Heilige Familie
Sonntag nach Weihnachten
Die heilige Familie © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die heilige Familie.
Lithografie von Rudolf Hoffmann (Hofmann) nach einem Gemälde von J. B. Metzler.
Hoffmann stellte die Grafik 1843 in der Akademie-Ausstellung in Wien aus.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als Heilige Familie versteht das Christentum Jesus von Nazaret
mit seiner Mutter Maria und seinem Ziehvater, dem hl. Josef.

Darstellungen aus der Weihnachtsgeschichte (Geburt Christi, Anbetung der Hirten, Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, Flucht nach Ägypten), wie man sie in der bildenden Kunst des Abendlandes oder in Weihnachtskrippen findet, enthalten fast immer auch eine Darstellung der Heiligen Familie. Unter dem Bildmotiv Heilige Familie versteht man jedoch gemeinhin eine Darstellung der Familie nach dem Weihnachtsgeschehen. Das Motiv der häuslichen Umgebung der Familie, oft mit Zimmermannswerkstatt und Spinnrad ausgestattet, wird auch als Haus Nazareth bezeichnet. Der Heilige Wandel ist ein im frühen 17. Jahrhundert entstandener Bildtypus der katholischen Gegenreformation, der die Heilige Familie als Gehende („wandelnde“) zeigt, wobei der Knabe Jesus meist zwischen Maria und Joseph schreitet, oft von ihnen an der Hand geführt. Das Andachtsbild symbolisiert das Schreiten auf dem Lebensweg und soll zu christlicher Lebensführung ermahnen. Vielfach werden mit der Heiligen Familie auch Marias Mutter Anna, Marias Kusine Elisabet und deren Sohn Johannes der Täufer dargestellt. Anna selbdritt ist eine Darstellung der Anna mit Maria und dem Jesuskind. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kommt die Heilige Sippe als Bildtypus auf.
Die heilige Familie © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Die heilige Familie.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Im Kirchenjahr der katholischen Kirche wird das Fest der Heiligen Familie am Sonntag in der Weihnachtsoktav gefeiert. Tagesevangelium ist entweder die Flucht nach Ägypten (Lesejahr A (Mt 2,13 EU)), die Darstellung Jesu im Tempel (Lesejahr B (Lk 2,21 EU)) oder die Wallfahrt der Familie zu Pessach nach Jerusalem mit dem Aufenthalt des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lesejahr C (Lk 2,41 EU)). Wenn kein Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr fällt, wird das Fest der Heiligen Familie am 30. Dezember gefeiert. Fällt der Sonntag auf den 26. Dezember, verdrängt es das Fest des hl. Stephanus. In der katholischen Tradition beginnt eine Verehrung der Heiligen Familie erst in der Neuzeit. Sie lässt sich verstärkt seit dem 17. Jahrhundert nachweisen und nimmt ihren Aufschwung erst im 19. Jahrhundert, unter anderem mit der Gründung der Bruderschaft von der Heiligen Familie in Lüttich 1844. Die Verehrung wurde von Papst Leo XIII. besonders gefördert. Regional und in Ordensgemeinschaften gab es seit Ende des 19. Jh. ein liturgisches Fest der Heiligen Familie. Papst Benedikt XV. legte das Fest 1920 auf den Sonntag nach Erscheinung des Herrn fest. Seit der Liturgiereform 1969 wird es am Sonntag nach Weihnachten gefeiert.
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