Klosteralltag
Leben im Kloster - Einst und jetzt
Klosteralltag © Franziskanerinnen von Sießen - www.klostersiessen.de
Mitglieder verschiedenster Ordensgemeinschaften in Freiburg.
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Eine Ordensgemeinschaft (auch Orden, von lat. ordo: Ordnung, Stand) ist eine durch eine Ordensregel verfasste Lebensgemeinschaft von Männern oder Frauen, die sich durch Ordensgelübde an ihre Lebensform binden und ein spirituelles Leben in Gemeinschaft führen, in der Regel in einem Kloster. Zum Lebensstil der Orden gehören unbedingt die Lebensgemeinschaft in einem Konvent oder Kloster, der Gehorsam gegenüber einem Oberen (je nach Tradition Abt, Prior, Superior, Guardian oder Minister genannt, bei Frauenorden Äbtissin, Priorin oder Oberin), die (teilweise öffentliche) Feier des Stundengebets, das Leben nach einer Ordensregel und die enge Verbindung von Gebet und Arbeit, sowie in der Regel eine Ordenstracht. Viele Orden sind schon im frühen bis hohen Mittelalter entstanden, wie beispielsweise die Benediktiner, die Prämonstratenser, der Deutsche Orden oder die Augustiner-Chorherren.
Klosteralltag © Ferdinand Kaineder / Ordensgemeinschaften Österreich
Ordensfrauen bei einer Tagungspause in Vöcklabruck.
© Ferdinand Kaineder / Ordensgemeinschaften Österreich
Eine Ordensschwester oder Ordensfrau ist ein weibliches Mitglied einer Ordensgemeinschaft. Die Ordensschwester weiht ihr Leben Gott und dem Dienst an den Menschen. Sie ist durch Gelübde oder Versprechen an Gott, die Kirche und ihre Gemeinschaft gebunden und dabei ihrer Oberin (beispielsweise einer Äbtissin oder Priorin) unterstellt. Ordensschwestern werden oft fälschlich generell als Nonnen bezeichnet. Nonnen sind jedoch nur die in Klausur lebenden, weiblichen Angehörigen monastischer Orden. Die männliche Entsprechung der Nonne ist der Mönch.
Klosteralltag © Vereinigung katholischer Orden zur Förderung internationaler Solidarität e.V.
"Töchter Mariens, Mutter der Barmherzigkeit" (Barmherzige Schwestern)
© Vereinigung katholischer Orden zur Förderung internationaler Solidarität e.V.
Ordensschwestern bzw. Nonnen gibt es in praktisch allen vorreformatorischen christlichen Kirchen. Nicht zu den Ordensschwestern gezählt werden die ohne Ordensgelübde auf Beginenhöfen lebenden Beginen und die evangelischen Diakonissen. Auch die Mitglieder katholischer Säkularinstitute werden nicht als Ordensfrauen oder -männer bezeichnet, obwohl auch sie häufig Gelübde oder Versprechen ablegen. Ordensfrauen bilden sie zusammen mit männlichen Religiosen, die nicht dem Klerus angehören, Eremiten, gottgeweihten Jungfrauen einen eigenen geistlichen Stand, der weder klerikalen noch laikalen Charakter besitzt: den Stand des geweihten Lebens (Vita consecrata = geweihtes Leben) Kirchenrechtlich gesehen sind sie in der lateinischen Kirche heute aber den Laien zuzurechnen.
Klosteralltag © Bistum Trier - cms.bistum-trier.de
Ordensschwestern und Ordensbruder.
© Bistum Trier - cms.bistum-trier.de
Ordensbrüder im weiteren Sinn sind die männlichen Mitglieder einer christlichen Ordensgemeinschaft (Ordensmänner). In vielen Männerorden werden jedoch nur solche Mitglieder als Brüder (lat. Fratres) bezeichnet, die nicht Priester sind (Laienbrüder), während die Kleriker als Patres bezeichnet werden. Andere Orden (etwa die franziskanischen Orden und andere Bettelorden) legen dagegen Wert darauf, dass alle männlichen Mitglieder (auch die Ordenspriester) sich als Bruder bezeichnen. Die Ordensmitglieder nennt man bei monastischen Männerorden auch Mönche, bei Kanonikerorden auch Chorherren.
Klosteralltag © Minoriten (OFM Conv.) in Österreich
Minoriten (OFM Conv.) beim Einkehrtag in Neunkirchen.
© Minoriten (OFM Conv.) in Österreich
In den meisten monastischen Männerorden hatten die als Konversen bezeichneten Laienbrüder bis zur Reform des römisch-katholischen Ordenslebens nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht die gleichen Rechte wie die Chormönche. Die Anrede eines Ordensbruders ist abhängig von der jeweiligen Haustradition des Klosters und lautet entweder Frater (Fr.), (fr.) oder Bruder (Br.). Für Priester und Diakone wird meist Pater (P.) verwendet. Die Chorherren eines Kanonikerordens werden auf Deutsch mit Herr und mitunter auch auf Latein mit Dominus angesprochen. Im Malteserorden ist zur Anrede der Professritter die italienische Kurzform Fra’ gebräuchlich.
Arbeits- und Tätigkeitsbereiche von Ordensschwestern
Wirtschaftskammer Österreich - Berufsinformation
Bilder:  Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Alltagsleben der  Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück.
© Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Ordensfrauen leben ein Leben, das durch Gebet und Arbeit geprägt ist, sie wollen Gott und den Menschen dienen. Es gibt Klöster, die ihre Aufmerksamkeit vor allem nach innen ausrichten: Gebet, Meditation, Stille prägen ihren Alltag. Andere Gemeinschaften sind durch den Dienst an den Menschen geprägt, oft in kirchlichen Institutionen und diakonischen Aufgaben. Gebet und Gottesdienst haben einen wichtigen Platz im Leben jeder Ordensgemeinschaft. Dazu kommen Aufgaben im Beruf und alltägliche Dienste in der Gemeinschaft. Je nach erlerntem Beruf ist eine Ordensfrau als LehrerIn, SeelsorgerIn, KrankenpflegerIn oder Köchin usw. tätig. Ein wichtiger Aspekt dieses Berufes ist die soziale Arbeit, die Ordensfrauen in den verschiedensten Bereichen verrichten. Sie arbeiten bei Pfarrgemeinden im Gemeindedienst und helfen Familien, kranken und alten Personen und Menschen in Not- und Krisensituationen. Im Bereich der Seelsorge betreuen sie Menschen in Krankenhäusern, Altenheimen, Haftanstalten und Jugendeinrichtungen und stehen ihnen als Gesprächs- und Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Alltagsleben der  Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück.
© Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Ordensfrauen arbeiten auch in karitativen Einrichtungen, Asylheimen und Sozialstationen. Weiters sind sie im Bereich der kirchlichen Erwachsenenbildung tätig, wo sie Seminare und Vorträge zu theologischen und sozialen Themen organisieren oder selbst halten. Als Lehrerinnen unterrichten sie an Schulen, als Missionarsschwestern sind sie im Ausland in Entwicklungsländern oder in Krisenregionen tätig und leisten dort einen wichtigen, mitunter unverzichtbaren Beitrag, indem sie z. B. Schulen, Krankenhäuser, Werkstätten aufbauen und leiten. Ordensfrauen leben in Klöstern bzw. in klosterähnlichen Gemeinschaften.
Klosteralltag © Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
Alltagsleben der  Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück.
© Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung zu Osnabrück e. V.
In klostereigenen Gewerbebetrieben, Werkstätten und Gärten führen Nonnen handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeiten aus und stellen verschiedene Produkte her (z. B. Salben, Marmeladen, Kräutermischungen), die zum Verkauf angeboten werden. In kunsthistorisch interessanten Klöstern werden Führungen für BesucherInnen abgehalten und Ausstellungen organisiert. Einige Klöster bieten auch Exerzitien, Einkehrtage, Gebets- und Besinnungsabende usw. an. Neben den für ihren Orden typischen Aufgaben führen die Ordensfrauen auch verschiedene wichtige Verwaltungs- und Organisationsaufgaben durch
 
Text auszugsweise aus
www.bic.at/berufsinformation_pdf
Tagesablauf der Mönche
Am Beispiel der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz
Klosteralltag © Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz.
© Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
5.15 Uhr Vigilien
6.00 Uhr Laudes
6.25 Uhr Konventmesse
An Sonn- und Feiertagen ist die Lateinische
Konventmesse erst um 9.30 Uhr
12.00 Uhr   Terz und Sext
12.55 Uhr   Non
18.00 Uhr   Gesungene Lateinische Vesper
19.45 Uhr   Komplet und Salve Regina
20.10 Uhr   Rosenkranz
vor dem Allerheiligsten in der Krankenkapelle
 Nach der Komplet herrscht im Kloster das "Silentium nocturnum", das nächtliche Stillschweigen, das erst wieder am nächsten Morgen bei den Vigilien mit dem Eröffnungsvers: "Domine, labia mea aperies, et os meum annuntiabit laudem tuam! - Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird Dein Lob verkünden!" beendet wird.
Morgenstund hat Gott im Mund!
Klosteralltag © Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz.
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Unser klösterliches Leben gestaltet sich im Rhythmus von Gebet und Arbeit. Unsere wichtigste Gebetsform ist das gemeinsame Chorgebet, das wir auch "Officium divinum" - "göttlichen Dienst" nennen, weil es unsere Hauptaufgabe ist. Dazu stehen wir schon vor 5 Uhr auf, denn wir kommen um 5.15 Uhr zum ersten Chorgebet in der Kirche zusammen. Dieses morgendliche Gebet sind die Vigilien (Tagwache) ab 5.15 und Laudes (Morgenlob) ab 6 Uhr. Anschließend um ca. 6.25 Uhr folgt die gemeinsam gefeierte Heilige Messe, das klösterliche Konventamt. Nach der Danksagung ist die Zeit frei für das Frühstück oder sonstige Erledigungen. Von 8 bis 12 Uhr gehen wir unserer Arbeit nach. Die Studenten besuchen dann ihre Vorlesungen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Um 12 Uhr ist das nächste Chorgebet. Gemeinsam beten wir die Terz und Sext in der Kirche, danach wird im Refektorium, das ist der Speisesaal, das Mittagessen gemeinsam eingenommen. Für den Tischdienst sind immer zwei Mitbrüder eingeteilt. Anschließend gehen wir in Prozession, den Psalm 50 rezitierend, zurück in die Kirche, um das Totengedenken zu halten und die Non zu beten. Weil der Psalm mit den Worten "Miserére mei Deus" - "Erbarme dich meiner, o Gott" beginnt, sprechen wir auch von "Miserereprozession". Danach haben wir Freizeit und können z. B. eine kleine Siesta halten. Meist beginnt dann aber irgendwer mit dem Rasenmähen, sodass man Mühe hat, Ruhe zu finden. Das sind die "kleinen" Opfer des Klosterlebens!
Der Nachmittag und Abend
Klosteralltag © Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz.
© Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
An Sonn- und Feiertagen gibt es freilich eine sogenannte "Rekreation", das ist ein Zusammensein mit Kaffee und Kuchen. Von 14 bis 18 Uhr gehen wir wieder unserer Arbeit nach. Um 18 Uhr feiern wir die Vesper, das abendliche Lobgebet der Kirche. Während wir an gewöhnlichen Tagen das Chorgebet am Morgen und zu Mittag auf einem Ton rezitieren, wird die tägliche Vesper immer gesungen. Danach gehen wir wieder in das Refektorium zum gemeinsamen Abendessen. Sodann ist wieder Freizeit. Es besteht jedoch die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Rekreation. Man sitzt beisammen und erzählt einander, was man während des Tages gemacht hat. Schließlich treffen wir uns um 19.50 Uhr im Lesegang des Kreuzganges, um einen Abschnitt aus unserer Ordensregel, der Regel des heiligen Benedikt, zu hören. Anschließend ziehen wir in die Kirche hinauf und singen die Komplet. Diese ist mit ca. 15 Minuten das kürzeste Gebet, sie schließt den Tag ab, wie ja ihr Name sagt. Die Komplet endet mit dem feierlichen Abendgruß an die Muttergottes, unsere Königin. Während des "Salve Regina" sind alle Lichter ausgeschaltet, nur der Baldachin mit dem Kreuz ist beleuchtet und zwei brennende Kerzen bezeichnen unsere brennenden Herzen. Während des Auszuges besprengt der Abt jeden einzelnen Mönch, der sich vor ihm verneigt, mit Weihwasser. Nach der Komplet herrscht im ganzen Kloster das nächtliche Schweigen, das die Benediktsregel sehr betont. Man kann sich gleich schlafen legen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, gemeinsam den Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der kleinen Krankenkapelle zu beten.
Gebet ist nicht nur Kultur der Seele, sondern heiliger Dienst!
Es fällt jedem Gast auf, dass wir in Heiligenkreuz das Chorgebet und die Heilige Messe in lateinischer Sprache feiern. Dies ist aber eigentlich selbstverständlich, denn es entspricht dem 2. Vatikanischen Konzil, welches wünscht, dass das Latein erhalten bleiben soll und die Landessprache zusätzlich erlaubt wird. Als Mönche, die in einer jahrhundertelangen bewährten Tradition des Gebetes stehen, verwenden wir zum Chorgebet und zur Eucharistiefeier den Gregorianischen Choral. Das Latein ist bei uns wirklich keine "Ideologie", sondern ein geliebtes Geschenk aus einer uralten Meditationsform! Jeden Tag werden die Heilige Messe, die Vesper und die Komplet in feierlicher Weise gesungen. Je nach dem liturgischen Rang eines Festes werden auch die andere Teile des Officiums gesungen, ansonsten nur rezitiert, das heißt auf einem gleich bleibenden Ton gebetet.
Persönliches Gebet und "Geistliche Lesung"
Klosteralltag © Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz.
© Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz - www.stift-heiligenkreuz.org
Natürlich muss der Mönch auch alle anderen Formen des privaten und stillen Gebets pflegen, vor allem auch die Geistliche Lesung, die seiner Seele die nötige Nahrung und Stärkung gibt. Diese "Lectio divina", was eigentlich "göttliche Lesung" bedeutet, wird von jedem Mönch zu einer von ihm selbst gewählten Zeit gehalten. Alle Elemente unseres klösterlichen Alltags, sei es das private oder das gemeinsame Gebet, die vielfältigen Arbeiten, die Geistliche Lesung, das Gemeinschaftsleben oder die Erholung hängen miteinander zusammen. Sie ergeben eine symphonische Lebensform, die uns Mönchen helfen soll, den Egoismus zu überwinden und frei zu werden für die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Und nicht zuletzt ist unser Leben für Gott ein Lobpreis an unseren Schöpfer und Erlöser, zu dem wir in Stellvertretung für alle anderen Menschen berufen worden sind.
Text und Bilder auszugsweise aus
www.stift-heiligenkreuz.org
Tagesablauf der Mönche im Mittelalter
Am Beispiel des Zisterzienserklosters Maulbronn
Klosteralltag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kloster Maulbronn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Tagesablauf der Mönche wurde durch die acht täglichen Andachten, die Horen, gegliedert, die der heilige Benedikt von Nursia den Mönchen vorschrieb.

Sie sollten mit Psalm 119 zu Gott sprechen:
„Ich lobe dich des Tags siebenmal und mitten in der Nacht stehe ich auf,
dir zu danken
."

Die Mönche schlafen angekleidet auf Strohsäcken, während die ganze Nacht über ein Licht brennt. Um 2 Uhr weckt der Subprior durch ein Glockenzeichen die Brüder zur Vigil. Sofort erheben sich alle, um zu dem von drei Kerzen erleuchteten Herrenchor zu schreiten. Auf Vaterunser und Glaubensbekenntnis folgen Psalmen und Lobgesänge, dann spricht der Abt den Segen. Nach einem Wechselgesang setzten sich die Mönche zum Anhören von Abschnitten aus der Bibel oder den Kirchenvätern. Nach der vierten Lektion wird das Gloria angestimmt, dann folgen wieder Psalmen, bis ein Spruchvers zum Schlussgebet überleitet. Diese Vigilie kann bis zu drei Stunden dauern. Wenn noch Zeit übrig bleibt, so haben sich die Mönche im Kapitelsaal mit Lesen zu beschäftigen.

Klosteralltag © Pressebilder Kloster Maulbronn - www.kloster-maulbronn.de
Kloster Maulbronn.
© Pressebilder Kloster Maulbronn - www.kloster-maulbronn.de
Bei Beginn der Morgendämmerung ruft die Glocke zur Mette, worin hauptsächlich Lobpsalmen gesungen werden. Dann tritt eine Pause ein. Unmittelbar nach Sonnenaufgang versammeln sich die Mönche zur Prim mit dem feierlichen Hochamt. Jetzt gehen die Mönche in den Kapitelsaal. Ein Priester liest eine kurze Predigt, dann ein Kapitel aus der Ordensregel. Danach werden die Namen derjenigen Mönche verlesen, die etwas zu büßen haben. Hierauf wird aller verstorbenen Brüder des Ordens und ihrer verstorbenen Verwandten gedacht. Endlich ergreift der Leitende das Wort und legt das verlesene Kapitel der Ordensregel aus. Dann geht er zur Abstrafung der Übertretungen über. Jeder Ordensbruder darf jeden anklagen. Dem Beschuldigten ist es aber verboten, am gleichen Tag mit einer Gegenanklage zu antworten. Hierauf werden die Geißelungen vollzogen. Der Büßer entkleidet sich bis zum Gürtel, und während er gepeitscht wird, ruft er: „Es ist meine Schuld, meine größte Schuld, ich will mich bessern!" Der Leitende bestimmt, wann es genug ist. Nun verneigen sich alle und entfernen sich. Nur wer beichten will, bleibt beim Prior zurück. Anschließend werden im Parlatorium die Weisungen zu den verschiedenen Tagesarbeiten erteilt, im Sommer ziehen viele Mönche aufs Feld, im Winter tritt dafür Hausarbeit oder das Lesen erbaulicher Schriften ein.
Klosteralltag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kloster Maulbronn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Genau zwischen Aufgang und Mittagsstand der Sonne ist die Terz, der vierte Gottesdienst. Wer keine Arbeit hat, beschäftigt sich mit Lesen frommer Bücher im Kreuzgang, bis zur Sext, dem Mittagsgottesdienst, an dem das Mittagessen im Herrenrefektorium anschließt. Die Ordensbrüder waschen sich an der Brunnenkapelle die Hände, dann tritt jeder still an seinen Platz. Der Prior läutet zu Beginn, bis der 51. Psalm in der Stille gebetet ist. Darauf spricht der ganze Chor „benedicite“, dann Halbchor gegen Halbchor das Gloria und Kyrie eleison; den Schluss bildet ein halblautes Vaterunser. Jetzt spricht der Wochenpriester: „Wir flehen, Herr, segne deine Gaben!“ Darauf bekreuzigen sich alle und nehmen Platz. Das Mittagessen besteht meistens aus Brei und Hülsenfrüchten, als Fleischspeisen sind nur Fisch und Geflügel gestattet. Außerdem erhält jeder Mönch täglich ein Pfund Schwarzbrot und einen halben Schoppen (0,27 Liter) Wein, der mit Wasser vermischt wird. Während des Essens ist Stillschweigen zu beachten. Gleichzeitig werden auf der Kanzel des Speisesaals Stücke aus der Bibel oder den Kirchenvätern, auch Teile einer Predigt vorgelesen. Wer spricht, dem wird der Wein bzw. das Essen weggenommen oder er wird körperlich gezüchtigt. Zum Schluss gibt der Prior ein Zeichen mit der Glocke, worauf sich alle erheben und gemeinsam einen Dankvers sprechen. Unter Absingen eines Psalms ziehen die Mönche paarweise zu einem Dankgebet in die Kirche.
Klosteralltag - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kloster Maulbronn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)

Nach Beendigung aller Zeremonien haben die Mönche eine kurze Bettruhe und ziehen in Reih und Glied zum Schlafsaal. Nach dem Zeichen zum Aufstehen eilen sie zur Brunnenkapelle, um sich die Augen auszuwaschen.

Genau in der Mitte zwischen Mittag und Sonnenuntergang ruft die Glocke zur Non, die wieder in der Kirche mit Gebet, Hymnen, Psalmen und Vorlesungen gefeiert wird. Im Sommer geht es nun wieder zum Refektorium, wo unter allerhand Zeremonien das Bibere eingenommen wird, etwas Wasser, in das jeder auch etwas von seinem Wein gießen konnte.

Nun folgen wieder einige Stunden Arbeit bis zur Vesper, dem Abendgottesdienst. An diesen vorletzten Gottesdienst schließt sich ein kaltes Abendbrot, dann die Abendlektion im Kreuzgang. Dabei wird aus den Lebensgeschichten der heiligen Väter vorgelesen, auch aus Cassians Gesprächen über das Klosterleben. Danach ziehen alle in die Kirche zur Schlussandacht des Tags, dem Komplet, welche die Zahl der Horen komplett macht. Zum Schluss wird jeder im Vorübergehen vom Abt (oder Prior) mit Weihwasser besprengt und geht in den Schlafsaal.

Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Klosteralltag_(Zisterzienser)" der
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