Franziskanerkirche
Kirche hl. Hieronymus
Franziskanerplatz 4, 1010 Wien
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Das Kirchenportal der Franziskanerkirche.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die römisch-katholische Franziskanerkirche befindet sich am Franziskanerplatz auf der Seite der Weihburggasse im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Sie ist der Dom- und Metropolitanpfarre St. Stephan zugewiesen und dem hl. Hieronymus geweiht. In ihr befindet sich die älteste bespielbare Orgel Wiens, die Wöckherl-Orgel.
Geschichte
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Hl. Messe mit Nuntius Zurbriggen in der Franziskanerkirche 2009.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Der Franziskanerorden hatte ab 1451 mit St. Theobald ob der Laimgrube im Bezirk Mariahilf sein erstes Kloster in Wien, welches im Jahre 1529 zerstört wurde. 1589 überließ die Stadtgemeinde Wien das von 1383 bis 1387 erbaute leerstehende Büßerinnenkloster dem Franziskanerorden. Als die Franziskaner das Gebäude – in dem ehemalige Dirnen als Büßerinnen untergebracht waren – übernahmen, kam es unter Einbeziehung alter Bauteile zum Neubau der Kirche.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Hl. Messe vom 16.03.2014 aus der Wiener Franziskanerkirche.
Die hl. Messe wurde live auf ORF 2 und ZDF übertragen.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
So kommt es, dass Wiens einziger Sakralbau im Renaissancestil noch vielfach durch gotische Elemente geziert ist. Die Kirche wurde 1607 (wobei die Gestaltung des Innenraumes erst um 1720 abgeschlossen war), das Kloster erst 1630 vollendet. Den Hochaltar schuf 1707 Andrea Pozzo. Der vordere Teil ist plastisch als Bildhauerarbeit gestaltet, die Säulen, Architektur, Kuppel und Wolken dagegen auf Leinwand gemalt.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR   Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die Franziskanerkiche im Morgenlicht.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Der Moses-Brunnen am
Franziskanerplatz.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Im Zuge der Chororgelrestaurierung wurde auch der Betchor und der Kulissenaltar, welche nach Plänen von Pater Bonaventura von 1603 bis 1607 errichtet wurden, restauriert. Dabei wurden auch Grisaillemalereien freigelegt, die für Wien ein bis dato unbekanntes und einmaliges „Dokument frühbarocker Wandmalerei von hoher kunsthistorischer Bedeutung“ sind.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Orgelempore der Franziskanerkirche.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Innen ist besonders die Wöckherl-Orgel zu beachten, die hinter dem Hochaltar im Chor positioniert ist. Sie ist mit ihrem Entstehungsdatum 1642 die älteste noch bespielbare Orgel Wiens; ihre Schwesterorgel steht in der Dom- und Pfarrkirche St. Georg in Ödenburg und ist die älteste funktionierende Kirchenorgel Mitteleuropas aus dem Jahre 1633. Die Orgel der Franziskanerkirche wurde 1642/43 durch den Wiener Orgelbauer Johann Wöckherl (um 1594 – 1660) errichtet. Der am 14. Juli 1642 dafür geschlossene Werkvertrag ist noch heute vorhanden, sie ist damit die älteste erhaltene Kirchenorgel Wiens. Sie besitzt 20 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal mit gebrochener Unteroktav in zeittypischer mitteltöniger Stimmung.
Franziskanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Franziskanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wöckherl-Orgel (hinter dem
Hochaltar): Gesamtansicht von links
von erhöhtem Standort
(Flügel geschlossen); um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wöckherl-Orgel (hinter dem
Hochaltar): Gesamtansicht von links,
mit geöffneten Flügeln; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Franziskanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Franziskanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grab des Grafen Johann Friedrich
Seilern 1715: Marmorsarkophag mit
Kreuzigungsrelief u. Inschrift. 18. Jh.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Spieltisch der Wöckherl-Orgel
hinter dem Hochaltar.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Orgelwerk im zeitgleich hergestellten Gehäuse mit reichem ornamentalen Schnitzdekor kann durch seine figural bemalten Flügeltüren den liturgischen und musikalischen Bedürfnissen entsprechend im geöffneten wie auch im geschlossenen Zustand gespielt werden und stellt somit auch in dieser Besonderheit ein Unikum in der Wiener Orgellandschaft dar.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Blick in die Franziskanergruft.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die Franziskanergruft liegt unter dem Betchor der Kirche, während unter den Seitenaltären jeweils eine weitere Gruft liegt. Sie alle waren nur von oben her zugänglich und wurden im Jahre 1739 miteinander verbunden. In der Gruft befinden sich Zinnsärge aus dem Jahre 1620 und zwei besonders prachtvolle Exemplare der Familie Hoyos aus dem Jahre 1684. Von der Gnadenstatue aus dem 15. Jahrhundert sind Wunderrettungslegenden bekannt. Sie soll aus Grünberg bei Böhmen kommen. Dort soll von Protestanten versucht worden sein, die Statue zu zerstören. Beim Versuch, sie zu verbrennen, widerstand sie dem Feuer. Nachdem man vergeblich versucht hatte, sie mit einer Axt zu zerstören, beließ man das Beil in Marias linker Schulter und die Statue wird seitdem als "Madonna mit der Axt" verehrt.
Franziskanerkloster
Franziskanerkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schrägaufnahme von rechts gegen Franziskanerkirche und Kloster.
Bild: Stauda, August; 1901.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Wiener Franziskanerkloster ist eines der Hauptklöster der "Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold in Österreich und Südtirol". Täglich (Montag bis Samstag) sind Frauen und Männer in Not an der Klosterpforte zur Jause eingeladen. Jeden Freitag kommen zwischen 100 und 180 Menschen in Not zur Suppenküche ins Franziskanerkloster. Ein Team von HelferInnen betreut die Bedürftigen.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Brüder im Innenhof des Franziskanerklosters.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Mehrere bedeutende Einrichtungen der Franziskaner haben in Wien ihren Sitz: Der Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK), das Generalkommissariat vom Heiligen Land, die Missionsprokura, das Mediensekretariat der Provinz sowie die Hilfsstelle Franziskaner für Mittel- und Osteuropa (FMO).
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Nuntius Zurbriggen segnete Gedenktafel (2009).
Vor 480 Jahren wurde der erste permanente Nuntius für Österreich ernannt.
Die Nuntiatur wurde im ehemaligen Franziskanerkloster errichtet.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die Wiener Franziskanerkirche ist eine beliebte Gottesdienststätte und ein gern aufgesuchter Beichtort. Täglich steht ein Priester für Beichte und Aussprache bereit. Drei Heilige Messen werden jeden Tag gefeiert.
Franziskanerkirche © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Das Heilige Grab im m Großen Refektorium des Klosters.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Im Großen Refektorium des Klosters wird jedes Jahr in der Karwoche das Heilige Grab aufgebaut. Zum ersten Mal wurde das von Professor Carl Rosner gefertigte Heilige Grab am 4. April 1844 aufgestellt. Das Antipendium mit einer Darstellung der zwölf Apostel wird Leopold Kuppelwieser zugeschrieben.
Das „Heilige Grab schauen“ ist eine Wiener Tradition.

"Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst."
kloester.franziskaner.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Franziskanerkirche_(Wien)" der
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