Karfreitag
Freitag vor Ostern
Karfreitag - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Andrea del Castagno: Jesus am Kreuz, um 1450, National Gallery in London.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Der Karfreitag (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der Freitag vor Ostern. Er folgt auf den Gründonnerstag und geht dem Karsamstag voraus. Christen gedenken an diesem Tag des Kreuzestodes Jesu Christi.
"Lass uns durch sein Leiden und Kreuz
zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen"
aus Engel des Herrn (Angelusgebet)
Der Karfreitag wird auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag. Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier (Triduum Sacrum oder Triduum paschale), die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt und wie ein einziger Gottesdienst gefeiert wird. Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen vollkommenen Ablass, der die Karfreitags-Liturgie andächtig mitfeiert und dabei an der feierlichen Kreuzverehrung teilnimmt.
Karfreitag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kreuzigungstriptychon, Rogier van der Weyden, 1445.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Karfreitag ist im Zusammenhang mit Ostern für die Christen einer der höchsten Feiertage. An ihm gedenkt die Kirche des Kreuzestodes Jesu Christi in Erwartung seiner Auferstehung. Nach ihrem Glauben litt und starb Jesus als „Gottesknecht“ und nahm im Kreuzestod freiwillig die Sünde und Schuld aller Menschen auf sich. Durch Tod und Auferstehung Jesu wird allen Menschen erst Sündenvergebung und damit Errettung aus dem Tod und ewiges Leben zuteil. Gleichzeitig betont die katholische Theologie zunehmend die Konsequenz seiner Gottessohnschaft, deren Botschaft von der Zuwendung des Schöpfergottes zu den Menschen nicht an Gewalt und Tod ihre Grenzen findet.
Karfreitag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Giotto: Christus vor dem Hohepriester Kajaphas.
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Das Karfreitagsgeschehen ist nicht isoliert zu betrachten, sondern steht in einer Reihe mit Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Nicht das Opfer Jesu soll damit allein das Große sein, sondern der Sieg über Hölle, Tod und Grab. Besonders für die Liturgiewissenschaft ist die Karfreitagsliturgie der verschiedenen christlichen Konfessionen von großem Interesse, da sich an ihr der Grundsatz bewahrheitet: „Älteste Überlieferungen erhalten sich am ehesten in liturgisch hochwertiger Zeit“ (Anton Baumstark). Der Karfreitag ist eine liturgisch hochwertige Zeit, und zu seinen ältesten überkommenen Riten zählen hier der Verzicht auf die liturgische Eröffnung, die Verlesung der Passion, die Verwendung von Holzklappern anstelle von Glocken und Altarschellen, die Prostratio, die Improperien und die typisch römische Fürbittweise, nämlich die Großen Fürbitten.
Karfreitag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Giotto: Dornenkrönung und Verspottung Jesu.
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Bereits ab 500 übernahm die römisch-katholische Kirche unter Papst Gelasius I. die Kyrielitanei aus der orthodoxen Kirche, in deren Liturgie bis heute noch viele frühkirchlichen Riten erhalten sind. Der Karfreitag ist eingebunden in die „Dreitagefeier vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“, das Triduum Sacrum, auch „österliches Triduum“ genannt.
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Jesus vor Pontius Pilatus. Relief am Bremer Domportal.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Es beginnt am Gründonnerstag mit der Messe vom Letzten Abendmahl und findet seinen Höhepunkt in der Feier der Osternacht. Als Teil des Osterfastens ist der Karfreitag in der römisch-katholischen Kirche ein strenger Fast- und Abstinenztag. Die Tradition, freitags kein Fleisch zu essen, ist auf das Karfreitagsgeschehen zurückzuführen. Wie seit dem frühen Christentum kirchliche Tradition, wird am Karfreitag keines der mit Festfreude verbundenen Sakramente gefeiert („Ecclesia … sacramenta penitus non celebrat“), daher auch nicht die Eucharistie.
Karfreitag - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Hans Multscher: Christus vor Pilatus, Panel aus dem Wurzacher Altar von 1437,
Staatliche Museen in Berlin.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Der Altar ist schmucklos, ohne Kerzen und Altartücher. Kreuze sind verhüllt, Triptychen und Flügelaltäre sind häufig zugeklappt und zeigen die einfacher gestaltete Rückseite der Flügel. Das Ewige Licht brennt nicht, Kerzen brennen nur beim provisorischen Aufbewahrungsort des Allerheiligsten.
Liturgie
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kreuzigung.
Litografia Veneta ;Lithografie, gedruckt unter der Leitung von O. Donadel
(Litografia Veneta) nach einer Zeichnung von Cecilio Rizzardini,
nach einem Gemälde von Jacopo Tintoretto.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vor allem in Kathedralkirchen werden am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag morgens feierlich gesungene Karmetten mit der Gemeinde gefeiert. Hauptgottesdienst der Liturgie der Lateinischen Kirche ist am Karfreitag die Feier vom Leiden und Sterben Christi am Nachmittag. Sie besteht aus drei Teilen mit unterschiedlichem liturgiegeschichtlichen Hintergrund:
Wortgottesdienst mit dem Vortrag der Passion und den Großen Fürbitten
 (römische Tradition)
Erhebung und Verehrung des Heiligen Kreuzes
(aus Jerusalem übernommen)
Kommunionfeier
(nach altem Brauch Konstantinopels, seit dem 7. Jahrhundert in Rom bekannt)
Örtlich schließt sich als fromme Übung eine Feier der „Grablegung Christi“ an.
Karfreitag - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Albrecht Altdorfer: Christus am Kreuz mit Maria (links) und Johannes,
1515 - 1516, Gemäldegalerie in Kassel.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Der Gottesdienst beginnt in der Regel um 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu, und keinesfalls später als 18 Uhr. Die liturgische Farbe ist seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht mehr Schwarz, sondern Rot. Rot steht hier als Zeichen für das im Leiden und Sterben Jesu vergossene Blut. Auf die Verwendung von Weihrauch wird verzichtet. Der Wortgottesdienst des Karfreitags bildet den alten und eigentlichen Kern der „Feier vom Leiden und Sterben Christi“. Er beginnt nach schweigendem Einzug mit einem stillen Gebet aller, währenddessen sich die zelebrierenden Priester (und örtlich auch die liturgischen Dienste) als Zeichen äußerster Demut auf den Boden hinstrecken (Prostratio), die übrigen Mitfeiernden niederknien. Das stille Gebet schließt (daher ohne „Lasset uns beten“) mit der Oration des Vorstehers und dem „Amen“ der Gemeinde.
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kreuzabnahme. Gemälde von Correggio, wiedergegeben in Kupferstich/Radierung
nach eigener Zeichnung von Francesco Rosaspina.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Es folgen biblische Lesungen aus Jesaja 52,14–53,12 EU und Hebr 4,14–16; 5,7–9 EU, dazwischen der Gesang von Psalm 31 EU. Höhepunkt der Wortfeier ist die Verkündigung des Leidensevangeliums Christi (Passion) nach dem Evangelisten Johannes, die in der Regel mit verteilten Rollen (Evangelist, Worte Jesu, Worte sonstiger Personen) erfolgt (Joh 18,1−19,42 EU).
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kreuzabnahme.
Innsbruck ;Lichtdruck nach
einer Kreidezeichnung
von Johann Mader.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kreuzabnahme.
Schabblatt von Valentine Green
nach einem Gemälde
von Maria Cosway.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Christus wird vom Kreuz genommen,
die weinende Frauen bemühen sich
um Maria. Kupferstich nach
einem Fresko von Daniele da Volterra.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kreuzabnahme.
Schabblatt von Franz Wrenk
nach einem Gemälde von
Peter Paul Rubens.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Darauf folgen gegebenenfalls eine kurze Predigt und immer die Großen Fürbitten, welche die Anliegen der Kirche, der Welt und der Notleidenden vor Gott tragen. Jede der zehn Fürbitten (Für die heilige Kirche – für den Papst – für alle Stände der Kirche – für die die Katechumenen – für die Einheit der Christen – für die Juden – für alle, die nicht an Christus glauben – für alle, die nicht an Gott glauben – für die Regierenden – für alle notleidenden Menschen) besteht aus vier Teilen:
Gebetseinladung mit Nennung des Anliegens
stilles Gebet im Knien
zusammenfassende Oration des Priesters
„Amen“ als Ausdruck der Bekräftigung der Bitte durch alle Gläubigen
Die Judenfürbitte reicht bis ins frühe Mittelalter zurück und wurde 1570 festgelegt. Ihr bis ins 20. Jahrhundert gebrauchter Wortlaut konnte als abwertend empfunden werden und ist heute in einer Fassung formuliert, die die Wertschätzung für das Volk Israel zum Ausdruck bringt und die Bestimmung des jüdischen Volkes offenlässt: „Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.“ Mit dem päpstlichen Schreiben Summorum Pontificum wurden 2007 erweiterte Ausnahmen möglich (etwa für Ordensgemeinschaften, kleinere Gruppen innerhalb einer Gemeinde oder für Personalpfarreien), um den Karfreitagsgottesdienst nach der vorkonziliaren Liturgie von 1962 zu feiern. Nach Protesten gegen die damit verbundene prinzipielle Gleichstellung des alten Gebets „Für die Bekehrung der Juden“ führte Papst Benedikt XVI. 2008 eine neue Kompromissformulierung ein. Diese stieß innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche zum Teil auf Kritik.
Karfreitag - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Die von Kaiserin Helena 326 gefundene - hebräisch von rechts nach links
geschriebene - "Kreuzesinschrift Jesu", in der Kirche S. Croce in Gerusalemme in Rom.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Die Kreuzverehrung (Adoratio crucis), ein Sakramentale, bildet den zweiten Teil der Feier. Ein Kreuz mit oder ohne Darstellung des Gekreuzigten, begleitet von zwei brennenden Kerzen, wird den Mitfeiernden hoch erhoben gezeigt („Kreuzerhöhung“), und der Priester lädt alle mit einem gesungenen Ruf zur Kreuzverehrung ein. Dieser traditionelle Gebetsruf lautet „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit. Venite adoremus“ – „Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten!“

Dabei wird entweder ein verhülltes Kreuz in den Altarraum gebracht, dort in drei Schritten enthüllt und gezeigt oder ein unverhülltes Kreuz wird in Prozession vom Kircheneingang zum Altarraum getragen, und während der Prozession wird dreimal die Kreuzerhöhung mit dem Aufruf zur Kreuzverehrung vorgenommen. Danach treten alle Mitfeiernden prozessionsweise zum Kreuz und verehren es durch die klassischen Zeichen der Kniebeuge und des Kusses. Zunehmend üblich werden auch andere Formen der Kreuzverehrung wie das Niederlegen von Blumen. Von der Enthüllung des Kreuzes an wird es bis zur Osternacht beim Vorüberschreiten durch eine doppelte oder einfache Kniebeuge geehrt, wie sonst das ausgesetzte Allerheiligste.
Karfreitag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Giottos Beweinung Christi, ein Fresco in der Cappella degli Scrovegni von Padua,
das zwischen 1304 und 1306 entstanden ist.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Verschiedene Gesänge begleiten die Kreuzverehrung, an erster Stelle ein aus den Ostkirchen übernommenes Responsorium, das den österlichen Charakter auch der Karfreitagsfeier erkennen lässt: „Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung rühmen und preisen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt“. Gebräuchliche Gesänge sind auch die Improperien, „Heilges Kreuz, sei hochverehret“, „O Haupt voll Blut und Wunden“ und der Hymnus Pange lingua gloriosi proelium certaminis des Venantius Fortunatus. Gesungen wird a cappella, das heißt, nicht von Instrumenten begleitet.

Zur folgenden schlichten Kommunionfeier wird der Altar mit einem Altartuch bedeckt. Sie wird eingeleitet mit dem Vaterunser und abgeschlossen durch ein Dankgebet nach dem Kommunionempfang. Da am Karfreitag keine Eucharistiefeier stattfindet, werden für die Kommunion genügend Hostien aus der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag aufbewahrt, die jetzt vom Priester oder Diakon in Begleitung von zwei Ceroferaren mit brennenden Kerzen herbeigebracht werden.
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Beweinung Christi.
Schabblatt von Franz Wrenk nach einem Gemälde von Anton van Dyck.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Feier der Kommunion mit „vorgeheiligten Gaben“ (Praesanctificata) gehört seit dem 8. Jahrhundert fest zur Karfreitagsliturgie auch der Westkirche, der Empfang der heiligen Kommunion aber beschränkte sich seit dem hohen Mittelalter (in Deutschland ab dem 16. Jahrhundert) auf den Klerus, in kleineren Gemeinden auf den Priester (Laien erhielten auf Wunsch die Kommunion außerhalb der Feier). Papst Pius XII. veranlasste 1955 eine Reform der Karwochenliturgie und stellte die ursprüngliche Ordnung der Kommunionfeier für die ganze Gemeinde, Kleriker und Laien, wieder her. In der liturgiewissenschaftlichen Diskussion wird die Kommunionfeier am Karfreitag nicht unkritisch betrachtet.
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pietà.
Schabblatt von Franz Wrenk nach einem Gemälde von Annibale Carracci.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das im deutschsprachigen Raum mancherorts üblich gewordene Unterlassen der Kommunionfeier am Karfreitag („eucharistisches Fasten“) ist in der geltenden kirchlichen Ordnung nicht vorgesehen. Der geistliche Sinn des Empfangs der Kommunion am Karfreitag ist die innige, sakramentale Vereinigung der Christgläubigen mit dem leidenden und sterbenden Christus. Dagegen wird eingewandt, dass die Kommunionfeier „die Grundstruktur des alten Osterfastens, das Warten auf das Kommen des Auferstandenen zur österlichen Eucharistie, störend durchkreuze“.

Die Feier vom Leiden und Sterben Christi endet mit einem Segensgebet über das Volk. Der Priester breitet zum Segen die Hände aus, auf den Segensgestus des Kreuzzeichens wird verzichtet. Zu passender Zeit wird der Altar völlig entblößt. Altartuch und Korporale, die bei der Kommunionfeier benötigt wurden, werden entfernt.
Grablegung, Heiliges Grab
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grablegung Christi.
Litografia Galvani ;Lithografie, gedruckt unter der Leitung von Wolfgang
Flachenecker (Litografia Galvani). Zeichnung von Michelangelo Grigoletti
nach einem Gemälde von Tiziano Vecellio.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In manchen Diözesen, so in Trier, schließt sich an die Karfreitagsliturgie die „Feier der Grablegung“ an. Die Trierer Bistumstradition fügt den drei Teilen des nachmittäglichen Karfreitagsgottesdienstes somit einen vierten hinzu. Nach der Kommunionfeier erinnert der Priester an die Abnahme des Leichnams Jesu vom Kreuz und seine Grablegung. Die Feier der Grablegung wird in vier liturgische Elemente unterteilt:
Evangelium der Grablegung Jesu
Gang zum Heiligen Grab
Grablegung
Segensgebet und Abschluss
Der Priester liest am Ambo den Schluss der Johannespassion (Joh 19,38–42). Wegen der Feier der Grablegung endet die Leidensgeschichte nach Johannes bereits mit den Worten: „Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben“. (Joh 19,37 EU). Nach der Verkündigung des Evangeliums von der Grablegung Jesu legt ein Ministrant das Kreuz dem Priester auf das über beiden Armen geschürzte Messgewand. Dieser trägt es zu dem in der Kirche hergerichteten Heiligen Grab.
grablegung - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Grablegungsgruppe in einer Nische neben dem Taufbecken von Groß St. Martin,
Köln, 1509. Von links nach rechts: Nikodemus, unbekannte Helferin,
Maria Magdalena, Maria, Johannes, Josef von Arimathäa.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Er wird begleitet von zwei Leuchterträgern. Der Thuriferar führt die Prozession an, ihm folgen die Ministranten mit den Klappern, jene die einen besonderen Dienst ausüben und nach Möglichkeit die übrigen Gläubigen. Während der Übertragung des Kreuzes kann das Responsorium „Jerusalem luge“ oder das Lied „O Traurigkeit, o Herzeleid“ gesungen werden. Am Ort der Grablegung legt der Priester das Kreuz nieder.
Karfreitag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Salbungsstein in der heiligen Grabkirche in Jerusalem worauf der Leichnam
des Heilandes dem Joseph von Arimathia und dem Nicodemus übergeben
und darauf begraben wurde.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Er inzensiert es und bedeckt es mit einem Leinentuch. Währenddessen kann der Chor das Responsorium „Ecce quomodo moritur justus“ oder „Sepulto Domino“ singen. Es folgt eine Zeit der Stille. Am Ende der Feier spricht der Priester das Segensgebet. Danach kann er den Versikel singen: „Ihm ist ein Ort bereitet im Frieden. Seine Wohnung wird sein auf dem Zion“. Der Priester begibt sich mit den liturgischen Diensten direkt in die Sakristei. Die Gläubigen verlassen schweigend die Kirche.
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Jesu Grab in der Grabeskirche in Jerusalem, wie es seit der Zeit von Kaiser Konstantin besteht.
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Das „Heilige Grab“ mit dem dort niedergelegten Kreuz, dem Bild des im Grab ruhenden Christus, soll am Abend des Karfreitags und am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe des Herrn, den Gläubigen zugänglich sein. Das in der Kirche aufgestellte Kreuz (bzw. das im Heiligen Grab liegende) wird bis zur Feier der Osternacht durch eine Kniebeuge verehrt.hrt.
Brauchtum
Karfreitag © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Kreuzigung Jesu Christi; Kirchenfenster.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
In katholischen Kirchen schweigen nach alter Tradition die Orgel und die Kirchenglocken nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag. An die Stelle der Glocken und Schellen treten vielerorts Ratschen und Klappern, mit denen in vielen katholischen Landstrichen die Kirchgänger nach alter Tradition auch zu den Gottesdiensten, zum Stundengebet und zum Angelus gerufen werden. In Österreich hat sich das Brauchtum des Heiligen Grabes etabliert. Dabei wird "der tote Jesus" im Anschluss an die Karfreitagsliturgie in einer feierlichen Prozession in sein Grab gelegt.
Karfreitag © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Jesus stirbt am Kreuz.
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 In Italien gibt es vielen Orten eine Prozession, bei der das Kirchenkreuz durch die Straßen getragen wird. Die dunkel gekleideten Teilnehmer schreiten langsam durch die Gassen, die Straßenlaternen sind ausgeschaltet, überall brennen Kerzen. Menschen und Kirchenglocken schweigen. In Irland wird bei vielen Menschen bis zum Mittag nichts gegessen; traditionell geht man an diesem Tag nur nur barfuß auf die Straße, es wird kein Tier geschlachtet, kein Holz verbrannt oder verarbeitet, kein Nagel eingeschlagen.
Ratschen
Ratschen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kinder beim Ratschen in der Karwoche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Ratschen, in einigen Gegenden auch Räppeln, Rappeln, Klappern (auch Kleppern, Kliäppern), Raspeln, Schledern, Kläpstern, Klibberen, Karren, Lören, Garren oder Klacheln (letzteres vor allem in Ostösterreich) genannt, ist ein Brauch, der in katholischen Gegenden in der Karwoche gepflegt wird. Dabei ziehen Kinder (meist Ministranten) mit hölzernen Instrumenten, Ratschen eben, durch die Straßen der Dörfer und Stadtteile, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Andachten zu erinnern. Der Überlieferung zufolge schweigen nämlich von Gründonnerstag nach dem Gloria den gesamten Karfreitag bis Ostern die Glocken bzw. deren Zungen, die Klöppel, da sie alle zur Beichte nach Rom geflogen seien. Da die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, ist deren Geläute in der Zeit der Grabesruhe Jesu nicht angebracht.
Karfreitagsratsche - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Karfreitagsratsche.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In Ostösterreich (in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland und Steiermark) lebt der Brauch noch in vielen Orten und sogar auch in kleineren Städten. In manchen Gebieten werden nur selten Handratschen oder Klappern verwendet, vielmehr kommen die Schubratschen zum Einsatz. Im Weinviertel in Niederösterreich sind die Schubratschen beim ersten Ratschen am Gründonnerstag Abend und am Karfreitag um 6 Uhr in der Früh noch ungeschmückt, hernach werden sie geschmückt, meist mit Büscheln aus Buchsbaumzweigen und violetten Schleifen, vorangeschoben. Wenn ein Spruch aufgesagt werden soll, hebt der Vorratscher zum Kommando während des Marschierens als Erster seine Ratsche über seinen Kopf, der Rest der Gruppe tut es ihm gleich. Wenn so die letzte Ratsche verstummt ist, wird der Spruch aufgesagt, bevor die Ratschen wieder zu Boden gelassen werden und die Ratscherei weitergeht.

Geratscht wird am Karfreitag um 6 Uhr, 11 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr („Wir ratschen, wir ratschen das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus“), „Erst- und Zaumratschen“ bei jeder Heiligen Messe (nach dem Erstläuten und dem Zusammenläuten) und um 18 Uhr zum Gebet („Wir ratschen, wir ratschen zum Englischen Gruß, den jeder Christ beten muss. Fallet nieder, fallet nieder auf eure Knie, betet ein Vaterunser und drei Avemarie“). Am Karsamstag erfolgt um 6, 11 und 12 Uhr wieder Erst- und Zaumratschen zum Gottesdienst. Am Karsamstag gehen die Ratschenbuben dann von Haus zu Haus und holen sich ihren Ratscherlohn, der dann gerecht unter allen Buben und Mädchen aufgeteilt wird.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Karfreitag" der
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