Johannes Grande
Gedenktag: 3. Juni
Johannes Grande - Quelle: Hagiopedia Johannes Grande © Parroquia san Pedro
Johannes Grande
Quelle: Hagiopedia
hagiopedia.blogspot.co.at
Johannes Grande
© Parroquia san Pedro
www.sanpedrocarmona.es
Johannes Grande ist einer der Heiligen, von denen man nicht sehr viel weiß. Allerdings ist das, was man rekonstruieren konnte, umso interessanter. Er wurde am 6. März 1546 in der Nähe Sevillas als Sohn des Handwerkers Cristóbal Grande und der Isabel Román geboren, erhielt eine gute christliche Erziehung, verlor mit elf Jahren den Vater.  Er lässt sich bei einem Tuchhändler in Sevilla zum Kaufmann ausbilden. Damals scheint es in diesem Gewerbe nicht immer ganz ehrlich, sondern eher betrügerisch zugegangen zu sein. Nach einer seelischen Krise verschenkte er sein Hab und Gut und zog sich in die Einsiedelei Santa Olalla in Marchena bei Carmona zurück, gelobte Ehelosigkeit und nannte sich "Johannes der Sünder". Dort wird ihm eines klar: Er will sein Leben Gott schenken – und als er wenig später zwei obdachlosen kranken Menschen begegnet, weiß er, was er zu tun hat. Er kann Gott dienen, wenn er sich für Kranke und Arme einsetzt!
Johannes Grande © Ordo Hospitalarius S. Joannis de Deo; Roma Johannes Grande - Quelle: Joachim Schäfer Ökumenisches Heiligenlexikon
Johannes Grande
© Ordo Hospitalarius S. Joannis
de Deo; Roma - www.ohsjd.org
Johannes Grande
Quelle: Joachim Schäfer
Ökumenisches Heiligenlexikon
Nach einem Jahr in der Einsiedelei ging Johannes nach Jerez de la Frontera, versorgte Bedürftige, Gefangene und als unheilbar aufgegebene Patienten und ging dafür in der Stadt Betteln. Unterstürtzung erhielt er dabei vom Franziskanerkloster. Als 1574 eine Epidemie die Stadt heimsuchte, explodierte die Zahl der unversorgten Kranken; deshalb beschloss er, ein Krankenhaus aufzubauen, das er "Nuestra Señora de la Candelaria", "Mariä Lichtmess", nannte. Er besuchte noch im selben Jahr das von Johannes von Gott in Granada gegründete Krankenhaus und beschloss, die dortigen Regeln zu übernehmen; man bezeichnet Johannes Grande deshalb auch als den "Satztungsgeber" für die durch Johannes von Gott aufgestellten Grundsätze; zugleich schloss er sich den "Barmherzigen Brüdern" an.
Johannes Grande © Barmherzige Brüder - Bayerische Ordensprovinz
Johannes Grande.
© Barmherzige Brüder - Bayerische Ordensprovinz
Unter seiner Leitung reformierte er das Krankenhaus ganz nach seinen Ideen. Im Mittelpunkt standen natürlich die kranken Menschen, für deren optimale Behandlung nicht nur die rein medizinische Versorgung ausreicht. In weiteren umliegenden Orten wurden Einrichtungen für Kranke eröffnet, wobei manche Widerstände der Behörden zu überwinden waren, weil denen die Behandlung aufwendig erschien, andererseits unterstützte nun der Erzbischof von Sevilla Johannes' Wirken.
© Hospital San Juan Grande
Das Hospital San Juan Grande in Jerez de la Frontera (Cádiz).
© Hospital San Juan Grande - www.hospitalsanjuangrande.es
„Der Mensch ist eine Medizin für den Menschen,“ so seine Überzeugung. Eine beachtliche Sichtweise für das 16. Jahrhundert. Und wenn es heute ganz selbstverständlich ist, dass es in einem Krankenhaus getrennte Abteilungen gibt, so wenig war es das in der damaligen Zeit. Für Johannes Grande jedoch eine zwingende Notwendigkeit. Ähnlich dachte ja auch Johannes von Gott, bei dessen Tod Johannes Grande allerdings erst vier Jahre alt war. 1574 entdeckt letzterer seine Parallelen zu den Barmherzigen Brüdern und beschließt, mit seinen mittlerweile zahlreichen Gefolgsleuten die Kräfte zu bündeln: Sie treten alle dem Orden bei.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Das Santuario für Johannes Grande in Jerez.
Quelle: Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Dass sich Johannes Grande auch von der Pest nicht aufhalten lässt, war eigentlich klar. Unermüdlich versorgte und pflegte er mit seinen Mitbrüdern die Kranken und Sterbenden in Jerez. Unter den etwa 500.000 Opfern befindet sich auch er: Johannes Grande stirbt am 3. Juni 1600. Sein Leben stellte Johannes Grande in den Dienst des Nächsten. Mit seinem aufopferungsvollen Leben und seiner Modernisierung der Krankenhäuser hat er im 16. Jahrhundert Zeichen gesetzt. Johannes wird als "Prophet und Apostel der Gesundheitsversorgung" bezeichnet. Heute gibt es in Jerez noch immer das "Hospital San Juan Grande", auf dessen Gelände Johannes in einem für ihn eingerichteten Santuario verehrt wird. Er wurde 1852 von Pius IX. selig- und von Papst Johannes Paul II. 1996 heiliggesprochen. Der Heilige ist Patron der Diözese Jerez de la Frontera. Seine Reliquien werden in dieser Stadt verehrt, in der Kirche der Hospitalbrüder, die ihm geweiht und zum „Diözesanheiligtum vom heiligen Johannes Grande“ erhoben wurde.
Sein Gedenktag wird am 3. Juni gefeiert.
Er wird außerdem als Patron
des Bistums Asidonia - Jerez de la Frontera verehrt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel:
Heiliger Johannes Grande - Vom Kaufmann zum Krankenhausreformer
www.barmherzige-brueder.at
und
Johannes Grande - Ökumenisches Heiligenlexikon
www.heiligenlexikon.de
 
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