Kartäuser
Ordo Cartusiensis
Ordenskürzel: OCart
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Kartäuser beim Gebet.
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Die Kartäuser (lat. Ordo Cartusiensis, Ordenskürzel: OCart) sind ein römisch-katholischer Orden, der die eremitische mit der zönobitischen Lebensweise verbindet und der auf den heiligen Bruno von Köln zurückgeht. Ihr Wahlspruch ist:
"Stat crux dum volvitur orbis"
 (Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht)
Gründung
Bruno der Kartäuser, Heiliger © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Bruno der Kartäuser, Heiliger © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bruno der Kartäuser, Heiliger
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1084 zog sich der heilige Bruno (um 1030–1101), der Begründer des Kartäuserordens, mit sechs Gefährten nach Chartreuse zurück, eine einsame Gebirgsgegend bei Grenoble in Frankreich. Das Land wurde ihnen vom heiligen Hugo (um 1053–1132), dem damaligen Bischof von Grenoble, aufgrund einer Vision zur Verfügung gestellt. Er hatte im Traum gesehen, wie sich in La Chartreuse sieben Sterne niederließen. Bruno und seine Gefährten bauten sich kleine Eremitagen sowie die für ein Kloster notwendigen Gemeinschaftsräume und eine Kirche. Alle Räume wurden durch einen Kreuzgang verbunden. Bald schlossen sich ihnen weitere Männer an. Die Gemeinschaft wuchs und La Grande Chartreuse, die Große Kartause, das Mutterkloster des Kartäuserordens, entstand und gab dem Orden seinen Namen.
 
Kartäuser © Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Tod des Heiligen Bruno.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Bruno selbst schrieb keine Ordensregel. Die Lebensweise der ersten Einsiedler sollte einfach von allen zukünftigen übernommen werden. Erst nachdem sich auch in anderen Ländern Männer der Lebensweise des heiligen Bruno anschlossen, mussten die Lebensgewohnheiten der Kartäuser schriftlich niedergelegt werden. So verfasste 1127 der heilige Guigo de Chastel, der von 1109 bis 1136 als fünfter Prior die Große Kartause leitete, die Consuetudines Cartusiae, die Lebensgewohnheiten der Kartäuser. 1133 wurde die Regel von Papst Innozenz II. approbiert. 1170 wurde die Gemeinschaft von Papst Alexander III. als Orden anerkannt. Weitere Veränderungen wurden in den Jahren 1259 (Statuta antiqua), 1367 (Statuta nova), 1509 (Tertia compilatio statutorum) und 1581 (Nova collectia statutorum ordinis cartusiensis) vorgenommen.

1145 schlossen sich erstmals Frauen zusammen, die die Lebensweise der Kartäuser übernahmen, und gründeten damit den weiblichen Zweig des Ordens. Im 18. Jahrhundert bestanden fünf Kartäuserinnenklöster.
Kartause © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Einfahrt zur Kartause Gaming; 1965
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Trotz der strengen Lebensweise breitete sich der Orden nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten ab etwa 1200 rasch aus. So gab es 1137 vier Kartausen, 1151 waren es 14 und 1258 schließlich 56 Ordenshäuser, im 14. Jahrhundert 175 und im 15. Jahrhundert 220. Seine Blütezeit hatte der Orden im Spätmittelalter zur Zeit der Mystik (Gründungswelle um 1480). Einen besonderen Einfluss auf die Entwicklung des Ordens hatte die Bewegung der Devotio moderna, in deren Zuge das Phänomen der Stadtkartausen aufkam. Kartausen wurden bis zu jener Zeit in abgelegenen Gegenden gegründet, nun aber kam es zu Neugründungen in Städten, beispielsweise in London und Köln. Stadtkartausen wurden zu Zentren des Humanismus. Der Orden war zwischen 1378 und 1415 während des Großen abendländischen Schismas in einen römischen und einen avignonesischen Zweig geteilt. Nach dem Ende des Schismas traten auch die beiden konkurrierenden Generaloberen zurück, und Johannes von Grazienburg trat an die Spitze des Ordens. 1508 bestimmte der Papst, dass immer der Prior der Chartreuse die Kartäuser leiten sollte.

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Reformation
La Grande Chartreuse, die Große Kartause, das Mutterkloster des Kartäuserordens.
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Die Reformation führte im 16. Jahrhundert zu einem starken Rückgang des Ordens in den protestantischen Gebieten. Seither stagnierte die Zahl der Kartäusermönche und -nonnen bzw. fiel kontinuierlich. In England wurden die Kartäuser unter König Heinrich VIII. verfolgt, da sie sich weigerten, ihn als Oberhaupt der Kirche Englands anzuerkennen. Insbesondere gegen die Mönche der Londoner Kartause ging der König brutal vor. Im Zuge der Aufklärung wurde der Nutzen der kontemplativen Kartäuser in Frage gestellt und viele Kartausen aufgehoben, beispielsweise 1782 unter Kaiser Joseph II. Durch Aufklärung, Josephinismus, Französische Revolution und den Reichsdeputationshauptschluss sank die Zahl der Kartausen noch einmal stark ab (während sie um 1700 noch 168 betragen hatte).
Mönche
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 Kartäuser beim Bibelstudium.
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„Unser Bemühen und unsere Berufung bestehen vornehmlich darin, im Schweigen und in der Einsamkeit Gott zu finden.“ (Statuten 12,1). Die Suche nach Gott in Schweigen und Einsamkeit ist allen Kartäusern gemein. Je nach Eignung und persönlicher Mentalität lebt der einzelne Kartäuser seine Berufung.
Die Kartäuser unterscheiden daher drei Arten von Mönchen:

Priestermönche (lat. Patres)
auch Chormönche oder wegen der um den Großen Kreuzgang angeordneten Zellen,
die sie bewohnen, auch Kreuzgang- bzw. Zellenmönche genannt,
Brüdermönche (lat. Fratres conversi)
auch Laienbrüder oder Konversen genannt,
und Donaten.
Chormönche
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Kartäuser beim Gebet.
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Die Chormönche leben in um den großen Kreuzgang herum gebauten kleinen Häuschen mit Garten. Diese Häuschen bestehen aus vier Räumen: Beim Betreten der Zelle gelangt der Mönch zunächst in einen Vorraum, der das Häuschen mit dem Kreuzgang verbindet. Dieser Raum heißt Ave Maria, ein Raum mit einem Marienaltar, in dem der Mönch beim Betreten und Verlassen des Häuschens ein Ave Maria betet. Der Hauptraum ist das Cubiculum mit einem Arbeitstisch, einem Tisch zum Essen, einem kleinen Oratorium, einem Kleiderschrank, einem Bett und einem Ofen. Die Mönche schlafen auf einem Strohbett. Traditionell gibt es zum Waschen nur kaltes Wasser. Auch ein Handwerksraum gehört zum Häuschen, in dem der Mönch das Holz für seinen Ofen hackt und seiner Handarbeit nachgeht. Die Häuschen sind traditionell zweigeschossig, werden aber bei modernen Gründungen auch eingeschossig gebaut.
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Kartäuser beim Gebet in der Kartause Miraflores in Spanien.
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Der Tagesablauf eines Chormönchs beginnt um 23:30 Uhr. Nach etwa vierstündigem Schlaf steht er das erste Mal auf und beginnt mit den anderen Mönchen in der Kirche das Stundengebet, das bei den Kartäusern noch aus acht Gebetszeiten (Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet) besteht, nach dem Psalmwort: „Siebenmal am Tag singe ich dein Lob und nachts stehe ich auf, um dich zu preisen.“ (Ps 119,2 EU). Ist das Nachtoffizium, das aus Matutin und Laudes besteht und von allen gemeinsam in der Kirche gebetet wird, beendet (die Dauer beträgt zwei bis drei Stunden), legt sich der Mönch zu einem zweiten, etwa vierstündigen Schlaf ins Bett. Um 06:30 Uhr steht er zum zweiten Mal zum Offizium und zur Betrachtungszeit auf. Um 7 Uhr versammeln sich alle Patres in der Kirche zur fünfzehnminütigen eucharistischen Anbetung und zur anschließenden Konventmesse. Danach feiern die Patres, jeder für sich, in kleinen Kapellen Stillmessen, ggf. mit einem Novizen als Ministrant.
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Kartause Santa María de Scala Coeli in Portugal.
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Im weiteren Verlauf des Tages wechseln sich Gebet (insgesamt etwa acht Stunden), Studium und Handarbeit ab. Nachtruhe ist spätestens um 19:30 Uhr. Die Chormönche essen außer am Sonntag, an dem das Mittagessen gemeinsam im Refektorium stattfindet, allein. Ein Frühstück gibt es für die Chormönche traditionell nicht. Im Winterhalbjahr, von Kreuzerhöhung bis Karsamstag, gibt es nur mittags eine warme Mahlzeit und abends etwas Brot und ein Getränk. Eine gemeinsame Rekreation gibt es nur sonntags. Wöchentlich findet ein gemeinsamer etwa vierstündiger Spaziergang (spatiamentum) der Patres statt.
Brüdermönche
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Zelle im ehemaligen Kartäuserkloster Chartreuse de la Verne.
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eben den Patres leben in den Kartausen auch Brüdermönche. „Die Brüder haben eine eigene Form des einsamen Lebens. Sie sorgen durch ihre Arbeit für die Bedürfnisse des Hauses, die ihnen in besonderer Weise anvertraut sind. Dank der Hilfe der Brüder können sich die Zellenmönche freier dem Schweigen der Zelle hingeben“ (Statuten 11,5). Während die Chormönche sich vornehmlich dem Gebet widmen, ist bei den Brüdern die Handarbeit stärker betont. Chor- und Brüdermönche ergänzen sich in ihren Lebensweisen gegenseitig. Die Chormönche könnten nicht ohne die Brüder auskommen, die sie versorgen, und die Brüder könnten nicht ohne die Patres auskommen, die ihnen die Sakramente spenden und sie seelsorgerisch betreuen.

Die Brüdermönche leben getrennt von den Chormönchen in einem eigenen Gebäude. Traditionell haben die Brüder kein eigenes Haus, sondern nur eine Zelle, die dem Cubiculum der Patres entspricht. Tagsüber verlassen die Brüder ihre Zelle, um in ihren Werkstätten (Oboedienzen) oder sonstigen Tätigkeitsbereichen (Pforte, Klosterverwaltung, Sakristei) zu arbeiten. Damit die Brüder ihre Aufgaben erfüllen können, gelten für sie weniger strenge Regeln. So ist das tägliche Offizium nicht so umfangreich wie das der Patres. Auch gelten für sie weniger strenge Fastenregeln. So gibt es für die Brüder auch Frühstück. Außerdem sind die Klausurvorschriften für sie weniger streng. Vornehmlich die Brüder erledigen alles Nötige in den umliegenden Städten.
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Kartäuser in Marienau, Bayern, bei der Vesper.
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Hauptsächlich sorgen die Brüder durch ihre handwerklichen Tätigkeiten für den Unterhalt der Kartausen. Berühmt sind die Kartäuser für ihre Tier- und Pflanzenzucht; die Kartäuserpferde, Kartäuserrosen und die Kartäusernelken. Die Kartäuserkatze heißt nur wegen ihrer grauen Fellfarbe so, hat aber nichts mit dem Orden zu tun. Haupteinnahmequelle des Ordens ist der bekannte Kartäuserlikör Chartreuse, der in einer eigenen Fabrik in Voiron (nahe der Großen Kartause) aus einer Mischung von 130 Kräutern hergestellt und von dort in alle Welt verkauft wird.

Wer als Bruder in eine Kartause eintreten möchte, muss mindestens 20 Jahre alt sein und eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise eine handwerkliche, haben. Der Ausbildungsweg ist ähnlich dem der Chormönche. Nach dem Postulat, das drei bis zwölf Monate dauert, erfolgt die Einkleidung und die Aufnahme ins Noviziat, das zwei Jahre dauert. Danach legt der Bruder seine erste Profess für drei Jahre und daran anschließend eine weitere Profess auf zwei Jahre ab. Entschließt er sich nach dieser Zeit zu bleiben, bindet er sich in der ewigen Profess für immer an den Orden.
Donaten
Die Donaten haben den gleichen Aufgabenbereich wie die Brüder. Sie unterscheiden sich von ihnen dadurch, dass sie sich nicht mit Gelübden an den Orden binden, sondern mit ihm einen Donationsvertrag abschließen. Donaten haben den gleichen Ausbildungsweg wie die Brüder. Nach dem ersten Noviziatsjahr kann sich ein Brudernovize entschließen, Donate zu werden. Statt der zeitlichen Profess auf zunächst drei und dann noch einmal zwei Jahre, legt der Donate eine zeitliche Donation auf drei und dann zwei Jahre ab. Daran schließt sich die ewige Donation an, wenn der Donate im Orden bleiben möchte.

Im Kloster selbst leben die Donaten in persönlicher Armut, jedoch können sie außerhalb des Klosters eigenen Besitz haben und frei über diesen verfügen. In der Gestaltung ihres Tagesablaufes sind sie freier als die Brüder und können auch sonst Erleichterungen gewährt bekommen.
Nonnen
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Kartäusernonnen im Chorgestühl beim Gebet.
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Seit 1145 gibt es auch Kartäuserinnen. Zunächst unterschied sich ihre Lebensform noch von der der Mönche. Hinsichtlich Einsamkeit und Fasten war das Leben der Schwestern nicht so streng wie das der Mönche. So lebten die Nonnen nicht in eigenen Häuschen, sondern in abgetrennten Zimmern. Das Essen nahmen sie täglich gemeinsam ein und eine gemeinsame Rekreation gab es nicht nur einmal in der Woche, sondern täglich. Nun kam bei den Kartäuserinnen der Wunsch auf, das Ordensideal authentischer zu leben. So kam es in den 1970er Jahren zur Gründung zweier Frauenkonvente, die ein den Mönchen weitgehend angepasstes Leben führen wollten. 1971 wurde die Kartause Beauregard (bei Voiron nahe der Großen Kartause) von Schwestern bezogen. 1977 kamen Kartäuserinnen in die Kartause Vedana (Italien), die bisher von Kartäusermönchen bewohnt wurde, von ihnen aber wegen Nachwuchsmangels aufgegeben werden musste. 1978 siedelte die in der Zwischenzeit gewachsene Gemeinschaft von Beauregard in die neu gebaute Kartause Reillanne in der Haute-Provence über. Heute hat der Orden insgesamt fünf Frauenkonvente, davon je zwei in Frankreich und Italien sowie einen in Spanien. In Südkorea, wo 2004 eine Kartause von Mönchen bezogen wurde, ist auch ein Frauenkonvent in Planung.
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Beim Eintritt in die Kirche übergeben die Nonnen einander das Glockenseil.
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Auch bei den Nonnen gibt es drei Arten von Konventsmitgliedern: Chorschwestern, Konversschwestern und Donatinnen. Die Aufgabenverteilung ist prinzipiell die gleiche wie bei den Mönchen. Auf Wunsch wird den Schwestern kurze Zeit nach der feierlichen Profess die Jungfrauenweihe gespendet. Bei der Jungfrauenweihe erhalten die Kartäuserinnen vom Bischof neben den traditionellen Insignien auch die Stola und dürfen in der Matutin das Evangelium verkünden. Das ist eine Besonderheit im Eigenrecht der Kartäuser. Die Chorschwestern verrichten in ihren Zellen als Handarbeit vornehmlich Näharbeiten oder Paramentenstickerei. Geleitet werden die Nonnenklöster von einer Priorin. Der Habit ist wie der der Mönche naturfarben. Dazu tragen die Professen einen schwarzen Schleier, die Novizinnen einen weißen. In den Kartausen der Schwestern wohnen außerdem in einem eigenen Gebäudetrakt etwas abseits von den Nonnen noch drei Kartäusermönche, zwei Patres und ein Bruder. Die Patres, die im Frauenkonvent die Stellung eines Vikars und eines Koadjutors einnehmen, sind für die Seelsorge und Sakramentenspendung im Kloster zuständig. Der Bruder hilft den Konversschwestern bei den anfallenden Arbeiten.
Spiritualität
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Kartäuser beim Spirituellen Wandern im Wald.
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Grundlage der Spiritualität der Kartäuser ist ein Leben in der Erwartung der Wiederkunft Christi (Parusie). Zurückgezogen in der Einsamkeit sorgen sie sich, nur Christus zu gefallen und ein Leben nach dem Evangelium in der Nachfolge Christi zu führen. Ihre Spiritualität lässt sich in dem Satz zusammenfassen: „Zum Lob der Herrlichkeit Gottes hat Christus, das Wort des Vaters, durch den Heiligen Geist von Anfang an Menschen auserwählt, um sie in die Einsamkeit zu führen und in inniger Liebe mit sich zu vereinigen.“ (Statuten 1,1). Einen besonderen Stellenwert in der Spiritualität der Kartäuser nimmt das Jesusgebet ein.

Charakteristisch für die Kartäuser ist ihr Schweigen, ihre Einsamkeit und ihr Gebet. Die Einsamkeit der Kartäuser bedeutet Trennung von der Welt, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass sie auf jedes Apostolat verzichten. Sie haben keinen direkten Zugang zu Massenmedien. Nur der Prior liest täglich die Zeitung und informiert die Mönche über wichtige Ereignisse. Besucher sind nicht zugelassen, außer Ordensinteressenten und den Angehörigen der Kommunitätsmitglieder, die jährlich für zwei Tage in die Kartause zu Besuch kommen dürfen. Das Leben der Kartäuser ist hauptsächlich dem Gebet gewidmet. Entsprechend ihrer Lebensweise haben sie eine eigene Liturgie, die ihrer Lebensart angepasst ist. Es entspricht der zurückgezogenen Daseinsweise des Ordens, dass die Kartäuser in über 900 Jahren nur wenige Bischöfe hervorgebracht haben und nur sehr wenige Heilige kanonisiert wurden. Drei Heilige und fünfzehn Selige, die 1535–1540 während der Reformation in England hingerichtet wurden, weil sie den Eid auf König Heinrich VIII. verweigerten, werden als Märtyrer verehrt. Unter den „Märtyrern von Roermond“ waren auch zwölf Kartäusermönche.
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Kartäusermönch beim Vorbereiten der Speisen zum Verteilen.
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Die Kartäuser sind Vegetarier. Strikte Fastenzeiten bestimmen ihr Leben, so wird beispielsweise jeden Freitag bei Wasser und Brot gefastet. Frühstück gibt es traditionell bei den Kartäusern nicht, bei den Kartäuserinnen ist es jedoch üblich, morgens nach der Messe eine kleine Stärkung, normalerweise etwas Brot und ein Getränk, zu sich zu nehmen. Die erste Mahlzeit des Tages ist das Mittagessen. Im Sommerhalbjahr, von Ostern bis Kreuzerhöhung, gibt es außerdem ein warmes Abendessen. Im Winterhalbjahr hingegen begnügen sich die Kartäuser abends mit etwas Brot und einem Getränk.

Alle Kartausen sind – bis auf wenige, historisch bedingte Ausnahmen – Maria, der Mater Singularis Cartusensium, der einzigartigen Mutter der Kartäuser, geweiht. Sie ist die oberste Patronin des Ordens und nimmt einen besonderen Platz in der Spiritualität der Kartäuser ein. Ihr zur Ehren wird täglich eine Votivmesse gefeiert und neben dem kirchlichen Stundengebet auch das Marienbrevier gebetet. Zweiter Ordenspatron ist der Heilige Johannes der Täufer.

Durch ihre Lebensart wollen die Kartäuser der Welt ein Zeugnis geben; ihren konsequent gelebten Glauben betrachten sie als die beste Predigt, die es gibt. Sie sehen ihr Leben auch als stellvertretenden Gottesdienst für diejenigen an, die nicht beten wollen oder können und möchten stellvertretend Buße für all jene leisten, die sich ihrer Sünden nicht bewusst sind.
www.chartreux.org
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Kartäuser" der
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