Pfarrkirche Krim
Judas Thaddäus Kirche
P. Josef Zeininger Platz 1, 1190 Wien
Judas-Thaddäus-Kirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Judas-Thaddäus-Kirche.
Turmfront: Ansicht von links vom Platz in der Krim.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Pfarrkirche Krim ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling und ist dem heiligen Judas Thaddäus geweiht. Die Kirche befindet sich am nach deren früheren Kaplan Josef Zeininger benannten Pater-Zeininger-Platz Nr. 1-2, das Pfarramt in der Sollingergasse 24. Die Pfarre Krim erstreckt sich größtenteils über ein relativ junges Siedlungsgebiet. Das älteste uns bekannte Dokument, das auf eine Ortsbezeichnung im Pfarrbereich hinweist, stammt aus dem Jahr 1321: In ihm wird der "Chrotenpach" erwähnt. Das Krottenbachtal hat während der zweiten Türkenbelagerung, als es unter dem Beschuss der auf der Türkenschanze aufgestellten osmanischen Kanonen lag, eine eher traurige Berühmtheit erlangt. Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Flurname "Hutweide" urkundlich für den Anger beim heutigen Sonnbergplatz verwendet, auf den man die Herden aus Döbling trieb.
Geschichte
Judas-Thaddäus-Kirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Judas-Thaddäus-Kirche.
Turmfront: Ansicht von rechts vom Platz in der Krim.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Geplant wurde die Kirche von Clemens Holzmeister, der auch für deren Errichtung in den Jahren 1931 bis 1932 verantwortlich war. Am 11. Juli 1931 wurde mit den Aushubarbeiten begonnen. In der ersten Ausbaustufe sollte die Kirche Fassungsraum für etwa 450 Personen bieten. Schon für 1935 war eine Erweiterung auf etwa 1000 Personen vorgesehen. Der Bau ging äußerst zügig voran: Am 21. August war Gleichenfeier für den Kirchenraum, am 2. Oktober für den Turm. Die Monstranz wurde vom Goldschmied Oskar Wicke gefertigt. Das ursprüngliche Kirchengebäude besteht aus dem heutigen Querschiff und dem Kirchturm, weil im Jahre 1944 schwere Kriegsschäden entstanden.
Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Altar mit dem Altarbild des Malers Hans Wulz.
Wie sich herausstellen sollte, ist die Krim-Kirche die bislang einzige Kirche Österreichs, deren alleiniger Patron der Hl. Judas Thaddäus ist. Judas Thaddäus ist einer der zwölf Apostel und wird als solcher als Heiliger verehrt. Über sein Leben ist wenig Gesichertes bekannt, seine Historizität umstritten. Möglicherweise werden in Judas Thaddäus mehrere verschiedene historische Personen zu einer einzigen Gestalt verbunden. Er missionierte wohl im vorderasiatischen Raum und starb dort als Märtyrer. Eine verstärkte Verehrung des Heiligen setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Er wird vor allem in schwierigen und ausweglosen Situationen um Hilfe angefleht. In den meisten christlichen Konfessionen wird seiner am 28. Oktober gedacht. Die uneinheitliche Überlieferung hat Auswirkungen auf die Darstellung des Judas Thaddäus. In Darstellungen der zwölf Apostel wird er häufig durch Paulus ersetzt, oder teilt sich seinen Platz mit Simon. Meist wird er als jugendlich mit keimendem Bart dargestellt, diese Darstellung ist vor allem in Südeuropa verbreitet.
Pfarrkirche Krim © E. Gaube Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Thaddäus-Statue von Hans Andre
aus dem Jahr 1932.
Marienstatue an der rechten
Seite des Chorraumes.
 In Nordeuropa überwiegt dagegen eine Darstellung als bärtiger, älterer Mann. Wie die anderen Apostel wird er mit Buch oder Schriftrolle dargestellt, seine speziellen Attribute sind ein Knüppel oder eine Hellebarde, seltener Schwert, Steine oder Beil, als Zeichen seines Martyriums. Gebräuchlich ist auch eine Darstellung mit einem Bild Jesu Christi, was auf die Abgarlegende zurückgeht. Teilweise wird er auch mit Winkelmaß, dem Attribut des Thomas, dargestellt.
Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Kreuzwegdarstellungen der Judas-Thaddäus-Kirche.
Im Herbst 1981 schenkte eine ungenannte Spenderin der St.-Judas-Thaddäus-Kirche einen neuen Kreuzweg, dessen Ölgemälde von Michael Fuchs stammen. Auf Grund des starken Bevölkerungswachstums im Pfarrgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in den Jahren 1955 bis 1957 nach den Plänen des Architekten Anton Steflicek um das heutige Hauptschiff und Chor erweitert, die Glasfenster schuf Karl Sterrer. Geweiht wurde der neue Teil am 27. Oktober 1957.
Judas-Thaddäus-Kirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Judas-Thaddäus-Kirche.
Ansicht von Norden aus der Budinskygasse. Im Vordergrund das Haus In der Krim 10.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Seitenkapelle mit einer Judas-Thaddäus-Statue von Hans Andre aus dem Jahr 1932 ist mit Votivtafeln überhäuft, so dass kaum mehr ein Flecken roher Wand zu sehen ist. Nach der Erweiterung der Kirche konnten die Kirchenbesucher über das neue Altarbild abstimmen. Zur Wahl standen fünf Entwürfe, gewonnen hat der erste Farbentwurf des akademischen Malers Hans Wulz, eines der Fresken der 1950er Jahre in Österreich. 
Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Rechter Seitenaltar der Judas-Thaddäus-Kirche.
Am 10. September 1944 wurde die St.Judas-Thaddäus-Kirche durch einen Bombentreffer stark beschädigtt. Der Fliegeralarm hatte die Sonntagsmesse unterbrochen. Zitat aus der Pfarrchronik: "Unerwartet schnell fallen sieben schwere Bomben in der nächsten Umgebung der Kirche. Ein Volltreffer geht seitwärts vom Garten in dieselbe und trifft einen Grundpfeiler vom Saal. Durch den Luftdruck wird ein Drittel des Fußbodens der Kirche nach allen Windrichtungen in die Höhe geschleudert. Die Bänke stellen sich senkrecht auf, Kreuzwegstationen zersplittern, ebenso ein eiserner Opferstock . . ." In den umliegenden Wohnhäusern wurden 42 Tote geborgen. An der Ecke Weinberggasse / P. Zeiningerplatz (heute Gemeindebau Weinberggasse 35) stirbt in einem Einfamilienhaus die gesamte Familie der Besitzer. Zeitzeugen erzählen, sie hätte das starke Bombardement völlig überrascht, da es hier ja keine militärisch wichtigen Ziele gegeben habe. Dabei haben sie offenbar die "Gräf & Stift"-Fabrik übersehen, an deren in den Gehsteig ragenden Luftschutzbunker sich noch Viele erinnern werden. Gleiches gilt für die Vorortelinie. Sie wurde zwar noch in der Kaiserzeit gebaut, aber schon damals mit der Absicht, Truppen und Kriegsgerät rasch um Wien herum verlegen zu können. Die vom Hugo-Wolf-Park in den Tunnel führenden Versorgungsschächte wurden übrigens im 2. Weltkrieg als Luftschutzräume genutzt. Die Aufräumungsarbeiten, bei denen selbst Kardinal Innitzer bei einem Besuch Hand anlegte, dauerten bis Weihnachten 1944. Erst die Christmette konnte Pfarrverweser P. Jakob Reifeltshammer in der provisorisch instandgesetzten Kirche zelebrieren. Am 6. April 1945 kehrte P. Zeininger - gleichsam als Vorbote der Befreiung - aus der Haft ins Pfarrhaus zurück. Am nächsten Tag rückte die sowjetische Armee in Wien ein. Schon ab dem 12. April gab es in unserer Kirche wieder regelmäßig Gottesdienste. Noch vor Monatsende begann man mit der Instandsetzung der Leihbibliothek. Erfüllt von neuer Hoffnung, fanden sich in der Pfarrgemeinde viele freiwillige Helfer. Noch vor Jahresende kam es zur Gründung der "Katholischen Arbeiter Jungmannschaft Krim", aus der später die "Katholische Arbeiter Jugend" hervorging.
Pfarrkirche Krim © E. Gaube Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Kirche mit Eingangsbereich und Kreuzdarstellung (links) an der Außenfassade.
Das Bild zeigt den ersten Farbentwurf von Akad. Maler Prof. Hans Wulz (1909 - 1985). Einige Nebenfiguren wurden für das endgültige Altarbild noch geändert. Das Bild gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse österreichischer Fresken der 50er Jahre.
Auf dem Wandgemälde hinter dem Hauptaltar gruppieren sich Figuren um die Zentralgestalt des Apostels und Kirchenpatrons Judas Thaddäus. Der Heilige trägt um den Hals eine Hostie mit den Gesichtszügen von Jesus (einer Legende nach brachte er König Abgar von Edessa ein Bild Christi), stützt sich auf einen Prügel (wahrscheinlich wurde er als Märtyrer erschlagen) und weist auf den auferstandenen Christus, dessen Kopf von den Insignien der Dreifaltigkeit umrahmt wird.
Pfarrkirche Krim © E. Gaube
Orgelempore der Judas-Thaddäus-Kirche.
Die drei Glocken von der Glockengießerei Pfundner im 10. Wiener Gemeindebezirk wurden am 28. Mai 1960 von Kardinal Franz König geweiht. Sie tragen die Namen Judas-Thaddäus-Glocke (E-Ton), Marien-Glocke (Fis-Ton) und Franz-von-Sales-Glocke (A-Ton).
www.pfarre-krim.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Pfarrkirche_Krim" der
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