Franziskaner
Orden der Minderen Brüder
Ordenskürzel: OFM
Franziskaner © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die neue Provinzleitung (2012).
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Als die Zahl der Brüder mit Franziskus auf zwölf angewachsen war, schrieb er ihnen in einfachen Worten eine Lebensregel. Diese Regel - auch Urregel genannt -, die als solche nicht mehr erhalten ist, wurde, wenn auch nach anfänglichem Zögern, durch Innozenz III. 1210 (oder 1209) mündlich approbiert. Auch erhielten die Brüder vom Papst die Erlaubnis zur einfachen Bußpredigt. Durch die päpstliche Bestätigung der Regel war die Gemeinschaft um Franziskus zu einem Orden in der Kirche geworden. Doch war dieser Orden etwas ganz Neues in der Kirche; er war kein Klosterorden im bisher üblichen Sinn, sondern auf personaler Bindung aufgebaut. Das formgebende Prinzip dieser Gemeinschaft war weniger die Regel, wie etwa im Orden des heiligen Benedikt, sondern die Gestalt des heiligen Franziskus.
Provinzialat der Franziskanerprovinz Austria:
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
Franziskanergasse 5, 5020 Salzburg

E-Mail: austria@franziskaner.at
Telefon: +43 (0662) 84 36 29
Fax: +43 (0662) 84 36 29 -23
Franziskaner © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Hl. Messe in Pupping.
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Einrichtungen und Klöster der Provinz Austria:

Salzburg:
Salzburg Stadt
Oberösterreich:
Enns, Maria Schmolln, Pupping
Niederösterreich:
Maria Enzersdorf, St. Pölten
Wien:
Wien I
Burgenland:
Eisenstadt, Frauenkirchen, Güssing
Steiermark:
Graz, Maria Lankowitz
Kärnten:
Villach
Tirol:
 Hall, Innsbruck, Lienz, Reutte, Schwaz, Telfs
Südtirol:
Bozen, Brixen, Kaltern
Franziskaner © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Provinzial P. Oliver Ruggenthaler in Pupping 2012.
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Die Provinz führt in Hall und Bozen zwei Schulen und zwei Internate.

Die Ordensprovinz betreut die „Missionsprokura“ in Wien,
das „Generalkommissariat für das Heilige Land“ in Wien,
den „Rosenkranz-Sühnekreuzzug – um den Frieden der Welt“ (RSK)
und das Hilfswerk „Franz hilf! Franziskaner fuer Menschen in Not" in Wien.

Meditationszentren gibt es in Pupping („Shalom-Kloster“) und
Telfs (Haus zum Mitleben).
Ziele der Franziskaner
Wir, aus der franziskanischen Familie, die wir dem heiligen Franziskus von Assisi nachfolgen, sind überzeugt, dass die ganze Schöpfung, vom kleinsten Organismus bis zum Menschen in gegenseitiger Abhängigkeit auf dem Planeten Erde lebt.
Franziskaner © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Provinzial P. Oliver Ruggenthaler 2012.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Wir wissen, dass diese Beziehung bedroht ist durch ein mangelndes Bewusstsein dieser gegenseitigen Abhängigkeit, durch Ausbeutung und Herrschaft.
Wir verpflichten uns, die Beziehungen gegenseitiger Abhängigkeit wieder zu entdecken und zu pflegen, damit die ganze Schöpfung in Harmonie leben kann.
Wir wollen dazu beitragen durch den Dienst an unseren eigenen Mitgliedern, an den Menschen der Vereinten Nationen sowie an allen, die sich dafür interessieren.
Bei diesem Bemühen wollen wir die Zusammenarbeit suchen mit den Verantwortlichen der Vereinten Nationen und mit anderen Nichtregierungsorganisationen.

Unser Bemühen soll franziskanische Werte widerspiegeln bezüglich
der Sorge für die Armen,
des Friedenstiftens
und der Bewahrung der Schöpfung.


Dies sind auch die Werte, die von den Vereinten Nationen in ihrer Charta und in ihrer Erklärung der Menschenrechte zum Ausdruck gebracht werden.
(Zielsetzung von Franciscans International)
Taukreuz
Franziskus-Kreuz © www.missio-onlineshop.de
Franziskus-Kreuz
© www.missio-onlineshop.de
Das T (Tau) ist heute weltweit ein Symbol für die christlich-franziskanische Lebensausrichtung und Friedenssendung. In der Bibel ist das T ein Erwählungszeichen für die Geretteten (Ez 9,3 f.;Offb 7,2-8;9,4). Das T hat die Form des Kreuzes Christi und war für die Christen schon früh ein Vorbild und Zeichen des Kreuzes, des Heils, der Erlösung und des Segens.

Der heilige Franziskus verwendete das T vielfach als Unterschrift sowie als Meditations- und Segenszeichen. Auch wenn Franziskus seine Briefe beglaubigte, tat er dies mit dem T. Oder wenn er Äste in Kreuzesform zusammenfügte, wenn er in Fonte Colombo das T in die Magdalenenkapelle zeichnete, oder das T unter den Segensspruch für Bruder Leo schrieb. Das T (Tau) ist für die franziskanische Familie ein Vermächtnis des Ordensvaters und zugleich Auftrag, „unseres Herrn Jesu Christi Lehre und Fußspuren zu folgen“ und täglich das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus zu tragen.
San Damiano-Kreuz
Vor der Kreuz-Ikone in der Kapelle „San Damiano“ in Assisi betete Franziskus in der Zeit seiner Berufung. Die Ikone, auch „San Damiano-Kreuz“ genannt, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Christus spricht zu Franziskus von diesem Kreuz herab: „Geh, Franziskus, und baue mein Haus wieder auf, das – wie du siehst – in Trümmer fällt!“

Das Kreuzbild, in kräftigen Farben gemalt, zeigt Christus, der das Licht der Welt ist und in seiner Liebe die Dunkelheit und Sünde besiegt hat. Einerseits ist Christus der Gekreuzigte, wie ihn uns der Evangelist Johannes vor Augen stellt. Darauf deuten u.a. die blutenden Wunden und die Personen unter dem Kreuz hin (von links nach rechts): Gottesmutter Maria, Apostel Johannes, Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und der römische Hauptmann. (vgl. Joh 19,26) Andererseits bezeichnen die weit geöffneten Augen, der unnatürlich breite Hals und die fast aufrecht stehende Haltung Christus als den Auferstandenen, der den Tod besiegt hat und den Jüngern den Geist einhaucht. Oben sieht man wie Christus in den Himmel auffährt und von den Engeln empfangen wird.
Habit
Franziskaner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Franziskaner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Zwei lesende und betende Franziskaner mit dem einfachen Habit und dem
einfachen Strick als Gürtel im Kloster San Damiano in Assisi; 1923.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als Brüdergemeinschaft, die das Charisma des hl. Franziskus auch sichtbar nach außen hin vertritt, tragen die Franziskaner den Habit zum Zeugnis für das franziskanische Leben in der Nachfolge des armen und gekreuzigten Jesus. Franziskus richtete sich den Habit in Form des Kreuzes zurecht, er machte ihn aus rauhestem Stoff, recht armselig und schmucklos. Somit ist der Habit wie ein großes Kreuz, in dessen Schutz sich der „Arme aus Assisi“ begibt.

Als Gürtel verwenden die Franziskaner einen einfachen Strick, das so genannte Zingulum. Dieses ist das Zeichen der Armut, gürteten sich zur Zeit des Franziskus doch die Reichen mit edlen Gürteln. Das Zingulum hat drei Knöpfe. Diese symbolisieren die Gelübde der Minderen Brüder: Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam.
Franziskanisches Wappen
Das Wappen des Franziskanerordens zeigt eine Hand Jesu und eine Hand des hl. Franziskus über den Wolken. Beide sind von den Wundmalen der Nägel gezeichnet. In der Mitte ragt das Kreuz empor. Jesus lässt sich aus Liebe zu den Menschen ans Kreuz schlagen. Durch diese Liebe erlöst er die Welt.Franziskus will mit Jesus lieben und leiden und erhält 1224 auf wunderbare Weise die Wundmale Jesu eingeprägt. Franziskus ist mit den Wundmalen „ein zweiter Christus“ geworden. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“, bekennt die Kirche in der Karfreitagsliturgie.
Geschichte der Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
Franziskaner © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Franziskaner-Kirche in Innsbruck, Tyrol; um 1840.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Noch zu seinen Lebzeiten sandte Franziskus Brüder nach Deutschland. Im Jahr 1219 machte sich eine erste Gruppe auf den Weg. Theoretisch könnte das heutige Österreich von dieser Aussendung berührt worden sein. Gesichert ist das Faktum, wonach in den frühen 20er Jahren Franziskanerbrüder durch Tirol zogen und den Salzburger Bischof aufsuchten. Noch vor 1230 erhielten die Franziskaner - einer alten Überlieferung folgend - von Herzog Leopold VI. eine Berufung nach Wien.Ein Bauplatz für Kirche und Kloster wurde nahe der mittelalterlichen Ringmauer zur Verfügung gestellt. Das hier errichtete Gotteshaus wurde im Laufe der Jahrhunderte öfters umgebaut. Doch steht an dieser Stelle bis heute eine Franziskanerkirche, nämlich die Minoritenkirche im ersten Wiener Bezirk. Die Minderbrüder des 13. Jahrhunderts standen bei den Menschen in hohem Ansehen. Sie lebten eine dem Evangelium entsprechende Armut, waren theologisch gebildet und gern gesuchte Prediger und Beichtväter.
Kaiser Joseph II. und die Franziskaner
In der Mitte des 18. Jahrhunderts gehörten den beiden österreichischen Provinzen der Franziskanerobservanz etwa 1400 Patres und Fratres an. Als nach dem Tod der franziskanerfreundlichen Kaiserin Maria Theresia - sie wohnte gern Gottesdiensten in der Wiener Klosterkirche bei - ihr Sohn Joseph II. im Jahr 1780 die Regierungsgeschäfte übernahm, setzte es für die Kirche etliche Reformen. Joseph II. führte für die beiden Provinzen einen "numerus fixus" ein, wonach ein bestimmte Mitgliedszahl nicht überschritten werden darf. Etliche Klöster, die keine Pfarrseelsorge leisteten, wurden kurzerhand aufgelöst. Darunter das Tiroler Hauptkloster in Innsbruck. Neun von den 18 Klöstern der Tiroler Provinz wurden anderen Provinzen angegliedert. Die Wiener Provinz wurde in eine innerösterreichische und eine niederösterreichische Provinz zweigeteil. Die Franziskaner in Österreich wurden immer weniger. Und die Gemeinschaften vergreisten zusehends, da erst dann wieder junge Brüder in den Orden aufgenommen werden durften, wenn der vom Staat festgelegte "numerus fixus" erreicht war. Da sich die steirischen und niederösterreichischen Klöster bis ins 19. Jahrhundert nicht von den restriktiven Maßnahmen Josephs II. erholen konnten und knapp vor dem Aussterben standen, wurden erstere an die ungarischen, letztere an die Tiroler Franziskaner angeschlossen. Die Tiroler Provinz wuchs im 19. Jahrhundert zu einer Größe von 27 Häusern heran. (bgw)
Entstehung der westösterreichischen Franziskanerprovinz
 Der Gedanke zur Gründung einer Tiroler Provinz des Franziskanerordens kam von Erzherzog Ferdinand II. (*1529). Er dachte an eine Vereinigung der Franziskanerklöster verschiedener Provinzzugehörigkeit in seinem Herrschaftsbereich. Dieser erstreckte sich über Groß-Tirol und Vorderösterreich (Baden-Würtemberg). Durch ein Dekret des Papstes Gregor XIII. vom 16. April 1580 – veranlaßt vom Generalminister der Franziskaner – wurde die "Tiroler Franziskanerprovinz" errichtet. Zu dieser gehörten nun die Franziskanerklöster in Bozen (gegründet 1237) und Schwaz (gegr. 1507) - beide bis dahin Klöster der Österreichischen Observantenprovinz; außerdem Brixen (gegr. 1245), Freiburg im Breisgau (gegr. 1246) und Innsbruck (gegr. 1564) - bis dahin zur Oberdeutschen Observantenprovinz gehörend. Die "Tiroler Franziskanerprovinz" erwählte 1627 den heiligen Leopold von Österreich zu ihrem Provinzpatron. Durch die Jahrhunderte konnte die Provinz auf ihrem Gebiet und darüber hinaus wachsen ( Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Steiermark) und auf mehreren Kontinenten missionarisch wirken. Heute leben und wirken die Brüder der Tiroler Franziskanerprovinz in den Bundesländern Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten sowie in Bolivien
Minoriten oder Franziskaner-Minoriten
Die Minoriten oder Franziskaner-Minoriten sind eine Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche. Sie werden auch Franziskaner-Konventualen oder, nach der Farbe ihres Habits, „Schwarze Franziskaner“ genannt. In Frankreich heißen sie, nach dem um die Hüften getragenen Seil, Cordeliers, im englischsprachigen Raum, nach dem dort üblichen hellgrauen Habit, Greyfriars. Der lateinische Ordensname lautet Ordo fratrum minorum conventualium, kurz OFMConv oder OMinConv (zu deutsch: Orden der Minderen Brüder Konventualen).

Die Franziskanischen Orden gliedern sich in einen Männerorden, einen Frauenorden und einen Dritten Orden. 1517 teilte sich der Männerorden in zwei eigenständige Gemeinschaften, die Franziskaner-Minoriten und die Franziskaner (OFM) oder „Braunen Franziskaner“.
Text auszugsweise aus
Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold
www.franziskaner.at
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