Kirchliche Fest-,  Feier- und Gedenktage
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Neujahr
Im Jahre 153 v. Chr. verlegten die Römer nach ihrem Kalender den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar, auf den Tag des Amtsantrittes der Konsuln. Sie benannten die Jahre ja auch nach den Amtszeiten dieser Konsuln. Damit verloren auch die Zählmonate (September, soviel wie siebter, Oktober, der achte, November, der neunte, Dezember, der zehnte) ihre entsprechenden Positionen. In der katholischen Liturgie wird der 1. Januar als Oktavtag von Weihnachten und als Hochfest der Gottesmutterschaft Marias begangen.
Heilige drei Könige
6. Jänner
In den Raunächten wurde in Häusern und Ställen geräuchert, um Mensch und Tier vor dem Einfluss böser Geister zu schützen. Die finstere Zeit der Wintersonnenwende wurde als bedrohlich und lebensfeindlich erfahren. Der Name der Drei Heiligen Könige sollte die bösen Geister bannen und für das ganze Jahr Segen bringen. C + M + B (plus Jahreszahl, plus Kreuz über dem M) schreiben die SternsingerInnen mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet „Christus mansionem benedicat“, übersetzt „Christus segne dieses Haus“. Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit. Seit jeher heißt es, dass jene Felder, über welche SternsingerInnen gehen, doppelte Ernte tragen.
Valentinstag
14. Februar
Der Name des Festes wird heute zumeist auf die Sage des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer starb. Dieser Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni (damals Interamna). Dieser hat trotz Verbot des Kaisers einige Verliebte getraut, darunter Soldaten. Zudem hat er der Sage nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.
Aschermittwoch
Beginn der Fastenzeit
Aschermittwoch, erster Tag der 40-tägigen österlichen Fastenzeit. Im katholisch-kirchlichen Ritus Weihe der aus den Palmzweigen des vorjährigen Palmsonntags gewonnenen Asche und Spende des Aschenkreuzes als Zeichen der Vergänglichkeit.
Josefitag
19. Februar
Josef aus Nazaret ist im Neuen Testament Verlobter und dann Ehemann Marias, der Mutter Jesu. Er wird als Bauhandwerker aus Nazaret vorgestellt und daher in der christlichen Tradition als „der Zimmermann“ bezeichnet. Im Neuen Testament berichten die Evangelisten Matthäus und Lukas Einzelheiten von Josef und geben jeweils – deutlich voneinander abweichend – einen Stammbaum Jesu an, der besagt, dass Josef aus dem Geschlecht des israelitischen Königs David stamme. Als Vater von Josef wird im Geschlechtsregister des Matthäusevangeliums Jakob genannt (Mt 1,16 EU), im Geschlechtsregister des Lukasevangeliums hingegen Eli (Lk 3,23 EU). Das wurde bereits von der frühen Kirche unter Berufung auf Eusebius von Caesarea mit der Regelung der Leviratsehe erklärt, nach der Josef einen biologischen und einen anderen rechtlichen Vater hatte, wodurch sich je nach Betrachtungsweise unterschiedliche Herkunftslinien ergeben. Nach Darstellung des Evangelisten Matthäus war Josef mit Maria verlobt und nahm sie auf Weisung eines Engels, der ihm nachts im Traum erschienen war, zur Frau, obwohl sie (nicht von ihm) schwanger war. Nach christlicher Lehre ist dies eines der Zeugnisse dafür, dass Maria Jesus vom Heiligen Geist empfangen hatte.

In der Ostkirche wurde der hl. Josef schon sehr früh verehrt, in der Westkirche dagegen erst ab ca. 850. Papst Pius IX. erklärte den heiligen Josef 1870 zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Papst Leo XIII. würdigte in seiner Enzyklika Quamquam pluries vom 15. August 1889 nachdrücklich die hervorragende Verehrung des heiligen Josef. Das Leben des heiligen Josef und die Enzyklika wurden zum 100. Jahrestag am 15. August 1989 von Papst Johannes Paul II. mit dem Apostolischen Schreiben Redemptoris custos gewürdigt. Pius XII. führte 1955 als kirchliches Pendant zum weltweit begangenen Tag der Arbeit (1. Mai) den Gedenktag Josef der Arbeiter ein. Josef war in der biblischen Überlieferung als Bauhandwerker tätig und gilt so traditionell als Patron der Arbeiter, insbesondere der Zimmerleute und Holzfäller.
Palmsonntag
Sonntag vor Ostern
Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche
An diesem Tag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht, als er auf einem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln gehuldigt wurde. Die Palme war von alters her das Symbol für die Unabhängigkeit Israels, von daher für die Römer eine besondere Provokation. Der Esel wiederum war nach dem Propheten Zacharia das Symbol des gewaltlosen Friedenskönigs und das Bekenntnis zur Niedrigkeit.
Gründonnerstag
Gründonnerstag (auch Hoher Donnerstag) ist seit dem 12. Jahrhundert die volkstümliche Bezeichnung für den Tag, an dem nach christlicher Überlieferung das letzte Abendmahl stattgefunden hat und Jesus von Nazareth den versammelten Jüngern die Feier dieses Abendmahls für künftige Zeiten zu seinem Gedächtnis aufgetragen hat. An letzteren wird seit 1500 Jahren besonders gedacht. Wegen des nahenden Todes Jesu ist er dennoch ein Trauertag, von festlichen Elementen und Riten zum Gedächtnis der Einsetzung abgesehen.
An Gründonnerstag wurden Büßer wieder in die Gemeinde aufgenommen. Dieser Brauch wird in der katholischen Kirche jedoch kaum noch ausgeübt, während er in der Orthodoxie häufiger anzutreffen ist.
Karfreitag
Der Karfreitag (althochdeutsch "kara" = Klage, Kummer, Trauer), auch "Stiller Freitag" oder "Hoher Freitag", ist der Freitag vor Ostern. Er folgt auf den Gründonnerstag und geht dem Karsamstag voraus. Er ist unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends der erste Tag der österlichen Dreitagefeier (Triduum paschale). An diesem Tag wird der Kreuzigung Jesu Christi gedacht.
Die liturgische Ordnung der Katholischen Kirche kennt für den Karfreitag eine besondere Struktur des zentralen Gottesdienstes. Diese "Feier vom Leiden und Sterben Christi" besteht aus den drei Teilen Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier. Sie beginnt meist gegen 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu; wo der Karfreitag kein staatlich geschützter Feiertag ist oder aus anderen Gründen die nachmittägliche Feier schwer möglich ist, kann sie auch am Abend begangen werden. Die liturgische Farbe ist seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht mehr schwarz, sondern rot. Die Karfreitagsliturgie ist eingebunden in die Dreitagefeier von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn, dem Österlichen Triduum. Diese einzige Feier beginnt am Gründonnerstag mit der Messe vom Letzten Abendmahl und findet ihren Höhepunkt in der Auferstehungsfeier der Osternacht.

In der Katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag. Die Tradition, freitags grundsätzlich kein Fleisch zu essen, ist auf den Karfreitag zurückzuführen.
Ostern
Der österliche Festkreis beginnt in den westlichen Kirchen seit dem Jahr 1091 mit dem Aschermittwoch, dem eine 40-tägige Fastenzeit folgt . Diese erinnert an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste, an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug Jesu von Nazaret in Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag feiert das Christentum das Letzte Abendmahl, das letzte Pessah-Fest Jesu mit den Jüngern und die Einsetzung der Eucharistie / des Abendmahls. Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe, und am dritten Tage (Ostersonntag) ist die Auferstehungsfeier, da Jesus - nach der Bibel - auferstanden ist.
Weißer Sonntag
Sonntag nach Ostern
Weißer Sonntag (lat. Dominica in albis, auch Klein-Ostertag genannt) ist der traditionelle Name des Sonntags nach Ostern in der katholischen Kirche.
Der ursprüngliche Sinn des Namens ist nicht ganz sicher, hängt aber wahrscheinlich mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften noch bis zu diesem Tag getragen wurden.
Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. für die Katholische Kirche fest, dass an diesem Tag der Barmherzigkeitssonntag gefeiert werden soll. Er erfüllte damit einen Wunsch der polnischen Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska (1905 - 1938), welche er an diesem Tage heiliggesprochen hatte. Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die liturgisch alle als Hochfest (mit Gloria in der Messe und Te Deum im Stundengebet) begangen werden. Da am Sonntag nach Ostern das Evangelium vom zweifelnden Thomas vorgelesen wird, heißt dieser Tag auch Sonntag der Zweifler.
Hl. Florian
4. Mai
Der heilige Florian (* 3. Jahrhundert; † 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Enns, Oberösterreich) war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuersbekämpfung. Er wird in der katholischen und orthodoxen Kirche gleichermaßen verehrt. Da er sich weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören, wurde er mit Knüppeln geschlagen und seine Schulterblätter wurden mit geschärften Eisen gebrochen. Schließlich wurde er zum Tode verurteilt. Er sollte bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Am Marterpfahl sagte er, wenn sie ihn verbrennen würden, würde er auf den Flammen zum Himmel empor steigen. Die Soldaten scheuten sich nun, ihn zu verbrennen und er wurde am 4. Mai 304 mit einem Stein um den Hals (später ist daraus ein Mühlstein geworden) von einer Brücke in die Enns gestürzt.

Nur acht Jahre nach der Hinrichtung wurde unter Kaiser Konstantin die volle Glaubensfreiheit zugesichert. Sein katholischer Gedenktag ist der 4. Mai. Es handelt sich dabei um einen nicht gebotenen Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender. Bei den Feuerwehren in Österreich wird der Florianitag gefeiert.
Christi Himmelfahrt
40 Tage nach Ostern
Christi Himmelfahrt bezeichnet die Rückkehr des Jesus von Nazareth zu seinem Vater im Himmel und zugleich ein christliches Hochfest 40 Tage nach Ostern, das immer auf einen Donnerstag fällt. In den lukanischen Schriften des Neuen Testamentes wird in Lukas 24, 50-52 und Apostelgeschichte 1, 1-11 dargestellt, der auferstandene Christus habe sich vierzig Tage lang von seinen Jüngern wiederholt sehen lassen und sei dann in den Himmel auf den Platz zur Rechten Gottes erhoben worden. Die übrigen Evangelisten kennen die Himmelfahrt als Ereignis nicht, wohl aber den Heimgang Jesu zum Vater. Der Glaube an die Himmelfahrt wird in frühchristlichen Texten und Glaubensbekenntnissen bezeugt, z.B. bei Polykarp von Smyrna, Justin und Irenäus von Lyon. Der Glaube an die Himmelfahrt wird auch ausgedrückt in dem alten römischen Glaubensbekenntnis des dritten Jahrhunderts, dem Vorläufer des Apostolischen Glaubensbekenntnisses von 325 und des nicänischen Bekenntnisses von 381:

er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu Richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.


Das liturgische Fest der Himmelfahrt Christi ist seit 370 bezeugt, und zwar durch den Pilgerbericht der Nonne Egeria in Jerusalem. Mit ihr haben wir das erste Zeugnis einer liturgischen Gestaltungen des Himmelfahrtsfestes für den Jerusalemer Raum des 4. Jh. vorliegen. Gemäß den lukanischen Texten ist der Termin vierzig Tage nach Ostern, also der Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten.

Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet wird. Drei Tage vor Christi Himmelfahrt finden in katholischen Gegenden die Bitttage statt.
Pfingsten
Fünfzig Tage nach Ostern
Pfingsten (von griech. pentekosté (heméra) „der fünfzigste (Tag)“) bezeichnet das Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern (das entspricht dem 10. Tag nach Christi Himmelfahrt). Das Pfingstfest entstand aus dem jüdischen Schawuot (Wochenfest). Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt. Seine theologischen Eckpfeiler sind die Entsendung des Heiligen Geistes, wie sie in der Apostelgeschichte (Kapitel 2) des Neuen Testaments beschrieben ist, und die offizielle Gründung der Kirche. Das Pfingstfest, auch bezeichnet als „Geburtstag der Kirche“, ist durch besondere religiöse Feiern geprägt. Es ist sowohl ein eigenes kirchliches Fest, an dem das Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird, als auch zugleich der feierliche Abschluss der Osterzeit. Der Pfingstmontag wurde in einigen Ländern als zweiter Feiertag und Rest der ehemaligen Pfingstoktav beibehalten, zählt aber (nach heutiger römisch-katholischer Ordnung) liturgisch nicht mehr zur Osterzeit, sondern bereits zum Jahreskreis. Zu den kirchlichen Feiern gehört das Gebet um das Kommen des Heiligen Geistes in der Pfingstnovene. Das Hochfest erstreckt sich von der Vesper am Vorabend bis zur Vesper am Pfingstsonntag. Zu den liturgischen Besonderheiten im feierlichen Gottesdienst der römisch-katholischen Liturgie gehört der Gesang der Pfingstsequenz Veni, Sancte Spiritus (Komm, Heiliger Geist), einer von insgesamt fünf verbliebenen Sequenzen im Ritus.
Dreifaltigkeitssonntag
am ersten Sonntag nach Pfingsten
Der Dreifaltigkeitssonntag ist der Sonntag nach Pfingsten. An ihm wird in der römisch-katholischen Kirche die Urquelle aller Gnaden der Erlösung, die wir im Kirchenjahr feiern und uns aneignen, die heiligste Dreifaltigkeit (Trinität), Vater, Sohn und Heiliger Geist gedacht. Sie haben den Ratschluß, die gefalle Menschheit zu erlösen gefaßt. Die Menschwerdung des Sohnes Gottes, das ist die Vereinigung der göttlichen mit der menschlichen Natur in der Einheit der göttlichen Person, ist das Werk aller drei göttlichen Personen. Letzter, tiefster Grund und letzte, tiefste Wirkursache der Gnade, der Erlösung, Heiligung und Vollendung des Menschen im Gottesreich der heiligen Kirche ist die heiligste Dreifaltigkeit.

Diese Dreifaltigkeit bekennen die Gläubigen z.B. beim Sprechen des Nikäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses, wo es heisst:

"Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat ... Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater ... Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten ..."

Gott in sich selbst (immanente Trinität) hat sich den Menschen in der Geschichte um unseres Heils willen offenbart (ökonomische Trinität). Bei aller theologischen Interpretation bleibt dieser "Gott in drei Personen" ein Geheimnis, dem man sich nur staunend, mit gläubigem Herzen nähern kann. Das Dreifaltigkeitsfest stellt uns Gott vor als den einen Gott, der gleichzeitig drei-einig ist: Vater, Sohm und Geist. Anders als bei anderen Festen steht im Mittelpunkt des Dreifaltigkeitsfestes eine christliche Grundaussage, kein einzelnes Heilsereignis.
Fronleichnam
am zweiten Donnerstag nach Pfingsten
Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von althochdeutsch: fron Herr, liknam Leib; kirchenlat.: corpus christi), offiziell „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, landschaftlich Prangertag, Blutstag, bezeichnet ein Fest im katholischen Festjahr, das am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird (am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, Ende Mai oder Anfang Juni). Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den Gründonnerstag an, der wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Festlichkeit erlaubt. Aus diesem Grund wurde Fronleichnam an das Ende der österlichen Zeit gelegt. Das Fest, ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakraments, wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. als allgemeines Kirchenfest zur Verehrung der Eucharistie eingeführt. Es feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und als Motiv der Anbetung. Es ist also keines der Kirchenfeste, die eine christliche Umdeutung von überkommenen heidnischen oder jüdischen Hochtagen sind. Das Fest geht der Legende nach auf ein Wunder zurück, das einem ungläubigen böhmischen Mönch auf seiner Pilgerreise nach Rom 1263 in dem mittelitalienischem Städchen Bolsena widerfahren sein soll: Als er während der Eucharistie die Hostie brach, tropfte daraus Blut auf den Altartisch; die Hostie war also wirklich der Leib Christi. Andere sehen dies auch durch eine Vision der später heilig gesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahre 1209 bestätigt. Sie habe, so wird berichtet, beim Beten den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Eucharistie-Sakraments. Fronleichnam erhält durch die Prozession, bei der die Gläubigen hinter der Monstranz mit der Hostie herschreiten, ein besonderes Gepräge. In dieser Art wurde das Fest erstmals 1279 in Köln begangen. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1273 in Benediktbeuern statt. Fronleichnam ist in Tirol und der Steiermark schon vor 1285, in Salzburg 1352 und in Wien 1334 nachweisbar.
Erntedank
September/Oktober
Das Erntedankfest (auch Erntedank, Erntefest) ist im Christentum ein Fest nach der Ernte im Herbst, bei dem die Gläubigen Gott für die Gaben der Ernte danken. Mit dem Erntedankfest soll in Dankbarkeit an den Ertrag in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden – und auch daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Die römisch-katholische deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den ersten Sonntag im Oktober als Festtermin fest.
In Österreich wird Erntedank überwiegend – je nach Region und vorherrschender Art der Landwirtschaft – im September oder Oktober gefeiert. Die katholische Kirche bevorzugt in städtischen Gebieten den ersten Sonntag im Oktober.
Allerheiligen - Allerseelen
1. u. 2. November
Jährliche Gedenktage für Verstorbene - seien es Märtyrer, Heilige oder "Normalsterbliche" - gab es bereits im antiken Christentum. Seit dem 9. Jahrhundert hat dieses Gedenken ein festes Datum: Allerheiligen wird am 1. November begangen. 998 legte dann Odilo von Cluny die Allerseelenfeier für den 2. November fest, die Mönche von Cluny verbreiteten das Fest im 11. Jahrhundert, in Rom wurde es erstmals im 14. Jahrhundert gefeiert.

An beiden Tagen wird der Verstorbenen gedacht - mit verschiedenen Schwerpunkten. An Allerheiligen stehen - der Name sagt es - alle Heiligen (Märtyrer) im Mittelpunkt. Anno 835 wurde Allerheiligen in diesem Sinne von Papst Gregor IV. eingeführt.
Martini
11. November
Namensfest des heiligen Martin von Tours, Landesfeiertag des Burgenlands, Lostag. Historisch wichtiger Brauch-, Rechts- und Wirtschaftstermin im bäuerlichen Arbeitsjahr, verbunden mit dem Ende des Wirtschaftsjahres und dem Beginn des 6-wöchigen Adventfastens bis Weihnachten ("alter Advent").
Nikolaus
6. Dezember
Der heilige Nikolaus von Myra, Patron der Seefahrer, Händler und Ministranten, wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in Kleinasien und war der Christenverfolgung ausgesetzt. Er ist als einer der 318 Teilnehmer des Ersten Konzils von Nicäa aufgeführt. Nikolaus ist seither einer der populärsten christlichen Heiligen. In der Russisch-Orthodoxen Kirche wird Nikolaus neben Christus und Maria mit Kind die dritte große Ikone auf der Ikonostase der Kirchen gewidmet. Seine Tätigkeit hat zu vielfältiger Legendenbildung beigetragen. Einmal soll er den hungernden Bewohnern der Stadt Myra Getreide aus einer für die Stadt Rom bestimmten Lieferung beschafft haben, ohne dass bei der Nachzählung in Rom das Fehlen der entnommenen Menge bemerkt worden sei, einmal soll er die Kinder der gleichen Stadt vor der Entführung durch Seeräuber gerettet haben, und ein anderes Mal soll er drei armen Mädchen zur Mitgift verholfen haben, um sie vor der Prostitution zu bewahren. Italienische Piraten raubten 1087 einen Teil der angeblichen Gebeine und brachten sie als Reliquien nach Bari. Nikolaus ist der Patron der Kinder, Schüler und Seeleute.
Maria Empfängnis
8. Dezember
Die Unbefleckte Empfängnis (lateinisch: immaculata conceptio) ist ein römisch-katholisches Glaubensdogma, das nicht mit der Jungfrauengeburt verwechselt werden darf. Nach der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis wurde die Gottesmutter Maria von jedem Makel der Erbsünde unversehrt (jedoch auf natürliche Weise) von ihrer Mutter empfangen und geboren. Damit errettete Gott Maria vom allerersten Augenblick ihres Lebens an vor der Macht der Sünde. Papst Pius IX. verkündete das entsprechende Dogma am 8. Dezember 1854 in seinem apostolischen Schreiben Ineffabilis Deus ("Der unbegreifliche Gott"):

Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.

Ein eigenes kirchliches Fest, das der Erwählung Marias im Mutterleib gedenkt, lässt sich bereits im 9. Jahrhundert nachweisen. Ein Problem bereitete die Frage, wie Maria am Erlösungswerk teilnehmen konnte, da sie doch wie alle anderen Menschen unter den Bedingungen der Erbsünde lebte. Um diese Konsequenz auszuschließen, kann man entweder eine göttliche Reinigung (Heiligung) Marias Sanctificatio Mariä von der Erbsünde annehmen, wie dies von den Dominikanern vertreten wurde, oder man muss davon ausgehen, dass Maria ohne Sünde empfangen worden ist, wie dies von den Franziskanern gelehrt wurde. Die theologische Lösung für das Problem wurde vom Sl. Johannes Duns Scotus, "doctor subtilis", ausgearbeitet. Nach seiner Theorie wurde Maria von Empfängnis an von der Erbsünde befreit, aber durch die Verdienste Jesu -- nur im Voraus. Er beglaubigt sein Doktrin mit dem Spruch von Pseudo-Anselmus: "Decuit, potuit, ergo fecit" (Es ziemte sich, er [Gott] konnte es, daher machte er [es]). Die gültige Lehre, die davon abgeleitet ist, definierte erst die Bulle Ineffabilis Deus des seligen Papst Pius IX.

Die römisch-katholische Kirche begeht in der Adventszeit am 8. Dezember ein Fest, das diese Glaubensaussage feiert. Der vollständige Titel des Festes ist: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Das besagte Fest der Unbefleckten Empfängnis (oder auch Maria Empfängnis) am 8. Dezember bezieht sich also nicht auf die Glaubenslehre, dass Maria Jesus jungfräulich empfangen und geboren hat.
Heiliger Abend
24. Dezember
Der Heilige Abend, umgangssprachlich kurz Heiligabend genannt, ist der Vorabend des Weihnachtsfestes, der 24. Dezember.

Im liturgischen Kalender ist ihm das Gedächtnis an Adam und Eva (Paradies und Sündenfall) zugeordnet. Er ist der letzte Tag der Adventszeit und wird noch heute vielerorts bis zur nächtlichen Weihnachtsmesse (Mette) als Fastentag begangen, doch hat sich die familiäre Weihnachtsfeier mit Bescherung und Festessen in Europa mehr und mehr auf den Abend oder schon den Nachmittag vorverlagert. Kirchlicherseits und außerhalb Europas wird dagegen weiterhin der 25. Dezember als Weihnachtstag begangen. Auch die Gottesdienstzeit ist von der Mitternacht immer weiter in die Abendstunden vorgezogen worden. Bei Sonnenuntergang am späten Nachmittag finden vielerorts bereits "Kinderchristmetten" und "Krippenspiele" statt. Die eigentliche Christmette darf gemäß erneuerter liturgischer Vorschriften der Katholischen Kirche jedoch nicht vor 22 Uhr beginnen, da es sich um eine Nachfeier handelt, weil Christus nach Auskunft des Neuen Testamentes in der Nacht geboren wurde. Nach antikem Kalender beginnt der neue Tag bereits am Vorabend, darum gehört die nächtliche Feier bereits zum folgenden Weihnachtstag und nicht mehr zum Heiligen Abend.
Weihnachtstag
25. Dezember
Das Weihnachtsfest ist in den Weihnachtsfestkreis des kirchlichen (und weltlichen) Brauchtums, welcher mit dem ersten Advent (dem Beginn des Kirchenjahres) beginnt und bis zum 2. Februar (Maria Lichtmeß) dauert, eingebunden. Das Fest selbst erstreckt sich heute auf drei Tage, vom 24.12. bis 26.12. Der eigentliche Tag der Geburt Christi am 25.12. wurde jedoch erst im 4. Jahrhundert festgelegt. An Weihnachten feiern Christen die Geburt des Jesus von Nazareth. Die heutigen Weihnachtsbräuche sind größtenteils erst im 19. Jahrhundert entstanden, als Weihnachten als Fest nicht nur der heiligen sondern faktisch auch der bürgerlichen Familie zunehmend an Bedeutung gewann. Durch das postmoderne, übersteigerte Konsumverhalten gewann Weihnachten in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Gewicht wodurch die akademisch theologische Einstufung von Ostern als bedeutungsvollstem Fest der Christenheit in der Öffentlichkeit weitgehend verloren gegangen ist. Historisch wurzelt das Weihnachtsfest in der keltischen und germanischen Feier der Wintersonnenwende. Die Umdeutung und Integration dieses Festes in den neuen Glauben (und damit Germanisierung des Christentums) war ein strategisches Element der ersten mitteleuropäischen Missionare zur Christianisierung von Germanen und Kelten.
Stephanitag
26. Dezember
Der Stephanitag ist kein unmittelbarer Festtag des Weihnachtsfestkreises, an ihm wird des heiligen Stephanus gedacht. Er war der erste Märtyrer. Stephanus zeichnete sich durch seine Feindesliebe aus. Sein Tod, von der Gerichtsverhandlung bis zur Hinrichtung durch Steinigung, ist in der Bibel ausführlich beschrieben. Das Fest des heiligen Stephanus ist im Osten seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. Im Westen fand es im 5. Jahrhundert Verbreitung. Den Fund von Reliquien des heiligen Stephanus datiert man um 415. Seitdem wurden ihm zu Ehren zahlreiche Kapellen und Kirchen geweiht, so etwa der Stephansdom in Wien.

Stephanus war der erste von sieben Diakonen (griech. = Diener) der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht worden. Sie waren zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1 - 7). Stephanus galt als herausragender Prediger. Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den helleni- stischen Juden Jerusalems in Konflikt. Sie brachten ihn unter dem Vorwurf der "Reden wider die heiligen Stätten und das Gesetz" vor den Hohen Rat (Apostelgeschichte 6, 8 - 15). Er durfte seine Verteidigungsrede, in der er seinen christlichen Glauben bekannte, nicht zu Ende führen. Die Richter sahen sein Antlitz wie das eines Engels strahlen, hielten sich aber die Ohren zu vor seiner flammenden Verteidigungsrede, mit der er sein Bekenntnis durch Berufung auf Mose und die Propheten ablegte. Die in Apostelgeschichte 7, 2 - 53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete. Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge vor den Stadttoren - nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor - gesteinigt. Stephanus sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und starb (Apostelgeschichte 7, 54 - 60). Saulus von Tarsus, der spätere Paulus, stimmte nach eigenem Bekunden der Hinrichtung zu und bewachte die Kleider der Zeugen, die gegen Stephanus ausgesagt hatten. Stephanus' Steinigung war der Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem Apostelgeschichte 8, 1 - 3).

560 wurden seine Gebeine, nach mehreren Irrwegen, in der Krypta von S. Lorenzo fuori le mura in Rom neben dem Leichnam des römischen Diakons Laurentius bestattet. In der Krypta dieser römischen Kirche enthält nun ein antiker Sarkophag die Gebeine von Stephanus und Laurentius.
Silvester
31. Dezember
Als der Silvester (der Waldbewohner, vom lateinischen silva - Wald) wird im westlichen Sprachraum der letzte Tag des Jahres bezeichnet, der 31. Dezember. Auf Silvester folgt der Neujahrstag, der 1. Januar des Folgejahres. Die Namensbezeichnung dieses Tages geht auf das Jahr 1582 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde der letzte Tag des Jahres vom 25. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. Der Liturgische Kalender führt diesen Tag auch als seinen Namenstag. Bis dahin feierte man an diesem Tag die jüdische Beschneidung Jesu. In einigen Gegenden wird dieser Tag, quasi als Gegenstück zum folgenden Neujahrestag, auch Altjahr oder das Alte Jahr genannt.
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