Jesuit werden
Wir sind Ordensleute aus Leidenschaft für Gott und die Menschen
Jesuiten © Deutsche Provinz der Jesuiten - www.jesuiten.org
Weihe von Jesuitenbruder Gunnar Bauer SJ, in der Kirche St. Ignatius
in Chestnut Hill, Massachusetts/USA, zum Diakon.
© Deutsche Provinz der Jesuiten - http://www.jesuiten.org / Simon Lochbrunner SJ
"Zu jeder Stunde finde ich ihn", sagt Ignatius von Loyola über Gott. In den Geistlichen Übungen schreibt der Gründer des Jesuitenordens auf, wie Gott ihn dazu geführt hat. Bis heute leben Jesuiten aus seiner Spiritualität. Sie gehen diesen Übungsweg selbst und laden auch anderen dazu ein. Das Ziel: Gott im eigenen Leben entdecken und mit ihm verbunden bleiben.

Weltweit gibt es knapp 17.000 Jesuiten, die in 120 Ländern arbeiten. Ein äußeres Erkennungszeichen, z.B. ein gemeinsames Outfit, gibt es nicht, wir sind uns aber alle einig, “Freunde im Herrn” zu sein. Die Gelübde, Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam, halten uns in dieser Freundschaft mit Jesus Christus und untereinander. Besitz, Arbeit und Gebet - wir teilen alles miteinander.

“Den Seelen helfen” oder Menschen für andere werden, so verstehen wir Nachfolge Christi. Wir setzen uns für Glaube und Gerechtigkeit ein, weil Gottes- und Nächstenliebe, gelebte Solidarität ohne Wenn und Aber, der Weg Jesu war. dessen Namen wir als Jesuiten tragen. Unser Platz ist genauso in der Mitte der Kirche wie an ihren Rändern und darüber hinaus.
Gott ruft Dich in Deinen Träumen und Wünschen
Es soll Dein Weg werden!
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Weihe von Jesuitenbruder Gunnar Bauer SJ, in der Kirche St. Ignatius
in Chestnut Hill, Massachusetts/USA, zum Diakon.
© Deutsche Provinz der Jesuiten - www.jesuiten.org  / Simon Lochbrunner SJ
Jesuit werden ist eine Berufung, die man als Bruder oder als Priester verwirklicht. Für Jesuitenbrüder sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studienabschluss Vorraussetzung für den Ordens-eintritt. Für die Priesterberufung ist das Abitur Eintrittsvoraussetzung. Jeder, der Jesuit werden möchte, muss innere Freiheit, Liebe zur Kirche und Gemeinschaftsgeist mitbringen, denn Jesuitsein heißt, gesandt sein, zusammen in der Gemeinschaft der Glaubenden dienen, wo immer es nötig ist.
Eintrittsvoraussetzungen
 Ganz knapp auf den Punkt gebracht:
Katholisch, männlich, unverheiratet, Abitur
bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung.
 Darüber hinaus wichtig zu wissen:
Es gibt keine strikte Altersgrenze, doch mit über 40 wird es schwierig. Ordensmann sein geht weit über einen neuen Kompe-tenzerwerb hinaus. Es ist die Einübung in eine neue Lebensform. Es braucht gute Gründe, Bewährtes aufzugeben.
Aufnahmeschritte
Der erste Schritt ist der Kontakt mit dem Team Berufungspastoral. Es hilft bei der Klärung der persönlichen Motivation und dem Kennenlernen des Ordens. Zu gegebener Zeit folgt ein Besuch im Noviziat, um die Noviziatsgemeinschaft kennen zu lernen.
Jeder Interessent, der um Aufnahme in den Orden bittet, muss ein festgelegtes Bewerbungsverfahren durchlaufen (vier Gespräche mit Jesuiten, psychologisches und ärztliches Gutachten, polizeiliches Führungszeugnis). Es dient als Grundlage für den Jesuitenprovinzial, der über die Aufnahme entscheidet.
Noviziat
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Nachdem das Rupert-Mayer-Haus nun rundherum renoviert ist, lebt die
Noviziatsgemeinschaft seit September 2006 wieder in Nürnberg.
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Jesuit sein will gelernt sein! Eine zweijährige Probezeit, hilft klären, ob man zum Leben als Jesuit berufen ist: das Noviziat. Das Programm ist anspruchsvoll und setzt Flexibilität und Motivation voraus. Damit am Ende eine tragfähige Entscheidung getroffen werden kann, muss Vieles kennengelernt und erprobt werden: Leben in Gemeinschaft, ignatianische Spiritualität, persönliches Gebet, Geschichte des Ordens, seine Struktur und seine Tätigkeitsfelder. Jesuit sein will gelernt sein! Eine zweijährige Probezeit, hilft klären, ob man zum Leben als Jesuit berufen ist: das Noviziat. Das Programm ist anspruchsvoll und setzt Flexibilität und Motivation voraus. Damit am Ende eine tragfähige Entscheidung getroffen werden kann, muss Vieles kennengelernt und erprobt werden: Leben in Gemeinschaft, ignatianische Spiritualität, persönliches Gebet, Geschichte des Ordens, seine Struktur und seine Tätigkeitsfelder.

Oft gelten Jesuiten große Individualisten, ja sogar als Einzelkämpfer. Es stimmt, im Jesuitenorden wird jeder als Individuum wahrgenommen. So kommt jeder ins Noviziat mit seiner eigenen Berufung und Vorgeschichte. Die Exerzitien als Grundlage der ignatianischen Spiritualität fordern und fördern dies, denn jeder einzelne kann und muss seinen Weg mit Gott finden, der jeden in seinem konkreten Menschsein anspricht.

Die Arbeit als Jesuit ist in der Regel ein Tun in der Welt, die nicht auf die Ordensgemeinschaft beschränkt ist. Und das Spektrum der Tätigkeiten ist sehr weit. Dabei sind Jesuiten aber keine Einzelkämpfer, sondern sie stehen in der Gemeinschaft ihres Ordens. Sie leben nach den Evangelischen Räten der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams in Kommunitäten zusammen.
Noviziatsprogramm
Zwischen Hochspannung und Langeweile spielt sich die zweijährige Ausbildungszeit des Noviziats ab. Aktive Zeiten während mehrerer Experimente wechseln sich ab mit eher ruhigen Zeiten im Noviziatshaus in Nürnberg (Ordo solitus).

Die Ausbildungszeit beginnt in der Regel im September mit einer zweiwöchigen Kandidatur und dreitägigen Kurzexerzitien (Triduum), in denen die Kandidaten ein Noviziatsversprechen ablegen.

Von Oktober bis Dezember steht die Einübung des „Ordo solitus“ im Vordergrund. Die Novizen sollen eine persönliche Struktur ihres geistlichen Lebens finden. Außerdem machen sie sich im Unterricht („Instruktionen“) mit den Ordenssatzungen, den Gründungsdokumenten und der Gestalt des Ordensgründers („Pilgerbericht“ des Ignatius von Loyola) vertraut. Über den Jahreswechsel besuchen die Novizen ihre Familien. Von dort aus geht es im Januar/Februar ins erste Experiment.

Zurück in Nürnberg steht im März und April die Unio animorum (Einheit der Herzen) auf dem Unterrichtsplan der Novizen - das, was den Jesuitenorden zusammenhält: das Recht, die Geschichte und die Finanzen des Ordens sind Schwerpunkte des Ausbildungsabschnittes.
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Novizen des Jesuitenordens.
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Höhepunkt des ersten Noviziatsjahres sind die Großen Exerzitien, die ein Jesuit normalerweise nur zweimal auf seinem geistlichen Werdegang macht, im Noviziat am Beginn und im Terziat am Ende der Eingliederung in den Orden. Die Novizen fahren für die Dauer der 30-tägigen Exerzitien in ein Exerzitenhaus nach St. Andrä im Lavanttal, wo sie begleitet vom Novizenmeister strenges Schweigen einhalten und durch nichts Äußeres abgelenkt werden sollen. Die Exerzitien sind ein intensiver innerer Prozess der Wandlung und Neuorientierung und dienen der Entscheidungsfindung und -klärung. Unter spirituellen und theologischen Gesichtspunkten wird die Exerzitienerfahrung systematisch vor- und nachgearbeitet.

Der Juli ist dem dritten Experiment vorbehalten, indem die Themen Armut und Pilgerschaft praktisch erlebt und erlitten werden. Im Sommer fahren die Novizen gemeinsam in den Urlaub. Außerdem sollen die Novizen am Ende des ersten Ausbildungsjahres sich in einer Noviziatsarbeit eingehend mit einer spirituellen Fragestellung auseinandersetzen.

Ausbildungsinhalte im zweiten Jahr sind vom Herbst bis zum Jahreswechsel die Evangelischen Räte Armut, Keuschheit und Gehorsam, wiederum die Ordensgeschichte sowie eine Einführung ins kontemplative Gebet. Nach dem Besuch der Familien zum Jahreswechsel folgt im Januar/Februar als viertes Experiment ein Sozial- oder Pastoralpraktikum.

Bis nach Ostern stehen wieder die Ordensgeschichte, die Psychologie des Ordenslebens, „Exerzitien im Alltag“ sowie die Mitfeier und Gestaltung der Kar- und Osterliturgie im Zentrum des Interesses. Der Sommer ist den Studien- experimenten vorbehalten. Am Ende der zweijährigen Noviziatszeit rückt die persönliche Standortbestimmung mit einer Reflexion des gesamten Noviziatsweges in den Vordergrund. In achttägigen Exerzitien bereiten sich die Novizen auf die Ablegung ihrer „ersten Gelübde“ im September vor.
Gelübde
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Die zweijährige Prüfungszeit des Noviziats endet mit der Ablegung der „ersten“ (einfachen) Gelübde. Darin bindet sich der Novize für immer an den Orden und legt Gott gegenüber das Versprechen der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab. Gelübde sind keine Verfügung über Gottes Willen, sie sind keine außerordentliche Leistung oder eine willkürliche Selbstbestimmung des Menschen. Sondern die verbindliche Entscheidung für das Ordensleben stellt immer eine Antwort des Einzelnen auf das Geschenk des von Gott her erfahrenen Rufes dar.
Armut
Durch den Geist Jesu bewegt, fühlten sich Ignatius und seine Gefährten berufen, in Armut zu predigen. Deswegen verzichtet ein Jesuit auf Privateigentum und stellt sich in die Gütergemeinschaft seines Ordens. Dies hat eine „apostolische“ Bedeutung, weil die Armut die eigene Glaubwürdigkeit unterstreicht: Ein Jesuit soll nur aus Gott und auf Gott hin leben. Sein Lebensstil soll einfach sein mit der Bereitschaft, alles untereinander und mit anderen zu teilen. Außerdem soll er verfügbar sein zu jeder Art von Dienst gerade für diejenigen, die diese Hilfe am nötigsten haben.
 
Keuschheit
Im Gelübde der Keuschheit entscheidet sich der Jesuit in einer so einzigartigen Liebe für Jesus Christus und seinen Dienst, die die Ehe und jede andere ausschließliche Beziehung wie auch die Befriedigung seiner Sexualität ausschließt. Dies wertet die Ehe nicht ab, sondern verweist auf eine Liebe und Treue, die tiefer als der geschlechtliche Ausdruck ist und für die die Ehe und die Ehelosigkeit zwei verschiedene Verwirklichungen sind. Den Jesuiten stärken dabei die Vertrautheit mit Gott und die Freundschaft mit Christus, die Gefährtenschaft mit den Mitbrüdern im Orden und der Dienst für die Mitmenschen.
 
Gehorsam
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Mit dem Gelübde des Gehorsams stellt sich der Jesuit in die Sendung seines Ordens, Jesus Christus in der Kirche zu dienen. Der Gehorsam vollzieht sich vor allem in der “Destination”, d.h. in der Sendung durch den Oberen. Nach dem Beispiel Christi soll der Obere seine Autorität im Geist des Dienstes ausüben und sich dabei von kluger Liebe und dem Rat der Mitbrüder leiten lassen. Voraussetzung dafür ist bei jedem Einzelnen die volle Verfügbarkeit und die Offenheit des Gewissensurteils dem Oberen gegenüber. Ein Jesuit soll seine ganze Absicht und alle Kräfte sowie große Bereitschaft, geistliche Freude und Ausdauer einsetzen, um den Willen Gottes mehr zu entsprechen.

„Letzte“ (feierliche) Gelübde macht ein Jesuit erst am Ende einer mindestens zehnjährigen Ausbildungszeit im „Terziat“. Dabei werden die drei Gelübde feierlich wiederholt. Patres (Ordenspriester) fügen noch ein viertes Gelübde hinzu, das sie in besonderer Weise zum Gehorsam gegenüber dem Papst verpflichtet. Dieses Gelübde ist ein unterscheidendes Merkmal des Jesuitenordens.
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