Stift Dürnstein
Ehemaliges Augustinerchorherren-Stift
Pfarramt, 3601 Dürnstein
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stiftskirche Dürnstein.
Das Bild zeigt die Stiftskirche zwischen 1980-1990.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Dürnstein ist ein ehemaliges Kloster in Dürnstein in der Wachau in Niederösterreich. Heute gehören die Gebäude und der große Grundbesitz dem Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg, das auch die Pfarre Dürnstein betreut. Der Turm der Stiftskirche mit seiner blau-weißen Färbung gilt als das Wahrzeichen der Wachau.
Geschichte
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dürnstein.
Ansicht. Blick über die Donau mit Schiffen gegen den Ort und die Burgruine.
Kolorierte Aquatinta von Josef Konstantin Stadler nach einer Zeichnung
von Franz Josef Manskirch. 1793.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1371 errichtete Elsbeth von Wallsee eine Kapelle zu Ehren der Hl. Maria und stiftete gemeinsam mit ihrem Vetter Heidenreich von Meissau 3 Kaplanstellen. Im Jahre 1372 wurde am Platz des heutigen Stifts eine Kapelle gegründet. 1395 Hans III. von Meissau stiftete eine 4. Kaplanstelle und verfügte, dass täglich ein Choralamt gehalten und täglich drei Stille Messen gelesen werden. 1399 kauften Hans III. von Meissau und Stephan von Haslach von den Wallseern Güter zu Willendorf und schenkten sie der Dürnsteiner Stiftung. 1400 wurde die Kapelle erweitert und eine Krypta gebaut. Stift Dürnstein wurde 1410 gegründet.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt den Innenraum der Stiftskirche Dürnstein zwischen 1960-1980.
Bild: Schikola, Gustav.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Innenraum der Stiftskirche Dürnstein
zwischen 1960-1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kanzel im Inneren der Stiftskirche
zwischen 1980-1990.
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1402 unter Otto IV. und Leutold II. von Kuenring wurde mit Zustimmung von Herzog Albrecht IV. die Kapelle der Feste Dürnstein mit der Frauenkapelle zusammengelegt. Dadurch wurde der Unterhalt von 10 Priestern gesichert. Dies war ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung der Propstei Dürnstein. 1408 ernannte der Passauer Bischof Graf Georg Hohenlohe den Oberkaplan Stephan von Haslach zum Dechanten.
1409 mit dem Tode des Dürnsteiner Pfarrers Heinrich Schenk fiel die Pfarrstelle der Kunigunden-Pfarrkirche unter dem Dechanten Stephan von Haslach an die Frauenkirche. Bischof Graf Georg Hohenlohe knüpfte an den Zusammenschluss der Kirchen die Bedingung, dass innerhalb von 2 Jahren ein Kollegiatstift entstehen müsste.
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Das Bild zeigt eine Ortsansicht von Seiten der Donau aus zwischen 1980-1990.
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1410 mit der Übersiedlung von regulierten Chorherren aus Wittingau (Böhmen) nach Dürnstein wurde die Bedingung Bischofs Hohenlohe erfüllt. Anstatt des geforderten Kollegiatstiftes entstand ein Ordenstift. Der Wittingauer Martin wurde, nach dem Stephan von Haslach ablehnte, zum ersten Propst des Stiftes Dürnstein gewählt. Bischof Graf Georg Hohenlohe bestätigte am 14 Juni 1410 die Gründung des Chorherrnstiftes Dürnstein. Inkorporiert wurden die Pfarre Dürnstein, die Kapelle der Feste Dürnstein und die Pfarre Grafenwörth.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt Krippenfiguren der Barockkrippe
des Stiftes Dürnstein zwischen 1980-1990.
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300 Jahre nach der Gründung des Klosters wurde 1710 Hieronymus Übelbacher zum Propst gewählt. Das Gebäude war in schlechtem Zustand, und so beschloss er, es zu barockisieren. Er verband dies mit einem großen inhaltlichen Konzept und war Mittelpunkt und Koordinator des künstlerischen Programms. Die heutige Innen- und Außengestaltung stammt von den Architekten und Baumeister Joseph Munggenast, Jakob Prandtauer und Matthias Steinl. Die kunsthistorische Forschung nennt den St. Pöltner Baumeister Jakob Prandtauer für Eingangsportal und Stiftshof und den in Wien ansässigen Matthias Steinl für Kirchenportal, Innenraum der Kirche und Untergeschoß des Turmes als Entwerfer. Um unnötige Ausgaben zu sparen, wurden die Bauten des alten Konvents beibehalten. Durch Anfügen von Gängen und schmalen Räumen wurde der unregelmäßige Stiftshof zu einem repräsentativen Viereck geschlossen.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt die Stiftskirche
im April 1961.
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Das Bild zeigt das Stift Dürnstein
im März 1990.
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Innenraum der Stiftskirche
zwischen 1950-1970.
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Innenhof des Chorherrenstiftes
zwischen 1950-1970.
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Auch bei der Erneuerung der Stiftskirche in den Jahren 1721 bis1724 wurden Teile der gotischen Kirche wiederverwendet. An der Ausführung des architektonischen Schmuckes und der Innenausstattung der Kirche waren zahlreiche Künstler und Handwerker beteiligt, von denen viele in den Aufzeichnungen des Propstes genannt sind. Als Dürnstein sein barockes Aussehen erhielt, standen Religion, Wissenschaft und Kultur in enger Wechselbeziehung. Am auffallendsten ist der blau-weiße Turm der Stiftskirche, der in seiner ursprünglichen Farbgebung wiederhergestellt wurde. Das theologische Programm des Dürnsteiner Stiftsturmes lautet:

„Im Kreuz ist Heil, durch das Kreuz sind wir gerettet, alles Leid mündet in die Herrlichkeit der Auferstehung ein.“
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick auf den Umgang der Kirche über der Donau.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fassade der Stiftskirche
zwischen 1950-1980.
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Turm der Stiftskirche
zwischen 1970-1990.
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Der Turm ist mit kostbaren Reliefs des Leidens Christi überzogen. Auf der Bekrönung steht das verklärte Kreuz: in diesem Zeichen hat Christus Leid und Tod besiegt. Unter dem Kreuz stehen als dessen Interpreten die Evangelisten. Vier Obelisken am Turm tragen die Bilder der Apostel. Sie sind Zeugen Christi: Zeugen seines Lebens, Leidens und Auferstehen. Mit der Klosteraufhebung 1788 unter Kaiser Joseph II. kam Stift Dürnstein mit seinen Pfarren und dem großen Grundbesitz zum Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg, dem es heute noch angehört. Durch zwei Jahrhunderte konnten am Kloster nur die dringendsten Erhaltungsarbeiten ausgeführt werden. Seit 1985 war es durch eine gemeinsame Initiative von Stift Herzogenburg, Land Niederösterreich, Diözese St. Pölten, Wissenschaftsministerium, Stadt Dürnstein, Medien und vieler privater Spender möglich, die Gesamtkosten von 50 Millionen Schilling aufzubringen und das Gebäude außen, sowie in bedeutenden Innenbereichen (Kreuzgang, Festsaal) einer gründlichen Restaurierung zu unterziehen. 1994 wurde mit den Arbeiten in der Gruftkapelle begonnen. 1998 konnte mit dem Erntedankfest auch der Abschluss der Außenrenovierung gefeiert werden. Ausständig ist noch die Renovierung des eigentlichen Stiftsgebäudes.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stift: Kreuzgang: Skulpturengruppe: Kindermord. Anbetung des Kindes, Flucht aus Ägypten.
Aus dem Kreis Kremser Schmidts.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren stieß man auf eine blaue Färbelung. Aufgrund der zahlreichen Rechnungen unter Propst Hieronymus über smalte-blaue Farbstoffe wird angenommen, dass der Turm der Stiftskirche zu der Zeit diese Farbe bekam. Smalte ist als Vorläufer des Kobaltblau das älteste bekannte Kobaltpigment. Erste Anwendungen von Smalte als zu Pulver vermahlenes Pigment gab es bereits im alten Ägypten. Die mittelalterliche venezianische Blauglasherstellung beruht ebenfalls auf der Verwendung von Smalte.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Stiftskirche - Blick auf den Turm. Im rechten Bild Ruine Dürnstein im Hintergrund.
Bild: Heydecker, Joe J.; 1984.
Stift Dürnstein © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 15. Jahrhundert gewann Smalte in der europäischen Tafelmalerei an Bedeutung. In der Malerei des Barock war es für Himmelsdarstellungen bedeutsam. Im 17. und 18. Jahrhundert war es ein wichtiges Blaupigment. Aus diesem Grund entschloss man sich dem Kirchturm diese ursprüngliche Farbe zu verleihen. Zur Zeit der Restaurierung war diese Farbe stark umstritten. Erst in den Folgejahren entwickelte sich das Aussehen in dieser Farbe zu einem Wahrzeichen in der Wachau. Durch die markanten Farben und das edle Material, das ihn keramisch wirken lässt, steht er als Architektursignal in der Landschaft.

Heute beherbergt es ein internationales Begegnungszentrum.
www.stiftduernstein.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stift_Dürnstein" der
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