Klöster, Abteien und Stifte
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Stift Melk, Niederösterreich
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Kloster
Ein Kloster ist eine Anlage, in der Menschen (in den kontemplativen Orden Mönche oder Nonnen genannt) in einer auf die Ausübung ihrer Religion konzentrierten Lebensweise zusammenleben (Vita communis). Die Klosteranlage besteht in der Regel aus Kult-, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und eventuell noch weiteren Bauwerken.
Eremitagen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Syrische Eremitagen in Felskammern bei Jazal in der Region Palmyra.
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Die Benennung Kloster stammt vom lat.: claustrum, was „verschlossener Ort“ bedeutet (vgl. auch: Klausur). Später wurde mit claustrum insbesondere der für die abendländische Klosterarchitektur typische, im Deutschen „Kreuzgang“ genannte Innenhof eines Klosters bezeichnet. Im Englischen (cloister), Französischen (cloître), Italienischen (chiostro), Spanischen (claustro), Polnischen (klasztor) und in anderen Sprachen lebt die lateinische Wurzel bis heute in dieser spezifischen Bedeutung fort. Im Deutschen, Niederländischen (klooster), Ungarischen (kolostor), Estnischen (klooster), Tschechischen (klášter) und in den skandinavischen Sprachen (kloster) wurde die Benennung dagegen generalisiert und bezeichnet das Klosterbauwerk als Ganzes bzw. das Kloster als Einrichtung an sich.
Eremitagen - © www.leogang-saalfelden.at
In den Fels gebaut - Einsiedelei am Palfen in Saalfelden, Salzburg, Österreich.
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Die klösterliche Lebensform christlicher Mönche und Nonnen wird als monastisch bezeichnet, was sich aus dem griechischen Wort für „Mönch“ (μοναχός, monachos) ableitet. Von dem davon abgeleiteten μοναστήριον (monasterion, lateinisch monasterium) stammen die dem deutschen Begriff „Kloster“ entsprechenden Benennungen in vielen anderen Sprachen: monastery (engl.), Монастырь (russ.), monastère (franz.), monasterio (span.). Diese Wurzel hat sich im Deutschen auch in dem Wort Münster (ahd. munistri, munsri) erhalten.
Kloster - © Thanassis Fournarakos - abduzeedo.com
Die Metéora-Klöster (griechisch Μετέωρα (n. pl.)), östlich des Pindos-Gebirges nahe der Stadt Kalambaka in Thessalien, Griechenland gelegen, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
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Als Konvent wird in der Regel die gesamte Gemeinschaft oder Kommunität bezeichnet, die in einem Kloster lebt, besonders bei den Bettelorden. Dieser Ausdruck wird manchmal auch für den Wohnbereich des Klosters selbst verwendet. Im engeren Sinne bezeichnet Konvent die Versammlung der Konventualen, der stimmberechtigten Mitglieder der Gemeinschaft. Klöster, denen regulär ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht, nennt man Abtei. Weitere Begriffe für Niederlassungen verschiedener Orden sind Priorat, Residenz, Haus, Kommunität oder Fraternität. Eine Besonderheit ist die Bezeichnung „Karmel“ für ein Kloster der Karmelit(inn)en nach dem namengebenden Berg in Israel.

Kloster - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Kloster Simonos Petras (griechisch Ierá Moní Símonos Pétras Ιερά Μονή Σίμωνος Πέτρας,
‘Heiliges Kloster des Felsen Simons‘, auch kurz Simonópetra Σιμωνόπετρα) ist ein griechisch-orthodoxes Kloster auf der Halbinsel Athos, Griechenland.
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Der idealtypische bauliche Grundriss eines frühmittelalterlichen Klosters lässt sich am Klosterplan St. Gallen ablesen. Die Klosterkirche bildet in der Regel den räumlichen und geistlichen Mittelpunkt einer Klosteranlage. Der Klosterhof ist die meist quadratische und von einem Kreuzgang umgebene Zentralfläche eines Klosters, um die sich Klosterkirche, Refektorium (Speisesaal), Dormitorium (Schlafräume) und Klosterkapitel (Versammlungsraum) sowie das Necessarium (Bedürfnisraum) gruppieren. Daneben gehören häufig eine Reihe von Neben- und Wirtschaftsgebäuden zur Klosteranlage.
Kloster - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Klostergarten des Ross Friary Klosters im County Galway, Irland.
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Für klassische Klöster ist die monastische (mönchische) Lebensform bestimmend. Sie ist durch gemeinschaftliches und individuelles Gebet, Einkehr, Stille, Kontemplation und Abgeschiedenheit von der Welt, körperliche Arbeit, geistiges und geistliches Studium und Gastfreundschaft gekennzeichnet. Für monastische Orden ist darüber hinaus typisch die lebenslange Bindung des Mönchs oder der Nonne an das Kloster, in das er oder sie eingetreten ist. Bei anderen Orden, etwa die Bettelorden, ist die Möglichkeit einer Versetzung von einem Kloster in ein anderes üblich.

Monastische Orden, die klausuriert in Klöstern leben, sind etwa Benediktiner(innen), Zisterzienser(innen), Trappist(inn)en, Karmelit(inn)en, Klarissen und Kartäuser. Ordensleute die auch, aber nicht ausschließlich in Klöstern leben und kein streng monastisches Leben führen, sind etwa die Bettelorden (z. B. Franziskaner) oder die Regularkanoniker (z. B. Prämonstratenser).
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Älteste christliche Kirche der Welt in der christlichen Enklave Maalula mit dem
griechisch-orthodoxen Kloster Mar Thekla, Syrien. Im Kloster Mar Thekla befindet sich
in Felsen gehauen die älteste erhaltene christliche Kirche der Welt aus dem 1. Jahrhundert
mit dem Grab der Heiligen Thekla, die von Apostel Paulus zum Christentum bekehrt wurde.
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Von Anfang an waren die Klöster nicht nur Orte geistlichen Lebens, sondern auch Zentren der handwerklichen und landwirtschaftlichen Kunst sowie der Erforschung und Sammlung von Wissen (Klosterbibliothek). Sie spielten damit eine wichtige Rolle für den Erhalt oder Wiedererwerb des seit der Antike verloren gegangenen Wissens und dessen Verbreitung. Im Mittelalter waren Klöster bedeutsam für die Ausbildung der abendländischen Kultur und Zentren der Bildung.
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Die Stiftsbibliothek Melk ist die Kloster- bzw. Stiftsbibliothek des Stiftes Melk. Sie besteht bereits seit Gründung des Melker Klosters im Jahre 1089, da die von Stift Lambach kommenden Benediktinermönche auch einige Schriften, so etwa die Benediktsregel
Codex 1942, mitbrachten. Ihr Bestand umfasst heute rund 85.000 Bände, darunter 798 Inkunabeln.
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Kulturelle Arbeiten fanden fast ausschließlich in Klöstern statt. Mönche kopierten alte Bücher, fertigten Kunstwerke und Kulturgüter wie beispielsweise die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches an und unterhielten Klosterschulen für ihren Nachwuchs. Grundlegende Kulturtechniken wie das Lesen und Schreiben waren über lange Zeit praktisch nur in den Klöstern verbreitet.
Abtei
Kloster - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Abtei Maria Laach (lat. Abbatia Mariae Lacensis oder Abbatia Mariae ad Lacum oder
Abbatia Lacensis) ist eine hochmittelalterliche Klosteranlage. Sie ist an der Südwestseite
des Laacher Sees gelegen, vier Kilometer nördlich von Mendig in der Eifel, Deutschland.
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Eine Abtei (von lat. abbatia) ist ein Kloster, dem regulär ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht. Für gewöhnlich besitzen lediglich die monastischen Orden und Regularkanoniker der Katholischen Kirche Klöster im Range einer Abtei. Eine Ausnahme bildet hier die Abtei St. Thomas in Alt Brünn der Augustiner (OSA). Als Abtei werden häufig auch Propsteien bezeichnet. Für die Erhebung eines Klosters zur Abtei durch den Heiligen Stuhl müssen bestimmte kirchenrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein (z. B. eine bestimmte Mindestanzahl von Mönchen bzw. Nonnen). Wird ein Kloster in den Rang einer Abtei erhoben, so kann der Konvent einen Abt beziehungsweise eine Äbtissin wählen. Besonders bedeutende Abteien, oft die Stammklöster einer benediktinischen Kongregation, tragen auch den Titel Erzabtei; in Österreich etwa die Erzabtei Stift Sankt Peter und in Deutschland die Erzabteien Beuron und St. Ottilien. Der Vorsteher einer Erzabtei ist ein Erzabt.

Frauenstift
Kloster - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Benediktinerinnenkloster St. Johann im Val Müstair im Schweizer Kanton Graubünden
ist ein sehr gut erhaltenes mittelalterliches Kloster der Karolingerzeit.
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Ein Frauenstift ist eine religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen, die ohne Ablegung von Gelübden in einer klosterähnlichen Anlage leben. Die in einem solchen freien weltlichen Stift lebenden (im Mittelalter meist adligen) Damen werden als Kanonissen, Chorfrauen oder Stiftsdamen bezeichnet, daher wird häufig auch der Begriff Damenstift verwendet. Zu unterscheiden sind hiervon jene Nonnen, die nach einer kanonikalen oder monastischen Ordensregel leben (Augustiner-Chorfrauen, Benediktinerinnen, Kartäuserinnen, Prämonstratenser-Chorfrauen, Zisterzienserinnen, etc.) und sich auf Lebenszeit in feierlichen Gelübden zu einem Leben nach den evangelischen Räten unter einer Äbtissin oder einer Priorin verpflichtet haben. Die Klöster dieser Ordensfrauen und anderer monastischer Orden werden regional, vor allem in Österreich, oft ebenfalls als Stift bezeichnet.

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