Klarissen
Ordo Sanctae Clarae (auch Seraphischer Orden)
Ordenskürzel: OSC
Klarissen © www.kirche-in-not.de
Zwei Klarissenschwestern aus dem Kloster Elblag.
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Der Zweite Orden des hl. Franziskus, der Orden der Klarissen (auch Seraphischer Orden genannt, lateinisch Ordo Sanctae Clarae, Ordenskürzel OSC), wurde vom heiligen Franziskus und der heiligen Klara von Assisi (1193–1253) gegründet. Angezogen von der Predigt des heiligen Franziskus entschloss sich Klara von Favarone zu einem Leben in der Nachfolge Christi in evangelischer Armut.
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Klarissen in Casablanca.
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Die Klarissen leben als Mitglieder der Franziskanischen Orden (2. Orden) in Armut, und meist in strenger Klausur, Reformrichtungen sind die Alcantarinnen (Barfüßer, OSCDisc), Colettinnen (Arme Schwestern; Klarissen der hl. Colette, OSCCol) und Klarissen-Kapuzinerinnen (OSCCap), die Urbanistinnen (OSCUrb) betreiben auch Schulen und Pensionate. Klarissenklöster sind immer eigenständig organisiert, und von einer Abtissin geleitet, bilden aber zahlreiche Kooperationen. Insgesamt gibt es weltweit etwa 750 Klarissenklöster, mit rund 16.000 Schwestern (2003: 13.450 Klarissen, 2.250 Kapuzinerklarissen) in über 76 Ländern.
Klarissen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Klarissen beim Chorgesang.
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Klara war zu dem geworden, was ihr Leben ausmachte: zum Gebet. Celano schreibt: "Ständig beschäftigte ihre Seele sich mit heiligen Gebeten und göttlichen Lobpreisungen. Den glühenden Blick ihrer inneren Sehnsucht hatte sie schon fest auf das Licht hingerichtet, da sie den Bereich der wandelbaren irdischen Dinge überschritten hatte, öffnete sie ihr Herz um so weiterem Herrn der Gnaden....Nachdem jedoch die anderen Schwestern daran gingen, ihre müden Glieder auf hartem Lager neu zu stärken, harrte sie selbst, stets wachsam und unerschütterlich, im Gebet aus, damit sie heimlich den Inhalt des göttlichen Flüsterns erlausche." (Cel 19)
Gründung
Klara von Assisi © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Klara von Assisi © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klara von Assisi
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nachdem Klara sich in der Nacht zum Palmsonntag (18./19. März) 1212 in der Portiunculakapelle von Franziskus die Haare hatte abschneiden lassen und von ihm „mit einem ärmlichen Gewand“ bekleidet wurde, brachte Franziskus sie für kurze Zeit in zwei Konventen der Benediktinerinnen unter. Später fand sie bei der von Franziskus wiederhergestellten Kapelle San Damiano am Rande von Assisi Unterkunft. In der Zwischenzeit hatten sich ihr auch andere Frauen, unter anderem ihre jüngere Schwester Agnes, angeschlossen. Die Schwesterngemeinschaft wurde als „Damianitinnen“, „arme Frauen bei San Damiano“, schnell bekannt. Erst nach dem Tode Klaras im Jahre 1253 wurden sie als Klarissen bezeichnet.

Franziskus schrieb für die Gemeinschaft, deren Äbtissin Klara seit 1215 war, eine kurze Regel (Formula vitae), die strenge Klausur und vollkommene Armut nahezu ohne Besitz und Einkünfte verlangte. Klara wollte, wie Franziskus, an dieser evangelischen Armutsforderung festhalten. Rasch fand das Beispiel der Damianitinnen Nachahmung und führte so zu neuen Klostergründungen der Minoriten und Klarissen, später zur Gründung eines dritten Ordens.
San Damiano - Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Kirche und Kloster San Damiano bei Assisi.
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon
Kardinal Hugolin sah in diesen Klöstern ein Vorbild für die Reform anderer Frauenklöster, nahm sich ihrer an und schrieb eine eigene Regel, die sich an der Benediktsregel orientierte und die Damianitinnen in das traditionelle Mönchtum einordnete. In den meisten Klöstern, die nach dem Vorbild von San Damiano entstanden waren, wurde nach 1218 die Regel des Kardinal Hugolin eingeführt. Da Klara die franziskanische Armut von Hugolin aufgegeben und die unmittelbare Zuordnung zu den Minderbrüdern gefährdet sah, blieb sie selbst mit einigen wenigen Klöstern (darunter auch das von der sel. Agnes von Böhmen in Prag gegründete) bei der Formula vitae des Franziskus. 1228 gewährte Hugolin (jetzt Papst Gregor IX.) Klara das Armutsprivileg (Privilegium Paupertatis).
Klarissen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Klarissenkloster St. Jakob am Anger.
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1247 erhielten die Schwestern von Innozenz IV. eine neue Regel, die sich an die Regel des heiligen Franz von 1223 hielt und die Damianitinnen somit eindeutig den Franziskanern zuordnete, was ganz im Sinne Klaras war. Sie protestierte jedoch dagegen, dass Innozenz IV. den Klöstern feste Einkünfte und gemeinsamen Besitz zugestand, denn damit war das Armutsprivileg ausgeschaltet. Drei Jahre später wurde die Regel des Papstes dann wieder zurückgenommen, da sich auch die Franziskaner dagegen gewehrt hatten, weil sie in der seelsorgerlichen Betreuung und Leitung der Schwesterngemeinschaft eine zu große Last sahen.
Klara von Assisi © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Klara von Assisi © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klara von Assisi
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Klara begann dann eine eigene Regel zu verfassen und legte in ihrem "Testament" eindringlich ihren eigenen Bekehrungsweg und ihre franziskanische Christusnachfolge dar. 1253 wurde die Regel Klaras von Papst Innozenz IV. mit der Bestätigungsbulle Solet annuere bestätigt. Zwei Tage später, am 11. August, starb Klara. Diese Regel galt nur für das Kloster San Damiano, und so blieb in den übrigen franziskanischen Frauenklöstern Unsicherheit und Verschiedenheit. Um diesen Missstand endlich beseitigen zu können und um eine einheitliche Ordnung zu erreichen, veröffentlichte Papst Urban IV. im Jahre 1283 eine neue Regel; weithin nahm jene die Regel Papst Innozenz' IV. wieder auf und gestattete den Klöstern abermals gemeinsamen Besitz und feste Einkünfte zur Existenzsicherung. Das führte dazu, dass die Klöster die angestrebte Einheit nicht erreichten, da sie sich nun in zwei Gruppen teilten: Die eine folgte der Regel Klaras, die andere der Urbans IV. (Urbanistinnen).
Klarissen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Urkunde des Nürnberger Klarenklosters für den Reichsforstmeister Konrad Waldstromer
vom 28. August 1362 - Nürnberg, Staatsarchiv, Urkunden Nr. 1118.
Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern. Ausst.Kat. unter
Beteiligung von Jutta Frings, Jan Gerchow, Essen: Ruhrlandmuseum: "Die frühen Klöster
und Stifte, 500-1200", Bonn: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland:
"Die Zeit der Orden, 1200-1500", 19. März - 3. Juli 2005, München: Hirmer 2005.
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Generell befand man sich jedoch in einer Zeit der lebhaften religiösen Frauenbewegung, in der sich des Öfteren Frauen zu religiösen Gemeinschaften zusammenschlossen, und so hatte sich auch der Orden Klaras trotz der inneren Unsicherheit rasch ausgebreitet. Als die heilige Klara starb, gab es bereits 111 Klöster: 68 in Italien, 21 in Spanien, 14 in Frankreich, 8 im Heiligen Römischen Reich; gegen Ende des 14. Jahrhunderts waren es über 400 Klöster in Europa. Heute existieren weltweit rund 1.000 Klarissenklöster.
Klarissen von der Ewigen Anbetung
© Klarissen von der Ewigen Anbetung - www.klarissen.at
Monstranz
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„Unser Herr segne und behüte Dich!
Er zeige Dir Sein Angesicht und erbarme Sich Deiner!
Er wende Dir Sein Antlitz zu und
Schenke Dir den Frieden!"
(aus dem Segen der Hl. Klara)
Wir Klarissen von der Ewigen Anbetung sind ein Zweig am großen Baum des Klarissenordens. und sind hauptsächlich der eucharistischen Anbetung unseres Herrn Jesus Christus geweiht. Das erste Kloster unseres Ordens entstand in Paris am 8. Dezember 1854. Die Ewige Anbetung wurde am 2. August 1856 eingeführt. Eucharistische Anbetung im Geist der Danksagung war die besondere Eingebung unserer Gründerin, Mutter Maria Clara Bouillevaux (1820-1871). Die Begegnung Jesus mit den undankbaren Aussätzigen (Lk 17,11-19) bewog sie, das Ideal der immerwährenden Danksagung in unserem Orden zu errichten.
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Klarissin Veronika bei der Gartenarbeit; Klarissen Kloster Maria-Enzersdorf.
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben."
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1871 verließ Mutter Maria vom Kreuz Morawska Frankreich, um den Orden in ihre Heimat Polen zu verpflanzen. Von Lemberg (damals im österreichischen Galizien - jetzt in der Ukraine) brachte sie sieben Schwestern am 12. Juli 1898 nach Wien. Mit dieser Gründung sollte der Segen Gottes und die Barmherzigkeit Gottes auf Wien und ganz Österreich herabgefleht werden. In den Jahren 1909 bis 1911 wurde die Anbetungskirche errichtet. Am 26. Februar 1911 war die feierliche Konsekration. Nach einer ersten Blütezeit des Ordens konnten 1921 Schwestern nach Cleveland / USA zu einer Neugründung geschickt werden. 1925 gingen Schwestern von Wien nach Bautzen. Von Cleveland aus kamen Schwestern auch nach Indien und Bangladesh.
Klarissen-Anbetungskirche in Wien
© Klarissen von der Ewigen Anbetung - www.klarissen.at
Klarissen-Anbetungskirche in Wien.
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Die Klarissen-Anbetungskirche ist eine römisch-katholische Kirche im 5. Wiener Gemeindebezirk Margareten. Die Kirche wurde als einfache Neorenaissance-Saalkirche mit einer Giebelfassade im Verbund mit dem Anbetungskloster in der Straßenfront der Gartengasse 4 von 1909 bis 1911 nach den Plänen des Architekten Josef Schmalzhofer erbaut. Im Jahre 1939 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Die dreiachsige Hauptportalfassade mit einem rundbogigen Säulenportal hat Rundbogenfenster mit Dreieckgiebelverdachungen, darüber Oculi-Fenster und schließt oben mit einem mehrfach geschwungenen Hauptgiebel ab. Der Saalraum hat eine angekehlte Flachdecke, wo die Fenster und Blendfenster in die Kehle einschneiden. Der Triumphbogen hat, wie das Eingangsportal, eingestellte Säulen. Über der Vorhalle ist die Orgelempore auf toskanischen Säulen.
Klarissen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Klarissen - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Klarissen-Anbetungskirche in Wien.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Wandmalereien sind vom Maler Josef ler Josef Kastner der Jüngere aus 1912. Die Kreuzwegbilder malte von 1945 bis 1947 Josef Kugler. Die Orgel wurde 1957 von Josef Huber errichtet und verfügt über 12 Register auf zwei Manualen und Pedal. Auch das angrenzende Anbetungskloster ist dreigeschossig in Neorenaissanceformen gehalten.
Spiritualität
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Gebet vor dem Allerheiligsten.
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Als Klarissen von der Ewigen Anbetung leben wir nach der Regel der Hl. Klara von Assisi. Unsere Hauptaufgabe ist die immerwährende Anbetung unseres Herrn Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament. Im Namen der Kirche weihen wir uns dieser Aufgabe im Geiste der Danksagung. Neben der Hl. Messe und dem Breviergebet nimmt die Anbetung den ersten Rang ein. Jede Schwester hat täglich eine Stunde Anbetung, für die Nacht sind zwei Stunden vorgesehen. Auch alle körperliche und geistige Arbeit verrichten wir im Geiste der Anbetung. Die Klausur hilft uns, mit Maria immer beim Herrn zu sein und wie Franziskus und Klara unsere Herzen ganz Gott zu öffnen. So bemühen wir uns, ein Leben des Gebetes, der Danksagung und des Opfers zu führen.
Berufung
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Schwester Maria Rafaela
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Ich bin in einer Bauernfamilie aufgewachsen, wo der Glaube und die Liebe gelebt wurden. So habe ich mit meiner Schwester und meinen drei Brüdern schon von klein auf die Liebe Gottes und die Hilfe Mariens erfahren dürfen. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule habe ich in einer Klosterschule die dreijährige Fachschule für Frauenberufe abgeschlossen. Da konnte ich das gottgeweihte Leben der Schulschwestern beobachten und Jesus täglich in der Hauskapelle besuchen. Fünf Jahre arbeitete ich dann in der Rechtsanwaltskanzlei, wo ich einen starken Ruf Gottes spürte, alles zu verlassen und mein „JA" Jesus, meinem „einzigen Bräutigam", zu geben. Da mich die ewige Anbetung besonders angezogen hat, trat ich mit 24 Jahren bei den Klarissen der ewigen Anbetung ein, wo ich mit meinen Mitschwestern bei Tag und Nacht bei JESUS verweilen und mich in IHN dankend und anbetend versenken darf, stellvertretend für jeden einzelnen Menschen, für die ganze Kirche und für die ganze Welt - zur Freude Gottes und zum Segen für die Menschen.
klarissen.wordpress.com
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Klarissen" der
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