Fronleichnam
60 Tage nach Ostern
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnamsprozession in Traunkirchen; Priester und Ministranten
beim Verlassen des Schiffes am Traunsee; 1952.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Fronleichnamsfest, lat. Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi („Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“), ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.

Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrône lîcham ab, „des Herren Leib“ (vrôn „was den Herrn betrifft“; siehe auch Fron- und lîcham „der Leib“). In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi, regional wird es auch Prangertag oder Blutstag genannt. In das Englische und in andere Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes Corpus Christi eingegangen.
Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen (am 60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest auch am darauffolgenden Sonntag gefeiert werden.
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnam 1949. Stadtumgang: Prozession beim Altar vor der Kapuzinerkirche.
United States Information Service (USIS)
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der wichtigste Teil des Fronleichnamsfestes ist die Heilige Messe, deren liturgische Texte sich auf das Geheimnis der Eucharistie beziehen. Vielerorts wird dieser Gottesdienst im Freien, etwa auf öffentlichen Plätzen gefeiert.

An die Heilige Messe schließt sich in der Regel die Prozession an, regional auch „Gottestracht“ (von mhd. trahte, Substantiv zu tragen) genannt, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten (einer konsekrierten Hostie) in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten („theophore“ Prozession). Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. Mit einer Statio an bis zu vier Außenaltären werden Elemente eines Flurumgangs aufgenommen; bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem Tantum Ergo und dem Te Deum.

Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel vom Bild des wandernden Gottesvolks aus, dessen Mitte Christus, „das Brot des Lebens“, ist. Die Verbindung von Prozession und Heiliger Messe wird stärker betont.
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
St.Lambrecht; Fronleichnamsprozession im großen Stiftshof;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. durch die Bulle Transiturus de hoc mundo zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Unter anderem schrieb Urban IV.: „Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen“.
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Froneichnamsprozession: Rückkehr vom Graben; 1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Anregung zu der Schaffung dieses Festes geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich, einer Augustinerchorfrau, im Jahre 1209 zurück. Diese berichtete, sie habe in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Das mit der Bulle Transiturus de hoc mundo in der lateinischen Kirche eingeführte Fest war das erste, das von einem Papst in den liturgischen Kalender der Gesamtkirche aufgenommen wurde. Das vierte Laterankonzil hatte 1215 die Wandlung der eucharistischen Gestalten mit der Transsubstantiationslehre präzisiert und zum Dogma erhoben. Die katholische Kirche lehrt, dass in der Heiligen Messe die eucharistischen Gestalten durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnam-Umzug in Wien: Teilnehmerinnen mit Blumenbuketts; um 1934.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Für das Fest entstand ein eigenes Proprium für Stundengebet und Messe, das Thomas von Aquin schuf. Die Hymnen haben den Charakter des Fests entscheidend geprägt: Panis angelicus, Pange lingua, Adoro te devote, Verbum supernum prodiens und die Sequenz Lauda Sion. Der eucharistische Christus wird außer mit Weihrauch und Altarschellen oft auch mit gestreuten Blumen, mancherorts mit Salutschüssen gegrüßt. In Österreich war es üblich, auf den Feldern, die entlang der Prozession lagen, nur schweres Getreide (Roggen und Weizen) zu säen, da andere Feldfrüchte (insbesondere Hafer) als minderwertig und damit der Prozession unwürdig erschienen.
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnamsprozession am Traunsee; 1928.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Fronleichnam © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fronleichnamsprozession in
Traunkirchen;  Frauen in Tracht beim
Umgang im Ort; 1952.
United States Information Service.
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Fronleichnam auf dem Hallstätter
See, ein Ruderer in Trachtenanzug
auf einem geschmückten Boot; 1966.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Schmücken ganzer Straßenzüge (in Österreich vor allem mit Birkenzweigen) für die Prozession ist bis heute verbreitet. Vielerorts werden zusätzlich zu den Prozessionsfähnchen am Wegesrand traditionell auch Bilder, Ornamente und Schriften aus vielen einzelnen Blütenteilen als Blumenteppich vor Stationsaltäre und auf den Prozessionsweg gelegt. Regional gibt es die Fronleichnamsprozession auch als „Prozession zu Pferd“ (Antlassritt) oder als Schiffsprozession. In Österreich finden im Salzkammergut in Hallstatt und Traunkirchen Seeprozessionen statt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Fronleichnam" der
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