Schwester Hildegard Enzenhofer SDS
aus Vorderweißenbach, Urfahr-Umgebung, Oberösterreich
von Sr. Hildegard Enzenhofer
Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS © Diözese Linz - dioezese-linz.at
Bischof Ludwig Schwarz mit Sr. Hildegard Enzenhofer, die in Emmaus tätig ist und
sich 2014 über den Besuch aus ihrer Heimat Oberösterreich freute.
© Diözese Linz - dioezese-linz.at
Schwester Hildegard  ; Enzenhofer stammt aus der Gemeinde Schönegg, Pfarre Vorderweißenbach, und trat nach Beendigung der Pflichtschule 1963 in den Orden der Salvatorianerinnen in Wien ein. Nach Verwaltungsdiensten in einem Krankenhaus und einem Genesungsheim wurde sie Provinzleiterin für Österreich und schließlich Generalvikarin des Ordens in Rom. 2002 wechselte sie von Rom nach Emmaus-Qubeibeh, um dort ein Alten- und Pflegeheim zu leiten. Dieses kleine Dorf liegt 12 km von Jerusalem entfernt.
Betreut werden hier rund 30 palästinensische Frauen, christlichen und muslimischen Glaubens, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind. Auf die Initiative von Sr. Hildegard hin wurde in Zusammenarbeit mit der Bethlehem-Universität 2008 eine Krankenpflegeschule errichtet, die "Fakultät für Pflege- und Gesundheitswissenschaften", die Ausbildungsplätze für Männer und Frauen bietet. Beit Emmaus ist aber auch ein wertvoller "Lernort" für Volontär/innen aus Deutschland und Österreich, die ihre Erfahrungen dann in der Heimat weitergeben können. Die Krankenpflegeschule und das Pflegeheim wurden durch Entwicklungshilfemittel des Landes Oberösterreich unterstützt sowie auch der Bau einer Zisterne. (www.nachrichten.at)
"Ich bin eine Andere geworden"
Freiwillige im Altenpflegeheim Beit Emmaus in Palästina
Katharina war über eine Stunde auf der Pflegestation unterwegs, um sich von den Bewohnerinnen zu verabschieden. Tränen rollen ihr über die Wangen. Der Abschied bewegt sie. Ein halbes Jahr lang hat sie hier als Volontärin, als freiwillige Helferin, mitgearbeitet. Schließlich winken vor dem Haus noch alle Mitschwestern, Volontäre und Zivis, als ich sie mit dem Auto zum Flughafen bringe. Über kleine, staubige Straßen kurven wir durch die Westbank und passieren den Checkpoint. Katharina findet schließlich ihre Sprache wieder und sagt zu mir: „Ich bin eine Andere geworden.“ Das stimmt. Die frischgebackene Abiturientin kam schüchtern und blass in Emmaus an und verlässt nun braungebrannt und voller Ideen das Heilige Land. Als Volontärin konnte sie das entfalten, was das Wort meint: sich aus freiem Willen, aus Überzeugung, für etwas einsetzen.
Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS © Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Graduation in Beit Emmaus, links Schwester Hildegard Enzenhofer.
© Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Wer sich heute ehrenamtlich engagiert, tut dies besonders gerne dann, wenn die Tätigkeit zeitlich überschaubar ist und eine Aufgabe umfasst, die Freude bereitet und das Herz erfüllt – ein Geben und Nehmen. Das sagen die Forschungsergebnisse zu Ehrenamt. Im Altenpflegeheim Beit Emmaus kann ich das beobachten: Es kommen Menschen zu uns, die aus freiem Willen aus dem Normalen heraus treten. Da ist der Zivi, der eine andere Kultur kennen lernen will. Eine Verwaltungsfachkraft will Ende 30 raus aus dem Alltag und etwas ganz Anderes tun. Ein langjähriger kirchlicher Mitarbeiter plant eine Sabbatzeit im Heiligen Land.
Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS © Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Hausgemeinschaft und Mitarbeiterinnen Haus Emmaus in Palästina.
© Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Sehr unterschiedlich sind die Menschen, die sich bei uns am Tisch versammeln. Gemeinsam ist ihnen die freie Entscheidung, sich aufzumachen für eine Zeit, die ihnen neue Erfahrungen einbringt, in ein anderes Land, an einen anderen Ort, mit fremder Sprache und Kultur. Was wir hier in Emmaus anbieten, ist eigentlich schlicht: Freiwillige arbeiten entweder im Altenpflegeheim oder im Garten mit – und das nicht im Schonprogramm! Der Schichtplan auf der Station muss eingehalten werden und die schwere körperliche Arbeit in der Sommerhitze ist schweißtreibend. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen. Zur Arbeit kommen die gemeinsamen Mahlzeiten und die Möglichkeit zur Teilnahme an den Gebetszeiten der Schwestern hinzu. Emmaus liegt in einem kleinen palästinensischen Dorf, das nicht allzu viele Freizeitmöglichkeiten bietet.
Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS © Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Schwesternheim Beit Emmaus.
© Salvatorianerinnen Österreichische Provinz - www.salvatorianerinnen.at
Die Abende sind ruhig. Ums Haus herum liegt ein großer Garten mit Olivenbäumen und Weinstöcken, der zum Wandern in der rauhen judäischen Steinlandschaft einlädt. Vermutlich sind es gerade diese Rahmenbedingungen, die Emmaus für viele Volontärinnen und Volontäre zu einem wichtigen Ort machen. Ich denke dabei an den Begriff des „Anders - Ortes“, den der französische Philosoph Michel Foucault prägte. Gemeint sind damit Orte, an denen andere Regeln gelten als die des gewöhnlichen Alltags. Wer für einige Monate nach Emmaus kommt, muss sich hier nicht profilieren, will nichts verdienen, tritt aus den Zwängen von Beruf und Familie heraus. Die äußere Reise ins Heilige Land wird zu einer inneren Reise. Über die Jahre erlebe ich hier in Emmaus im Kontakt mit den Freiwilligen bewegende Prozesse.
Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS © www.nachrichten.at
Verleihung des Goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich wurde an
Sr. Hildegard Enzenhofer durch Landeshauptmann Josef Pühringer.
© www.nachrichten.at
Eine Frau Anfang 30 etwa stellt die Weichen für ihr berufliches Leben neu. Ein junger Mann entdeckt unerwartet seine Begeisterung für soziale Arbeit. Eine Frau Anfang 60 erfährt es für sich als großen Segen, nicht rund um die Uhr für andere funktionieren zu müssen – der regelmäßige Wechsel von Arbeit und Freizeit tut ihr gut und wirkt sich heilsam auf Körper und Seele aus. Eine Volontärin entscheidet sich, Christin zu werden und geht mit der Gemeinschaft in aft in Emmaus den Weg bis zur Taufe. Es ist nie vorhersehbar, welche (Lebens -) Themen die Freiwilligen mitbringen, die zu uns kommen. Viel passiert im Verborgenen. Oft höre ich erst Jahre später, was sich am Anders - Ort Emmaus für sie ereignete, was für sie „anders“ wurde. Als ich mich am Flughafen von Katharina verabschiede, sind ihre Tränen verflogen. Sie strahlt mich an und verspricht mir, mir bald zu berichten, wie es ihr zurück in Deutschland geht. Ich bin gespannt darauf – schließlich ist sie ja „eine andere geworden“
(von Sr. Hildegard Enzenhofer, SDS)
Text auszugsweise aus
www.salvatorianerinnen.at
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