Exerzitien
Begegnung mit Gott
Exerzitien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Christus im Gebet am Ölberg.
Pinselzeichung in Schwarz von Carl Schupp, signiert und datiert 1820.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Exerzitien sind eine Zeit der geistlichen Übung, die abseits des alltäglichen Lebens durch Askese und Kontemplation zu einer intensiven Besinnung und Begegnung mit Gott führen soll. Sie werden einzeln oder in Gruppen durchgeführt und können von einigen Stunden bis mehrere Wochen oder Monate dauern. Grundlegende Elemente sind Gebet (insbesondere das Jesusgebet), Meditation, Lectio divina, Fasten, Schweigen und körperliche oder künstlerische Betätigung (Ora et labora, Ikonographie). Besondere Formen sind Wanderexerzitien, Schweigeexerzitien, Wüstenexerzitien, ignatianische Exerzitien oder Exerzitien im Alltag.
Exerzitien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mönch auf einer Seinbank sitzend und Brevier betend
in der Umgebung von Palermo; 1902.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als älteste Form christliche Exerzitien lässt sich das eremitische Leben der Wüstenväter betrachten. Prägend für den Wortgebrauch wie für die Praxis sind die Ignatianischen Exerzitien, die geistliche Übungen des Ignatius von Loyola. Der Gründers der Gesellschaft Jesu versuchte darin seine eigenen geistlichen Erfahrungen anderen zugänglich zu machen. Dazu lud er Freunde und andere an einer radikaleren Nachfolge Jesu Interessierte ein, sich für eine Zeit zurückzuziehen und unter seiner Anleitung dem Gebet, der Meditation und Unterscheidung der Geister zu widmen.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Ignatius von Loyola. Gemälde, 17. Jahrhundert, Privatbesitz.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Mit der Apostolischen Konstitution Summorum Pontificum vom 25. Juli 1922 erklärte Papst Pius XI. den Heiligen Ignatius von Loyola zum Schutzpatron aller geistigen Exerzitien. Es gibt heute viele Formen von geistlichen Übungen, „Exerzitien“. Ein Beispiel sind benediktinische Exerzitien, in denen die lectio divina, die geistliche Schriftlesung, das „wiederkäuende Betrachten“ biblischer oder anderer geistlicher Texte geübt wird, das gemeinsame Stundengebet und die Pflege des Schweigens eingeübt werden. Andere Formen sind Exerzitien nach Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz, bei denen das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit im Mittelpunkt steht, franziskanische Exerzitien, die Inspirationen des Heiligen Franz von Assisi aufnehmen, oder verschiedene Formen von kontemplativen Exerzitien, die Elemente der christlichen Mystik und fernöstlicher Spiritualität (Zen, Yoga) verbinden.
Exerzitien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lesender Mönch in seiner Zelle; 1902.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den letzten Jahren entstehen neue und innovative Formen von Exerzitien.

Die Benediktiner Georg Eisenstein und Sebastian Debour bieten in der Abtei Gerleve seit Anfang der 1990er Jahre „Gestalt-Exerzitien“ als pastoralpsychologisch orientierte Kleingruppen-Exerzitien auf der Basis der Gestalttherapie an.

Der Jesuit Christian Herwartz aus Berlin bot zunächst in Berlin „Exerzitien auf der Straße“ an. Inzwischen gibt es diese Form der Exerzitien auch in anderen Städten. Die Teilnehmenden lassen sich ungeplant von Orten der jeweiligen (Groß-)Stadt herausfordern, wie Mose, der mit seiner Herde über die Steppe hinaus in die Wüste zog und auf einen brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch traf. Auf dem Weg spürte er, dass er sich auf heiligem Boden befand. Dort wollte Gott mit ihm sprechen. (Ex 3 EU) Im respektvollen Sehen und Hören wollen die Übenden diese besonderen Orte in der Stadt wahrnehmen, wo sie „ihre Schuhe ausziehen können“, um ganz vor der Barmherzigkeit Gottes zu stehen, dem sie im Hungrigen, Gefangenen, Fremden, abseits Stehenden begegnen und dabei Heilung von Ängsten und Sorgen finden.

Bei „Online-Exerzitien“ leben die Teilnehmenden wie bei Exerzitien im Alltag zu Hause und gehen ihrer gewöhnlichen Betätigung nach. Vier Wochen lang bekommen sie täglich per E-Mail einen kurzen Impuls zugeschickt, der kurz genug ist, um sich tagsüber im Kopf damit beschäftigen zu können. Abends sollte Zeit für einen kurzen Tagesrückblick sein, und einmal pro Woche korrespondiert der Teilnehmer mit seinem Begleiter der Exerzitien. Die Begleiter sind Jesuiten und andere Theologinnen und Theologen.

Die katholischen Theologen Alexandra Pook und Thomas Harling halten seit 2009 u.a. in den Benediktinerabteien Münsterschwarzach und Gerleve „Exerzitien für Atheisten, Andersgläubige und Suchende“. Ihre Idee ist, die klassischen Formen und Rituale der Exerzitien Menschen als Erfahrungs- und Übungsweg anzubieten, ohne einen christlichen Glauben vorauszusetzen.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Exerzitien" der
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