Firmung
"Die erste Firmung zu Samaria von den Aposteln Petrus u. Johannes."
Stich von Johann Zitek nach einer Komposition von Josef von Führich. 1854.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Firmung (lat.: confirmatio ‚Bestätigung, Bekräftigung‘) ist eines der sieben Sakramente der römisch-katholischen, der altkatholischen und der orthodoxen Kirche (dort griech. myron ‚Salbung‘ genannt) sowie eine sakramentale Handlung (Sakramentale) in der anglikanischen Kirche.

In der katholischen Kirche ist sie die Vollendung der Taufe und bildet zusammen mit dieser und der Eucharistie die „drei Sakramente der christlichen Initiation.“ Sie wird als Gabe der Kraft des Heiligen Geistes an den Gläubigen verstanden. Dies helfe ihm dabei, tiefer in der Gotteskindschaft zu verwurzeln, sich fester in Christus einzugliedern, seine Verbindung mit der Kirche zu stärken, sich mehr an ihrer Sendung zu beteiligen und zu helfen, in Wort und Tat für den christlichen Glauben Zeugnis zu geben. In den Ostkirchen wird die Firmung unmittelbar im Anschluss an die Taufe und vor dem Empfang der ersten Kommunion gespendet. In der römisch-katholischen Kirche ist dies bei der Erwachsenentaufe ebenso; Gläubige, die die Kindertaufe empfangen haben, werden nach „Erreichen des Vernunftgebrauchs“ in einer gesonderten Feier gefirmt, die mit der Erstkommunion verbunden sein kann oder dieser erst nach einiger Zeit folgt.
Firmung - Theodor Innitzer spendet im Stephansdom das Sakrament; 1950.
United States Information Service (USIS)
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Die Bedeutung der Firmung besteht nach der römisch-katholischen Kirche vor allem in zwei Aspekten: engere Verbindung mit der Kirche und Stärkung (lat. firmus ‚stark‘) durch die Kraft des Heiligen Geistes; außerdem wird durch die Firmung die Taufe vollendet in der Hinsicht, dass der Gefirmte nun uneingeschränkt der Kirche angehört („Vollbürger im Reiche Christi“ ist). Der Firmling wird mit seiner Firmung von Jesus Christus und der Kirche in Besitz genommen. Gleichzeitig wird er bevollmächtigt, „in der Kraft des Heiligen Geistes als Zeuge Jesu Christi den Glauben durch Wort und Tat zu verbreiten und zu verteidigen und so zum Aufbau und Wachstum des Leibes Christi, der Kirche, beizutragen“. Schließlich wird er dazu gesegnet und gestärkt durch den Heiligen Geist. Alle diese Aspekte werden durch die Handauflegung ausgedrückt. Außerdem nehmen die Christen „in vollerem Maß an Jesu Christi königlicher und priesterlicher Vollmacht und an seiner messianischen Geistfülle teil.“ (vgl. Priestertum aller Gläubigen); das Zeichen der Salbung deutet dieses aus.
Voraussetzungen
Firmung im Wiener Stephansdom 1949.
United States Information Service (USIS)
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Die Firmung erfordert einige Voraussetzungen. Zum einen muss der Firmling getauft sein, da die Firmung die Taufe zur Vollendung bringt. Außerdem muss der Firmling den Willen haben, gefirmt zu werden. Es wird dem Firmbewerber empfohlen, vor der Firmung das Bußsakrament zu empfangen. Hinsichtlich des Firmalters unterscheiden sich die Auffassungen: In der orthodoxen Kirche und in den unierten Kirchen des Ostens wird mit der Taufe des Kindes die Firmung verbunden; in der lateinischen Kirche dagegen ist erforderlich, dass der Firmling die Bedeutung der Firmung erkennen kann. Das Firmalter schwankte im Westen im Laufe der Geschichte erheblich und liegt heute gewöhnlich zwischen zwölf und sechzehn Jahren. Einige vor allem schweizerische Gemeinden legen das Firmalter auf achtzehn Jahre fest. Der Codex Iuris Canonici schreibt das „Erreichen des Vernunftgebrauchs“ (Vollendung des siebten Lebensjahres) vor. Auch jeder noch nicht gefirmte Erwachsene kann und soll auf Verlangen gefirmt werden, besonders im Zusammenhang mit der Taufe bzw. der Aufnahme in die katholische Kirche.

Die Firmvorbereitung (Firmkatechese) der Jugendlichen erfolgt in Gruppen zu etwa 8-15 Personen, oft durch Ehrenamtliche der jeweiligen Pfarrgemeinde, wobei der Pfarrer über die Katechese die Letztverantwortung innehat. Häufig vermittelt die Firmvorbereitung auch grundlegende Glaubensinhalte.
Firmspender
Franz Jachým während einer Firmung im Wiener Staphansdom; 1950.
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Die Firmung wird in der römisch-katholischen Kirche im Allgemeinen von einem Bischof („erstberufener Spender“) gespendet. Wo dies nicht möglich ist, kann sie auch von einem Priester gespendet werden, der jedoch eine besondere Beauftragung des Diözesanbischofs für diese Firmung braucht. Ein Ortsordinarius, der kein Bischof ist (Territorialäbte usw.) bzw. vom Recht einem Diözesanbischof gleichgestellt ist, firmt in dem Gebiet, für das er zuständig ist. Bei einem neugetauften Erwachsenen hat der taufende Priester, in der Regel der Pfarrer, eine solche Beauftragung. Auch bei einer Konversion wird in der Regel der Ortspfarrer mit der Firmspendung beauftragt. Darüber hinaus wird in den Fällen, in denen die Firmspendung nicht durch den Bischof erfolgen kann, diese z. B. durch einen Abt oder ein hochrangiges Mitglied des Ordinariats und nach Erlangung einer besonderen Firmbefugnis verliehen. Befindet sich der Firmling in Todesgefahr, darf jeder Priester von Rechts wegen die Firmung spenden, sogar außerhalb seines Gebietes.
Ablauf
Firmung im Wiener Stephansdom 1949.
United States Information Service (USIS)
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Die Firmung findet normalerweise innerhalb einer Heiligen Messe statt.
Im römischen Ritus beginnt die Firmung mit einem Eröffnungsgebet und der Erneuerung des Taufversprechens durch die Firmlinge. Anschließend breitet der Firmspender die Hände über dem Firmling aus und betet um die Herabkunft des Heiligen Geistes und die Vermittelung der Gaben des Heiligen Geistes. Dann legt er die rechte Hand auf den Kopf des Firmlings und zeichnet ihm mit Chrisam, einem vom Bischof geweihten Salböl, ein Kreuz auf die Stirn. Er spricht dazu:

Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Während der Firmung legt der Firmpate (in Österreich auch Firmgöd) als Zeichen seiner Unterstützung seine Hand auf die rechte Schulter des Firmlings. Es folgen ein abschließendes Gebet und der Segen sowie anschließend die Feier der Eucharistie.
Firmung im Wiener Stephansdom 1949.
United States Information Service (USIS)
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Bis zur Erneuerung des Ritus' der Firmung 1973 war ein angedeuteter Backenstreich des Bischofs als Symbol der Stärkung (vgl. Ritterschlag) allgemein üblich. In der Ostkirche heißt der Ritus der Firmung „Salbung“ und folgt direkt auf die Taufe. Der Priester salbt mit dem vom Bischof geweihten Myron die Stirn, die Augen, die Nasenflügel, den Mund, die Ohren, die Brust, die Hände und die Füße und spricht anschließend: „Siegel der Gabe des Heiligen Geistes“. Der Ritus ist hierbei nicht durch Ein- und Ausgangsgebete vom restlichen Gottesdienst getrennt.
Firmung - Der 71jährige Pensionist Josef Zyka nach seiner Firmung.
Firmpate zündet ihm eine Virginia an.
United States Information Service (USIS) 1953.
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Firmpatin mit ihrem Firmling; 1964.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Firmpatin mit ihrem Firmling; 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1971 wurde auch die Spendeformel im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils geändert. Gemäß dem vorkonziliaren Ritus lautete die Spendeformel:

„Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Römischer Firmritus vor 1971

Papst Paul VI. erneuerte den westlichen Firmritus, indem er die bis dahin übliche Spendeformel durch eine alte byzantinische ersetzte, in welcher der Heilige Geist bzw. Gott als Hauptakteur erscheint und die Bedeutung des (bischöflichen) Amtsträgers zurücktritt (pneumatologische Deutung der Firmung):

„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“
Römischer Firmritus
Salböl
Das Chrisam bzw. Myron ist vorgeschriebene Materie bei der Spendung der Firmung, es ist eine Mischung aus Öl und Balsam. Die Heiligen Öle werden vom Bischof am Gründonnerstag bzw. in der Karwoche in der Chrisammesse geweiht.
Theologische Entwicklung
Die Firmung hat sich im Laufe der ersten Jahrhunderte der christlichen Kirche als Aspekt der Taufe oder als eigenständige Feier entwickelt. In der Scholastik wurde es als eigenständiges Sakrament herausgestellt.
Biblische Fundstellen
Die Eigenständigkeit einer Firmung wird biblisch vor allem mit Stellen aus der Apostelgeschichte begründet. So predigte und taufte der Diakon Philippus in Samarien, ohne dass der Heilige Geist auf die Getauften gekommen wäre:

„14 Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. 15 Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. 17 Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.
Apg 8,14–17 EU

Nach dem Verständnis firmender Kirchen spendete der Apostel Paulus auch in Ephesus die Firmung:

„1 Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab. 2 Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes. 4 Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen. 6 Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren im ganzen ungefähr zwölf Männer.“
Apg 19,1–7 EU

Daneben wird auch Apg 10,44–48 EU erwähnt, die die Möglichkeit einer vortauflichen Geisteinflößung aufzeigt. Traditionelle Exegeten sehen in diesen Bibelstellen ein deutliches Anzeichen für eine Trennung der Riten von Taufe und Firmung und eine besondere Form der Geistmitteilung durch die Handauflegung. Dies ist jedoch bereits vielfach in Frage gestellt worden. Dabei wird vor allem der Ausnahmecharakter dieser Bibelstellen im Vergleich zum Rahmen der Apostelgeschichte und des Neuen Testaments betont, welcher der Taufe eine weitaus gewichtigere Rolle zuspricht. Kritiker bezweifeln anhand dessen die Historizität und heben die Intention des Verfassers hervor, der die eher privaten Missionserfolge des Philippus und Apollos durch die apostolische Handauflegung in einen gesamtkirchlichen Charakter einbetten möchte. Kritisiert wurde auch, dass die Belege vor allem der Apostelgeschichte entstammen, sich also nicht direkt im Wirken Jesu nachweisen lassen. Es wird daher heute davon ausgegangen, dass die biblische Theologie weder eine generelle rituelle Trennung von Taufe und Geisteinflößung noch eine obligatorische Handauflegung kannte und dass vielmehr die Taufe als dominanter Initiationsritus wesentlich war.
Ansätze bei den Kirchenvätern
Codex 1814, folio 5 recto, ganze Textseite mit Miniatur 'Firmung' in Deckfarbeninitiale.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Tradition des 2. Jahrhunderts berichtete neben der Taufe von keinem besonderen geistvermittelnden Ritus. Erst gegen Ende des Jahrhunderts äußerte sich der Kirchenvater Tertullian hierzu deutlicher. In seinem Werk De Baptismo („Über die Taufe“) entwickelte er als einer der frühesten Kirchenväter ein theologisches Gesamtkonzept der Taufe. Darin spricht er dem Untertauchen eine geisteinflößende Wirkung ab: „Nicht dass wir im Wasser den Heiligen Geist erlangten, sondern wir werden im Wasser […] gereinigt, für den Hl. Geist vorbereitet“. Nachdem der Mensch aus dem Taufbad aussteige, wird er gesalbt, „danach folgt die Handauflegung, womit durch einen Segensspruch der Heilige Geist herbeigerufen und eingeladen wird.“ Er trennt hier also klar die Ritualschritte voneinander und ordnet ihnen verschiedene Wirkungen zu. Hippolyt von Rom beschrieb Anfang des 3. Jahrhunderts in der Traditio Apostolica („Apostolische Überlieferung“) kirchliche Liturgien und Aufgaben von Funktionsträgern der katholischen Kirche – wie Bischof, Presbyter und Diakon. In dieser Beschreibung ist der Ritus der Handauflegung wie bei Tertullian auch eine Phase des Taufgeschehens selber, die Taufe eine Einheit im Sinne einer Initiation.
"Bandlweiber" bei der Firmung.
Bild: Rübelt, Lothar um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Neu an den Aussagen Hippolyts ist, dass bereits der Grund für eine mögliche zeitlich-örtliche Trennung von Taufe und Firmung erkennbar wird: Die Tauchtaufe wird durch einen Diakon vollzogen und mit einer nachtauflichen Salbung durch einen Presbyter fortgesetzt, während nur der Bischof mittels Handauflegung und einer zweiten Salbung die Gnade Gottes über den Getauften herabrufen kann. In einer Auseinandersetzung mit den Anhängern des Bischofs Lucifer von Calaris, die rigoros die Gültigkeit u. a. der von Arianern gespendeten Taufen ablehnten, setzte sich Hieronymus für die Häretikertaufe ein und behandelte in dem Zusammenhang die Bedeutung der Handauflegung. Er bezieht sich hierbei auf die Apostelgeschichte, wenn er feststellt: „Nicht leugne ich diesen Brauch der Kirchen, dass zu denen, die weit entfernt von größeren Städten durch Priester und Diakone getauft worden sind, der Bischof hinauseilt, um ihnen zur Anrufung des Heiligen Geistes die Hand aufzulegen.“ Die fiktive Frage seines Gegenübers nach dem Grund für dieses Vorgehen, obwohl der Heilige Geist „doch nach unserer Versicherung in einer wahrhaftigen Taufe mitgeteilt wird“, beantwortet er damit, dass „nach der Himmelfahrt des Herrn der Heilige Geist auf die Apostel herabstieg“. Die Praxis diene aber mehr „zur Ehre des Priestertums als nach einem Gesetz der Notwendigkeit“.
Verselbständigung in der Scholastik
Die Scholastiker des Mittelalters systematisierten die Lehre der Kirchenväter und entwickelten eine eigenständige Theologie der Firmung, die nun als Sakrament dargestellt wurde. Der Theologe Hugo von St. Victor erklärte auch die Firmung zum eigenständigen Sakrament, dessen innerer Zusammenhang zur Taufe jedoch betont wurde. Er beschreibt den alten Ritus der Chrisamsalbung und Handauflegung als apostolisches Vorrecht der Bischöfe, den Christen zu besiegeln und den Heiligen Geist zu übergeben. Auf die fiktive Frage, „ob es ein größeres Sakrament als die Taufe sei“, antwortet Hugo von St. Victor, dass „jedes von beiden ein großes Sakrament und mit höchster Verehrung einzuschätzen“ sei. Er widerspricht einer Höherstellung der Firmung aufgrund ihrer bischöflichen Autorität und lässt auf diese Weise erkennen, dass sich die Vorzeichen gedreht haben: Während die Kirchenväter noch die Taufe als wichtigsten Akt hervorhoben und darin überhaupt eine Rolle für die Firmung gesucht haben, ist sie nun so wichtig geworden, dass die mittleralterliche Theologie bei Hugo von St. Victor bereits einer Degradierung der Taufe entgegenwirken will. Der bedeutende Theologe und Philosoph Thomas von Aquin baute die bereits bei Hugo von St. Victor vorgefundenen Elemente zu einer Firmtheologie aus, die für die folgende katholische Lehre von großer Bedeutung sein sollte. Ein umfangreicher Fragenkatalog in seinem Hauptwerk Summa theologica bietet hierfür eine systematisierte Auseinandersetzung. Für seine Argumentation erweiterte er das bisher übliche Firmverständnis um eine weitere Eigenschaft, den Empfang des „Vollalters des geistigen Lebens“. Mit der Firmung werde diese erlangt, so wie der Mensch mit der Taufe das geistige Leben überhaupt empfange. Damit wird die Eigenständigkeit der Firmung weiter untermauert. Das Chrisam deutet er als dieser Funktion entsprechenden Stoff, der die Fülle des Heiligen Geistes gibt. Auch der damit verbundene bewusste Eintritt in die Gemeinschaft ist laut Thomas von Aquin mit dem Ritus und dem Chrisam verbunden. Des Weiteren geht er davon aus, dass der sakramentale Charakter eine geistige Gewalt für bestimmte heilige Handlungen gibt. Während die Taufe die Vollmacht zu wirken gebe, was das eigene Heil betrifft, schenke die Firmung die Vollmacht zum geistigen Kampf gegen die „Feinde“.
Festigung im kirchlichen Lehramt
Godl und Firmling. Ennstal; um 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Firmpatin mit ihrem Firmling; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Firmling um 1976. Graz.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Firmling um 1970. Photo Simonis.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die scholastische Firmtheologie ging zu wesentlichen Teilen in die folgenden Dokumente des kirchlichen Lehramts ein, wodurch die Firmung gegen Ende des Mittelalters als eigenständiges Sakrament kirchenrechtlich gefestigt wurde. In einem Brief an den Katholikos der Armenier, der 1351 eine Wiedervereinigung mit der Armenischen Apostolischen Kirche vorbereiten sollte, erklärte Papst Clemens VI. die Weihe des Chrisams und die Spendung des Firmsakraments als Vorrecht des Bischofs. Nur der Papst könne Ausnahmen von dieser Regelung treffen, indem er einem einfachen Priester die Vollmacht überträgt. Während des mehrjährigen Konzils von Florenz erklärte die Versammlung in einem Lehrentscheid für die Armenier aus dem Jahr 1439 die scholastische Lehre für verbindlich. Darin findet sich die nun voll ausgeprägte vorreformatorische Firmtheologie: Die Firmung sei eines der sieben Sakramente, präge der Seele ein Merkmal ein, gebe den Heiligen Geist zur Stärkung des Glaubens, ordentlicher Spender sei der Bischof (Ausnahmen sind nur mit päpstlicher Anweisung möglich) und die Zeichenhandlung bestehe aus Salbung mit Chrisamöl und heiligenden Worten. Als biblische Legitimation wurde wiederum auf die Handauflegung bei den Samariern aus der Apostelgeschichte zurückgegriffen.
Brauchtum
Vorfahrt zum Atelier Simonis anlässlich der Firmung. Photo Simonis; um 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In manchen Regionen ist es üblich, dass sich der Firmling den Namen eines Heiligen aussucht, den er als Firmnamen annimmt. Traditionell feiert der Firmling den Firmtag allein mit seinem Paten. Erst in jüngster Zeit finden im Rahmen der Firmung große Familienfeiern statt. In einigen Gegenden Deutschlands, in der Schweiz und in Österreich erhalten die Neugefirmten auch Geld- oder andere Geschenke (etwa früher in Bayern traditionell die erste Taschen- bzw. Armbanduhr).
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