Kreuzerhöhung
14. September
Kreuzerhöhung - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kreuzerhöhung, Fresko von Piero della Francesca im Chor von San Francesco in Arezzo.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kreuzerhöhung ist der Name eines christlichen Festes, das im katholischen und orthodoxen liturgischen Kalender auf den 14. September fällt.

Der Ursprung dieses Festes verbindet sich mit der um 350/60 entstandenen Helena-, Kyriakos- oder Protonikelegende, der Wiederauffindung des Kreuzes Christi durch Kaiserin Helena im zeitlichen Zusammenhang mit dem Bau der Grabeskirche durch Konstantin. In diesem Zusammenhang wurde eine Kreuzesreliquie gezeigt, wie überhaupt um 350 Kreuzpartikel verbreitet waren. Von Jerusalem aus verbreitete sich die Kreuzverehrung, darunter auch der Brauch, Kreuzreliquien und Kreuzdarstellungen dem Volk zur Verehrung zu zeigen (sie zu „erhöhen“ = hochzuhalten), wie es bis heute in der katholischen Karfreitagsliturgie geschieht. Kaiser Konstantin ließ an dem Ort der Grabesauffindung eine große Kirche errichten, welche 335 eingeweiht wurde. Man stellte das Heilige Kreuz darin feierlich zur Verehrung aus:

„Die Weihe dieser heiligen Kirche wird mit größtem Aufwand gefeiert,
weil am selben Tage das Kreuz des Herrn gefunden wurde“
.

So wurde das Fest der Kreuzerhöhung nach der Heiligen Woche zum wichtigen Kirchenfest in Jerusalem. Im Jahre 614 fielen die Truppen des Perserkönigs Chosrau II. in Jerusalem ein. Das Kreuzholz in einem silbernen Kreuzreliquar – zwei andere Teile hatte Helena im Jahre 325 nach Rom und Konstantinopel gebracht – wurde mit Patriarch Zacharias in die Königsstadt Ktesiphon in der Nähe des heutigen Bagdad verschleppt. Das Kreuz wurde aber wenige Jahre darauf durch den Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios über die Perser zurückgewonnen.
Kreuzerhöhung © Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
Kirchenfenster.
© Pixabay - Lizenz: CC0 Public Domain
 628 brachte der Kaiser das Kreuz zunächst im Triumph in seine Hauptstadt Konstantinopel. Nach neueren Untersuchungen zog er am 21. März 630 mit glänzendem Gefolge nach Jerusalem, um dort die hochverehrte Reliquie wieder in die Grabeskirche hinter dem Golgotahügel zu bringen. Zum Andenken an dieses Ereignis sowie dem der Auffindung des heiligen Kreuzes durch Helena feiert die Kirche am 14. September das Fest der „Erhöhung des heiligen Kreuzes“. Der hl. Joseph von Antiochien schreibt 630 über die Rückführung des heiligen Kreuzes nach Jerusalem:

„Zunächst sah man den Triumphzug des Kaiser an die Tore der heiligen Stadt kommen. Der Kaiser trug den goldenen Schrein mit der Reliquie des Kreuzes persönlich an das Stadttor heran. Auf seinem Kopf trug er die Krone Ostroms, er trug mit Gold und Silber durchwirkten Ornat und war reicht mit Perlen geschmückt. Als er sich aber dem Tor näherte, schien ihn irgendetwas aufzuhalten. Er legte all seinen Schmuck und seine Krone ab und mit bloßen Füssen und nur einem leichten Leinengewand bekleidet setzte er seinen Weg fort und trug die Reliquie so in die Grabeskirche, wie dies einst auch Christus, unser Herr, getan hatte.“

Wenige Jahre später fiel Jerusalem nach der Belagerung im Jahre 637 an das neue Islamische Reich. Der Gedenktag an den Sieg über die Perser und an die Kreuzerhöhung blieb aber in Ostrom bestehen und seine dortige Rolle ist vielleicht mit heutigen Nationalfeiertagen zu vergleichen. Heute befinden sich die größten bekannten Kreuzreliquien im Vatikan, auf dem Berg Athos, in Brüssel, Venedig, Gent und Paris, sehr viele kleinere verteilt in Europa wie zum Beispiel im Benediktinerstift St. Paul in Kärnten. Ursprünglich war diese im berühmten Reichskreuz verwahrt, das dem Gegenkönig Heinrichs IV., Rudolf von Schwaben, als Reichskreuz diente. Heute befindet sich die große Kreuzpartikel in einem eigenen Reliquienkreuz, das mit Smaragden und Brillanten eingefasst ist und jährlich den Gläubigen am Karfreitag innerhalb der Liturgie zur Verehrung gezeigt wird. Die erste Tageslesung Num 21,4–10 EU verknüpft die Verehrung des Kreuzes mit der alttestamentlichen Erzählung von der Kupferschlange, die Mose während einer Schlangenplage anfertigen und an einer Stange aufhängen sollte. Der Aufblick zu ihr bewirkte Rettung.

Das Evangelium aus dem Nachtgespräch Jesu mit
Nikodemus (Johannes 3,13–17 EU) gibt dazu die Deutung:

„Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat“.

Die Präfation vom Tag stellt dem Kreuz Christi als Baum des Lebens typologisch den Baum des Sündenfalls gegenüber, von dem der Tod seinen Ausgang nahm:

„Du (Gott) hast das Heil der Welt auf das Holz des Kreuzes gegründet. Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben. Der Feind [= Schlange, Teufel], der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus.“


Die im Jahr 600 entstandenen Hymnen des Venantius Fortunatus in den Laudes und in der Vesper des Festes Kreuzerhöhung sind dieselben wie in der Karwoche: Vexilla regis (Der König siegt, sein Banner glänzt) bzw. Heilig Kreuz, du Baum der Treue. Da Kreuzerhöhung als Herrenfest in der liturgischen Rangordnung höherrangig ist als ein Sonntag im Jahreskreis, verdrängt es diesen in den Jahren, in denen es auf einen Sonntag fällt. Dem heiligen Kreuz geweihte Kirchen feiern am 14. September ihr Patrozinium, oft verbunden mit einer Prozession oder Wallfahrt, so in Ottbergen bei Hildesheim. Die wichtigste Kreuzkirche, eine der sieben römischen Pilgerkirchen, ist Santa Croce in Gerusalemme. Das Fest Kreuzerhöhung gehört zu den Eigenfesten des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Kreuzerhöhung" der
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