Kalasantiner
Congregatio pro operariis a S. Josepho Calasanctio
Ordenskürzel: COP
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Diakonenweihe von P. David Gold in der Wallfahrtskirche in Schwarzau am Steinfeld.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Kalasantiner (lat.: Congregatio pro operariis a S. Josepho Calasanctio, dt.: Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Kalasanz von der Mutter Gottes, Ordenskürzel: COP) sind ein katholischer Männerorden. Der österreichische Priester Anton Maria Schwartz gründete die Kongregation am 24. November 1889 in Wien, um die Not der jungen Arbeiter und Lehrlinge zu lindern, und war bis zu seinem Tod am 15. September 1929 der Generalobere. Im Jahr 1939 erfolgte die Approbation durch den Heiligen Stuhl. Pater Anton Maria Schwartz wurde von Papst Johannes Paul II. in Wien 1998 seliggesprochen. 1979 wurden die Schwestern der Jüngersuche gegründet. Sie wurden 1988 von der Erzdiözese Wien anerkannt und 1998 den Kalasantinern als zweiter Orden angegliedert. Der Orden wirkt derzeit hauptsächlich in Österreich, darüber hinaus gibt es eine Niederlassung in der brasilianischen Mission.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Das Mutterhaus der Kalasantiner in Wien 15.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Das Mutterhaus befindet sich in Wien XV mit der dortigen Kirche Maria vom Siege am Gürtel. Hauptarbeitsgebiete der Kalasantiner sind Arbeiterseelsorge, Religionsunterricht in Berufsschulen, außerschulische Seelsorge, Jugendevangelisation und die Leitung von Pfarren. In den dreißig Jahren von 1889 bis 1919 breitet sich die Kongregation schon stark aus und entwickelt vielfältige Tätigkeiten. 1897 entsteht das zweite Kloster – St.Josef/Reinlgasse. Drei Knabenbeschäftigungsanstalten in Wiener Außenbezirken werden zwischen 1899 und 1901 eröffnet (allerdings bis 1915 alle wieder aufgelassen).
1902 beginnen die Kalasantiner in Deutsch Goritz in der Steiermark zu wirken, ein Jahr später erhalten sie in Wien-Breitenlee ein Noviziatshaus und Knabeninstitut: das „Pompiliusheim“. Von 1904 bis 1914 betreuen die Kalasantiner eine Beschäftigungsanstalt für junge Sträflinge im Landesgericht. 1907 errichtet P. Schwartz in Wolfsgraben ein „Bethanien“ – ein Haus der Anbetung, um die apostolische Arbeit zu unterstützen. 1908 wird der Immaculatasaal eröffnet, dem schauspielende Arbeiter den Ruf einer der besten Laienbühnen Wiens verschaffen. Im selben Jahr gründet Pater Schwartz ein Kollegium in Stadlhof in Südtirol, 1902 eines in Budapest und 1926 eines in Blumau (in der Nähe seines Geburtsortes Baden). Darüber hinaus ruft er zahlreiche Vereine ins Leben, darunter das Herz Jesu-Arbeiter-Oratorium (für verheiratete Arbeiter), den Muttergottesbund (mitarbeitende Frauen), die Marianische Arbeitersodalität, den Arbeiter-Anbetungsbund, das Liebeswerk des heiligen Josef Calasanz und den Frauenwohltätigkeitsverein. Auch eine eigene Druckerei wird angelegt.
Kalasantiner - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas Faessler
Blick zum Chor. Die Kalasantiner-Kirche in der Reinlgasse ist dem Schutzpatron
des Ordens, dem Hl. Josef geweiht.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas Faessler
Nach dem Tod unseres Gründers P. Anton Maria Schwartz entwickelten sich in unserer Ordensgemeinschaft weitere Formen des Wirkens, so zum Beispiel: Mitarbeit in der Katholischen Aktion (Christliche Arbeiterjugend, Katholische Arbeiterbewegung), Missionseinsätze in Industrieregionen, Übernahme von Pfarren in Arbeitergebieten und die Gründung eines „Sozialen Seminars“. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts traten neue dringliche Anliegen in der Kirche auf. Die Grundnot dieser Zeit war ein massiver Glabuensabfall und die Entfremdung von der Kirche, die alle Schichten der Gesellschaft erfasste. Deshalb sprachen die Päpste von der Notwendigkeit der Evangelisierung bzw. der Neu-Evangelisierung. Unsere Ordensgemeinschaft stellte sich diesem Anruf der Kirche, den sie als Anruf des Heiligen Geistes und Weiterentwicklung des Ordenscharismas erkannte. In den 1960er-Jahren begann die Zusammenarbeit mit dem Weltpriester Herbert Madinger, dem Leiter der Katholischen Glaubensinformation Wien (KGI). Diesem Zusammenwirken verdanken nicht nur sehr viele Mitbrüder ihre geistliche Berufung, es half auch entscheidend mit, dass unsere Ordensgemeinschaft eine neue Aufgabe und Sendung in dieser Zeit fand. So entstanden aus der Zusammenarbeit mit den Gruppen der KGI die „Schwestern der Jüngersuche“ und der Seelsorgsbereich der „Jüngersuche“. Entsprechend der neuformulierten Ordensregel hat die Evangelisierung große Bedeutung. Die Kalasantiner versuchen, viele Menschen zu überzeugten und einsatzfreudigen Christen zu formen, also zu Jüngern Christi, die Jesus nachfolgen und sich um sein Reich sorgen. Vor allem junge Leute werden angesprochen. In kleinen Gruppen erleben diese Kirche und die Festigung ihres Glaubens – durch Gebet, Vertiefung, apostolischen Einsatz und gemeinsame Hilfe für andere. Dadurch werden sie zu Liebe und Verantwortung in Kirche und Gesellschaft geführt. Die seelsorgerische Arbeit erfolgt in diesem Bereich gemeinsam mit den „Schwestern der Jüngersuche“, die 1979 gegründet wurden. Ein Schwerpunkt des Wirkens ist die Arbeitswelt und deren Prägung gemäß der katholischen Soziallehre. Darum bemüht sich die Kongregation, indem sie den Menschen hilft, ihren jeweiligen Beruf auch als Berufung anzusehen und zu leben. Schließlich leitet die Kongregation auf Bitte der jeweiligen Bischöfe auch sechs Pfarren (Wien, Niederösterreich, Steiermark, Burgenland). Soweit möglich fließen in diese Arbeit Spiritualität und ordensspezifische Anliegen der Kalasantiner ein.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die jüngste Niederlassung der Gemeinschaft in Eisenstadt.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Einige Priester des Kalasantinerordens wirken als Seelsorger in Jüngergemeinschaft, gemeinsam mit den Schwestern der Jüngersuche. Die Jüngergemeinschaft ist in den 70er Jahren in Wien entstanden. Näheres über die Gemeinschaft und das Wirken an den unterschiedlichen geistlichen Zentren in Wien erfahren Sie direkt über die Homepage der Jüngergemeinschaft. Zwei Mitbrüder wirken gemeinsam mit Schwestern der Jüngersuche in der Katholschen Glaubensinformation (KGI) der Erzdiözese Wien, die ihren Sitz in Schwarzau am Steinfeld hat. Die KGI wurde vom Wiener Diözesanpriester Dr. Herbert Madinger (1922-2010) gegründet, der sich auf vielfältige Weise um die Erneuerung des Glaubens in unserem Land bemüht hat und aus dessen Wirken Berufungen für die Kalasantiner herausgewachsen sind.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Kalasantinerkirche im Mutterhaus.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Das Kollegium „Maria, Hilfe der Christen“ ist der Ursprungsort unserer Ordensgemeinschaft. Im heutigen Gebäude Gebrüder-Lang-Gasse 7 begann P. Anton Maria Schwartz 1882 seine Arbeit mit den Lehrlingen. Auf dem Nachbargrundstück erbaute er mit Helfern die erste Arbeiterkirche Wiens, heute als Kalasantinerkirche bekannt. Hier gründete er 1889 die „Kongregation für die christlichen Arbeiter vom Heiligen Josef Calasanz“. Auch heute ist das „Mutterhaus“ das Herz unseres Ordens. Hier befinden sich das Generalat sowie die Ausbildung für die jungen Mitbrüder.
Spiritualität
Entscheidung für Christus (Jüngerschaft)
Gebet – Eucharistie, Anbetung, Rosenkranz
Herz Jesu Verehrung
Weihe an Jesus durch Maria
Betrachtung der Heiligen Schrift
Verbundenheit mit dem Lehramt der Kirche
Führung durch den Heiligen Geist
Armut – einfach und wesentlich leben
Heiligung der Arbeit und der Arbeitswelt
„pietas et litterae“ – Glaube und Wissenschaft
 Josef Calasanz
Kalasantiner - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Francisco de Goya: Die letzte Kommunion des Hl. Josef von Calasanza (Bildausschnitt).
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
José Calasanz (* um 1556 im heutigen Peralta de Calasanz (früher Peralta de la Sal), Spanien; † 25. August 1648 in Rom), auch Joseph von Calasanza, war ein spanischer Heiliger und Stifter des Piaristenordens. José Calasanz studierte Philosophie und Theologie und wurde 1583 zum Priester geweiht. 1592 übersiedelte er nach Rom und widmete sich während der Pestepidemie des Jahres 1595 der Krankenpflege. 1597 eröffnete er in den Räumen des zu Santa Dorotea gehörenden Klosters eine Schule für verarmte und verwaiste Kinder, bereits 1611 wurden deren 1.000 unterrichtet.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Geburtshaus des heiligen Josef Calasanz, heute Sanktuarium, in Peralta de la Sal.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
1617 folgte die päpstliche Anerkennung der so genannten Piaristen (Schulbrüder), 1621 die Erhebung zum Orden. José Calasanz wurde der erste General des Ordens. José Calasanz wurde am 18. August 1748 durch Papst Benedikt XIV. seliggesprochen, am 16. Juli 1767 folgte die Heiligsprechung durch Papst Clemens XIII. 1948 wurde er zum Patron der katholischen Volksschulen erklärt. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 25. August. Nach José Calasanz benannt ist der Orden der Kalasantiner, der vom Arbeiterpriester Anton Maria Schwartz 1889 in Wien gegründet wurde.
Pater Anton Maria Schwartz
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Der selige Pater Anton Maria Schwartz, Ordensgründer der Kalasantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Am 28. Februar 1852 wird Anton Schwarz in Baden bei Wien geboren. Er ist das vierte Kind seiner Eltern. Vater Ludwig arbeitet als Gemeindesekretär und Theatermusiker, Mutter Josefa sorgt für die Familie, in der bis zum Jahre 1864 dreizehn Kinder auf die Welt kommen, wovon jedoch vier die Geburt nicht lange überleben. Von den Eltern und den älteren Geschwistern behütet, wächst Anton auf. Der starke Glaube der Familie, die kirchlichen Feste, die die Bedeutung des Lebens Jesu für die Menschen zeigen und die Vorbereitungszeiten darauf bestimmen den Familienalltag und vermitteln Geborgenheit. Wie viele andere Kinder auch spielt Anton gern „Messe“. 1885 beginnt er mit der Pfarrvolksschule in Baden. Er wird gleich in den zweiten Jahrgang aufgenommen und zählt zu den guten Schülern. Zu Hause fällt auf, wie wichtig es ihm ist, zu wissen, durch Jesus – und vor allem durch dessen Leiden und Tod – erlöst zu sein. Immer wieder nimmt er kleine Opfer auf sich. Gern schreibt er auch in der leeren Kirche die Sprüche von den Altartüchern ab, um sie beim „Preditspielen“ zu verwenden. 1861 kommt er nach Heiligenkreuz – als Grammatikschüler und Sängerknabe. Aus dieser Zeit sind nächtliche Streiche (Schlafwandler-Spiele und Kanzelbau) ebenso überliefert wie der große Eifer für das Gebet, zu dem er auch seine Geschwister auffordert. Die schulischen Erfolge sind nicht hervorragend. Das ändert sich aber im Schottengymnasium, das er ab 1865 besucht; in der vierten Klasse ist er der Zweitbeste von 51 Schülern. 1867 stirbt der Vater, die Familie übersiedelt nach Wien; ein Jahr später durchlebt er eine Krise: Die Leistungen lassen deutlich nach, er schließt die sechste Klasse als Privatschüler ab. In dieser Zeit wird der Lazaristenpriester Ferdinand Medits sein Beichtvater und Seelenführer.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Der selige Pater Anton Maria Schwartz, Ordensgründer der Kalasantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Im Herbst 1869 tritt Anton ins Noviziat der Piaristen ein. Was ihn auch immer veranlasst haben mag, gerade diesen Orden zu wählen – es ist letzten Endes Gottes Ruf, der ihn in diese Ordensgemeinschaft führt und deren Gründer, den heiligen Josef Calasanz, kennenlernen läßt. Der spanische Heilige (1557-1648) hat eine glänzende und ruhige kirchliche Karriere aufgegeben und sich in Rom der Not der Kinder gestellt, die in armen Verhältnissen aufgewachsen sind und keine Möglichkeit zum (Privat-)Schulunterricht gehabt haben. Er sammelte und unterrichtete sie, baute die erste unentgeltliche Volksschule Europas auf und gründete den Orden der „Frommen Schulen“ (Piaristen), der sich um die Erziehung mittelloser Kinder kümmern sollte. Der Orden breitete sich rasch aus. Im hohen Alter wurde Calasanz von seinen Mitbrüdern verleumdet und vom Papst als Ordensleiter abgesetzt. In beispielhaftem Gottvertrauen verlor er trotzdem weder Hoffnung noch Liebe (selbst zu seinen Anklägern). Kurz vor seinen Tod wurde er rehabilitiert. Anton Schwartz ist von Josef Calasanz sehr beeindruckt. Ein Leben lang, so schreibt er, möchte er „zu seiner Ehre wirken“.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
 Schreibtisch im P. Schwartz-Museum im Mutterhaus.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
 Da die Piaristen fürchten, in Österreich ihre Niederlassungen aufgeben zu müssen, legen sie Anton Schwartz in dessen Interesse den Austritt nahe. Daraufhin wechselt er ins Priesterseminar. Anton Schwartz studiert leicht. Er besteht jede Prüfung mit sehr gutem Erfolg. Was ihm mehr zusetzt, ist sein Gesundheitszustand. Zweimal ist er schwer krank – Lungenschäche und Bluthusten lassen das Schlimmste befürchten. Bei seiner ersten Erkrankung bringt im der Leiter des Seminars, Ernest Müller (auch ein früherer Piaristenschüler, später Bischof von Linz), ein Herz Jesu Skapulier ans Krankenbett: „Wenn das Herz Jesu Sie haben will, dann werden sie gesund!“ Das Herz Jesu will. Seine zweite Erkrankung führt zu seiner Weihe an die Muttergottes am 8.12.1873; an diesem Tag nimmt er auch „Maria“ als zweiten Vornamen an. Das Erleben seiner körperlichen Schwäche prägt sein Wesen und sein späteres Lebensmotto: „Hoffen wir auf den Herrn!“ Seine Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit lassen seine innige und sehr persönliche Beziehung zu Jesus erkennen.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Bett und Nachtkästchen im P. Schwartz-Museum im Mutterhaus.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Seine Liebe treibt ihn auch zur Gründung des „Liebesbundes“. Mitglieder können alle Semininaristen werden, denen das innere Wachstum ein Anliegen ist und die das Herz Jesu aus diesem Grund verehren wollen, die alle Seminarregeln gewissenhaft zu halten versuchen und sich um Kontakte zu den aus dem Seminar gekommenen Neupriestern bemühen. Dadurch trägt er viel zur spirituellen Entwicklung so mancher Mitstudenten bei, andererseits zieht er sich durch seinen unermüdlichen Eifer um die Heiligkeit auch einige Anfeindungen zu. Im Frühjahr 1875 erkrankt er wieder – ein paar Monate vor der geplanten Weihe. „Wer weiß ob Sie noch leben! Es geht ohne Bildchen auch!“ wehrt Spiritual Rudolf Koller seine Bitte um ein Priminzbildchen ab. Das wahrscheinlich leichthin gesagte Wort schmerzt. Doch Anton Maria Schwartz protestiert nicht. Das bescheidene, verborgene Leben und Wirken wird zu seinem Schicksal werden. Er freut sich trotzdem auf die Weihe und auf sein Priestersein. Viele Vorsätze schreibt er in sein Heft. Er bittet um die Gnade, ein mit apostolischen Geist erfüllter Priester zu werden und in apostolischer Liebe nach der Vollkommenheit zu streben. Sein größter Wunsch ist es, Gott Seelen zu schenken: „Nur dir und dem Heil der Seelen will ich leben!“ Am 25. Juli 1875 weiht ihn Kardinal Rauscher im Stephansdom zum Priester. Am folgenden Tag feiert er schlicht Priminz – in der Hauskapelle der Barmherzigen Schwestern im zweiten Bezirk. Das Priminzkleid ist geborgt, sein Spiritual Rudolf Koller hält die Priminzpredigt.
Pfarrkirche in Marchegg.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
 Im August erfährt er, daß Marchegg die erste Stätte für sein Wirken als Priester sein wird. Noch bevor er seinen Dienst offiziell antritt, fährt er an diesen Ort und weiht die Gemeinde dem Herzen Jesu, von dem er selbst bereits so viel Hilfe erfahren hat. Vom ersten Tag als Kaplan an erleben die Marchegger all das, was für Anton Schwartz ein Leben lang charakteristisch bleibt. Er erneuert die Altäre, sorgt für eine saubere und geschmückte Kirche, hält Andachten und vermehrt die Ansprachen. Seine Worte kommen von Herzen und gehen zu Herzen; die Gemeinde spürt seine tiefe Liebe, vor allem auch zum Herzen Jesu und zur Muttergottes, und läßt sich aus diesem Grund von ihm mitnehmen. Unermüdlich mahnt er nicht nur zur Liebe zu Gott, sondern auch zum Befolgen seiner Gebote. Er achtet nicht auf Rang und Namen, wenn es um Gott und Glauben geht. Mit Bürgermeister und Oberlehrer legt er sich an, weil sie persönliche Ansichten über die Lehre der Kirche stellen. Eine Ausgabe der „Reichspost“ wird beschlagnahmt, weil Anton Maria Schwartz in einer Art „Leserbrief“ dem Kultusminister Rechtsüberschreitung gegenüber der Kirche vorwirft. Seine geharnischten Predigten gegen das Tanzen in der Fastenzeit und gegen das bis in die späte Nacht dauernde Helfen der Kinder beim Kegelspiel der Erwachsenen tragen ihm beißenden Spott in der Mundartzeitung „Hans-Jörgl“ ein, die ihn als „Papst von Marchegg“ bezeichnet. Doch seine geduldige und im Grunde gütige Art sowie sein aufopfernder seelsorglicher Einsatz gewinnen auch die Herzen derer, mit denen er Auseinandersetzungen hatte. Nach vier Jahren in Marchegg wird Anton Maria Schwartz nach Wien versetzt.
 
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Kalasantinerkirche.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Nun wirkt er als Spiritual der Barmherzigen Schwestern und Krankenhausseelsorger in Sechshaus (heute im 15. Bezirk) Auf die innerlich und körperlich aufreibende Kaplanzeit folgen nun etwas leichtere Jahre. Doch es liegt nicht in seinem Wesen, sich zu schonen. Er lernt es, geistlichen Menschen auf ihrem Weg mit Gott zu helfen; und er sieht, wieviel Leid das Leben mit sich bringt. Die Schwestern schätzen den einfühlsamen und gottbezogenen jungen Priester sehr. Sie bangen auch um ihn: Sein Lungenleiden macht sich wieder bemerkbar. Einmal muß er die Messe unterbrechen, weil er Blut erbricht. Die Kranken sind für die Stille Fürsorge des Geistlichen dankbar; wahrscheinlich fühlen sie, daß es ihm von Natur aus nicht leicht fällt, Wunden und Blut zu sehen. Doch er überwindet sich soweit, daß er auch Patienten mit offenen Wunden und ansteckenden Krankheiten liebevoll pflegt. Der Ort ist für ihn wie geschaffen: Seine spirituelle Stärke, seine Liebe zu einem Leben in geordneter Hingabe und auch seine Genaugkeit kann er als Spiritual einsetzen, seine Güte und Geduld sowie seine große Sehnsucht nach Aufopferung darf er den Kranken schenken. Durch die Barmherzige Schwester Magdalena Kühtreiber wird Anton Maria Schwartz darauf aufmerksam gemacht, daß es für Lehrlinge keine Möglichkeit und Form der religiösen Erziehung und Führung gibt. Der Hinweis trifft ein bereites Herz. Er sagt sogleich seine Hilfe zu und gründet mit einigen katholischen Meistern 1882 den „Katholischen Lehrlingsverein unter dem Schutz des heiligen Josef Calasanz“.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Lehrlinge im Mutterhaus der Kalasantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die barmherzigen Schwestern stellen die Räumlichkeiten zur Verfügung, und jeden Samstag Nachmittag sind Lehrlinge eingeladen, einige Stunden bei Spiel, Jause und religiöser Unterweisung zu verbringen. Sie kommen gern und zahlreich. Schon beim zweiten Mal sind siebzig da, und die Zahl steigt bald auf zweihundert, sodaß gar nicht mehr alle eingelassen werden können. Also wird ein Stockwerk dazugebaut – Spielsaal, Lesezimmer, Gesangszimmer. Mit der Zahl der Buben wächst auch die Arbeit. Bald spürt Anton Maria Schwartz, daß ihn die Doppelbelastung durch Spital und Lehrlinge überfordert. Doch Kardinal Ganglbauer weist seine Bitte um Freistellung für die Lehrlingsseelsorge ab. Wovon sollte Schwartz leben? Die Enttäuschung wirft ihn aufs Krankenbett. Die Ärzte geben ihn auf. Doch das Eingreifen der energischen Schwester Magdalena hilft. Auf ihre Bitte sagen zwei Damen des Adels zu, zwei Jahre lang finanziell für Anton Maria Schwartz zu sorgen. Der Kardinal stimmt zu, und der Kranke erholt sich rasch. Die Arbeit blüht. Ein ganzes Haus wird benötigt, und die Barmherzigen Schwestern treten es bereitwillig ab.
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Lehrlinge im Unterricht des Mutterhauses der Kalansantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Mit drei Arbeitern zieht Anton Maria Schwartz ein. In einer eigenen Hauskapelle feiert er unter der Woche Messe, zu der gern Gläubige kommen. Er gründet eine christliche Lehrstellenvermittlung, sodaß seine Schützlinge Meister finden, die ihnen ihn fachlicher, menschlicher und christlicher Hinsicht eine gute Ausbildung ermöglichen. Mit tausend Meistern ist er in Kontakt, über sechstausend Stellen vermitteln er und seine Mitarbeiter. Ab 1888 gibt er das monatlich erscheinende „Christliche Handwerk“ (heute: „Kalasantinerblätter“) heraus. Inzwischen muß er wieder „vergrößern“: Ein weiteres Haus nur durch einen Hof vom ersten getrennt, wird erworben. Ein kranker Lehrling beklagt sich bei Schwartz, daß es in der Kirche „für alles einen Orden gibt, nur für die Lehrlinge nicht“. Genau diese Frage arbeitet in ihm: Will Gott einen Orden für die Arbeiter ? Sein Beichtvater rät ihm dazu. Darauf bestürmt er Kardinal Ganglbauer, um dessen Zustimmung zu erwirken; und diesmal willigt der Kardinal ein. Schwartz erwirbt einen Baugrund neben dem zweiten Haus und erbaut in acht Monaten darauf die „erste Arbeiterkirche Wiens“. Mit fünf Brüdern wird er am 24. November 1889 von Prälat Koller, seinem Spiritual im Seminar, eingekleidet: Die „Kongregation der frommen Arbeiter vom heiligen Josef Calasanz von der Muttergottes“ ist gegründet. Der Gründer wird zum „Lehrlingsvater„. Vierzig Jahre lang sammeln sich die jungen Arbeiter um ihn. Sehr persönlich kümmert er sich um jeden einzelnen. Einen zum Selbstmord entschlossenen Burschen kann er zu Lebensmut und Freude zurückführen. Elternlosen Lehrlingen ersetzt er väterliche Fürsorge und gibt ihnen auf ihrem Weg Halt.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Theatersaal des Mutterhauses der Kalansantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Er ermöglicht Studium und begleitet zum Priestertum. Er merkt sich Namen, Gesicht und Schicksal, auch wenn jemand nur kurze Zeit das „Kalasantinum“ – so heißt sein Kloster – besucht hat. So kommt nach vielen Jahren ein junger Arbeiter auf Einladung eines engagierten Laienmitarbeiters der Kalasantiner zu einer Lehrlingsakademie. Auch Pater Schwartz ist dort. Zur Überraschung des jungen Mannes begrüßt er diesen sofort mit seinem Vornamen – es kommt zu einem Gespräch unter vier Augen. Der vom Glauben entfernte Bursche wird Kalasantiner und später als Priester einer der treuesten und eifrigsten Mitarbeiter von P. Schwartz. Mit einfachen Worten und praktischen Predigten weiß P. Schwartz die Herzen der jungen Menschen zu fesseln – und zu berühren. Schlicht erklärt er die Lehre der Kirche und gibt klare Wegweisung für den Alltag; viel Zeit verbringt er im Beichtstuhl – Vortrag und Beichte sind die Brennpunkte seiner Seelsorge. Darüber hinaus hilft er durch materielle Unterstützung, konkretes Eingreifen bei den Meistern, klugen Rat und einfühlsame Ermunterungen. Anton Maria Schwartz ist mit Leib und Seele Ordensmann. So angefüllt mit verschiedenen Tätigkeiten sein Leben auch ist, am meisten liebt er doch die Stille, die Betrachtung und die Einsamkeit. Im Grunde ist er eine kontemplative Persönlichkeit. Oft und oft sehen die Mitbrüder ihren überlasteten Oberen in der Kirche oder in der Kapelle vor dem Tabernakel. Selten, daß nicht der Rosenkranz in seinen Fingern liegt.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Hof des Mutterhauses der Kalansantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Er hat große Freude an seiner Arbeit mit den Vereinen und Oratorien, aber am glücklichsten ist er bei den gemeinsamen geistlichen Übungen inmitten der Gemeinschaft. Das ist für ihn sicherer Halt und gleichzeitig Quelle des Lebens und der neuen Kraft für den Dienst an der Welt. Glaubt er sich in der dunklen Kapelle allein, betet er gern halblaut: „Mein Gott, ich liebe dich!“ Eines seiner häufigen Themen bei den Konferenzen für die Mitbrüder ist die Bedeutung der genauen Beachtung des Stillschweigens. Er selbst hält sich streng daran; er sieht darin die Grundlage für ein Leben, das sich bemüht, freiwillige Fehler zu vermeiden. Der Kalasantiner, so erklärt er oft, hat die Form des Ordenslebens gewählt, um sich, die Arbeiter und die Gesellschaft zu heiligen. Unzählige Male fordert Anton Maria Schwartz auf: „Wir müssen mehr beten!“ Das ist für ihn eine notwendige Bedingung, auf dem Weg der Heiligkeit voranzukommen. Doch der Ordensmann kämpft auch – aber vor allem still, verborgen, in der Nähe einzelner Herzen. Er ringt im Beichtstuhl um die Seelen und predigt unermüdlich, um sie für Gott zu gewinnen.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Statue des hl. Josef Calasanz im Garten des Mutterhauses der Kalansantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Ebenso kämpft er für Lehrlingsurlaub und gegen Sonntag- und Abendunterricht der Lehrlinge, um Selbstschutz und Bildungsverbände sowie ein gutes Gewerbeschulgesetz. Er setzt sich für christliche Lehrstellenvermittlung und für die Errichtung von genügend Lehrlingsheimen ein. Klug unterstützt er die Streiks von Eisenbahnern und Tramwayfahrern, Tischlern und Kellnern und nimmt daran teil. Er ist sehr bemüht, die Intellektuellen auf die Probleme der Arbeiterschaft aufmerksam zu machen und dafür zu interessieren. Die Kongregation hat er gegründet, damit seine Mitbrüder viele Menschen für diese Arbeit begeistern und gewinnen. Sie sammeln die Arbeiter in Vereinigungen, und diese setzen sich in der Kraft des Glaubens für das Gute ein. Es ist schwer, sie mitzureißen oder aus dem Alltag loszureißen, der ihnen Probleme genug macht; doch wieviel ist ein einzelner wert, der sein Leben für Christus und das Heil der Seelen in die Waagschale wirft! Einmal wird P. Schwartz laut: In einer flammenden Rede im Baumgartner Casino verteidigt er die Kirche gegen den Vorwurf, nichts für die Lehrlinge getan zu haben. Die Rede macht Eindruck; sie wird tausendfach gedruckt und als Flugblatt verteilt. 
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Fassade der Kalasantinerkirche.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Vierzig Jahre lang leitet P. Schwartz die Kongregation. Er tut es im tiefen Vertrauen auf Gott und die Wege der Vorsehung. 1907 erfährt er sehr deutlich die übernatürliche Hilfe. Mit der Vergrößerung der Mutterhauskirche will er auch seine Erweiterung der Räumlichkeiten für die Lehrlingsseelsorge vornehmen. Er versucht, den dritten Stock des (von ihm selbst so benannten) „Immaculatahauses“ zu erwerben. Doch der Hausbesitzer verkauft entweder das ganze Haus oder gar nicht. P. Schwartz nimmt die Herausforderung an und zahlt die geforderten 1000 Kronen an. Der Vertrag wird unterschrieben, der Termin für die Begleichung der restlichen 74.000 Kronen festgelegt. Noch eine Woche vor Ablauf der Frist ist nur ein geringer Bruchteil der Summe vorhanden. P. Schwartz hofft auf den Herrn und pilgert nach Mariazell. Und dort greift der Himmel ein. Gleichzeitig mit P. Schwartz betet auch Frau Therese Panholzer am Gnadenaltar. Unvermutet vernimmt sie die innere Weisung: „Hilf den Kalasantinern!“ Ohne zu zögern geht sie auf den ihr bekannten Generalsuperior der Kalasantiner zu und bittet um Gehör. Staunend erlebt der Priester, wie schnell Gott Gebete erhören kann. Frau Panholzer übernimmt nicht nur die Bezahlung des Immaculatahauses, sondern auch die Adaptierung und Vergrößerung der Kirche … Das große Vertrauen auf die Vorsehung kommt von seinem lebenslangen Bemühen, den Willen Gottes von ganzem Herzen zu erfüllen. Sehr oft spricht er von der Armut – sie sei der sicherste Schutz der Kongregation.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Kalasantinerkirche.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Und so spartanisch er auch lebt, sieht er die echte Verwirklichung von Armut in der Verfügbarkeit für Gott. Wenn er zu Gottes Willen „Ja“ sagt, muß er häufig auf das verzichten, was er gern täte oder sähe, was ihm jetzt wichtig oder notwendig erscheint. Immer wieder erlebt er das : Kardinal Gruscha, Nachfolger Kardinal Ganglbauers als Erzbischof von Wien, ignoriert jahrelang den kleinen Orden – für ihn eine Konkurrenz des Kolpingwerkes, dem er selbst nahesteht. Aus dem Ausland treffen Ansuchen ein, die das Kommen von Kalasantinern erbitten. Gruscha aber findet den Weg zum Orden nicht, der in seiner Diözese entstanden ist. P. Schwartz klagt nicht, er akzeptiert und wartet geduldig. „Hoffen wir auf den Herrn!“ Auch 1904 spürt er seine Armut. Jahrelang hat er selbst das Noviziat, die jungen Mitbrüder, geleitet. Endlich findet er im jungen P. Rudolf Machaczek jemand, dem er diese Aufgabe anvertrauen kann. Doch mit 27 Jahren scheidet der hoffnungsvolle Kalasantiner aus dem Leben. Es fällt P. Schwartz schwer, in diesen Augenblicken seinem vertrauten Gebet treu zu bleiben:
„Wie du willst, lieber Gott! Dein heiliger Wille sei angebetet!“
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Persönliche Gegenstände des seligen Pater Anton Maria Schwartz.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Er findet die richtigen Worte, um die Arbeiterherzen zu treffen – auf der Kanzel und im Beichtstuhl. Doch seine apostolische Einstellung überträgt sich nicht nur durch seine Verkündigung. Wenn er von Sünden, also Beleidigungen Gottes, hört, spiegelt sich der Schmerz, der er darüber empfindet, in seinem Gesicht wieder. Kirchenfeindliche Angriffe in Parlament und Presse betrüben ihn so, daß es zu erkennen ist. Dieser Schmerz ist es, der in den Arbeitern, die ihn erleben, daß Bewußtsein weckt, auch in der Öffentlichkeit als Kämpfer und Apostel auftreten und sich bewähren zu müssen.
„Glaube“ ist für in mehr als nie Zweifel zu haben. Dazu gehört vielmehr, das ganze Leben nach dem Glauben zu regeln und den lebendigen Glauben durch Werke zu zeigen. Das Herz Jesu-Arbeiter-Oratorium liegt im besonders am Herzen. Diesen Arbeitern erklärt er die große Ehre, einem Verein anzugehören, der für die Sache Gottes kämpft. Ziel sei die Selbstheiligung, aber auch als Laienapostel müßten sie wirken und durch Beispiel und Wort viele verirrte Arbeiter zu Christus zurückführen.
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Die Stola des seligen Pater Anton Maria Schwartz, Ordensgründer der Kalasantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Zu seinem 75. Geburtstag gratulieren Bundeskanzler undeskanzler Seipel und Kardinal Piffl im Immaculatasaal. Der Bundeskanzler heftet ihm das goldene Verdienstkreuz der Republik Österreich an, der Kardinal verleiht ihm den Ehrentitel, den er über seinen Tod hinaus behalten wird: „Apostel der Arbeiter“. Zwei knappe Jahre bleiben ihn nach nach der zweiten Wahl zum Generaloberen. Er setzt keine neuen Akzente mehr, sondern führt treu sein Ordensleben inmitten seiner Brüder. Zurückgezogen und schon still ist er einfach da. Diese bloße Anwesenheit genügt, um sein Vermächtnis klar zu erkennen. Beten, immer wieder: mehr beten; dem Gebet nichts vorziehen, die Einheit mit Gott und seinem Willen, mit Jesus und seinem liebenden Herzen suchen. Die Armut lieben und suchen, in ihr den Erlöser, den Gekreuzigten finden. Durch sie die Tugend der Hoffnung lernen – auf Gott vertrauen, alles vom Heiligen Geist erwarten. Er selbst lebt seinen Wahlspruch „Hoffen wir auf den Herrn!“.  Sich nach Heiligkeit sehnen – heilig sein oder gar nicht sein. Nur keine Lauheit zulassen … Ohne Sünde sein wollen, um Gott nicht zu kränken. Maria innig lieben und um Heiligkeit und Reinheit bitten. Treue zum heiligen Josef Calasanz – für Herzensbildung sorgen, Vortrag und Beichte hochschätzen lehren, heilige Erzieher sein. Die zeitlichen, materiellen Nöte der Menschen erkennen, und hier helfen, um die Liebe Christi zu zeigen und Menschen für sie zu gewinnen. Sich um die Lehrlinge und Arbeiter voll Hingabe mühen, damit keiner verloren gehe. Den Menschen apostolischen Geist vermitteln, sodaß sie mutig und unermüdlich ihr Leben für Christus und sein Reich einsetzen – als „Elite Gottes“!
Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz Kalasantiner © Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
Der selige Pater Anton Maria Schwartz, Ordensgründer der Kalasantiner.
© Kongregation für die christlichen Arbeiter vom hl. Josef Calasanz
1928 stimmt er noch zögernd zu, daß in Deutsch Goritz eine Pfarre errichtet wird. Im Juli erlebt er die Eröffnung eines Ferienheimes in Klamm am Semmering. Nach einer Schwäche Anfang1929 erholt er sich wieder. Im Sommer besucht er noch die Wiener Kalasantinerklöster Wolfsgraben, Maria Schutz und Dreieichen. Am 30. August wird er in der Früh ohnmächtig und stürzt in seinem Zimmer. Eine geplante Priminzpredigt kann er nicht mehr halten. Doch er erholt sich noch einmal und läßt sich am 12. September an seinen Geburtsort Baden und nach Heiligenkreuz fahren. Am Tag darauf feiert er seine letzte Messe. Ab Mittag geht es ihm schlechter – er liegt, betet, leidet. Immer wieder betet er den Psalm 117 – manchmal leise, manchmal ruft er laut: „Lobet den Herrn, alle Völker!“ Die meiste Zeit ist er ins Rosenkranzgebet versunken. In der Nacht auf Sonntag wird er immer stiller. Ein Mitbruder sieht ihn im Traum in großer Herrlichkeit. Gegen fünf Uhr früh verabschiedet er sich aus dieser Welt. Fast alle Mitbrüder des Mutterhauses sind bei ihm. Die Weihe an Maria hat er von „Maria Namen“ (12. September) auf diesen Sonntag (15. September) verschoben. Nun legt er sein Leben für immer in die Hände seiner geliebten Mutter …
Tausende Menschen begleiten ihn auf seinem Weg zum Hietzinger Friedhof – trotz strömenden Regens. Zwei Monate später, am 23. November 1929, wird er in seine Kirche zurückgebracht und vor dem Hochaltar beigesetzt.
Text auszugsweise aus
www.kalasantiner.at
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