Katharina von Alexandrien
Gedenktag: 25. November
Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heilige Katharina von Alexandria.
 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Katharina von Alexandrien oder Katharina von Alexandria ist eine der bekanntesten Heiligen. Sie wird in der katholischen und der orthodoxen Kirche als Märtyrin verehrt und gehört zu den sogenannten Virgines capitales, den vier großen heiligen Jungfrauen. Die hl. Katharina zählt zu den heiligen 14 Nothelfern und gilt als Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten. Katharina von Alexandria ist Schutzpatronin der Schulen, der philosophischen Fakultäten, der Näherinnen und Schneiderinnen. Erstmals wurde sie im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Der Überlieferung nach lebte sie im 3. oder 4. Jahrhundert und erlitt unter dem römischen Kaiser Maximinus Daia (305–313) das Martyrium. Nach Katharina von Alexandria ist der Mondkrater Catharina benannt.

Der christlichen Überlieferung zufolge war die hl. Katharina eine geweihte Jungfrau, die sich Christus versprochen hatte. Sie soll die schöne Tochter des heidnischen Königs Costus und dessen Frau Sabinella aus Zypern gewesen sein, die um 300 n. Chr. im ägyptischen Alexandrien lebte und von einem Eremiten zum Glauben geführt wurde.
Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heilige Katharina von Alexandria.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als der Caesar Maximinus Christen zum Märtyrertod verurteilte, trat Katharina ihm entgegen und fragte ihn, weshalb nicht er zum Christentum übertrete, statt von den Christen Götzenopfer zu verlangen. In einer öffentlichen Diskussion, zu der der Kaiser seine besten 50 Philosophen und Gelehrten aufgeboten hatte, brachte Katharina so einleuchtende und gelehrte Argumente für das Christentum vor, dass sich alle fünfzig zum Christentum bekehrten. Weil sie nicht vermocht hatten, Katharina vom christlichen Glauben abzubringen, schickte der Kaiser sie alle auf den Scheiterhaufen.

Von ihrer Intelligenz und Schlagfertigkeit beeindruckt, ging die gebildete Kaiserin Faustina selbst zu ihr ins Verlies, um sie zum Heidentum zu bewegen. Doch auch die Kaiserin wurde von Katharina zum Christentum bekehrt und wurde, wie zuvor die Philosophen, hingerichtet. Katharina wurde daraufhin zwölf Tage lang gegeißelt und ohne Nahrung in einem finsteren Verlies eingekerkert. Jedoch erhielt sie göttlichen Beistand durch Engel, welche die Wunden salbten, und durch eine weiße Taube, die Nahrung brachte. Auch Christus selbst kam, um ihren Glauben zu stärken und sie auf das Martyrium vorzubereiten.

Folterwerkzeug ihres Martyriums sollte das Rad sein. Der Legenda aurea zufolge waren es vier „mit eisernen Sägen und spitzen Nägeln“ gesäumte Räder. Zwei davon sollten nach unten bewegt werden und die anderen entgegengesetzt nach oben und somit die Märtyrin zerreißen. Auf Katharinas Gebet hin kam jedoch ein Engel und zerstörte das Folterinstrument mit solcher Wucht, dass zugleich 4000 Heiden getötet wurden. Letztendlich wurde Katharina enthauptet, und aus ihren Wunden floss Milch statt Blut. Engel brachten ihre sterblichen Überreste zum Berg Sinai. 500 Jahre später wurden ihre Gebeine dort gefunden, und der Heiligen zu Ehren wurde das Katharinenkloster an der Fundstelle gebaut. Aus ihren Gebeinen fließt unaufhörlich ein von den Pilgern für heilkräftig gehaltenes Öl.
Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Heilige Katharina von Alexandria © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tod der heiligen Katharina.
Pinsel- und Federzeichnung in Grau
u. Schwarz von Karl Ritter von Siegl,
signiert, nach einem Gemälde von
Hans Suess von Kulmbach aus der
Sakristei der Frauenkirche in Krakau.
vor 1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Himmelfahrt der heiligen Katharina.
Pinsel- und Federzeichnung in Grau
u. Schwarz von Karl Ritter von Siegl,
signiert, nach einem Gemälde von
Hans Suess von Kulmbach aus der
Sakristei der Frauenkirche in Krakau.
vor 1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Reliquien der hl. Katharina befinden sich in der der Verklärung des Herrn geweihten Basilika des Katharinenklosters auf dem Sinai am Fuße des Dschebel Musa, an der Stelle ihres angeblichen Fundes im 8. (oder 10.) Jahrhundert.

Die heilige Katharina ist die Schutzpatronin des Kantons Wallis und seiner Hauptstadt Sion sowie der Städte Steinau an der Straße, Freiburg (Schweiz), Freistadt (Österreich), Ratingen (Rheinland), Kuldīga (Lettland) und Działdowo (Polen). Ihr Bild befindet sich auch in den Stadtwappen. Im Volksglauben ist sie Beschützerin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen, der Philosophen, Theologen, Gelehrten, Lehrer, Studenten, Anwälte und Notare sowie der Handwerksberufe Wagner, Müller, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Schuhmacher, Frisöre und Näher. Weiterhin schützt sie die Kirchengebäude, Universitäten und Hochschulen, Bibliotheken und Krankenhäuser. Schließlich wird ihr Beistand auch zum Schutz der Feldfrüchte, bei Migräne, bei Krankheiten der Zunge und bei der Auffindung Ertrunkener angerufen. Wegen ihrer Gelehrsamkeit wurde sie zur Patronin vieler katholischer Bildungseinrichtungen. So ist sie die Patronin der Katholischen Universität Eichstätt und der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In der frühen Neuzeit hatte sie das Patrozinium über die Jesuitengymnasien, wo die Figur der hl. Katharina gelegentlich auch Heldin in Aufführungen des Schultheaters war. Die hl. Katharina war über Jahrhunderte eine der beliebtesten Heiligen. Sie wurde seit der Zeit der Kreuzzüge verehrt. In der katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirche ist ihr Gedenktag am 25. November, in Regensburg auch der 5. Juli als Tag der Übertragung der Gebeine. Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts wurden von kirchlichen Würdenträgern mehrmals Anstrengungen unternommen, Katharina von Alexandrien aus dem Heiligenkalender streichen zu lassen. Aufgrund des möglicherweise legendären Charakters der Heiligen wurde sie 1969 aus dem Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen, 2002 jedoch wieder eingefügt. Außerdem wird sie im Martyrologium Romanum von 2004 am 25. November an erster Stelle aufgeführt.
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Pfarrkirche Waldzell,
Heilige Katharina, Figur um 1525 vom
ehemaligen Flügelaltar.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heilige Katharina von Alexandria.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Volksmund ist der Merkspruch überliefert: „Kathrein stellt den Tanz ein“. Der Gedenktag der hl. Katharina ist eines der letzten Heiligenfeste vor dem Advent. Der Advent dient (analog zur Fastenzeit vor Ostern) als Bußzeit und sogenannte geschlossene Zeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. In diesen geschlossenen Zeiten waren früher öffentliche Tanzveranstaltungen verboten.  Deshalb feierte man gerne vor dem Beginn des Advents den Kathreintanz.

Attribute der heiligen Katharina sind das Rad, das Buch, die Krone, der Palmzweig und das Schwert, wobei Palmzweig, Rad und Schwert Attribute des Martyriums, die Krone ein Attribut des Sieges über das Fleisch sowohl im Martyrium als auch in der gottgeweihten Jungfräulichkeit darstellen.

Für die Märtyrinnen und Nothelferinnen Margareta, Barbara und Katharina gibt es den folgenden Merkspruch:

Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.


Katharina von Alexandria wird in der neueren Zeit immer wieder mit der heiligen Katharina von Siena verwechselt. Die Verwechslung geschieht auch deswegen leicht, da Katharina von Siena ebenfalls eine heilige Jungfrau war.
Gebet zur Heiligen Katharina
Heilige Katharina, lehre uns begreifen, dass die demütige Hingabe an den Willen Gottes wichtiger sein kann als alles Forschen und Wissen in dieser Welt. Hilf uns, inmitten der vielfältigen Gefahren unserer Zeit stets das Wahre zu erkennen und Gott durch ein überzeugtes Leben aus dem Glauben in Treue zu dienen.
www.vierzehnheiligen.de/heilige-katharina
Ihr Gedenktag wird am 25. November gefeiert.
Sie wird außerdem als Patronin
des Lehrstandes, der Philosophen, Theologen, Rechtsgelehrten, Notare, Wissenschaftler, Politiker, der Buchdrucker, Friseure, Fuhrleute, Müller, Seiler, Töpfer, Wagner, Schuhmacher, Spinnerinnen, der Spitäler und Hospitäler; und als Nothelferin in vielen Ängsten verehrt.
.Attribute sind Krone, Buch, Schwert, (zerbrochenes) Rad.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Katharina_von_Alexandrien" der
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