Fasten
Fastensuppe © Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien.
Pater Prior Saji Mullankuzhy beim Austeilen der Fastensuppe.
Aschermittwoch 2015 fand erstmals die „Aktion Fastensuppe“ im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien statt. Es wurden rund 360 Portionen Suppe ausgegeben und 1.290 Euro an Spenden eingenommen – diese gingen an die Ebola-Hilfe des Ordens. Küchenchef Max Kuchler und sein Team sorgten für die Zubereitung der Suppe.
© Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien.
Das Christentum kennt vornehmlich die 40 Tage der Fastenzeit im Frühjahr, die der Vorbereitung auf Ostern dienen und an die 40 Tage erinnern, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Demgegenüber tritt der Aspekt des Nahrungsverzichts bei der Adventszeit, die ebenfalls eine Buß- und Fastenzeit darstellt, mehr in den Hintergrund. Mehrfach berichtet auch das Alte Testament vom Fasten als Zeichen der Trauer oder um den Ernst eines Gebetes zu betonen (Esra 8,21 EU). So fastete König David, als einer seiner Söhne todkrank wurde (2 Sam 12,15ff EU). Es entwickelte sich eine Praxis, dass man zweimal pro Woche, Mittwoch und Freitag, (teil)fastete. Das Fasten der Katechumenen vor der Taufe gab es schon im Frühchristentum, die Fastenzeiten vor den höchsten Festen Ostern und Weihnachten kamen später hinzu.

Jesus Christus rief in der Bergpredigt (Mt 6,16–18 EU)
zur Demut bei der Übung des Fastens auf:


„Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass Du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

Die katholische Kirche hat körperlichen Zeichen von jeher viel Beachtung geschenkt. Doch wurde seit etwa 1960 die entsprechende kirchliche Bußpraxis gelockert – als strenge Fast- und Abstinenztage gelten verpflichtend nur noch Aschermittwoch und Karfreitag (einmalige Sättigung und morgens und abends je eine kleine Stärkung). Hingegen ist eine persönliche Form des Opfers bzw der Abstinenz von Fleisch an jedem Freitag geboten (vgl. Freitagsopfer), die viele Katholiken auch am Mittwoch pflegen. In asketisch lebenden Ordensgemeinschaften verzichten die Mitglieder völlig oder zumindest wöchentlich an mehreren Tagen auf tierische Nahrung, teils auch auf Milchprodukte, Öl und Eier. In den Klöstern des Mittelalters führte dies auch zur Entwicklung nahrhafter Fastenbiere.
    Fastensuppe
    nach Hildegard von Bingen
1 l   Wasser
2 El   Dinkelgrieß
300 g   Wurzelgemüse
(Petersilwurze, Karotte, Fenchel, Sellerie)
1/2   Bund Petersilie (gehackt)
je 1   Prise Liebstöckel, Beifuß, Gundelrebe,
Bertram, Quendel, getrockneter Galgant, Muskat
    Salz nach Geschmack
    Wurzelgemüse klein schneiden und im gesalzenen Wasser weich kochen. Die Kräuter und Gewürze beigeben, fein pürieren. Bei kleiner Flamme den Dinkelgrieß einrieseln lassen. Kurz aufkochen.
    Dinkel wirkt  stimmungsaufhellend, wärmend und sorgt für ein gutes Blutbild. Karotten und Petersilwurzel wirken sättigend. Sellerie hat viele Mineralstoffe und wirkt kreislaufanregend. Petersilie ist herzstärkend. Beifuß hilft bei Sodbrennen und empfindlichen Magen. Liebstöckel hilft bei Frauenleiden. Gundelrebe wirkt hemmend bei entzündungen, insbesondere bei Atemwegen. Bertram ist  schleimlösend und verdauungsfördernd. Quendel ist gut gegen unreine Haut. Muskat wirkt wärmend. Galgant ist krampflösend, beruhigend und verdauungsfördernd.
    Bild links: Hildegard von Bingen
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bekannt ist, dass Hildegard zwischen 1150 und 1160 auch medizinische Abhandlungen verfasste. Im Gegensatz zu den religiösen Schriften sind hier jedoch keine zeitnahen Nachweise erhalten. Alle zitierten Texte stammen aus späteren Zeiten (13. bis 15. Jahrhundert). In diesem Zeitraum gab es Abschriften, Ergänzungen und Umschreibungen. Heute sind 13 Schriften bekannt, die Hildegard als Verfasserin angeben, wobei deren Identität mit der Äbtissin teils angezweifelt wird. Der Begriff "Hildegard-Medizin" wurde als Marketing-Begriff erst ab 1970 eingeführt. Interessant für Biologie und Medizin sind ihre Abhandlungen über Pflanzen und Krankheiten. Nach 1150 verfasste Hildegard Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum (Das Buch von den Geheimnissen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe). Nachfolgend wurde das Werk in zwei eigenständige Schriften aufgeteilt: Causae et curae (Ursachen und Heilungen) ist ein Buch über die Entstehung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Das zweite der naturkundlichen Werke heißt heute Physica.

Die Leistung Hildegards liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin zusammenbrachte und erstmals die volkstümlichen Pflanzennamen nutzte. Sie entwickelte vor allem aber eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität, weiterhin verurteilt sie jegliche sexuellen Handlungen, die nach dem theologischen Verständnis gegen die göttliche Schöpfungsordnung verstoßen. Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen. Hildegards Krankheitstheorie ist der antiken Viersäftenlehre sehr ähnlich, nur mit abweichenden Bezeichnungen. Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch ein Schlüssel zu Hildegards natur- und heilkundlichen Schriften. Diese sind ganz davon geprägt, dass Heil und Heilung des kranken Menschen allein von der Hinwendung zum Glauben, der allein gute Werke und eine maßvolle Lebens-Ordnung hervorbringe, ausgehen könne. In diesen Punkten unterscheidet sich Hildegard stark von den eher rationalen Werken der übrigen Klostermedizin.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Fasten" der
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