Dominikanerkirche
Dominikanerpfarre St. Maria Rotunda
Postgasse 4, 1010 Wien
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Schrägaufnahme durch das Kirchenschiff gegen den Hochaltar.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Dominikanerkirche (St. Maria Rotunda) ist eine ursprünglich im Jahr 1237 erbaute und zuletzt im 17. Jahrhundert neu errichtete römisch-katholische Pfarrkirche in Wien. Sie befindet sich auf der Dominikanerbastei an der Postgasse 4a im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.
Dominikanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Längsschnitt der Dominikanerkirche in Wien.
Codex series nova 365, folio 226 recto ;um 1631.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Orden der Dominikaner wurde im Jahr 1226 von Herzog Leopold VI. nach Wien berufen. Auf einem den Mönchen zur Verfügung gestellten Grundstück in der Nähe des Stubentors wurde ein Kloster mit angeschlossener Kapelle errichtet. Die romanische Kapelle wurde 1237 geweiht, aber bereits 1283 – nach Zerstörungen durch zwei Brände – wurde der Bau einer neuen und größeren, diesmal gotischen Kirche beschlossen. 1302 wurde der Chor dieser Kirche vom Dominikanerkardinal Nikolaus Boccasini (dem späteren Papst Benedikt XI.) geweiht. Im Zuge der Ersten Türkenbelagerung 1529 wurde die Kirche größtenteils abgetragen, um mit dem dadurch gewonnenen Baumaterial die Wiener Stadtmauer zu verstärken.
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Fassade der Dominikanerkirche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am 6. Mai 1631 legte Kaiser Ferdinand II. den Grundstein für eine neue, barocke Kirche. Nach rund drei Jahren war der Rohbau fertiggestellt, die Weihe erfolgte am 1. Oktober 1634. Die Kuppel und Fassade wurden erst nachträglich, von 1666 bis 1674 gebaut. Zu dieser Zeit war die Dominikanerkirche nach dem Stephansdom die zweitgrößte Kirche Wiens. 1927 wurde die Kirche von Papst Pius XI. zur Basilica minor erhoben.
Dominikanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dominikanerkirche. Blick vom ehemaligen Exerzierplatz der Franz-Joseph-Kaserne.
Österreichische Lichtbildstelle; 1896.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am Bau der heutigen Barockkirche waren vor allem italienische Baumeister und Künstler beteiligt, unter anderem der Freskenmaler Carpoforo Tencalla und die Baumeister Cypriano Biasino, Antonio Canevale und Jacopo Spacio. Steinmetzarbeiten führte Meister Hieronymus Bregno aus Kaisersteinbruch durch, die Stufen der Stiegen im Klostertrakt und zur Kirchenempore und jene einer Turmstiege wurden aus hartem Kaiserstein gefertigt. Die Gestaltung der Fassade orientiert sich an frühbarocken römischen Kirchen, die wiederum Anleihen bei der florentinischen Dominikanerkirche Santa Maria Novella nahmen. Über dem Portal befindet sich eine Statue der Hl. Maria vom Rosenkranz, der auch die Kirche geweiht ist.
Dominikanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Dominikanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Chorpartie schräg von Ecke
Falkestraße/Dominikanerbastei; 1916.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dominikanerkirche, Fassade.
Schrägaufnahme von links. ;um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Vorderfront der Kirche beherbergt noch weitere acht Steinfiguren von Heiligen, die allesamt dem Dominikanerorden angehören: Die Muttergottes ist von den knienden Figuren der Katharina von Siena und der Agnes von Montepulciano flankiert. In den Nischen des Untergeschosses befinden sich die Statuen von Luis Beltrán und Rosa von Lima, im Obergeschoss Hyazinth von Polen und Vinzenz Ferrer. An den Ecken des Obergeschosses stehen die Statuen der bedeutendsten Gelehrten der Dominikaner, Albertus Magnus und Thomas von Aquin.
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Hochaltar  der Dominikanerkirche. Kanzel der Dominikanerkirche.
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Das Kirchenschiff ist 46,54 Meter lang, 20,90 Meter breit und hat eine Höhe von 22,10 Metern. Der heutige Hochaltar von Karl Rösner mit einem von Leopold Kupelwieser gemalten Altarbild stammt aus den Jahren 1839 bis 1840. Die Altarbilder der Thomaskapelle malte der Hofmaler Kaiser Ferdinands III., Frans Luycx, im Jahre 1649. 1896 wurde die Kirchenorgel durch eine neue Orgel der Firma Rieger ersetzt.
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kuppelfresko der Dominikanerkirche.
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Die frühbarocken Deckenbilder des Langhauses schuf laut Vertrag vom 18. März 1675 Matthias Rauchmüller. In insgesamt 46 Bildern entfaltet sich ein breiter Bilderbogen zur marianischen Thematik. Die 3 Hauptbilder stellen Vermählung Mariens, Braut des Heiligen Geistes und Mariä Opferung dar. Das ursprüngliche Kuppelfresko wird Nikolaus van Hoy (1631–1679) zugeschrieben. Nachdem nach 1820 eine neue Flachkuppel eingezogen wurde, schuf 1836 Franz Geyling das neue Kuppelfresko. Die Deckenfresken des Presbyterium und die der Querschiffarme werden Carpoforo Tencalla zugeschrieben (1675/76).
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die frühbarocken Deckenbilder des Langhauses von Matthias Rauchmüller.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In der Dominikanerkirche gibt es zwei Orgeln. Um das Jahr 1750 erbaute ein unbekannter Meister auf der Westempore eine (vermutlich zweimanualige) Orgel, deren Gehäuse erhalten ist. Das Orgelwerk wurde 1895 durch ein neues Werk ersetzt, welches von dem Orgelbauer Rieger (Jägerndorf/Österreich-Schlesien) erbaut wurde. Das neue Werk hatte zunächst 36 Register auf 3 Manualwerken mit mechanischen mechanischen Kegelladen. Das historische Orgelgehäuse wurde zu diesem Zweck erweitert. Von dem ehemaligen Brüstungspositiv blieb das Gehäuse erhalten.
Dominikanerkirche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick durch das Kirchenschiff gegen die Orgelempore.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im Mozartjahr 1991 wurde die Orgel durch die Orgelbauwerkstatt Schuke (Berin) umfassend restauriert. Der im 1. Weltkrieg verloren gegangene Prospekt wurde rekonstruiert. Zwischenzeitliche Veränderungen der Disposition wurden auf den originalen Zustand zurückgeführt. Im Schwellwerk wurden einige (Aliquot)Register auf einer kleinen Ergänzungslade aufgestellt. Außerdem wurde das Brüstungspositiv wieder eingerichtet. Das Schleifladen-Instrument hat heute 46 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.
www.mariarotunda.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Dominikanerkirche_(Wien)" der
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