Erstkommunion
Erstkommunion
Erstkommunion in der Pfarrkirche der Gemeinde Siezenheim, Salzburg; 1991.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erstkommunion oder erste heilige Kommunion (auch Kinderkommunion; oft verkürzt „Kommunion“ genannt) heißt in der katholischen Kirche der meist festlich begangene erste Kommunionempfang eines Kindes. An diesem Tag empfängt es zum ersten Mal die heilige Kommunion. Die Eucharistie gehört zusammen mit der Taufe und der Firmung zu den Sakramenten, die in die katholische Kirche eingliedern.


Augustinus stellte gegen pelagianische Positionen fest, dass Säuglingen sofort nach der Taufe die Kommunion gereicht werden müsse, damit sie im Fall eines plötzlichen Todes gerettet seien. Augustinus berief sich auf Joh 6,53 EU. Diese Auffassung hat im Frühmittelalter weite Teile der Praxis bestimmt. Da die neugetauften Säuglinge konsekrierten Messwein empfingen, bereitete die zunehmende Scheu vor der Darreichung von konsekriertem Wein (siehe Laienkelch) jedoch Probleme mit der Erstkommunion im Säuglingsalter.
Erstkommunion
Erstkommunion in der Pfarrkirche der Gemeinde Siezenheim, Salzburg; 1991.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Rückgang der Praxis der Säuglingskommunion wurde durch theologische Überlegungen begleitet. Dabei spielte die oben genannte Auffassung des Augustinus eine wichtige Rolle. Sie war allerdings im Lauf der Textüberlieferung in ihr Gegenteil gewandt worden. Das Decretum Gratiani (IV, 130) und Thomas von Aquin (STh 3.73.3) zitieren die genannte Passage des Augustinus bereits als Beleg gegen die Heilsnotwendigkeit der Säuglingskommunion. Somit war im Hochmittelalter die Erstkommunion im Säuglingsalter kirchenrechtlich und in der liturgischen Praxis obsolet. Für das Spätmittelalter und die Neuzeit stellte sich daher die Frage des Erstkommunionalters mit neuer Dringlichkeit.
Erstkommunion
Erstkommunion in der Pfarrkirche der Gemeinde Siezenheim, Salzburg; 1991.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Laterankonzil von 1215 formulierte kein Recht, sondern die Verpflichtung zur jährlichen Beichte und Teilnahme an der Kommunion für jeden Gläubigen ab dem kanonischen Unterscheidungsalter (siebtes Lebensjahr). In der Neuzeit fand sich dennoch oft ein Erstkommunionalter von zwölf bis vierzehn Jahren, gelegentlich mit der Schulentlassung oder dem Abschluss eines Katechismusunterrichts verbunden.

Im späteren 19. Jahrhundert wurde vermehrt eine frühere Zulassung der Kinder zur Erstkommunion gewünscht. Mit dem Dekret Quam singulari von Pius X. stand wieder das siebte Lebensjahr als Ideal genauso wie die Verknüpfung von erster Beichte und Erstkommunion fest. Trotz der offenen Formulierung der Canones 913 und 914 des Codex Iuris Canonici (1983) bleibt durch diese Verknüpfung eine Feier der Erstkommunion in einem niedrigeren Alter unwahrscheinlich.
Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erstkommunion in der Pfarre Krim.
Bild: Hilscher, Albert; 1947.
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Es ist ja die Fähigkeit des Gebrauchs der Vernunft erforderlich, um überhaupt eine Sünde begehen und eigene Fehler erkennen zu können, Voraussetzung für die Beichte und damit indirekte Voraussetzung der Erstkommunion. Sie bestimmt damit auch das Erstkommunionalter. Heute ist ein Alter von sechs bis zwölf Jahren üblich. Die Kommunionkinder in Deutschland sind in der Regel im dritten, in Österreich im zweiten Schuljahr. Die Konzentration der Kriterien der Zulassung zur Erstkommunion auf Vernunftgebrauch und Unterscheidungsalter in der katholischen Kirche schließt im Grunde geistig behinderte Menschen vom Kommunionempfang aus.
Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erstkommunion.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Erstkommunion geht der Kommunionunterricht und der Empfang des Bußsakraments voraus. Die Erstkommunion wird meistens besonders feierlich und kindgemäß gestaltet; kirchenrechtlich ist allerdings keine besondere Form vorgeschrieben. Es ist auch möglich, dass die Vorbereitung durch die Eltern erfolgt und die Erstkommunion zu einer anderen Zeit und in einer anderen Heiligen Messe stattfindet.

Im Kirchenrecht heißt es dazu:

„Pflicht vor allem der Eltern und derer, die an Stelle der Eltern stehen, sowie des Pfarrers ist es, dafür zu sorgen, daß die Kinder, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind, gehörig vorbereitet werden und möglichst bald, nach vorheriger sakramentaler Beichte, mit dieser göttlichen Speise gestärkt werden. Der Pfarrer hat auch darüber zu wachen, daß nicht Kinder zur heiligen Kommunion hinzutreten, die den Vernunftgebrauch noch nicht erlangt haben oder die nach seinem Urteil nicht ausreichend darauf vorbereitet sind."
Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Drei Erstkommunikantinnen, zwei Mädchen mit gefalteten Händen,
ein Mädchen mit Kerze. ;um 1920.
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Der traditionelle, in vielen Gegenden übliche Tag der Erstkommunionfeier ist der Sonntag nach Ostern (Weißer Sonntag). In den letzten Jahren gingen manche Gemeinden dazu über, die Erstkommunionfeier auf einen anderen Termin zu legen. So finden Erstkommunionen auch am Ostermontag, Christi Himmelfahrt oder an anderen Sonntagen der Osterzeit im April oder Mai statt.
Vorbereitung
Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Otto Habsburg
in Erstkommunionbekleidung; 1918.
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Erzherzogin Adelheid von Österreich
als Erstkommunikantin; 1917.
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Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Erstkommunion © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erstkommunikantin.
Wien; Photo Simonis; 1970.
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Erstkommunikantin.
Salzburg 1991.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mancherorts übernehmen das Pastoralteam der Gemeinde (Priester, Diakon, Gemeindereferent) die Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion. Die Vorbereitung findet jedoch in der Regel nach dem Modell der Gemeindekatechese in kleinen Gruppen statt, die häufig von ehrenamtlichen Katecheten, Müttern oder Vätern (den sogenannten „Tischmüttern“ bzw. „Tischvätern“) in Zusammenarbeit mit einem Mitglied des Pastoralteams geleitet werden.
Erstkommunion © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Erstkommunionskerzen.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Elemente der Vorbereitung sind wöchentliche Treffen der Kleingruppen mit den Katecheten, dazu kommen mancherorts gemeinsame Wochenendfreizeiten mit allen Gruppen. Manche Vorbereitungskurse dauern mehr als ein Jahr, andere sehen nur einige Tage oder mehrere Wochenenden vor, wiederum andere legen die Vorbereitung in besondere Gottesdienste für die Kinder. Der Religionsunterricht in der Schule kann die Vorbereitung ergänzen.

Vor der Erstkommunion erfolgt auch erstmals die Beichte. Die Vorbereitung auf die Erstbeichte ist in der Regel in die Kommunionvorbereitung integriert. Ohne Beichte ist die Erstkommunion nicht möglich.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Erstkommunion" der
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