Granatapfel
Ausgabe: November 2012
Pater Provinzial Frater Ulrich OH
Provinzial von 2007 bis 2015
Hauptverantwortung für die Ordensprovinz
Der Provinzial trägt die Hauptverantwortung für eine Ordensprovinz. in der Österreichischen Ordensprovinz war das von 2007 bis 2015 Frater Ulrich Fischer, der damit für über 30 Ordenswerke in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn zuständig ist. Unterstützt wird er dabei von vier Provinzräten.
TEXT: BRIGITTE VEINFURTER
Provinzial Ulrich Fischer  © Foto: Barmherzige Brüder
Provinzial Ulrich Fischer bei der Feierlichen Profess
von Frater Michael und Frater Johannes im Mai 2012 in Wien.
© Foto: Barmherzige Brüder
Gediegene dunkle Holzmöbel, ein großer Besprechungstisch und ein ebenso großer Schreibtisch, übrigens ohne Computer, das Fenster auf die schmale Einfahrt zum Wiener Ordenskrankenhaus – das ist in kurzen Worten das Büro von Provinzial Ulrich Fischer im ersten Stock des Konventgebäudes. Neben dem Provinzial haben hier auch seine engsten MitarbeiterInnen ihre Büros, u. a. sein Sekretär Dominik Hartig, der Provinzsekretär Robert Bühringer und der Gesamtleiter der Ordensprovinz, Direktor Adolf Inzinger. Nach dem Morgengebet und dem Frühstück beginnt der Arbeitstag von Provinzial Ulrich Fischer meist um 7 Uhr. Zu dieser frühen Stunde kann er am ehesten in Ruhe Verwaltungsarbeiten erledigen und Post beantworten. Danach hat er oft Besprechungen, in denen dringende Anfragen geklärt werden oder Vorarbeiten zur Entscheidungsfindung stattfinden.
Gelebte Hospitalität
Mitunter ist er auch auf Reisen, um sich einen Überblick über die Arbeit in den über 30 Ordenswerken in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn zu verschaffen. Vorbild aller Ordenseinrichtungen sind jene Krankenhäuser, die der Ordensstifter Johannes von Gott im spanischen Granada geführt hat. Sein Betreuungsstil wird „Hospitalität“ genannt – christliche Gastfreundschaft. Sie soll auch heute in allen Einrichtungen gelebt werden und für jeden erfahrbar sein. Inwieweit das gelingt und noch besser gelingen kann, dieser Frage wird vor allem im Rahmen der sogenannten „Visitation“ nachgegangen. Darüber hinaus nimmt der Provinzial Repräsentationsaufgaben wahr, zum Beispiel bei Eröffnungsfeiern und Tagungen, wo er auch Kontakte zu PatientInnen, MitarbeiterInnen und PolitikerInnen pflegt. Bei Zusammenkünften von provinzweiten Institutionen wie etwa der Ethikkommission ist der Provinzial ebenfalls mit dabei. Und schließlich vertritt er die Ordensprovinz bei internationalen Ordenstreffen, wie beispielsweise derzeit beim Generalkapitel in Fatima.
Vier Provinzräte zur Unterstützung
In den Ordenskonstitutionen, die mit der Verfassung eines Staates vergleichbar sind, heißt es, dass der Provinzial die „Hauptverantwortung für das Wachstum des Ordenslebens und für alle Maßnahmen der Bildung und des Apostolates in der Provinz“ trägt. Aber bei der Leitungstätigkeit erhält er Unterstützung: Vier Provinzräte beraten ihn und arbeiten „in brüderlicher Weise“ mit ihm zusammen. Sie werden auch „Definitoren“ genannt. Zusammen mit dem Provinzial bilden sie das „Definitorium“, in dem die wichtigsten Fragen in der Ordensprovinz geklärt und beschlossen werden. In der Österreichischen Ordensprovinz sind derzeit Frater Paulus Kohler, der Prior des Wiener Konvents, Frater Martin Macek, Delegat der Tschechischen Provinzdelegatur, Pater Imre Kozma, Delegat der Ungarischen Provinzdelegatur, und Frater Matthias Meczywor, Prior in Graz-Marschallgasse, die vier Provinzräte. Sie treffen sich mit Provinzial Ulrich Fischer etwa einmal pro Monat zu den Definitoriumssitzungen. Zuständig sind Provinzial und Provinzräte sowohl für die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen des Ordens als auch für die Ordensmitglieder. In der Österreichischen Ordensprovinz sind das insgesamt 47. Mit Zustimmung der Provinzräte entscheidet der Provinzial über die Zulassung zum Noviziat sowie zur Einfachen und zur Feierlichen Profess. Er hat auch das Recht, Mitbrüder von einer Kommunität in eine andere zu versetzen. Bestellt werden vom Definitorium auch die Prioren und die Mitglieder der kollegialen Führungen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
35 Jahre Leitungsämter
Frater Ulrich Fischer ist in seiner zweiten Amtszeit als Provinzial. Davor war er in mehreren Leitungsfunktionen tätig. Bereits im Jahr nach seiner Feierlichen Profess, im Alter von 31 Jahren, wurde er 1977 Prior im Alten- und Pflegeheim Kritzendorf. Anschließend leitete er ab 1983 für drei Amtsperioden als Prior und Gesamtleiter das Johannes von Gott-Pflegezentrum in Kainbach bei Graz. 1995 kam er abermals nach Kritzendorf, 1998 übernahm er als Prior und Krankenhausvorstand die Leitung des Wiener Ordensspitals. Beim 75. Provinzkapitel im Mai 2007 wurde Frater Ulrich Fischer erstmals zum Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder gewählt. 2010 erfolgte seine Wiederwahl.
Provinzial und Definitorium: Provinz nennt man eine Organisationseinheit innerhalb eines Ordens. Sie wird vom Provinzial mit seinem Rat geleitet. Gemeinsam bilden sie das sogenannte Provinz­Definitorium (abgeleitet vom lateinischen Wort „definire“ = abgrenzen, begrenzen, genau bestimmen), die Provinzräte werden daher auch Definitoren genannt. Gewählt werden Provinzial und Provinzräte vom Provinzkapitel, das bisher alle drei Jahre, seit Inkrafttreten der neuen Generalstatuten 2009 alle vier Jahre, zusammentritt. Der sitz des Provinzials wird Provinzialat genannt.
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Text auszugsweise aus
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