Dominikaner
Ordo fratrum Praedicatorum
Ordenskürzel: OP
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Dominikaner im Ordensgewand, dem schwarz-weißen Habit.
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Der Orden der Dominikaner, auch Predigerorden, lat. Ordo fratrum Praedicatorum (Ordenskürzel OP), wurde im frühen 13. Jahrhundert vom heiligen Dominikus gegründet. Die von Papst Honorius III. 1216 bestätigte Gemeinschaft entwickelte sich in den folgenden Jahren zum Predigerorden (Ordo Fratrum Praedicatorum). Sein Ziel ist die Verkündigung des Glaubens nach der Devise: veritas - Wahrheit. Die Dominikaner gingen in die geistigen Zentren Europas, vorzüglich in Universitätsstädte. Ihr Orden war der erste, der das Studium zu einer Hauptaufgabe machte. Von den bestehenden Orden übernahm er das Chorgebet und die Formen des klösterlichen Lebens. Er lebt nach der Augustinusregel, die Dominikus durch eigene Satzungen ergänzt und erläutert hatte. Die rasche Ausbreitung des Ordens erwies die Aktualität der dominikanischen Idee, die die Harmonie zwischen aktivem und kontemplativem Leben bejaht - den Einsatz als Seelsorger in der Verkündigung des Wortes Gottes und die Einkehr in den Konvent zur Rückbesinnung in Gebet, Meditation und Studium.
Dominikanerkonvent (Wien)
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Die Dominikanerkirche in Wien im Jahr 1724. Stich von Salomon Kleiner.
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Das Wiener Dominikanerkonvent ist ein Konvent (Kloster) der Dominikaner im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Es befindet sich neben der Dominikanerkirche auf der Dominikanerbastei an der Postgasse. Das Dominikanerkonvent wurde im Jahre 1225/1226 gegründet. Den Baugrund für das Kloster stellte der Babenbergerherzog Leopold VI. der Glorreiche zur Verfügung. Nach der Fertigstellung des Baus wurde das Kloster 1237 geweiht. Noch im selben Jahrhundert wurde an Anschluss des Gebäudes eine Kirche errichtet und stetig ausgebaut. Im Jahre 1302 wurde schließlich der neue Chor des Gotteshaus vom damaligen Dominikanerkardinal Nikolaus Boccasini, dem späteren Papst Benedikt XI., geweiht. Unter der Ersten Türkenbelagerung litt das Kloster stark. Die Kirche musste als Steinbruch adaptiert werden um die anliegenden schwachen Befestigungsmauern zu stärken. Erst im Jahre 1631 wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die in den folgenden Jahren prunkvoll im Stile des Barock ausgestaltet wurde. Ebenfalls im 17. Jahrhundert erhielt das Konvent seine heutige Form. In den Jahren 1996 bis 1998 wurden zahlreiche mittelalterliche Baufragmente restauriert, die man im Kreuzgang entdeckt hatte.
Einsatzgebiete
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Dominikanerkloster Friesach
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Wissenschaftliche Tätigkeit an Hochschulen; pfarrliche und kategoriale Seelsorge wie z. B. Jugend- und Studentenarbeit; Leitung von Exerzitien und Einkehrtagen; Erwachsenenbildung; Mitarbeit in Funk und Presse; Krankenhausseelsorge, Altenpastoral; Dienst in der Caritas und in der Weltmission.
Aufnahme und Ausbildung
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Dominikaner Novizen.
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Einjähriges Noviziat als Zeit der Vorbereitung und Prüfung; danach die ersten Gelübde (Profeß). Nach drei bis sechs Jahren die "ewigen" Gelübde. In dieser Zeit liegt für Priesteramtskandidaten das philosophisch-theologische Studium, das gegebenenfalls durch weitere Studien ergänzt werden kann. Wer Priester werden will, muß die Matura haben; wer als Bruder Cooperator eintreten will, muß eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringen. Die Brüder arbeiten je nach Interesse und Fähigkeiten im Kloster und in den seelsorglichen Tätigkeiten mit.
Gründung des Ordens
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Der heilige Dominikus.
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Dominikus wurde 1170 in der kastilischen Ortschaft Caleruega geboren. Schule und Studium absolvierte er in Palencia. 1196 trat er in das Domkapitel von Osma in Kastilien ein, wurde dort zum Priester geweiht und wurde 1201 Subprior des Kapitels. Auf Reisen im Gefolge seines Bischofs Diego de Acevedo wurde er in Südfrankreich mit den dortigen Erfolgen der Katharer konfrontiert. Der Katharismus fand aufgrund der asketischen Lebensweise und rhetorischen Überzeugungskraft seiner Prediger großen Anklang in der Bevölkerung. Von den örtlichen Feudalherren wurde er toleriert oder auch gefördert, während die theologisch und seelsorgerisch wenig ambitionierte katholische Geistlichkeit hauptsächlich um die Sicherung ihrer Pfründen und weltlichen Privilegien bemüht war. Auch die von Papst Innozenz III. als Legaten beauftragten Zisterzienser, die den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit nicht in der Missionierung, sondern in der politischen Diplomatie und der Herbeiführung repressiver Maßnahmen sahen, hatten sich vor allem den Hass der Bevölkerung zugezogen, aber dem Katharismus keine wirksamen Maßnahmen entgegensetzen können. Bischof Diego hatte zunächst das Projekt einer Missionierung der Türken verfolgt und ersuchte den Papst in Rom dafür um Befreiung von seinem Bischofsamt. Dem Papst war jedoch die innerchristliche Missionierung in Südfrankreich das vordringliche Anliegen. Ende 1204 kehrten die beiden über Cîteaux nach Südfrankreich zurück und stimmten ihre Missionstätigkeit mit den päpstlichen Legaten (u. a. Pierre de Castelnau) ab. Mit Unterstützung des neuen Bischofs von Toulouse, des Zisterziensers und ehemaligen Trobadors Folquet de Marseille, gründeten sie 1206/1207 in Prouille (okzitanisch: Prolha) in der Nähe von Fanjeaux einen Konvent für bekehrte Katharerinnen, die in den ersten Jahren nach der Regel der Zisterzienser lebten.
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Legende des Heiligen Dominikus.
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Während Diego nach Osma zurückkehrte und dort Ende 1207 verstarb, blieb Dominikus in Südfrankreich und widmete sich von Prouille aus weiter seiner inneren Berufung, durch ein Wanderleben zu Fuß, statt herrschaftlich zu Pferde, in apostolischer Armut und durch rastlosen Einsatz als Prediger die Bevölkerung wieder zum katholischen Glauben zu bekehren. Diesem Programm, das das Betteln als Form des Lebensunterhalts einschloss und dadurch im Widerspruch zu den noch gültigen kirchlichen Vorschriften stand, erteilte am 17. November 1206 auch der Papst eine erste offizielle Genehmigung. Als es 1208 zu dem vom Papst seit längerem vorbereiteten militärischen Kreuzzug gegen die Katharer kam, war Dominikus anscheinend nicht maßgeblich an der Organisation und Propaganda des Kreuzzuges beteiligt, sondern ihm fiel vor allem die Aufgabe zu, die Überlebenden in der mit großer militärischer Brutalität unterworfenen Region nunmehr auch geistlich zu bekehren, wobei seine Missionstätigkeit unter anderem dadurch gefördert wurde, dass der militärische Anführer des Kreuzzuges, Simon IV. de Montfort, und die neuen katholischen Herren den Konvent von Prouille mit Schenkungen und Privilegien bedachten.
Dominikaner © dominikaner-hamburg.de
Bild aus "Die neun Gebetsweisen des Heiligen Dominikus".
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1215 wurden Dominikus und sechs seiner Gefährten durch Bischof Fulko von Toulouse in rechtsverbindlicher Form als Predigergemeinschaft approbiert. Grundlage des Ordens war von Anfang an die Augustinusregel, weshalb die Dominikaner zu den augustinischen Orden gezählt werden. Diesen Regeln fügte die Gemeinschaft Konstitutionen bei, die sich auf die Durchführung des Predigtauftrags bezogen. Die Brüder waren beauftragt, die Häresie zu bekämpfen und den Glauben zu predigen, und erhielten dazu die Erlaubnis, als Wanderprediger ein Leben in religiöser Armut zu führen. Die dafür erforderlichen Mittel wurden ihnen durch Almosen der Diözese zugeteilt; was davon nicht gemäß der Zweckbestimmung verbraucht wurde, war am Ende des Jahres zurückzuerstatten. Diese neue Institution wurde noch im selben Jahr durch ein päpstliches Schreiben approbiert und 1215 dann durch den 10. Kanon des IV. Laterankonzils, dort allerdings ohne Festlegung des Prinzips apostolischer Armut, allen Bischöfen vorgeschrieben.
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Papst Honorius III. bestätigt die Ordensregel der Dominikaner im Jahre 1216.
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Zurückgekehrt nach Toulouse entsandte Dominikus am Fest Mariä Himmelfahrt 1217 (15. August) seine Mitbrüder in die Welt – zunächst nach Paris und nach Spanien – zur Gründung neuer Konvente, hierin dem biblischen Vorbild Christi bei der Entsendung der Jünger folgend. Zum Jahreswechsel hielt er sich erneut in Rom auf und erwirkte am 11. Februar 1218 eine päpstliche Enzyklika, in der das Armutsprinzip der Prediger bekräftigt und die Amtsträger der Kirche zu deren Unterstützung aufgefordert wurden. Im selben Jahr folgten Gründungen der ersten italienischen Konvente, in Bologna und durch Dominikus selber in Rom. Von Rom begab er sich über Toulouse nach Spanien, Nordfrankreich (Paris) und erneut nach Italien, um die Gründung und Organisation neuer Konvente persönlich zu unterstützen. Als besonders folgenreich erwiesen sich hiervon die frühen Gründungen in Paris und Bologna, die wesentlich dazu beitrugen, dass der Orden durch Lehrstühle an den entstehenden Universitäten und durch Einrichtung eigener Generalstudien bald eine führende Rolle in der mittelalterlichen Wissenschaft einnehmen konnte.

1220, als bereits annähernd 60 Niederlassungen bestanden, hielt Dominikus zu Pfingsten in Bologna die erste Generalversammlung des Ordens ab. Das Generalkapitel ergänzte die erste Fassung (prima distinctio) der Satzungen von 1216 durch eine secunda distinctio und gab dem Orden seine in den Grundzügen bis heute gültige Organisationsform. Es besiegelte zugleich die Entwicklung von einem Kanonikerorden zu einem Bettelorden sui generis durch die Verschärfung des Armutsprinzips, indem außer dem persönlichen auch der gemeinschaftliche Besitz und feste Einkünfte ausgeschlossen wurden. Nach neuerlichen Predigten in Oberitalien, wo Honorius III. zum Vorgehen gegen die aus Südfrankreich zugelaufenen Katharer aufgerufen hatte, verstarb Dominikus am 6. August in Bologna.
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Darstellung des Dominikanerklosters Freiburg anhand eines Ausschnittes aus einem
Andachtsbild aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
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Die von dem zweiten Ordensmeister Jordan von Sachsen als Constitutiones zusammengestellten Satzungen und Regelwerke des Ordens wurden von dessen Nachfolger Raimund von Peñafort, einem der größten Kanonisten seiner Zeit, in eine systematische Ordnung gebracht und seither durch die Generalkapitel immer wieder geändert oder ergänzt. Seit der frühen Zeit herrschte allerdings ein gewisser Pragmatismus in der Anwendung der Vorschriften, indem in Einzelfällen Dispensationen möglich waren und tatsächlich auch häufig erteilt wurden, um Hindernisse bei der Ausübung des Studiums oder der Predigt auszuräumen. Seit dem Generalkapitel von 1236 wurden Verstöße gegen die Constitutiones außerdem nicht mehr als Sünde, sondern als durch Buße abzugeltendes Vergehen bewertet.
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Dominikaner beim Gebet.
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Das strenge Armutsprinzip wurde im Lauf des 14. Jahrhunderts vielfach dadurch gelockert, dass einzelne Ordensmitglieder Benefizien annahmen und dadurch die vita privata als Usus einführten. Durch das große abendländische Schisma wurde der Orden zeitweise in drei "Observanzen" zerrissen. Raimund von Capua als Generalmeister der römisch-urbanianischen Observanz initiierte 1390 eine Reformbewegung, die die vita privata zurückdrängen und die vita apostolica erneuern sollte. Dies führte zur Gründung von Reformkonventen, die sich ihrerseits zu Reformkongregationen und Reformprovinzen zusammenschlossen. Als bindende Vorschrift wurde das ursprüngliche Armutsprinzip de jure aufgehoben, als Martin V. 1425 zunächst einzelnen Konventen und Sixtus IV. 1475 dem gesamten Orden Besitz und feste Einkünfte erlaubte.
Verfassung des Ordens
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Brüder des Dominikanerklosters Worms.
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Was den Orden der Predigerbrüder von seiner Gründung her auszeichnet, ist seine demokratische Verfassung. Alle Brüder tragen gemeinsam die Verantwortung für die Verwirklichung der Ziele der Ordensgemeinschaft. Es gibt ein Mitspracherecht auf allen Ebenen. Alle Oberen werden auf Zeit gewählt. Wichtige Entscheidungen werden von der Gemeinschaft der Brüder oder ihrer jeweiligen Delegierten im Konvents-, Provinz- oder Generalkapitel getroffen.

Der kleinste Baustein des Ordens ist ein Kloster, der sogenannte Konvent, der traditionell aus mindestens sechs Mitgliedern besteht. Hier leben die Brüder in Gemeinschaft zusammen, halten gemeinsam das Chorgebet und erfüllen ihre Aufgaben im Studium, in der Predigt innerhalb und außerhalb des Konvents und zum Teil auch in Übernahme von Aufgaben der pfarrlichen oder kategorialen Seelsorge (Krankenhaus, Gefängnis, Beratungsdienste etc.). Der Obere eines Konventes wird Prior genannt und auf drei Jahre gewählt. Er wird vom nächsthöheren Oberen, dem Provinzial, bestätigt. Die Konvente sind zu Provinzen zusammengeschlossen, heute insgesamt 42, denen jeweils ein Provinzial vorsteht. Er wird für vier Jahre auf dem alle vier Jahre tagenden Provinzkapitel gewählt, das sich aus den gewählten Prioren und zusätzlich gewählten Delegierten zusammensetzt. Der Provinzial wird vom Ordensmeister, dem höchsten Oberen des Ordens bestätigt. Der Ordensmeister wiederum wird vom Generalkapitel, der obersten gesetzgebenden Versammlung, auf neun Jahre gewählt. Wähler sind hier jeweils die gewählten Provinziale sowie von den Provinzen gewählte Delegierte.
Spiritualität
Dominikaner © www.dominikaner-worms.de
Eine Schola junger Dominikaner aus Worms und Mainz singt unter der Leitung
von P. Thomas Möller OP in der Hamburger Dominikanerkirche St. Sophien.
© www.dominikaner-worms.de
Die Spiritualität des Ordens wird vom Ziel her bestimmt: „den Namen des Herrn Jesus Christus aller Welt zu verkündigen” (Papst Honorius III.). Die Predigt fließt aus der Fülle der Beschauung, so dass Thomas von Aquin formulieren konnte: „contemplari et contemplata aliis tradere“ (‚sich der Kontemplation widmen und die Frucht der Kontemplation weitergeben‘). Die spezifische Lebensform der Dominikaner, für die das Gemeinschaftsleben, das feierliche gemeinsame Chorgebet und das ständige Studium charakteristisch sind, führt zur Verkündigung in Wort und anderen apostolischen Aktivitäten.
Inquisition
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Tomás de Torquemada († 1498), der erste Generalinquisitor der Spanischen Inquisition.
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Der Dominikanerorden stellte seit dem Beginn der Inquisition zu Beginn des 13. Jahrhunderts im päpstlichen Auftrag Inquisitoren zur Aufspürung und Verfolgung von Häretikern. Aufgrund der Erfahrungen, die der Orden bereits früh in Auseinandersetzung mit Häretikern gesammelt hatte sowie seiner intellektuellen Ausrichtungen, bot er dafür besonders gute Voraussetzungen. Bereits 1231-33 vergab Papst Gregor IX. in seinem mehrfach ausgestellten Sendschreiben Ille humani generis mehreren Dominikanerkonventen den Auftrag zur Verfolgung von Häresien. Besonders aktiv wurden die Dominikaner, die man deshalb auch als domini canes (Hunde des Herrn) bezeichnete, daraufhin in Südfrankreich bei der inquisitorischen Bekämpfung der Katharer. Neben Inquisitoren aus den Reihen anderer Orden, etwa der Franziskaner, wirkten Dominikaner als Inquisitoren während des gesamten Mittelalters v.a. in Frankreich, Italien und im Heiligen Römischen Reich. Bedeutende Dominikanerinquisitoren waren u. a. Bernard Gui († 1331), Walter Kerlinger († 1373), Tomás de Torquemada († 1498), der erste Generalinquisitor der Spanischen Inquisition, oder Jakob van Hoogstraten († 1527). Umgekehrt fielen auch Mitglieder des Dominikanerordens der Inquisition zum Opfer, wie Giordano Bruno.

Dominikaner beteiligten sich auch an den Anfängen der Hexenverfolgung, darunter Nicolas Jacquier († 1472) oder Heinrich Kramer († 1505), der Autor des Hexenhammers. Im Jahr 2000 nahm das Provinzkapitel der Dominikanerprovinz Teutonia zur historischen Beteiligung der Dominikaner an der Inquisition und Hexenverfolgung kritisch Stellung.
Der Orden in der Gegenwart
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Ordo Praedicatorum.
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In der heutigen Zeit sind für die Dominikaner vor allem
folgende Prioritäten für ihr Tun leitend:

Die Katechese in nichtchristlichen Kulturen, geistigen Systemen,
sozialen Bewegungen und religiösen Traditionen.

Die Gerechtigkeit in der Welt: kritische Analyse der Ursprünge,
Formen und Strukturen von Gerechtigkeit in unserer Welt
und Einsatz für die Befreiung des Menschen.

Die Inanspruchnahme sozialer Kommunikationsmittel für die
Verkündigung des Wortes Gottes.


Bedeutende Dominikanerkirchen, auch Predigerkirchen genannt, sind die Französische Kirche in Bern sowie weitere Beispiele in Basel, Eisenach, Erfurt, Regensburg, Rottweil oder Zürich. Viele davon befinden sich heute nicht mehr im Besitz des Dominikanerordens. 1953 baute der bekannte schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier Kirche und Kloster der Dominikaner Sainte-Marie de la Tourette bei Lyon. Heute wird das Kloster von den Dominikanern überwiegend als Bildungsstätte genutzt. Weiterhin gibt es zahlreiche Dominikanerkloster. Der Generalobere der Dominikaner wird Ordensmeister (Magister Ordinis) genannt.
Das Wappen der Dominikaner
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Als Wappen des Dominikanerordens sind zwei unterschiedliche Motive zu finden,
das Lilienkreuz und das Mantelwappen. Das heutige Dominikanerwappen zeigt im von schwarz und silber achtfach geständerten Schild ein schwarz und silber geständertes Lilienkreuz. Das Lilienkreuz tritt seit dem 15. Jahrhundert auf und ist damit älter als das schwarz-silberne ekklesische Mantelwappen. Es ist ein ursprünglich der Inquisition zugeordnetes Emblem und findet erst seit dem 17. Jahrhundert allgemeine Verbreitung als Symbol für den Predigerorden. Das Mantelwappen (heraldisch: Mantelzug) ist eine silberne Spitze auf schwarzem Feld – gedeutet wird es als „über dem weißen Gewand der Freude der schwarze Mantel der Buße als Zeichen der Demut und Bereitschaft zur Umkehr“. Es erscheint erstmals 1494 in einem venezianischen Processionarium und wird dann in Europa zum üblichen Zeichen für die Dominikaner. Das eigentlich ältere Lilienkreuz verdrängt das Mantelwappen erst an der Wende zum 20. Jahrhundert, beim Generalkapitel in Bologna 1961 wurde das Mantelwappen jedoch wieder zum verbindlichen Abzeichen des Dominikanerordens erklärt. Diese Vorschrift wurde 1965 beim Generalkapitel in Bogotá allerdings wieder aufgehoben und die Verwendung beider Wappenbilder freigestellt.
www.dominikaner.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Dominikaner" der
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