Dom St. Martin
Dom, Kathedrale und Stadtpfarrkirche Eisenstadt
Pfarrgasse 32, 7000 Eisenstadt
Dom St. Martin © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dom St. Martin.
Blick aus einiger Entfernung von Westen auf die Westseite mit ausgebautem Nordturm. um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Dom St. Martin in Eisenstadt (Österreich) ist die Kathedrale der burgenländischen Diözese Eisenstadt.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung einer dem Hl. Martin geweihten Kapelle erfolgte im Jahre 1264. Damals erhielt auch das heutige Eisenstadt seinen ersten Namen „minor Martin“, Kleinmartinsdorf (ungar. Kismarton). Von dieser Kapelle ist noch ein romanisches Fundament im Bereich des heutigen Presbyteriums erhalten. Im 13. Jahrhundert wurde sie um einen Chor im frühgotischen Stil erweitert, im 14. Jahrhundert wurde eine Familiarenkapelle errichtet. Im Jahre 1460 kam es zum Kirchenneubau unter Stadthauptmann Johann Siebenhirter als Wehrkirche, da ein Einfall der Türken nach dem Fall Konstantinopels 1453 erwartet wurde. Der gotische Bau wurde 1522 fertiggestellt. Nach dem großen Brand 1589 vergingen fast 30 Jahre, ehe die stark beschädigte Kirche von 1610 bis 1629 wiederaufgebaut wurde.

1777-78 wurde von Stephan Dorfmeister ein großes Altarbild angebracht, welches „Die Verklärung des Hl. Martin“ zeigt. Im Jahr darauf errichtete der Wiener Orgelbauer Malleck nach Anweisungen von Joseph Haydn seine Kirchenorgel.

Nach der Schaffung des Bistums Eisenstadt wurde die Kirche St. Martin im Jahre 1960 zur Domkirche (Kathedrale) erhoben. Der Heilige Martin von Tours wurde Diözesan- und Landespatron. Unter Bischof Stephan László wurden 1960 der Innenraum und die Fenster neu gestaltet. Im Jahre 2003 kam es unter Bischof Iby zur Neugestaltung des Domes, für welches das Architekturbüro Lichtblau-Wagner zeichnete. Mit dem Fest der Domsegnung am 12. April 2003 und der Altarweihe wurde die Renovierung nach einem Jahr Bauzeit abgeschlossen.

Im Jahr 2013 erhielt der Dom eine neue Glocke in der Tonlage D2 als Ergänzung des bisher unvollständigen musikalischen Motivs „Salve Regina“.

Die Architektur des Innenraums wurde 1960 nach Plänen von Jakob Adelhart verändert. Die Fenster des Presbyteriums spiegeln das Thema Christkönig wider und stammen von Franz Deéd. Die Glasfenster des Kirchenschiffes zeigen Motive aus der Offenbarung des Johannes und sind das Werk von Margret Bilger. 1980 schuf Thomas Resetarits eine Schutzmantelmadonna, die am Portal des Dom angebracht wurde. Gilbert Bretterbauer gestaltete 2003 den Teppich, der mit den Farben der Glasfenster korrespondiert. Die Altarraumgestaltung wurde 2003 von Brigitte Kowanz entworfen und ist vom Werkstoff Glas geprägt.


Der Dom St. Martin ist für seine Kirchenmusik berühmt. So finden auch Konzerte der Haydn Festspiele im Dom statt.

Der Bau der Orgel erfolgte im Jahr 1778 durch den Orgelbauer Johann Gottfried Malleck aus Wien aufgrund einer Stiftung der Witwe Theresia Frigl. Der Neubau war erforderlich, da die vorherige Orgel bei Umbauarbeiten stark beschädigt worden war. Größere Umbauten an der Orgel erfolgten 1944 durch die Orgelbauanstalt Karl Schuke (Berlin). Damals wurde der Pedalumfang und der Umfang des ersten Manuals erweitert sowie ein Register hinzugefügt. Die letzte Restaurierung durch Schuke fand 1973 statt, dabei wurden sämtliche Zubauten aus den 1940er Jahren entfernt und zusammen mit der Pedalwindlade (12 Töne), dem Pedal-Holzregister und dem Prospekt rekonstruiert. Kennzeichnend für das Instrument ist, dass die Eisenstädter Domorgel zwar einerseits noch barocke Elemente aufweist, vieles aber bereits auf eine sich im frühen 19. Jahrhundert endgültig durchsetzende Klangästhetik vorausweist.
www.dompfarre-eisenstadt.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Dom_St._Martin" der
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