Franziskaner werden
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
Franz von Assisi © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heiliger Franz von Assisi.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gottes Wort vom Frieden und der Erlösung sollen sie vor allem durch ihr Beispiel, aber auch durch das Predigen verkünden. Die Predigt erlangt durch ihr vorbildliches apostolisches Leben, die vita apostolica, gewissermaßen eine höhere Glaubwürdigkeit. Das Leben der Franziskanerbrüder war und ist sehr bescheiden. Der Selbstanspruch, ein bewusstes Leben mit der Schöpfung zu führen, hängt eng mit der Abkehr von irdischem Reichtum zusammen. Durch die Betonung dieses Aspektes erlangen die Franziskaner seit Beginn der ökologischen Bewegung in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ein verstärktes Ansehen.

"Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe.

Gib mir Herr, das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle.
Amen."


Franziskus hat dieses Gebet im Jahr 1206 gesprochen,
als ihm Christus in San Damiano den Auftrag gegeben hat:
„Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her,
das, wie du siehst, ganz verfallen ist."
Diese Worte Jesu an Franziskus standen am Beginn seiner Berufung. Wir Brüder der Berufungspastoral wollen - und können - keinen Franziskaner oder keine franziskanische Ordensfrau aus Dir machen.
www.franziskaner.at/franziskaner-werden
Aber in voller Achtung Deiner Freiheit möchten wir dich begleiten, wenn Du Deiner ganz persönlichen Berufung auf der Spur bist.
Franziskaner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zwei Franziskaner im Garten des Klosters San Damiano in Assisi,
der Rechte beschneidet einen Zierbusch; 1923.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit fast acht Jahrhunderten versuchen Männer im Geist des hl. Franziskus nach dem Evangelium zu leben. Für uns Franziskaner in Österreich und Südtirol bedeutet dies:

Gebet:
Christus ist die Mitte unseres Lebens. Deshalb sind persönliche und gemeinsame Zeiten der Begegnung mit dem Herrn in Gebet und Stille die Angelpunkte und die gemeinsame Eucharistiefeier das Zentrum unseres Tagesablaufes.

Gemeinschaft:
Unsere Lebensform vollzieht sich wesentlich in der Gemeinschaft von Brüdern. Jeder kann und soll seine besonderen Gaben in die Bruderschaft einbringen, zum Nutzen aller.

Einfaches Dienen:
Als Brüder aller wollen wir mitten unter den Menschen durch unsere Arbeit und Verkündigung die Frohe Botschaft bezeugen - im Dienst an Armen und Kranken, in Pfarrseelsorge, Beichtgespräch und geistlicher Begleitung, im Exerzitiendienst, in Gemeindemission, Jugendarbeit, in Lehr- und Erzieherberuf, in handwerklichen Berufen, durch Missionseinsatz in den jungen Kirchen.
Aufnahme und Ausbildung
Franziskaner © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Brüder des Klosters Hall 1937.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Voraussetzung für die Aufnahme in unsere Gemeinschaft ist normalerweise eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Matura. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre.
Auf eine Zeit des ersten Kennenlernens folgt das Postulat (Phase der Orientierung), dann das Noviziat (Einführungsjahr) sowie mehrere Jahre der weiteren franziskanischen, persönlichen und beruflichen Ausbildung. Die endgültige Bindung an die Gemeinschaft erfolgt durch die feierliche Profeß (= Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit) frühestens vier Jahre nach dem Eintritt.
Berufung - mein Leben mit Gott
Vielleicht fragst du dich, welchen Weg du für dein Leben einschlagen willst, was das Leben überhaupt ausmacht, welchen Sinn du ihm geben kannst.

Als Christen glauben wir, dass Gott für jeden von uns einen „Vorschlag“ hat, einen persönlichen Weg, den er mit uns gehen möchte. Die nachfolgenden Zeilen möchten dich ein wenig informieren und motivieren, über dich und dein Leben nachzudenken, worin deine „Berufung“ liegt. Dazu kann dir vielleicht auch das Beispiel des Hl. Franziskus und einiger Franziskaner helfen.
Berufung zum Dienst am Reich Gottes
Bei der Berufung der Zwölf Apostel (Mk 3,13f) ruft Jesus jene zu sich, die er „bei sich haben“ wollte. Darin wird sichtbar, dass Christus viel Vertrauen in seine Jünger setzt. Denn ohne Vorkenntnisse, ohne spezielles Training oder Ausbildung wählt sich Christus jene aus, die er mit dem Auftrag ausrüstet: Verkündet das Reich Gottes und heilt die Kranken. Das einzige, worauf die Jünger setzen können, ist Jesus selbst.

Gott wirbt auch in unseren Tagen für eine bestimmte Aufgabe, Haltung oder Lebensform. Gleichzeitig lässt er den Menschen frei, lässt ihn wählen. Gott übergeht die Fragen und die Sehnsucht, die Talente und natürlichen Grenzen des Einzelnen nicht. Berufung ist somit nicht etwas Festgeschriebenes, sondern ein dialogisches Geschehen, ein Weg, der erst langsam im Gespräch zwischen Gott und Mensch entsteht. Aber dann habe ich auch Schritte zu setzen, aufzubrechen, etwas zu wagen. Wer zu lange nicht wählt, wird um das volle Leben betrogen. Vieles kann da für uns Wegweiser sein: eine Erzählung aus der Hl. Schrift, ein Mensch, ein Ereignis, innere Freude und Trost, alles, was uns den Weg zum Leben zeigt. Auf meinem Pilgerweg durchs Leben werde ich viel loslassen, zurücklassen müssen, auch mit wehem Herzen. Franziskus von Assisi hat in der Jüngeraussendung von Jesus (Mt 10; Lk 9;10) seine Auftrag gefunden, sodass er sagen konnte: Das ist es, was ich tun will. Nach einer längeren Zeit des Ringens und Betens wurde ihm diese sichere Erkenntnis geschenkt.
Konkrete Entscheidungshilfen
Wenn wir vor größeren Entscheidungen stehen, vor der Wahl einer Lebensform, eines bestimmten Berufes, einer längeren Verpflichtung, vor dem endgültigen Ja zu einem Menschen oder einer Gemeinschaft, so fragen wir uns gewöhnlich: Woran erkenne ich, dass diese Wahl stimmt, dass ich diesem Weg trauen und ihn durchhalten kann? Werde ich darin Erfüllung finden? Weil solche Entscheidungen für uns selbst und andere oft große Tragweite haben, gilt es dabei ganz besonders gut hinzuhören. Gottes Ruf will zum Leben in Fülle führen. Seine Stimme ist allerdings unter einem dreifachen Aspekt zu hören (vgl. nachfolgend P. J. Maureder SJ, Wir kommen wohin wir schauen, Innsbruck 2004, 45-47; oder www.haus-manresa.at ).

1) Meine persönliche Natur:
Der Weg der engeren Nachfolge Christi kommt der meiner Natur gleichsam entgegen, er widerspricht nicht meinem Wesen, meinem Charakter oder meinen Bedürfnissen.

2) Meine Sehnsucht:
Im Evangelium fällt auf, dass Jesus immer wieder nach der Sehnsucht fragt: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,38). „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ (Mk 10,51). Mit der Frage, worauf ich einmal an meinem Lebensende zurückschauen möchte, kann ich meiner tieferliegenden Sehnsucht nachspüren, was ich leben möchte, was Gott in mich hineingelegt hat.

3) Das Berührtwerden vom „Gegenüber“:
Alles, was wir wahrnehmen, löst in uns ein Echo aus. Manches davon trifft in besonderer Weise unser Herz, beunruhigt uns, ist wie ein Werben, das wir nicht vergessen und verdrängen können. Dies mag die Erfahrung mit einem armen Menschen sein, Bilder der Not, ein Wort des Herrn in der Schrift, die Bemerkung eines Freundes, eine Stellungnahme der Kirche. Darin können wir das Werben Gottes erkennen: was ich tun soll! Auch hier ist wieder gut hinzuhören, denn Gottes Stimme ist oft sanft und unscheinbar.

Jeder ist selbst verantwortlich, auf seine Natur, auf seine Sehnsucht und auf die ihn umgebende Wirklichkeit zu hören. Das tägliche Beten, eine erfahrene geistliche Wegbegleitung, ein Tagebuch oder bestimmte geistliche Übungen (Exerzitien) werden dabei eine große Hilfe sein. Wenn die drei Komponenten immer mehr übereinstimmen – das, was ich will mit dem, was ich meine zu sollen und dies auch gut leben und tun kann – dann wird Friede spürbar, Kraft und frohe Bereitschaft, diesen Weg zu gehen. Letztlich ist Berufung eine ständige Bewegung auf dem Weg, der Jesus Christus ist. In Freiheit diesem Anruf Jesu Christi folgen, der mich zu einem erfüllten, zu einem Leben mit IHM im Dienst an den Menschen führen möchte.
"Wenn nun jemand auf Gottes Eingebung hin dieses Leben annehmen will und zu unseren Brüdern kommt,
werde er liebevoll von ihnen aufgenommen"
schreibt Franziskus in seiner Ordensregel
Text auszugsweise aus
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
www.franziskaner.at/franziskaner-werden
 
Index/Startseite
Orden Übersicht  
Klöster, Stifte u. Abteien
Klostergeschichten  
Kirchen in Österreich  
Geschichte  
Zeittafel
Heilige und Selige  
Fest- und Feiertage  
Gebet und Kirche  
Neue Inhalte  
 
Franziskaner
Kloster Hall in Tirol  
Kloster Lienz  
Kloster Pupping  
Kloster Reutte  
Kloster Schwaz in Tirol  
Kloster Salzburg  
Kloster Telfs  
Orden  
Franz von Assisi  
Elisabeth von Thüringen  
Klara von Assisi  
Franziskanerkirche Wien  
Minoritenkirche Wien  
Basilika Frauenkirchen  
Basilika Güssing  
Maria Lankowitz  
Angebote  
Bruder werden  
Bildungsangebote  
   
   
 
Papst Franziskus  
Antonius abonnieren  
  www.gaube.at - Erhard Gaube
 
design by gaube