 3,8–13 EU

In der frühen Kirche erscheint der Diakonat als ein dem Bischof zugeordnetes, von Männern ausgeübtes geistliches Amt. So berichtet bereits Clemens von Rom († um 101), dass die Apostel „nach vorausgegangener Prüfung im Geiste ihre Erstlinge zu Episkopen und Diakonen für die künftigen Gläubigen“ eingesetzt hätten. Bei Ignatius von Antiochien schrieben Diakone Briefe für den Bischof, predigten oder wurden von ihm als Legaten zu einer anderen Kirche gesandt.

Im Laufe des 2. Jahrhunderts entwickelte sich dann das in drei Stufen hierarchisch geordnete geistliche Amt: Diakon, Presbyter und Bischof. Als die Presbyter mehr und mehr die Feier der Eucharistie und die Leitung der Gemeinden übernahmen, wurden die Diakone nach und nach zu Gehilfen der Priester und unterstanden damit nicht mehr unmittelbar dem Bischof, der dann zu seiner Unterstützung einen Erzdiakon (vergleichbar mit dem späteren Generalvikar) berief. Im Laufe der Zeit verkümmerte der Diakonat in der katholischen Kirche sogar zu einer bloßen Durchgangsstufe auf dem Weg zum Priestertum (9. Jahrhundert).

Im katholischen Kirchenrecht war der Diakonat lange Zeit nur die erste Weihestufe, und die letzte Stufe für Priesteramtskandidaten vor der Priesterweihe (Anwärter, Lektor, Akolyth, Subdiakon, Diakon, Priester). Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) stellte das Amt des Ständigen Diakons als eigenständiges Amt der katholischen Kirche wieder her. Diakone gehören danach zum Klerus.
Aufgaben
Diakon © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom Wien,  Innen: Westwand nördlich der Türe zur Herzogskapelle:
Epitaph für Johann Keckmann (+1512). Unterer Teil: "Opfernder Priester":
Detail rechts: Kniender Diakon. ;1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Diakone assistieren dem Priester bei der Eucharistiefeier, verkünden hier das Evangelium und können predigen. Sie können die Taufe spenden, kirchliche Trauungen und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern, die Kommunion und Segnungen spenden. Die Feier der Eucharistie sowie die Spendung der Krankensalbung und des Bußsakramentes bleiben dagegen den Priestern vorbehalten. Durch zunehmenden Priestermangel und Zusammenlegung von Pfarreien übernehmen vermehrt Diakone Aufgaben. Seit langem wird diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, ihnen auch die Vollmacht zur Spendung der Krankensalbung zu erteilen, da sie einen Kranken vor seinem Tod oft viele Jahre seelsorglich begleiten. Dies wird jedoch von der Kirche abgelehnt, unter anderem wegen der anzustrebenden Verbindung mit der Spendung des Bußsakraments und der eigenen sündenvergebenden Wirkung der Krankensalbung.

Dazu schreibt Michael Kunzler:
„Das, was den Diakon im christlichen Osten von seinem heutigen abendländischen Amtsbruder unterscheidet, ist die Tatsache, dass er – schon gar nicht in einem zur Institution gewordenen ‚Ausnahmefall‘ – keine liturgische Feier eigenständig leitet, sondern in aller Regel dem Priester assistiert. Dies stellt eine Neuerung dar, die dem wiedergewonnenen Weiheamt trotz aller Berufung auf die Tradition eine neue Identität verleiht und den Diakon von heute nicht ohne weiteres mit seinem Amtsbruder vor vielen Jahrhunderten oder seinem Kollegen aus dem christlichen Osten gleich sein lässt.“

Schwerpunkt diakonischer Arbeit ist aber der Dienst an den Armen und Benachteiligten der Gesellschaft. Hier liegen den Diakonen besonders die körperlich, seelisch, geistig und sozial Bedürftigen am Herzen. Deshalb gelten sie als das „soziale Gewissen“ der Kirche. In Notsituationen (wenn für eine Gemeinde auf Dauer kein Pfarrer gefunden werden kann) können die Bischöfe auch einen Diakon als Bezugsperson für eine Gemeinde einsetzen und ihm insbesondere die geistliche Leitung dieser Gemeinde übertragen. Bewerber für das Amt des Diakons können verheiratet sein (sogenannte viri probati, Mindestalter 35 Jahre) oder sich zum Zölibat verpflichten (Mindestalter 25 Jahre, ist eine anschließende Priesterweihe beabsichtigt, 23 Jahre). Verheiratete Männer, die zum Diakon geweiht werden, legen kein Zölibatsversprechen ab. Sie können aber, wenn die Frau stirbt oder die Ehe kirchenrechtlich wirksam annulliert wird, nicht wieder heiraten. Der Empfang einer heiligen Weihe gehört zu den trennenden Ehehindernissen. Von diesem Hindernis, eine gültige Ehe zu schließen, kann dispensiert werden, insbesondere, wenn kleine Kinder zu versorgen sind. Des Weiteren ist bei Verheirateten die Zustimmung der Frau zur Weihe eine Voraussetzung. Der Ständige Diakonat kann sowohl neben einem Zivilberuf als auch im Hauptberuf ausgeübt werden. Die Weihe eines Diakons setzt – neben der Berufung – den Abschluss eines theologischen Studiums (Hochschule, Fernkurs oder bistumseigenes Institut) und in der Regel eine vierjährige Ausbildungszeit in einem Bewerber- bzw. Diakonatskreis voraus.Wenn der Diakon die Liturgie leitet, trägt er als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Bei der Assistenz in der Heiligen Messe trägt er die Dalmatik, die über Albe und Stola getragen wird.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Diakon" der
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