Ökumenisches Konzil
Konstantinopel © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Konstantinopel
Vue de la ville de Constantinople, Capitale de l'Empire Ottoman 1742.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ökumenische Konzilien (von griechisch Oikumene, „ganze bewohnte Erde“; und lateinisch concilium, „gemeinsame Beratung“) sind Versammlungen, auf denen Verantwortliche aus der christlichen Kirche der ganzen Welt zur Beratung und gemeinsamen Entscheidung bedeutsamer strittiger Fragen zusammenkommen. Deswegen erheben ökumenische Konzilien auch Anspruch auf weltweite Geltung ihrer Entscheidungen. In der Geschichte des 1. Jahrtausends ist der Begriff der Oikumene praktisch identisch mit Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika, wo ihre Entscheidungen als verbindliche Lehrnorm rezipiert wurden.

Biblisches Vorbild für die ökumenischen Konzilien wie für alle Konzilien ist das Apostelkonzil, auf dem im Jahr 49 oder 50 die bedeutendsten Vertreter der Heidenchristen und Judenchristen in Jerusalem zusammenkamen, um über den Verpflichtungsgrad verschiedener jüdischer Gesetze für alle Christen zu entscheiden. Historisch bezeichnet der Begriff nicht ein gemeinsames Konzil verschiedener Konfessionen im Sinne der ökumenischen Bewegung.
Konzilien der Alten Kirche
Als ökumenische Konzilien der Alten Kirche werden sieben allgemeine Bischofsversammlungen bezeichnet, die von 325 bis 787 stattfanden und heute von der katholischen Kirche, von den orthodoxen und in evangelischen Kirchen anerkannt werden:

Erstes Konzil von Nicäa (325),
Erstes Konzil von Konstantinopel (381),
Konzil von Ephesos (431),
Konzil von Chalcedon (451),
Zweites Konzil von Konstantinopel (553),
Drittes Konzil von Konstantinopel (680),
Zweites Konzil von Nicäa (787).


Die Apostolische Kirche des Ostens erkennt nur die beiden ersten, die altorientalischen Kirchen nur die ersten drei Konzilien als ökumenisch (und damit verbindlich) an. Im Protestantismus ist die Rezeption des Zweiten Nicänums teilweise umstritten. Die gesonderte Abgrenzung der ersten sieben ökumenischen Konzilien beruht darauf, dass diese in Katholizismus und Orthodoxie, den historischen Hauptströmungen, praktisch unumstritten waren. Spätere Konzilien, auch gemeinsam beschickte, erlangten jedoch aus inneren und äußeren Gründen nicht dieselbe Einhelligkeit in der Anerkennung.
Ökumenische Konzilien der katholischen Kirche
In der katholischen Kirchengeschichtsschreibung gelten seit Bellarmins Disputationes (1586) nach den sieben Konzilien der Alten Kirche (bis 787) noch 14 weitere Synoden trotz Abwesenheit von Vertretern der Ostkirche als „ökumenische Konzilien“. Deren Ökumenizität wird jedoch von anderen christlichen Kirchen in der Regel nicht anerkannt.

Die orthodoxen Kirchen hingegen haben im Bewusstsein des eigentlichen Oikumene-Begriffs darauf verzichtet, bei Abwesenheit der Westkirche ein Konzil ökumenisch zu nennen, wenn es auch im 2. Jahrtausend einige panorthodoxe Konzilien aller (in der jeweiligen Situation erreichbaren) orthodoxen Kirchen gab. Das bedeutendste Konzil dieser Art war das Konzil von Jerusalem von 1672.

Nach dem Verständnis der römisch-katholischen Kirche sind Konzilien Versammlungen im Heiligen Geist und werden als liturgische Feiern begangen. Nach geltendem Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici, Canones 222–229) haben die Bischöfe, die im Rahmen eines ökumenischen Konzils gemeinsam mit dem Papst einen Beschluss fassen, die höchste Lehrautorität in der Kirche und sind in diesem Beschluss unfehlbar. Dieser Unfehlbarkeitsanspruch ist nicht mit der bedeutend jüngeren Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit in Fragen der Glaubens- und Sittenlehre, wie sie im Rahmen des Ersten Vatikanischen Konzils (1869–1870) verkündet wurde, zu verwechseln.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Ökumenisches_Konzil" der
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