Kreuzzüge
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Barbarossa auf dem dritten Kreuzzug, lat. Manuskript, 15. Jahrhundert.
Venedig, Biblioteca Nazionale Marciana.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Kreuzzüge seitens des „christlichen Abendlandes“ waren strategisch, religiös und wirtschaftlich motivierte Kriege zwischen 1095/99 und dem 13. Jahrhundert. Im engeren Sinne werden unter den Kreuzzügen nur die in dieser Zeit geführten Orientkreuzzüge verstanden, die sich gegen die muslimischen Staaten im Nahen Osten richteten. Nach dem Ersten Kreuzzug wurde der Begriff „Kreuzzug“ auch auf andere militärische Aktionen ausgeweitet, deren Ziel nicht das Heilige Land war. In diesem erweiterten Sinne werden auch die Feldzüge gegen nicht christianisierte Völker wie Wenden, Finnen und Balten, gegen Ketzer wie die Albigenser und gegen die Ostkirche dazu gezählt. Vereinzelt wurde von den Päpsten sogar ein Kreuzzug gegen politische (christliche) Gegner ausgerufen.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Vie de Saint-Louis von Jean de Joinville: Einnahme von Damiette während
des Kreuzzuges. 14. Jahrhundert.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Nachdem ein Kreuzfahrerheer 1099 Jerusalem erobert hatte, wurden in der Levante insgesamt vier Kreuzfahrerstaaten gegründet. Infolge ihrer Bedrohung durch die muslimischen Anrainerstaaten wurden weitere Kreuzzüge durchgeführt, denen meistens kaum ein Erfolg beschieden war. Das Königreich Jerusalem erlitt 1187 in der Schlacht bei Hattin eine schwere Niederlage, auch Jerusalem ging wieder verloren. Mit Akkon fiel 1291 die letzte Kreuzfahrerfestung in Outremer.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Fall von Antioch unter Michael Bourtzes; 28 Oktober 969.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Seit dem 7. Jahrhundert fand die islamische Expansion statt: Die militärische, teilweise mit Übergriffen verbundene Unterwerfung und Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, in Nordafrika, Italien (Eroberung Sardiniens, der Einfall in Rom und die Zerstörung der Basilika St. Peter durch die Aghlabiden im Jahre 846) sowie (bis zur Rückeroberung im Rahmen der Reconquista) der Einfall in Spanien und Portugal. Seit 638 stand Jerusalem unter muslimischer Herrschaft. Von christlicher Seite wurde die Eroberung des Heiligen Landes und die Zurückdrängung der Sarazenen als Rückeroberung und als ein Akt der Verteidigung des Christentums betrachtet, welcher durch offiziellen Beistand und die Unterstützung der Kirche bekräftigt und angeführt wurde.
Kreuzzug © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lombarden auf dem ersten Kreuzzug
Zug durch das Gebirge. Illustration zur Verserzählung von Tommaso Grossi
"I Lombari alla prima crociata", Canto I°. Lithografie von Giuseppe Elena
nach einer Zeichnung von Francesco Hayez.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dem Ersten Kreuzzug war ein Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos um militärische Unterstützung gegen die Seldschuken vorausgegangen. Am 27. November 1095 rief Papst Urban II. die Christen auf der Synode von Clermont zum Kreuzzug in das „Heilige Land“ auf. Urban II. forderte, die dort ansässigen Muslime zu vertreiben und in Jerusalem die den Christen heiligen Stätten in Besitz zu nehmen. Mehr als acht Jahrzehnte waren vergangen, nachdem es in der Regierungszeit des fatimidischen Kalifen al-Hakim 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche gekommen war, eines der größten Heiligtümer des Christentums.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kreuzritter.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Kreuzzüge wurden nach kurzer Zeit auch zur Verwirklichung rein weltlicher Machtinteressen instrumentalisiert, insbesondere solcher, die gegen das Byzantinische Reich gerichtet waren. Schon bald wurde der Begriff Kreuzzug nicht nur auf Kriege gegen Muslime, sondern auch gegen von der römischen Kirche zu „Ketzern“ deklarierte Menschen (siehe Albigenser) ausgeweitet. Dieser Umstand gab dem Papsttum eine starke politische und militärische Waffe in die Hand.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Ludwig der Heilige bricht 1248 zum 6. Kreuzzug auf;
Französische Darstellung aus dem 14. Jahrhundert.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Trotzdem darf der religiöse Aspekt, besonders bei den Kreuzzügen in den Osten, nicht unterschätzt werden. So waren nach der Einnahme Jerusalems im Jahre 1099 die Gefallenen als Märtyrer gefeiert worden. Oft lagen die Interessen der kriegführenden Parteien und die der kämpfenden Truppen weit auseinander. Die beiderseitigen Machthaber verfolgten unter anderem machtpolitische Interessen. Die Kreuzfahrer selbst glaubten zumeist an einen ehrenvollen, ja heiligen Kampf für Kirche und Gott.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Oben: Jesus in Jerusalem, Zerstörung des Tempels.
Mitte: Enthauptung der Juden durch die Feinde des Herrn.
Unten: Kreuzfahrer erobern die Stadt und rächen die Kränkungen in Strömen von Blut.
Darstellung um 1200 in England begonnen, im 14. Jahrhundert in Spanien fertiggestellt.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Schon vor dem Aufruf zum Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems hatte die Kirche damit begonnen, Kriegszüge zu unterstützen. So wurden im Rahmen der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 geweihte Fahnen an den Kriegsherren übersandt, die ihn und sein Heer im Kampf stärken sollten. Auf den geweihten Fahnen war unter anderem auch der Erzengel Michael abgebildet, der Schutzpatron des römisch-deutschen Reiches und später Deutschlands. Auch der aragonesisch-französische Zug gegen das maurische Barbastro in Spanien im Jahr 1063, den Papst Alexander II. unterstützte, sowie die Kämpfe gegen die Araber auf Sizilien 1059, standen unter päpstlicher Patronage und sind als Vorläufer der Kreuzzüge anzusehen. Diese gelten im Allgemeinen als die ersten historischen Ereignisse, an welchen die katholische Kirche beginnt, Kriegszüge dogmatisch zu stärken und zu rechtfertigen.
Kreuzzug - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Kreuzritter in einem Gefecht vor den Mauern Antiochias im Zuge der Belagerung
der Stadt in den Jahren 1097 und 1098.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Aufbauend auf den Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. auf der Synode von Clermont im Jahr 1095 (begleitet von dem Zuruf „Deus lo vult“ - Gott will es) waren viele Kreuzfahrer überzeugt, durch die Vertreibung der Muslime aus dem Heiligen Land Gottes Willen zu erfüllen und die Erlassung all ihrer Sünden zu erreichen. Dies muss vor dem Hintergrund christlicher Berichte und Gerüchte über Gräueltaten der islamischen Machthaber gegen die christliche Bevölkerung des Heiligen Landes gesehen werden und der Verwüstung christlicher Stätten, beispielsweise der Grabeskirche 1009 in Jerusalem. In Konkurrenz mit wirtschaftlichen Interessen traten die religiösen Motive im Laufe der Zeit teilweise in den Hintergrund - besonders deutlich wird das bei der Eroberung und Plünderung der christlichen Stadt Konstantinopel im Vierten Kreuzzug. Bezüglich der Kreuzzüge in den Orient verschwanden sie jedoch nie ganz, sie hatten auch großen Einfluss auf die christliche Bevölkerung in Europa. Besonders unter den nicht-adeligen Kreuzfahrern war die Religion ein wichtiges Motiv.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Kreuzzug" der
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