Ordensgemeinschaften
Salzburg - St. Peter © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Salzburg - St. Peter: Stift: Kreuzgang. Kerzenprozession der Mönche
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Ordensgemeinschaft (auch Orden, von lat. ordo: Ordnung, Stand) ist eine durch eine Ordensregel verfasste Lebensgemeinschaft von Männern oder Frauen, die sich durch Ordensgelübde an ihre Lebensform binden und ein spirituelles Leben in Gemeinschaft führen, in der Regel in einem Kloster.

Von Ordensleuten zu unterscheiden sind Eremiten, die zwar auch Ordensmänner oder Ordensfrauen sein können, aber als Einzelne ein Leben in der Einsamkeit führen, und andere Formen religiösen Lebens (etwa gottgeweihte Jungfrauen, Mitglieder von Säkularinstituten, evangelische Diakonissen und Diakonengemeinschaften). Der im Deutschen außerhalb des kirchenrechtlichen Sprachgebrauchs allerdings wenig gebräuchliche Oberbegriff für alle, die in einer der durch Gelübde oder bindende Versprechen begründeten Formen gottgeweihten Lebens (lat. vita consecrata) leben, lautet Religiosen oder gottgeweihte Personen.

Innerhalb der Ordensgemeinschaften der (lateinischen) Kirche unterscheidet man

die alten Orden und
Kongregationen – diese entstanden zumeist nicht vor dem 17. Jahrhundert.

Zu den alten Orden, die feierliche Gelübde ablegen, gehören länger als 700 Jahre bestehende Gemeinschaften, darunter monastische Orden, deren Mitglieder Mönche oder Nonnen sind, geistliche Ritterorden, Bettelorden und Regularkanoniker. Ordensgemeinschaften neueren Ursprungs werden meist als Kongregationen bezeichnet. Der Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983 kennt die Unterscheidung zwischen Orden und Kongregationen nicht mehr. Über das Eigenrecht der einzelnen päpstlich oder bischöflich approbierten Gemeinschaften sind die teilweise sehr alten Regelungen aber weiterhin Bestandteil des katholischen Kirchenrechts.

Der CIC von 1983 unterscheidet drei Formen von Ordensgemeinschaften und neueren verwandten, nach dem II. Vatikanischen Konzil entstandenen Lebensformen:

Ordensinstitute (Cann. 607–709)
Säkularinstitute (Cann. 710–730)
Gesellschaften des apostolischen Lebens (Cann. 731–755)


Ordensinstitute werden zusammen mit den Säkularinstituten als Institute des geweihten Lebens (Cann. 573–606) bezeichnet. Es gibt neben den römisch-katholischen Ordensgemeinschaften auch anglikanische sowie evangelische Gemeinschaften und Kommunitäten.

Kaum Ordensgemeinschaften im westlichen Sinn gibt es dagegen in den orthodoxen Kirchen und den in deren kirchlicher Tradition stehenden katholischen Ostkirchen. Das orthodoxe Mönchtum wird vielmehr größtenteils in selbständigen Klöstern und Klosterverbänden (z. B. die Mönchsrepublik vom Berg Athos) praktiziert. In einem allgemeinen, weiteren Verständnis fasst man auch orthodoxe Mönche und Nonnen unter den Oberbegriff des Ordenslebens.
Ordensinstitute
Ordensinstitut ist die kirchenrechtliche Bezeichnung römisch-katholischer Ordensgemeinschaften. Im aktuellen kanonischen Recht der Lateinischen Kirche, dem Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983, sind Ordensinstitute in cann. 607-709 CIC geregelt. Sie bilden gemeinsam mit den Säkularinstituten (cann. 710–730 CIC) die Institute des geweihten Lebens (cann. 573–606 CIC). Formalrechtlich nicht zu den Ordensinstituten gehören die Gesellschaften apostolischen Lebens (cann. 731–755 CIC), für die aber ebenfalls die vatikanische Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens zuständig ist.
Bei den Ordensgemeinschaften der römisch-katholischen Kirche unterscheidet man traditionell zwischen Orden und Kongregationen. Zu den Orden gehören Gemeinschaften, die länger als 700 Jahre bestehen. Hierzu zählen

monastische Orden
geistliche Ritterorden
Bettelorden
Regularkanoniker
Regularkleriker


Kongregationen sind jüngere Verbände, die zumeist nicht vor dem 17. Jahrhundert entstanden sind. Im aktuellen CIC findet sich die Unterscheidung zwischen Orden und Kongregationen nicht mehr, allerdings besteht sie im jeweiligen Eigenrecht der einzelnen päpstlich bzw. bischöflich approbierten Gemeinschaften weiter. Kongregationen unterscheiden sich von den alten Orden praktisch nur darin, dass ihre Mitglieder sogenannte einfache Gelübde ablegen, während es bei den Mitgliedern alter Orden feierliche Gelübde sind. Mitglieder von Ordensinstituten (Ordensleute) bezeichnet man generell als Ordensmänner (auch Ordensbrüder) bzw. Ordensfrauen (oder Ordensschwestern). Mitglieder monastischer Orden heißen auch Mönche bzw. Nonnen. Bei Regularkanonikern spricht man auch von Chorherren, bei weiblichen Mitgliedern von Kanonikerorden auch von Stiftsdamen oder Chorfrauen.
Säkularinstitute
Ein Säkularinstitut (Weltinstitut oder Weltgemeinschaft) ist neben der Ordensgemeinschaft die zweite Form für ein Institut des geweihten Lebens. Im Unterschied zu den Ordensgemeinschaften leben die Mitglieder von Säkularinstituten überwiegend in der Welt, nicht im Kloster.

Eine der ersten Formen eines Säkularinstituts stellte die 1535 von Angela Merici gegründete „Compagnia di Sant´Orsola“, dar. Die ersten Ursulinen lebten bei hren Familien und trafen sich zu Gottesdiensten und religiöser Bildung. Sie trugen noch keinen Habit und bemühten sich um ein Leben nach dem Evangelium. Ihre Gründerin verfasste die erste Regel für die Gemeinschaft. Anfang des 17. Jahrhunderts wandelten sich die Ursulinen jedoch zu einem klausurierten Orden.

Mit der apostolischen Konstitution Provida mater ecclesia (2. Februar 1947) von Papst Pius XII. (1939-1958) wurde die Form der Säkularinstitute zum ersten Mal kirchenrechtlich geregelt. Papst Paul VI. (1963-1978) bezeichnete die Säkularinstitute später als „Versuchslaboratorien, in denen die Kirche die konkreten Möglichkeiten ihrer Beziehung zur Welt testet.“

Säkularinstitute zählen zu den Formen des geweihten Lebens. Die Laien oder Kleriker des Instituts schließen sich zu einem gemeinsamen Leben zusammen, um ihr Leben aus dem Evangelium heraus zu gestalten und missionarisch zu wirken. Deshalb leben sie meist nicht in einem Kloster, sondern in Wohnungen, gehen einem Beruf nach, pflegen soziale Kontakte und sind ehrenamtlich in Gesellschaft und Kirche tätig. Im CIC ist festgelegt:

„Ein Säkularinstitut ist ein Institut des geweihten Lebens, in welchem in der Welt lebende Gläubige nach Vollkommenheit der Liebe streben und sich bemühen, zur Heiligung der Welt, vor allem von innen her, beizutragen.“– CIC can. 710

Wie bei Ordensinstituten gibt es gemeinschaftseigene Regeln (Statuten), die von den Mitgliedern festgelegt und vom zuständigen Diözesanbischof genehmigt werden. Dies können Versprechen auf Zeit oder aber Gelübde nach den evangelischen Räten der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsam sein, die zunächst auf Zeit, dann für das ganze Leben abgelegt werden. Andere, bei Ordensgemeinschaften verbreitete Elemente, wie eine gemeinsame Tracht, werden nur von manchen Säkularinstituten übernommen. Es gibt Säkularinstitute, in denen nur Frauen, nur Männer oder nur Priester aufgenommen werden.
Gesellschaften des apostolischen Lebens
Nonne © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Nonnen-Einkleidung und Ablegung des Ordensgelübde, eine junge Nonne
kniend vor dem Priester, sie küßt ein Kreuz; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Gesellschaft des apostolischen Lebens (Societas vitae apostolicae) ist eine römisch-katholische ordensähnliche Gemeinschaft nach den Canones 731–755 Codex Iuris Canonici (CIC). Mitglieder einer Gesellschaft des apostolischen Lebens können Kleriker und Laien werden.

Im Codex des kanonischen Rechts werden zunächst "Gemeinsame Normen für alle Institute des geweihten Lebens" aufgestellt. Nach den „Instituten des geweihten Lebens“, folgen die „Gesellschaften des apostolischen Lebens“:

„Zu den Instituten des geweihten Lebens kommen die Gesellschaften des apostolischen Lebens hinzu, deren Mitglieder ohne Ordensgelübde das der Gesellschaft eigene apostolische Ziel verfolgen, ein brüderliches Leben in Gemeinschaft führen und gemäß der eigenen Lebensordnung durch Befolgung der Konstitutionen nach Vollkommenheit der Liebe streben.“ – Can. 731

Die Gesellschaften apostolischen Lebens werden im übergeordneten Sinne unter die Leitung und Aufsicht der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens gestellt. Die Mitglieder der Gesellschaften des apostolischen Lebens können nach einigen Jahren ein zeitliches Versprechen ablegen. In der Lebensweise unterscheiden sie sich jedoch kaum von einer Ordensgemeinschaft.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Ordensgemeinschaft" der
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