Karmel Mayerling
Karmel St. Josef der Unbeschuhten Karmelitinnen
Mayerling 3, A-2534 Alland
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karmel Mayerling
Das Bild zeigt die Klosterkirche.
Bild: Rudolf Semotan; 1989
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Schloss Mayerling war bis 1889 Jagdschloss in Mayerling bei Alland in Niederösterreich, südwestlich von Wien. Heute beherbergt es den Karmel St. Josef der Unbeschuhten Karmelitinnen.
Geschichte
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt das Kloster; 1920-1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das seit 1550 im Besitz des Stifts Heiligenkreuz befindliche Anwesen wurde 1886 von Kronprinz Rudolf erworben und zum Jagdschloss umgebaut. In der Nacht zum 30. Jänner 1889 starb hier der österreichisch-ungarische Thronfolger, Kronprinz Rudolf, gemeinsam mit seiner Geliebten Mary Vetsera. Die näheren Umstände sind bis heute ungeklärt, da der Wiener Hof Schlüsseldokumente vernichtete und Zeitzeugen zum Schweigen verpflichtet hatte. Nach dem aktuellen Stand der Forschung erschoss der unter Depressionen leidende Rudolf zunächst seine Geliebte, die fast 18-jährige Baronesse Vetsera; dann tötete er sich selbst durch einen Kopfschuss. Auf Veranlassung von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn, wurde das Jagdschloss noch im selben Jahr durch Heinrich Schemfil und Josef Schmalzhofer umgebaut. An der Stelle, an der sich in der neu errichteten Kirche der Hochaltar erhebt, stand seinerzeit das Sterbebett Kronprinz Rudolfs.
Entgegen seinem letzten Willen wurde Rudolf nicht gemeinsam mit Mary von Vetsera auf dem Friedhof im benachbarten Stift Heiligenkreuz bestattet, sondern in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt, wo er neben seinen Eltern Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth ruht. Mary Vetsera wurde in Heiligenkreuz beerdigt.
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt das Kloster; 1920-1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Schloss wurde sodann in ein Kloster umgebaut und den Unbeschuhten Karmelitinnen übergeben. Einer Stiftung des Kaisers in Höhe von 140.000 Gulden sollte dazu verwendet werden, das Schloss in ein Kloster umzuwandeln und künftig Karmelitinnen, die besonders für das Seelenheil Rudolfs beten sollten, als Lebensunterhalt dienen. Dabei sollte sich an der Stelle des Sterbezimmers künftig die Kirche des Klosters befinden. Dem Jagdschloss wurden bei der Umgestaltung neben der Kirche mit einer dem hl. Josef geweihten Seitenkapelle und dem Chor für die Nonnen, eine Sakristei, der Pfortenbereich mit Sprechzimmern, ein Dormitorium mit Zellen und eine Klausurmauer hinzugefügt. Die Neugründung wurde von Schwestern des Karmels in Baumgarten bei Wien errichtet. Am Hochfest Allerheiligen wurde die Kirche dem Patrozinium des hl. Josef und Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel geweiht, am darauffolgenden Tag, Allerseelen, das erste Seelenamt für den Kronprinzen gefeiert.
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bild zeigt die Klosterkirche
Bild: Rudolf Semotan; 1989
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bild zeigt die Klosterkirche.
Bild: ORF; 1989
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1940 wurden die Karmelitinnen aus Mayerling von den Nationalsozialisten aus der Klausur vertrieben und das Kloster wurde aufgelassen. Die Schwestern hatten einen Tag Zeit, das Kloster zu verlassen. Das Klostergelände und die Gebäude wurden zunächst von den Nationalsozialisten, später vom Roten Kreuz genutzt. 1945 wurden die Gebäude in Mayerling bei Kämpfen schwer beschädigt. Noch im selben Jahr nahmen Schwestern aus den Konventen Baumgarten und Graz das karmelitanische Leben in Mayerling wieder auf, die päpstliche Klausur wurde erneut errichtet.
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gesamtansicht des Klosters.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Da Teile der Gebäude z. B. wegen nasser Grundmauern, Schimmel, losem Mauerwerk und herabfallendem Putz mittlerweile dringend instandgesetzt werden und die Schwestern selbst für den Erhalt des Gebäude sorgen müssen, hat der Konvent des Karmels St. Josef mit Unterstützung der Zisterzienser des Stiftes Heiligenkreuz ein Projekt „Rettet den Karmel Mayerling“ begonnen. Mit den Arbeiten wurde im April 2014 begonnen.
Besichtigungen
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klosterkirche - Bild zeigt einen Seitenaltar mit Marienstatue.
Bild: Rudolf Semotan; 1980-1990
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Karmelitinnen von Mayerling leben verborgen und einfach. Ihre Einkünfte beziehen sie fast ausschließlich aus den Eintrittspreisen. Ein Eintritt mit Führung kostet nur sehr wenig!!! Daher freuen sich die Karmelitinnen, wenn Gäste, Pilger, Touristen und Reisebusse die Gedächtnisstätte des Kronprinzen Rudolf besuchen. Man bekommt ja doch in der Kirche und in den anschließenden Schauräumen ein Gefühl für die Atmosphäre des 30. Jänner 1889.
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klosterkirche - Bild zeigt den Altar.
Bild: Rudolf Semotan; 1980-1990
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bild zeigt einen Seitenaltar.
Bild: Rudolf Semotan; 1980-1990
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung   Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klosterkirche
Bild zeigt eine Marienstatue.
Bild: Rudolf Semotan; 1980-1990
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klosterkirche - Bild zeigt
Kirchenbesucher vor einem Altar.
Bild: Rudolf Semotan; 1980-1990
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Herz des Karmelitinnenklosters ist die Kirche, die in einem ganz eigenen neoklassizistischen Stil errichtet ist. Der Altar befindet sich genau über der Stelle, wo das Bett stand, in dem Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera tot aufgefunden wurden. Dort wird täglich die Heilige Messe gefeiert.

Im Rahmen einer Führung durch das Kloster besichtigt man diesen heiligen Ort an historischer Stätte. Eindrucksvoll ist auch die Seitenkapelle, in der sich eine Statue der schmerzhaften Gottesmutter befindet, die die Kaiserin Elisabeth stiftete. Sie zeigt die Madonna, wie ihr Herz von einem Dolch des Leidens durchbohrt wird. Die Stifterin Kaiserin Elisabeth konnte nicht wissen, dass sie selbst einmal eines solchen Todes sterben würde.
Karmel Mayerling © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt die Klosterkirche.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach der Tragödie vom 30. Jänner 1889 ließ Kaiser Franz Joseph I. das Jagdschloss sofort in ein Karmelitinnenkloster umbauen. Die prachtvolle kleine Kirche des Karmel Mayerling steht exakt an der Stelle, wo die Bluttat verübt wurde und Kronprinz Rudolf mit seiner Geliebten Mary Freiin Vetsera den Tod fanden. Bei einer Führung sieht man die neoklassizistische Kirche, die Elisabethkapelle und einige Schauräume mit dem kaiserlichen Stiftungskelch, mit dem geschändeten Prunksarg der Mary Vetsera und mit Bildtafeln über die Tragödie von Mayerling.
Erreichbarkeit
"Mayerling" ist eine eigene Abfahrt auf der A21, der "Wienerwald-Autobahn".
ca. 18 km von Wien,
ca. 12 km von Baden und
ca. 3 km om Stift Heiligenkreuz entfernt.
Spendenkonto
 Die Karmelitinnen bitten um Ihre Hilfe:

Die Karmelitinnen müssen die historische Stätte selbst erhalten. Die einzigen Einnahmen kommen durch die Touristen und durch Spenden. Bitte helfen Sie den Schwestern, Mayerling zu erhalten. Bis heute erfüllen die Schwestern den Auftrag von Kaiser Franz Joseph I., den er ihnen nach dem Tod seines Sohnes gegeben hat. Hier ist Ort, an dem die spirituelle Geschichte Österreichs lebendig ist.

Konto „Karmel Mayerling“
BLZ 19190 - Bankhaus Schelhammer & Schattera
Konto-Nr. 100100734
IBAN AT53 1919 0001 0010 0734
BIC: BSSWATWW
www.karmel-mayerling.org
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Schloss_Mayerling" der
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