Fátima
Die Drei Geheimnisse von Fátima
Fatima © Gloriosa Trinita - www.gloriosatrinita.net
Fátima Madonna
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Fátima (IPA ['fatimɐ]) ist eine Stadt (Cidade) im Kreis Ourém in Portugal. Sie ist der wichtigste Wallfahrtsort in Portugal und einer der wichtigsten der römisch-katholischen Kirche. Der Ort Fátima liegt etwa 130 Kilometer nördlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon an der Autobahn A1, der Hauptverkehrsader zwischen Lissabon und Porto. Fátima gehört zum Distrikt Santarém und zum Bezirk Vila Nova de Ourém.
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Die "Basilica Antiga" in Fátima, mit dem größten Kirchenvorplatz "Santuário de Fátima" der Welt.
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Fátima ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort, der, ähnlich wie Lourdes, auch von Kranken mit der Hoffnung auf Wunderheilung aufgesucht wird.

Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 drei Hirtenkinder, Lúcia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto, auf einem freien Feld eine Erscheinung der Jungfrau Maria erfahren hätten. Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Die Kinder vereinbarten untereinander Stillschweigen über diese Erscheinung, Jacinta brach jedoch dieses Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni einige Neugierige ein, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollten, ob die Geschichten der Kinder stimmten. Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden das Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad drehte.
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Die "Basilica Antiga" in Fátima, mit dem größten Kirchenvorplatz "Santuário de Fátima" der Welt.
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Am 13. Mai 1930 wurden die Erscheinungen durch den Bischof von Leiria als „glaubwürdig erklärt und die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima gestattet“. Den drei Kindern seien während der dritten Erscheinung am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fátima überliefert worden. 1941 schrieb Schwester Lúcia (1907–2005), eines der drei Kinder und das einzige, das zu diesem Zeitpunkt noch lebte (die beiden anderen wurden Opfer der Spanischen Grippe), das erste und zweite Geheimnis, 1944 das dritte Geheimnis auf. Die ersten beiden wurden direkt zur Veröffentlichung freigegeben, das dritte jedoch wurde versiegelt dem Papst zugestellt und sollte nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden.
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Die neue moderne Kirche in  Fátima - "Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit"
 Sie ist mit annähernd 9000 Sitzplätzen die viertgrößte katholische Kirche der Welt und
der größte Kirchenneubau des 21. Jahrhunderts.
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Papst Johannes XXIII. entschied sich gegen eine Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fátima. Dieses wurde erst am 26. Juni 2000 in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Der Inhalt beziehe sich nach Meinung mancher auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981, welches sich am Jahrestag der ersten Erscheinung ereignete. Papst Johannes Paul II. besuchte seinen Attentäter Mehmet Ali Agca 1983 im Gefängnis. Bei dem Gespräch soll dieser sich auf die Erscheinungen von Fátima bezogen haben, indem er Papst Johannes Paul II. mehrfach gefragt habe, was das denn für eine Königin gewesen sei, die seinen Tod verhindert habe.
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Johannes Paul II. in Fatima.
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Johannes Paul II. war dreimal in Fátima. Dort hat er auch am 13. Mai 2000 Jacinta und Francisco Marto seliggesprochen. Auch andere Päpste, wie Pius XII., hatten zu diesem Ort eine besondere Beziehung. Paul VI. pilgerte 1967 zum Heiligtum, Benedikt XVI. am 13. Mai 2010. Die Drei Geheimnisse von Fátima sind Teile einer Botschaft, die die drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto am 13. Juli 1917 bei der dritten angeblichen Marienerscheinung in der Cova da Iria bei Fátima (Portugal) laut ihren Aussagen empfangen haben und 1917 nicht veröffentlichen durften. 1927 soll Lúcia in einer Botschaft des Himmels die Erlaubnis zur Offenbarung der ersten beiden Geheimnisse erhalten haben. Diese Niederschrift musste sie aber auf Anweisung ihres Seelsorgers wieder verbrennen. Am 31. August 1941 schrieb Lúcia nochmals die Geheimnisse auf und übergab den Text dem Bischof von Leiria. Beide Geheimnisse wurden am 13. Mai 1942 veröffentlicht.
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Messe mit Papst Benedikt XVI. und 500.000 Anwesenden in Fátima; 2010.
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 Am 20. Februar 1920 stirbt Jacinta sanft und ruhig. Als man 15 Jahre später den Sarg öffnet, ist ihr Leichnam unverwest. Jacinta und Francisco - die im Alter von neun bzw. zehn Jahren an Lungenentzündung starben - wurden inzwischen von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Gemäss Quellen in Portugal kündigte Sr Lucia selber an, sie würde am 13. Februar sterben, an einem Tag von symbolischer Bedeutung, da ja die Erscheinungen am 13. Mai begannen und die sechste am 13. Oktober 1917 die letzte war. Mr. Timothy Tindal-Robertson (England), der auch schon Bücher über Fatima herausgab, teilte dies der Zeitung "The Catholic Times" wie folgt mit: "Wie ich von zuverlässigen Quellen aus Portugal erfahren habe, wusste Sr. Lucia im Voraus über ihren Tod und es war ihr Wunsch, am 13. zu sterben. Der Vatikan war darüber unterrichtet und der Papst übermittelte Lucia (rechtzeitig) einen Brief, den sie noch vor ihrem Tod lesen konnte.
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Papst Franziskus und die Muttergottesstatue von Fatima am Petersplatz  in Rom, 2013.
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Aus Fatima wurde das Gnadenbild der Gottesmutter nach Rom gebracht und auf dem Petersplatz aufgestellt. Das Ereignis wurde in direkten Zusammenhang mit den Marienerscheinungen von Fatima gesetzt, denn auf den Tag genau 96 Jahre zuvor fand in dem portugiesischen Ort Fatima die letzte Marienerscheinung statt. Damals konnten mehr als 70.000 Menschen ein Sonnenwunder sehen. Am Ende der Papstmesse am 13. Oktober 2013 sprach Franziskus ein Weihegebet an die Muttergottes von Fatima. Hier der Text des Gebetes in einer Arbeitsübersetzung:
Selige Jungfrau Maria von Fatima,
Stets dankbar für deine mütterliche Gegenwart
Vereinen sich unsere Stimmen mit denen aller Generationen,
Die dich selig preisen.
Wir feiern in dir die großen Werke Gottes,
Der nicht müde wird, sich barmherzig der Menschheit zuzuneigen,
Die vom Bösen bedrängt und von der Sünde verwundet ist,
Um sie zu heilen und zu retten.
Nimm in mütterlicher Güte
Den Weiheakt an, den wir heute voller Vertrauen vollziehen,
Im Angesicht Deines Bildes, das uns so teuer ist.
Wir sind sicher, dass ein jeder von uns in deinen Augen wertvoll ist
Und dass dir nichts von dem fremd ist, was in unseren Herzen ist.
Wir lassen uns von deinem liebevollen Blick berühren
Und wir empfangen die tröstende Zärtlichkeit Deines Lächelns.
Berge unser Leben in deinen Armen:
Segne und stärke jedes Verlangen nach Gutem;
Stärke und nähre den Glauben;
Erhalte und erleuchte die Hoffnung,
Erwecke und belebe die Liebe
Führe uns alle auf dem Weg der Heiligkeit.
Lehre uns die besondere Liebe
Für die Kleinen und Armen,
Für die Ausgeschlossenen und die Leidenden,
Für die Sünder und die im Herzen Verwirrten:
Sammle alle unter deinem Schutz
Und vertrau sie deinem geliebten Sohn an, unserm Herrn Jesus.
Amen.
Arbeitsübersetzung: Radio Vatikan (rv 13.10.2013 mc)
Das erste Geheimnis
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Fátima Marienerscheinungsbildnis.
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 „Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgeworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz.“
Das zweite Geheimnis
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Jacinta Marto, Lúcia dos Santos und Francisco Marto.
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„Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. ein anderer, schlimmerer beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“;
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Francisco Marto, Lúcia dos Santos und Jacinta Marto.
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 Das zweite Geheimnis wird gedeutet als Voraussage, dass der Erste Weltkrieg enden würde, zusammen mit der Vorhersage eines weiteren Krieges während des Pontifikats von Papst Pius XI., falls die Menschen fortfahren sollten Gott zu beleidigen und sollte Russland nicht konvertieren. Die zweite Hälfte verlangt, dass Russland dem Unbefleckten Herzen Marias geweiht wird.

Es gibt jedoch Skeptiker, die bezweifeln, es würde sich tatsächlich um eine Vorhersage von Ereignissen handeln. Sie wiesen darauf hin, dass die zweite Prophezeiung erst im August 1941 offengelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber bereits der Zweite Weltkrieg begonnen. Es wäre demnach keine Vorhersage im eigentlichen Sinne. Ähnliche Zweifel machen sie auch geltend bei der ausdrücklichen Bezugnahme der Prophezeiung auf Pius XI. Der Papstname eines Papstes ist zwar nicht bekannt bis zur Proklamation seines Namens, jedoch wurde Pius XI im Jahr 1922 zum Papst, also ebenfalls vor der Offenlegung im Jahr 1941.
Das dritte Geheimnis
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Jacinta Marto, Lúcia dos Santos und Francisco Marto.
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„Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verloschen, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: ‚etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen‘ und einen in Weiß gekleideten Bischof – ‚wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war‘. Wir sahen verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte ein Aspergill aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.“
 
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Lúcia dos Santos, Francisco Marto und Jacinta Marto.
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 Lúcia schrieb das dritte Geheimnis am 3. Januar 1944 auf. Es wurde dem Bischof von Leiria in einem versiegelten Umschlag übergeben. Die Niederschrift der Geheimnisse kommentierte Lúcia mit den Worten: „Bewusst werde ich nichts auslassen. Möglicherweise vergesse ich manche Einzelheiten, die aber nicht wichtig sind.“ Am 4. April 1957 kam der Umschlag in das Vatikanische Geheimarchiv. Lúcia hatte außen auf den Umschlag geschrieben, dass er nicht vor 1960 geöffnet werden dürfe. Aber erst am 26. Juni 2000 wurde der Inhalt durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Bis zu seiner Veröffentlichung rankten sich um das dritte Geheimnis zahlreiche Spekulationen. So wurde unter anderem angenommen, es würde einen Dritten Weltkrieg beziehungsweise einen Atomkrieg vorhersagen.
Papst Johannes Paul II. - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981..
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Der Kardinalpräfekt der Kongregation, Franjo Šeper, sah am 18. Juli 1981 im dritten Geheimnis einen Hinweis auf jenes Attentat auf Papst Johannes Paul II., das Mehmet Ali Agca am 13. Mai 1981 (am Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Fátima) verübte.
In Fatima soll Hirtenkindern am 13. Mai 1917 die Gottesmutter Maria erschienen sein, auf den Tag genau 64 Jahre, bevor am 13. Mai 1981 um 17.17 Uhr drei Schüsse aus Ali Agcas halbautomatischer Browning-Pistole den Papst trafen, der auf dem Weg zur Generalaudienz war. Mit Höchstgeschwindigkeit wurde der damals 60-jährige Papst vom Petersplatz in die Gemelli-Klinik gebracht. Mehr als fünf Stunden lang wurde er dort operiert. Eine der Kugeln war in den Bauchraum eingeschlagen. Doch der Papst hatte Glück gehabt – oder den Beistand der Gottesmutter: Die Kugel hatte außer dem Darm kein wichtiges Organ und keine großen Blutgefäße getroffen und auch die Wirbelsäule verfehlt. Ein Abschnitt des Darms musste entfernt werden. Johannes Paul II. war sicher: Eine "mütterliche Hand hat die Flugbahn der Kugel geleitet". Der Papst hatte die Heilige Maria, ganz in der Tradition seiner polnischen Heimat, stets besonders verehrt. Ihr Initial M führte er seit seinem Amtsantritt 1978 in seinem Wappen. Ein Jahr nach dem Anschlag bedankte er sich mit einer Wallfahrt nach Fatima bei seiner Beschützerin – und einem Geschenk: Er hatte die Kugel, die ihn beinahe getötet hätte, vergolden lassen. Die Madonnenstatue trägt sie bis heute in einer Krone auf ihrem Haupt.

Auszugsweise aus
ZEIT ONLINE - Autor: Hellmuth Vensky - www.zeit.de
Lúcia de Jesus dos Santos
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Lúcia de Jesus dos Santos.
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Lúcia de Jesus dos Santos (* 22. März 1907 in Aljustrel, heute Teil von Fátima (Portugal); † 13. Februar 2005 in Coimbra) war eine portugiesische Nonne. Gemeinsam mit ihrer Cousine Jacinta Marto und ihrem Cousin Francisco Marto hatte sie vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 im Alter von zehn Jahren Marienerscheinungen in der Cova da Iria (deutsch: Mulde der Iria) bei Fátima (Portugal). Francisco Marto starb 1919 an der spanischen Grippe, Jacinta 1920. Beide wurden am 13. Mai 2000 von Papst Johannes Paul II. in Fátima seliggesprochen.
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Lúcia de Jesus dos Santos und Papst Johannes Paul II..
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Lúcia trat am 17. Mai 1921 in das Kollegium der Dorotheerinnen von Vilar bei Porto ein, wo sie Lesen und Schreiben lernte. Am 2. Oktober 1926 wurde sie im Kloster von Tuy (Spanien) aufgenommen. Sie erhielt den Ordensnamen Maria das Dores (deutsch: Maria von der Schmerzensmutter), legte am 3. Oktober 1928 die zeitliche und am 3. Oktober 1934 die ewige Profess ab. Nach dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs wurde sie 1936 in das Colégio do Sardão bei Porto (Portugal) geschickt und kehrte 1946 wieder in das Kloster von Tuy zurück. Mit Erlaubnis von Papst Pius XII. durfte sie am 25. März 1948 in den Karmel St. Theresa in Coimbra übertreten. Am 13. Mai 1948 wurde sie dort als Karmelitin eingekleidet und legte am 31. Mai 1949 die feierliche Profess ab. Bei der Einkleidung erhielt sie den Ordensnamen Sr. Maria Lucia vom Unbefleckten Herzen. 1941 schrieb sie das sogenannte erste und zweite Geheimnis, 1944 das dritte Geheimnis von Fátima nieder. Die Niederschrift enthält die Botschaften, die den Kindern von der Gottesmutter übermittelt worden sein sollen.
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Lúcia de Jesus dos Santos.
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Der Tag ihres Begräbnisses, der 15. Februar 2005, wurde in Portugal zum Nationalen Trauertag erklärt. Am 19. Februar 2006 wurde Schwester Lúcia dos Santos von Coimbra nach Fátima überführt, um dort in der Basilika „Unserer lieben Frau von Fátima“ neben Jacinta und Francisco ihre letzte Ruhestätte zu finden. An ihrem dritten Todestag 2008 erteilte Papst Benedikt XVI. sein Einverständnis für die Einleitung des Seligsprechungsprozesses von Sr. Lucia und setzte damit, wie bereits zuvor beim Verfahren für Papst Johannes Paul II., eine Regelung des Kirchenrechtes außer Kraft, wonach ein Seligsprechungsverfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod einer Person eröffnet werden darf.
Francisco Marto
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Francisco Marto.
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Francisco Marto (* 11. Juni 1908 in Aljustrel, heute Teil von Fátima, Portugal; † 4. April 1919 ebenda) ist ein portugiesischer Seliger. Sein Vater war Manuel († 3. Februar 1957), seine Mutter hieß Olímpia de Jesus († 3. April 1956). Beim Hüten der Schafe soll Francisco 1916 gemeinsam mit seiner Schwester Jacinta und seiner Cousine Lúcia dos Santos in der Nähe von Fátima (Portugal) dreimal ein Engel erschienen sein. Vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 hatten die drei Kinder Marienerscheinungen am 13. jedes Monats (mit Ausnahme des Monats August, da die Kinder entführt worden waren) in der Cova da Iria (deutsch: Mulde der Iria) bei Fátima. Nach seinen Angaben sah er zwar die Erscheinung, hörte sie aber nie sprechen. Im Dezember 1918 erkrankte er an der Spanischen Grippe, an der er am 4. April 1919 verstarb. Am 13. März 1952 wurden seine Gebeine in die Basilika Antiga von Fátima überführt. Anlässlich der Wallfahrt von Papst Johannes Paul II. nach Fátima wurden Jacinta und Francisco am 13. Mai 2000 seliggesprochen. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 20. Februar.
Jacinta Marto
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Jacinta Marto.
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Jacinta Marto (* 11. März 1910 in Aljustrel, heute Teil von Fátima, (Portugal); † 20. Februar 1920 in Lissabon) ist eine portugiesische Selige. Sie war das jüngste Kind von Manuel Marto († 3. Februar 1957) und Olímpia de Jesus († 3. April 1956). Beim Hüten der Schafe soll ihr 1916 gemeinsam mit ihrem Bruder Francisco Marto und ihrer Cousine Lúcia dos Santos in der Nähe von Fátima (Portugal) dreimal ein Engel erschienen sein. Vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 hatten die drei Kinder Marienerscheinungen am 13ten jedes Monats (mit Ausnahme des Monats August, da die Kinder entführt worden waren) in der Cova da Iria (deutsch: Mulde der Iria) bei Fátima. Nach ihren Aussagen sah und hörte sie die Erscheinung, die Gespräche führte aber Lúcia. Im Dezember 1918 erkrankte sie an der Spanischen Grippe, die zu einer eitrigen Brustfellentzündung führte. Krankenhausaufenthalte in Vila Nova de Ourém und Lissabon und eine Operation am 10. Februar 1920, bei der ihr zwei Rippen entfernt wurden, brachten keine Heilung. Nach ihren Angaben ist ihr im Spital wieder mehrmals Maria erschienen.
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Jacinta Marto..
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Am 20. Februar 1920 verstarb Jacinta. Da das Kind einer ansteckenden eiterigen Krankheit erlegen war, wurde der Leib mit einer dicken Kalkschicht bedeckt. Die Beisetzung in einer Gruft und die Verwendung von Kalk hatten einen verzögerten Verwesungprozess zur Folge. Jacintas Bruder Francisco, der bereits im Jahr 1919 an der Spanischen Grippe starb, wurde im Unterschied zu ihr in einem normalen Erdgrab beigesetzt; darum hat sich auch sein Leichnam in kurzer Zeit zersetzt. Seit dem 1. Mai 1951 ist sie in der Basilika von Fátima bestattet. Anlässlich der Wallfahrt von Papst Johannes Paul II. in Fátima wurde sie am 13. Mai 2000 gemeinsam mit ihrem Bruder Francisco seliggesprochen. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 20. Februar.
Das Taubenwunder
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Giovanni: Taubenmadonna, nach 1914.
Josef August Untersberger (* 31. Juli 1864 in Gmunden; † 24. Juli 1933 in München;
Pseudonyme Giovanni und andere) war ein österreichischer Bildhauer und Maler.
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Anlässlich einer Pilgerfahrt der Fatimastatue fand das wunderbare Ereignis mit den Tauben statt. Eine Person hatte weisse Tauben gekauft, die sie beim Vorbeizug Unserer Lieben Frau von Fatima freiliess. Nach einem kurzen Flug liessen sich die Tauben zu Füssen der Muttergottes-Statue nieder und begleiteten sie. In Lissabon zogen sie mit ihr in die Kirche und blieben daselbst während den Feierlichkeiten.

Sie begleiteten die Madonna zurück ins Heiligtum von Fatima, wo sie sich endgültig niederliessen. Solche »Taubenwunder« ereigneten sich schon über fünfzigmal. Einmal, in der spanischen Diözese Salzona, waren es an die 40 Tauben. »Das sind alles abgerichtete Tauben«, behauptete ein Zweifler. »Ich will wissen, ob die Taube, die ich loslasse, auch zu Füssen der Statue fliegen wird.« Als er am andern Tag nach Vorbeizug der Statue seine Taube losliess, flog diese geradewegs auf die Statue zu und blieb zu Füssen der Madonna. Das Staunen war gross, und der Zweifler bekehrte sich. Ein relativ junges Beispiel liess kurz nach Kriegsende in Fatima die Menschen aufhorchen: Bei einer Prozession mit der geweihten Statue der Gottesmutter flogen Tauben herbei, die sich zu ihren Füssen niederliessen und durch nichts zu vertreiben waren. Nicht genug damit, als die Statue in die Basilika zurückgetragen wurde, flog eine weisse Taube von den Füssen der Statue auf und setzte sich kühn auf die Krone der Madonna. Solange die hl. Kommunion ausgeteilt wurde, breitete sie die Flügel zur Kommunionbank gewendet, —die damals noch üblich war—, faltete ihre Schwingen erst wieder, als die HI. Hostien in das Tabernakel zurückgetragen waren. Dressur? Nein, so exakt hätte auch der beste Dompteur keine Taube beeinflussen können.— Wenn wir da an so manche Herzenskälte gegenüber der HI. Eucharistie denken, beschämen uns da nicht die Tauben, die Lieblinge GOTTES, die sie zu sein scheinen? Dass nun eine ausgerechnet beim Angelus zum Papst kam und sich auf ihm niederliess, könnte es ein Zeichen sein, wie sehr man im Himmel die Botschaft des Erzengels schützt —allen Theologen zum Trotz, die Engel GOTTES nur noch für Symbole oder Gedanken um Gott halten? Muss die unvernünftige Natur uns ach so Vernünftige belehren? Geliebte Tauben Mariens, kommt in Scharen, wir habens oft nötig, dem Evangelium wieder Kraft zu verleihen!
Auszugsweise aus kath-zdw.ch
Das Sonnenwunder
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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70.000 Menschen, Gläubige und Ungläubige, wurden Zeugen des größten Wunders in der Geschichte der Menschheit. Ein geistvolles Naturgeschehen außerhalb der Evolution. Februar 2005 im portugiesischen Coimbra mit Lucia dos Santos das letzte der drei Seherkinder von Fatima. Gemeinsam mit ihrer Cousine Jacinta Marto und ihrem Cousin Francisco Marto, die inzwischen selig gesprochen worden sind, hatte sie vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 im Alter von 10 Jahren Marienerscheinungen in der Cova da Iria. Die Muttergottes ermahnte die Kinder, die weder lesen noch schreiben konnten, viel zu beten und lud sie ein, in den fünf Monaten jeweils am 13. zur selben Zeit an diesen Ort zu kommen und sie versprach, am 13. Oktober um 12 Uhr zur Beglaubigung ein Wunder zu wirken. Bei dieser letzten Erscheinung am 13. Oktober waren über 70.000 Menschen zugegen und wurden Zeugen des berühmten Sonnenwunders. Alle sahen eine Sonne, die einer Silberscheibe ähnlich wurde, die sich wie ein Feuerrad drehte und zur Erde zu stürzen schien.
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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Die Bilder zeigen Ausschnitte von schwarz-weiss Fotografien aus dem Jahre 1917. Sie zeigen etwa 200 Menschen während des Beginnens des Sonnenwunders. Die Leute schauen in die Richtung der Sonne, aber in verschiedenen Winkeln. Im Vordergrund erkennt man mehrere Gruppen von Männern und Frauen. Manche zeigen erstaunte Gesichter, andere Glücksgefühle bis zur Verzückung, manche Neugierde, andere Verwirrung, wieder andere Langeweile und manche sind sogar amüsiert. Was hätten nun Sie, was hätte ich gesehen, gefühlt, erlebt, wenn wir dabei gewesen wären?
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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Zunächst eine Ortsbeschreibung: Die Zahl der Teilnehmer wird meist mit 70.000 angegeben. Sie hat mehr symbolischen Wert. Die Schätzungen von Teilnehmern schwanken zwischen 50.000 und deutlich mehr als 100.000. Mehrere qualifizierte Zeugen, die gute Sichtmöglichkeiten nutzten, nennen 100.000 und mehr. Die Besucher des erwarteten und für den 13.10.1917 angekündigten Wunders stan­den auf einer Fläche, die ein Rechteck von etwa 300 m Länge und 150 m Breite bildet. Denken Sie sich nun dieses Rechteck als Grundfläche eines Ausschnittes des Luftraumes darüber, sagen wir bis zur Höhe, in der Reiseflugzeuge heute fliegen. Dieser Luftraumausschnitt, wäre er von Wänden eingefasst, sähe wie ein riesenartiger Turm aus, stark in südliche Richtung geneigt, wie der Turm von Pisa, aber sehr viel schiefer. Außerhalb dieses Turms oder dieser Luftsäule geschah überhaupt nichts. Die Sonne, also der Zentralstern unseres Planetensystems, ist unvorstellbar weit entfernt und hat mit dem Pisaturm unseres Geschehens nicht das Geringste zu tun.
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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Innerhalb des Luftturms befand sich ein kleiner Luftraum, ein Zelt, ein Tabernakel - etwas außerhalb der Mitte. Dieses Zelt aus Luft und Nebel umhüllte die drei Seherkinder. Diese konnten vom Sonnenwunder nichts sehen, vielleicht nur ganz zum Schluss. Das Zelt ist also ausgespart, ähnlich einem Sakramenthaus im Chor einer Kathedrale. In dieser Aussparung erlebten die Seher ihre Visionen der schönen Dame. Darüber kann nichts gemessen oder bewiesen werden, es ist ein Wunder ganz anderer Art, ein Wunder im Wunder, wenn auch genau dem Sonnenwunder zeitlich und örtlich angepasst, wie das Kerngehäuse mit drei Kernen in einer Birne. Das ist nicht Gegenstand unserer Untersuchung, sondern ein Ereignis katholischer Mystik, dem das Bischöfliche Gericht Glaubwürdigkeit bescheinigt hat.
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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Einen Beweis für das „innere Wunder" gibt es nicht. Das Geschehen in dem schiefen, pisaartigen Luftturm konnte jenseits seiner Abgrenzung nicht gesehen werden, wurde aber in einigen Orten bis zu 50 km Entfernung in verkürzter Form nachweislich beobachtet. Würde man das Sonnenwunder aus einer Raumstation beobachtet haben, dann wäre der Eindruck eines umgekehrten Gewitters entstanden, was die Höhe, die Breitenwirkung, die Bewegung der Luftmassen und was die Dauer betrifft, mit dem Unterschied, dass ein Gewitter ein Wetterchaos darstellt, das vergleichbare Sonnenwunder aber ein Stück Wetter von beeindruckender Ordnung. Man könnte es ein Überwetter nennen. Der Luftausschnitt, der durch dieses Überwetter 12 Minuten lang zur Verfügung stand, dürfte auf mindestens 500 Kubikkilometer geschätzt werden.
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Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
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 In diesem nach Süden stark geneigten Turm aus Luft warten 70.000 Leute vier Stunden lang, durch den Regen bis auf die Haut durchnässt, frierend und in Pfützen stehend, die bis zu 10 cm tief sind. Für 12 Uhr war das Wunder angesagt. Blick auf die Uhr: Es ist genau 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit - entsprechend 13.30 Uhr kriegsbedingter Sommerzeit in Portugal. Die düsteren Kumuluswolken werden auseinander gerissen. Man meint, darüber den blauen Himmel zu sehen, das ist aber eine Lufttäuschung. Statt der planetarischen Sonne sieht man auf eine Scheibe, die von manchen Beobachtern als golden, von anderen als silbern, wieder von anderen als lachsrot oder wechselnd gesehen wird. Das Verblüffende allerdings ist nicht die Scheibe, sondern ein schnell wachsender kreisrunder Lichtteppich von etwa 30 Winkelgrad Durchmesser, der in zehntausendfacher Helligkeit die Menschenmenge beleuchtet, ohne ihre Augen zu blenden, und die Beobachter in ein diffuses Licht hüllt, das unklare Halb­schatten, nirgends aber Schlagschatten wirft.
Fatima - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Aufnahme des "Sonnenwunders" von Fátima am 13. Oktober 1917.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In diesem himmlischen Lichtmeer beginnt die Scheibe zu rotieren, steigert ihren Drehimpuls, wirft farbige Lichtbündel aus und verzaubert manchen Beobachter. Glücksgefühle, wie man sie bei einem Feuerwerk empfindet, jedoch in Fatima intensiver und phantasievoller. Das dauert etwa 2 Minuten. Nach einer Pause von vielleicht einer Minute beginnt ein neuer Akt, in dem eine spielende Bewegung der sich verfärbenden Scheibe das ganze Stück noch lebendiger erscheinen lässt. Der Standort der Gold- bzw. Silberscheibe unter dem sehr hellen, weit gespannten Leuchtfeld des Himmels wechselt. Die Scheibe hüpft oder springt im Dreieck, die Leichtigkeit eines Volkstanzes im entsprechenden Rhythmus imitierend: ein schwingendes Hin und Her. Die Scheibe beruhigt sich. Eine etwa 60 Sekunden dauernde Pause eröffnet den dritten Akt des Spiels irdischer Elemente. Die Scheibe, einer Blitzbahn ähnlich, aber langsamer, nähert sich der Erde, nämlich zu der Zuschauermenge in einer wachsenden Vergrößerung, um sich rechtzeitig in Zickzackbewegungen tänzelnd zurückzuziehen, und zwar jetzt in Richtung auf die wirkliche, also planetarische Sonne, die unsere Goldscheibe in sich aufnimmt und erst jetzt durch die hohe gleichmäßig Wolkendecke bricht.
Fatima - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Menschenmassen beim "Sonnenwunder" von Fátima am 13. Oktober 1917.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Das Drama der Elemente unserer Erde ist zu Ende: Wasser, Feuer, Erde und Luft haben sich in schöner Ordnung vorgestellt, begleitet von einer Hitzewelle am Schluss, die jedes durchnässte Kleidungsstück trocknet und das Wasser der vielen tausend Pfützen und Tümpel verdampfen lässt. Die Hitzewelle wird von den einen als sehr angenehm empfunden und von anderen gar nicht bemerkt. Viele Menschen zeigen sich tief erschüttert, beten laut, bitten Gott um die Verzeihung ihrer Sünden. Das sind aber, so meine ich, sekundäre Reaktionen. Der großartige Tanz der Elemente war gerade keine Bedrohung, sondern ein Reiz zur Freude über unsere Erdenwelt. Die geistvolle Schönheit der drei ineinander geschachtelten Szenen war an Menschen gerichtet und entsprach der Sinnesphysiologie unserer Körper. Kein Tier hätte damit etwas anfangen können. Die Adressaten sind die 70.000 Leute, ebenso wir und das heißt: Seit 1917 sind alle Menschen aller Zeiten die Adressaten!
Auszugsweise aus kath-zdw.ch
 
www.santuario-fatima.pt
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Geheimnisse_Fátima" der
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