Karsamstag
Samstag vor Ostern
Karsamstag  - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Abstieg Christi in die Unterwelt, Domenico Beccafumi (1530/35); Bildausschnitt.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Karsamstag (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der letzte Tag der Karwoche und der zweite Tag des österlichen Triduums. Auf ihn folgt der Ostersonntag. Der Karsamstag wird regional auch als Karsonnabend oder stiller Samstag bezeichnet. Nach traditioneller christlicher Vorstellung ist der Karsamstag der Tag der Höllenfahrt Christi, bei der Jesus in der Nacht nach seiner Kreuzigung in die Unterwelt hinabgestiegen sei und dort im Limbus, dem „Schoß Abrahams“, die Seelen der Gerechten seit Adam befreit habe (1 Petr 3,19 EU). Die vorkommende umgangssprachliche Bezeichnung des Karsamstags als „Ostersamstag“ oder als Ostersonnabend weicht von der kirchlichen Tradition ab: Der Ostersamstag ist im christlichen Sprachgebrauch der Samstag der Osteroktav und damit der Tag vor dem Weißen Sonntag, eine Woche nach Ostern.

Der Karsamstag ist der Tag, an dem die Kirche der Grabesruhe Christi gedenkt und mit Fasten und Gebet seine Auferstehung erwartet, die an Ostern gefeiert wird. Es werden am Karsamstag keine Sakramente gespendet, die mit Festfreude verbunden sind, insbesondere keine Eucharistiefeier, die Heilige Kommunion wird nur als Wegzehrung (Sterbekommunion) gereicht. Vor allem an Kathedralkirchen werden am Morgen des Gründonnerstags, des Karfreitags und des Karsamstags feierliche Karmetten mit der Gemeinde gesungen. Die anderen Tagzeiten des Stundengebets werden ebenfalls gefeiert. Der Altar der Kirche ist nicht mit Altartuch, Kerzen oder Blumen geschmückt, sondern zeigt den nackten Stein, Zeichen des „Ecksteins“ Christus. Zur Verehrung durch die Gläubigen ist in den Kirchen immer das Kreuz aufgestellt, häufig auch eine Ikone des Abstiegs Christi in die Unterwelt oder eine Pietà (Vesperbild). Von der Enthüllung des Kreuzes in der Feier vom Leiden und Sterben Christi bis zur Osternacht wird das Kreuz beim Vorüberschreiten durch eine doppelte oder einfache Kniebeuge geehrt, wie sonst das ausgesetzte Allerheiligste. Der Karsamstag endet mit dem Beginn der Feier der Osternacht, die als Nachtwache bereits zur Liturgie des Ostersonntags gehört. Da die Feier der Osternacht eine Vigil ist, die zur Gänze im Dunkeln abgehalten werden soll, beginnt sie in den späten Abendstunden des Karsamstags.
Karsamstag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Abstieg Christi in die Unterwelt im Albani-Psalter (Buchmalerei, England 12. Jh.).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Als Abstieg Christi in die Unterwelt (lat. Descensus Christi ad inferos), volkstümlich auch als Höllenfahrt Christi, bezeichnet man die überlieferte christliche Vorstellung, dass Jesus in der Nacht nach seiner Kreuzigung in die Unterwelt hinabgestiegen sei und dort die Seelen der Gerechten seit Adam befreit habe. Hintergrund dieser Vorstellung ist unter anderem die Frage, wo Jesu Seele zwischen Kreuzigung und Auferstehung gewesen sei. Man beruft sich dabei auf die biblischen Aussagen in Epheser 4,9 EU und 1. Petrus 3,19 EU. Hierzu heißt es im Apostolischen Glaubensbekenntnis: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ (der griechischen Text lautet: „εισ τά κατώτατα“, was wörtlicher mit „in die unterste Tiefe“ zu übersetzen ist). Wichtigster Anknüpfungspunkt für die erzählenden und darauf beruhenden bildlichen Darstellungen des Descensus ist der Glaubenssatz des Apostolischen und des Athanasischen Glaubensbekenntnisses, Jesus sei „hinabgestiegen in das Reich der Toten“. Diese Vorstellung wurde von den Kirchenvätern mit verschiedenen biblischen Aussagen teils in intendiert wörtlicher, teils in allegorischer Deutung in Verbindung gebracht und im apokryphen Schrifttum, insbesondere in den Pilatusakten (Evangelium Nicodemi), mit einer Vielzahl von Handlungselementen erzählend ausgeschmückt. Sie fand Eingang in die Liturgie und in die mittelalterliche Jenseitsliteratur, aber auch in die mittelalterlichen Passionsspiele, die den Streit mit den Teufeln zuweilen für breit ausgeführte komische Einlagen (Diablerien) nutzen. In der Neuzeit wurde diese Vorstellungstradition vielfach relativiert und vor allem in der Exegese der traditionell damit verbundenen Bibelzeugnisse kritisch revidiert. Unter den zahlreichen theologischen Neudeutungen ist etwa die von Hans Urs von Balthasar zu nennen, der zufolge die Unterwelt, in die Jesus hinabstieg, als die Gottverlassenheit zu verstehen sei, die Jesus auf sich genommen habe, um den Menschen nahe zu sein, die sich gegen Gott entschieden hatten.
Osterspeisensegnung
Karsamstag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Osterfleischweihe; St. Anna ob Schwanberg; 1929.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Fleischweihe (eigentlich Osterspeisensegnung) ist ein österlicher Brauch in Österreich, Bayern und Südtirol. Im Rahmen einer kurzen Andacht segnet ein Priester Osterbrot (Osterpinze), Fleisch, Ostereier und Kren, die im Anschluss im Familienkreis verspeist werden („Weihfleischessen“). Der im Volksmund verwendete Begriff „Fleischweihe“ ist allerdings liturgisch falsch: Geweiht werden können nach katholischer Lehre nur Menschen (z. B. Priesterweihe) oder Kirchen (Kirchweihe), daher die offizielle Bezeichnung „Speisensegnung“.

Im bairischen Sprachraum ist die Segnung der Osterspeisen seit dem 7. Jahrhundert belegt; im Volksglauben gewannen die Nahrungsmittel durch die österliche Segnung am Ende der Fastenzeit besondere Kräfte. Heute wird die Weihe als „Brücke zwischen dem Altar und dem häuslichen Tisch“, das heißt als Verbindung zwischen dem Sakralen und dem Profanen betrachtet. Auch an die Tischgemeinschaft Jesu mit den Aposteln soll dabei erinnert werden.
Karsamstag © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ostersegen.
Gouache und Feder in Schwarz auf blaugrauem Papier von Georg Šubic,
monogrammiert. Vorzeichnung zum „Kronprinzenwerk“ (Die österreichisch-ungarische
Monarchie in Wort und Bild, Wien 1886–1902), Bd. „Kärnten und Krain“, 1891.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Besonders gepflegt wird der Brauch in Kärnten und der Steiermark, wo man die Speisensegnung auch ironisch das „achte steirische Sakrament“ nennt, da viele Menschen daran teilnehmen, die sonst keine regelmäßigen Gottesdienstbesucher sind; man schätzt, dass jeder vierte bis fünfte Steirer am Karsamstag an einer Fleischweihe teilnimmt.

Im Gegensatz zum grundsätzlich ähnlichen polnischen Brauch der Święconka, der historisch später entstanden ist, findet die Speisensegnung im Alpenraum in der Regel nicht im Rahmen einer Heiligen Messe statt, sondern während einer kurzen Andacht, die meist am Karsamstag zu Mittag oder am frühen Nachmittag unter freiem Himmel bei Kapellen, Bildstöcken oder Wegkreuzen abgehalten wird. Die zu segnenden Speisen in Körben mit weißen, bestickten Tüchern verhüllt. Nach dem Segensgebet werden die geöffneten Körbe mit Weihwasser besprengt. Nach einem kurzen Gebet (meist dem Vater unser) endet die Andacht. Ein weiterer Unterschied zur Święconka ist, dass das gesegnete Fleisch kurz nach der Weihe am Familientisch serviert wird, und nicht erst am Ostersonntag zum Frühstück. In Kärnten war es früher Brauch, Fleisch erstmals zum sonntäglichen Osterfrühstück zu verzehren.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Karsamstag" der
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