Seeschlacht von Lepanto
7. Oktober 1571
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto 1571. Öl auf Leinwand.
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Der Sieg der christlichen Flotte über die Türken bin der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 wurde der Fürsprache der Gottesmutter zugeschrieben. Weil Rosenkranz-Bruderschaften am Tag der Schlacht um den Sieg gebetet hatten, ordnete Papst Pius V. für den Jahrestag am 7.10.1572 ein Marienfest an. Sein Nachfolger, Papst Gregor XIII., gestattete am ersten Sonntag im Oktober ein "Fest des hl. Rosenkranzes" für alle Kirchen, die einen Rosenkranzaltar hatten.
Im Jahr 1212 sah der heilige Dominikus während seines Aufenthalts in Toledo die Gottesmutter Maria, die ihm den Rosenkranz übergab. Er erkannte darin die Antwort auf seine Gebete, mit denen er sich auch an die allreinste Jungfrau um Hilfe gewandt hatte, um zu erfahren, wie er die Häresie der Albigenser bekämpfen solle. So wurde der Heilige Rosenkranz zur weitverbreitetsten Andacht gegen die Häresie und zur entscheidenden Waffe, um die angreifenden Moslems bei Lepanto zu besiegen. Wie bereits die Schlacht von Tours und Poitiers im Oktober 732 und später jene von Wien im September 1683 sollte die Schlacht von Lepanto entscheidend sein, um den Eroberungszug der Moslems nach Europa zu stoppen. Alle drei Siege wurden neben der Tapferkeit der christlichen Soldaten unter dem Kommando von Karl Martell, Johann von Österreich und Ernst Rüdiger von Starhemberg auch und vor allem göttlichem Beistand zugeschrieben. Die Heilige Liga von 1571 wurde am 20. Mai 1571 in Rom zwischen Papst Pius V., Spanien, Venedig und Genua geschlossen, um die osmanische Übermacht im Mittelmeer und deren Expansionsstreben zu brechen. Außerdem gehörten die Herzogtümer Savoyen, Florenz, Parma und Urbino sowie die Malteserritter dazu.
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Venedig um 1610.
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Sowohl das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als auch Frankreich und Portugal zeigten kein Interesse an diesem Bündnis. Das Reich zog es vor, seinen Separatfrieden mit dem Osmanischen Reich beizubehalten, Frankreich bevorzugte seine aktive Allianz mit dem Sultan gegen Spanien und Portugal war zu sehr mit seinem eigenen Feldzug in Marokko befasst. Außerdem konnten die Portugiesen keine weiteren Kräfte für eine weitere Kampagne im Mittelmeer aufbringen, da sie sich schon aktiv mit den Osmanen im Roten Meer und im Persischen Golf auseinandersetzten.
 
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Pius V. war von seiner Wahl am 7. Januar 1566 bis zu seinem Todestag 1572 Papst.
Rechts in einer Darstellung von El Greco.
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Ursprünglich sollte die Flotte der Liga Entsatztruppen zum damals venetianischen Zypern bringen, da dieses unter Lala Mustafa im August 1571 erobert wurde (siehe auch Zyperns Eroberung durch die Osmanen). Aus mancherlei Gründen - nicht zuletzt wegen gravierender Meinungsverschiedenheiten unter den Befehlshabern der verschiedenen Kontingente - kam es nicht dazu. Stattdessen, und auch, weil starke osmanische Marineeinheiten im Ionischen und Tyrrhenischen Meer operierten, sammelten sich die Schiffe der Liga letztlich in Messina, von wo aus sie dann an die Adriatische Ostküste segelten.
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Die Standarte der Heiligen Liga 1571.
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Am 7. Oktober 1571 kam es daraufhin zur Seeschlacht von Lepanto südlich der kleinen griechischen Insel Oxia, in der die Flotte der Liga unter dem Oberbefehl von Don Juan de Austria die osmanische Flotte unter Ali Pascha vernichtend schlug. Nachdem Venedig 1573 einen Separatfrieden mit Konstantinopel schloss und darin den Verlust Zyperns formell anerkannte, wurde die Liga aufgelöst.
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Die Helden von Lepanto
(von links: Don Juan de Austria, Marcantonio Colonna, Sebastiano Venier)
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Don Juan de Austria (Ritter Johann von Österreich; * 24. Februar 1547 in Regensburg; † 1. Oktober 1578 in Bouge, Teil des heutigen Namur) war Befehlshaber der spanischen Flotte und Statthalter der habsburgischen Niederlande. Er war der außereheliche Sohn Kaiser Karls V. und der bürgerlichen Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg. Don Juan de Austria wuchs ohne die Kenntnis seiner tatsächlichen Abstammung auf. Auf Geheimbefehl seines Vaters wurde er im Alter von drei Jahren von der Mutter getrennt und unter dem Namen Gerónimo nach Spanien gebracht. Karl V. bestimmte seinen Violinspieler Franz Massy und dessen Gattin Anna de Medina zu Pflegeeltern des Jungen, welcher ihnen von Karls Kammerdiener und Vertrauten Adrian de Bues (= Adrian du Bois) als dessen Sohn anvertraut wurde. Ab 1554 lebte er bei Adrian du Bois und dessen Gattin Magdalena de Ulloa, lernte lesen und schreiben und erhielt eine standesgemäße Ausbildung. Sein Vater offenbarte sich bis zu seinem Tod nicht dem Sohn, obwohl er ihn mindestens einmal persönlich getroffen hat, erkannte ihn aber in seinem Testament als leibliches Kind an.
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Juan de Austria (links mit Heerpauke).
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Seinen Wunsch, im Jahr 1565 an der Verteidigung von Malta gegen die türkische Belagerung teilzunehmen, lehnte König Philipp II. ab. Er ernannte Juan aber 1568 zum Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte. Von 1569 bis 1571 leitete Juan de Austria den blutigen Kampf gegen die aufständischen Mauren in den andalusischen Alpujarras. Wegen der wachsenden Türkengefahr im Mittelmeer – das Osmanische Reich eroberte gerade das venezianische Zypern – wurde im Vatikan die Heilige Liga gegründet. Auf Veranlassung von Papst Pius V. wurde der junge Don Juan de Austria 1571 als Generalkapitän der Meere zum Oberbefehlshaber der Flotte ernannt, in deren Reihen sich auch der berühmte genuesische Admiral Giovanni Andrea Doria (der Adoptivsohn von Andrea Doria) befand, der sich nur schwer dem Befehl des wesentlich jüngeren Kaisersohnes unterstellen wollte.
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Sarkophag des Juan d'Austrias in der Gruft des Königlichen Palastes El Escorial, Spanien.
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Juan de Austria führte die Flotte der Heiligen Liga (Schiffe aus Spanien, Venedig, Savoyen, Genua, Malta, Toskana und päpstliche Schiffe) am 7. Oktober 1571 siegreich in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen, nachdem es in den Wochen vorher ein dauerndes Belauern der feindlichen Flotten gegeben hatte. Diese Seeschlacht ist die letzte Seeschlacht, die mit Galeeren ausgetragen worden ist. Nach seinem Sieg kehrte er im Triumph nach Messina zurück und ging anschließend nach Neapel. Seinen Anteil an der Kriegsbeute überließ er den Verwundeten, zu denen auch der große spanische Dichter Miguel de Cervantes gehörte, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor. Nach seinem Sieg bei Lepanto gedachten ihn die Päpste Pius V. und Gregor XIII. mit einem Königreich zu belohnen.
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Die "Real" das Flaggschiff von Don Juan de Austria. Nachbau der Real im  Museu Marítim
in Barcelona anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971.
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Die Real war das in den Drassanes Reials de Barcelona erbaute Flaggschiff von Don Juan de Austria in der Seeschlacht von Lepanto 1571, der größten Galeerenschlacht der Weltgeschichte, in der die Flotte der vereinten christlichen Mittelmeermächte, der sogenannten Heiligen Liga, eine osmanische Flotte vernichtend schlug. Die Real und die Galeere Sultana, das Flaggschiff des türkischen Oberbefehlshabers Ali Pascha, waren schon bald nach Beginn der Schlacht in direkten Bord-an-Bord Kampf miteinander verwickelt.
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Die "Real" das Flaggschiff von Don Juan de Austria. Nachbau der Real im  Museu Marítim
in Barcelona anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971.
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Dabei fiel Ali Pascha, von Musketenkugeln getroffen, verwundet auf Deck und wurde von einem spanischen Söldner enthauptet. Sein Kopf wurde auf einem Spieß zu Schau gestellt, was der Moral der osmanischen Kämpfer nicht förderlich war. Die Real erbeutete die große Flagge der Kalifen und wurde zum Symbol des Sieges von Lepanto. Anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971 wurde die Real im Museu Marítim von Barcelona originalgetreu nachgebaut und ist dort seitdem ausgestellt.
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Die "Real" das Flaggschiff von Don Juan de Austria. Nachbau der Real im  Museu Marítim
in Barcelona anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971.
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Das Schiff war 60 m lang und 6,2 m breit, hatte 2,1 m Tiefgang und zwei Masten, und wog leer 237 Tonnen. Es wurde von 290 Ruderern bewegt und hatte in der Schlacht von Lepanto etwa 400 Seeleute und Soldaten an Bord. Während der Schlacht waren 50 Mann auf der oberen Plattform des Vorderdecks postiert, 50 auf der Mittschiffsrampe, jeweils 50 entlang beiden Seiten am Bug, 50 auf der Bootsplattform, 50 auf der Herdplattform, 50 an den Heckseiten, und noch einmal 50 auf der Heckplattform.
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Die "Real" das Flaggschiff von Don Juan de Austria. Nachbau der Real im  Museu Marítim
in Barcelona anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971.
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Um das riesige Schiff in der Schlachtordnung zu halten und beim Manövrieren zu unterstützen, wurde es zusätzlich von zwei anderen Galeeren geschoben. (Das ermöglichte es, auf der Real eine Zahl von Ruderbänken im Vorschiff mit Planken abzudecken, auf denen kämpfende Soldaten postiert waren.) Die Aufbauten waren prächtig verziert, und das ganze Schiff war in den spanischen Farben Rot und Gold gehalten. An der Seite des Admiralsschiffs Real segelten die Schiffe der Kommandanten der vereinten Flotten: Admiral Sebastiano Venier der venezianischen Flotte und späterer Doge von Venedig; Kapitän-General Marcatonio Colonna der päpstlichen Flotte; Kapitän-General Ettore Spinola der genuesischen Flotte; Admiral Andrea Provana di Leinì der piemontesischen Flotte und das Flaggschiff Vittoria des Priors Piero Giustiniani, Kapitän-General des Malteser Ritterordens. Insgesamt entsandte die Heilige Liga sechs Galeassen und 204 Galeeren. An Bord befanden sich 36.000 Kämpfer. Hinzu kamen etwa 30.000 Galeerenruderer.
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Das Aufeinandertreffen der beiden Flotten in Schlachtordnung.
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Die Seeschlacht von Lepanto fand am 7. Oktober 1571 im Ionischen Meer vor dem Eingang zum Golf von Patras bei Lepanto (gr. Nafpaktos) im heutigen Griechenland statt. Die christlichen Mittelmeermächte, organisiert unter Papst Pius V., mit Spanien an der Spitze, errangen hier einen überraschenden Sieg über das Osmanische Reich. Oberbefehlshaber auf der Seite der Heiligen Liga von 1571 war Don Juan de Austria, auf osmanischer Seite Kaptan-ı Derya Ali Pascha, der in der Schlacht fiel. Sie ist die Seeschlacht mit den meisten an einem Tag Gefallenen.
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Das Aufeinandertreffen der beiden Flotten in Schlachtordnung.
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Die Seeschlacht in der Meerenge von Lepanto fand im Rahmen des Krieges um Zypern statt. Die christliche Insel, seit 1489 unter venezianischer Herrschaft, war 1570/1571 von den Osmanen erobert worden. Am längsten konnte das befestigte Famagusta, das griechische Ammóchostos den osmanischen Angreifern standhalten. Nach langer Belagerung mußte die Stadt kapitulieren. Die Osmanen sicherten den Verteidigern und den Bewohnern der Stadt Unversehrtheit zu. Am 4. August 1571 wurde die Stadt unter diesen Bedingungen übergeben. Am 5. August brachen die Osmanen jedoch die Vereinbarung und richteten ein Blutbad an. Alle Christen wurden in einem Massaker niedergemetzelt und die Stadt zerstört.
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Die mächtigen Befestigungsanlagen in Ammóchostos (Famagusta),
im Bild links die San Luca-Bastion, im Hintergrund rechts die Ruine der Karmeliter-Kirche.
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Famagusta, griechisch Ammóchostos (Αμμόχωστος), ist eine Hafenstadt an der Ostküste Zyperns. Der Aufschwung zur reichsten Stadt des östlichen Mittelmeeres setzte im 13. Jahrhundert ein, nachdem der fränkische Kreuzritter Guido von Lusignan aus dem Haus Lusignan, bis 1192 König von Jerusalem, im Dritten Kreuzzug vom englischen König Richard Löwenherz 1192 die Insel Zypern gekauft hatte. Nach Guidos Tod im Jahre 1194 übernahm dessen älterer Bruder Amalrich II. die Herrschaft. Die neue römisch-katholische Hierarchie verdrängte die griechisch-orthodoxe Kirche, Famagusta wurde katholischer Bischofssitz. 1291, nach dem Fall von Akkon, siedelten sich Adlige, Ritter, Kaufleute und Kleriker aus Palästina auf der Insel an.
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Der Wohnturm (Othello-Turm) der Zitadelle am Hafen in Famagusta (Ammóchostos).
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Die Stadt galt im Mittelmeer als östlichster Außenposten der römischen Kirche. Sie erlebte als Handelszentrum mit Verbindungen zu den Häfen des Nahen Ostens und Italiens eine bedeutende wirtschaftliche, kulturelle und bauliche Entwicklung. Im 14. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl auf 40.000 an. Den Wohlstand der Kaufleute zu wahren erforderte die Anlage von Befestigungsanlagen. Unter Heinrich II. entstanden diese Festungsbauten: die Zitadelle am Hafen als Wehr- und Wohnturm (Othello-Turm), in dem sich die Ereignisse abgespielt haben sollen, die dem Drama von Shakespeare zu Grunde liegen, und die mächtige Stadtbefestigung mit zahlreichen Türmen und Toren.
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Zerstörte St. Peter & Paul-Kirche (1360) in Famagusta (Ammóchostos).
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Unter venezianischer Herrschaft gelangte Ammochostos noch einmal zu kurzer Blüte. Angesichts der osmanischen Bedrohung wurden 1491 bis 1567 die Befestigungsanlagen im Renaissance-Stil umgestaltet und verstärkt: die etwa 3,5 km lange Stadtmauer wurde auf 17 m erhöht und bis auf 9 m verbreitert, es wurde ein breiter Wallgraben angelegt, den Bastionen Rivettina/Limassol-Tor und Martinengo wurden 1544 bis 1567 eindrucksvolle Ravelins vorgesetzt, das See-Tor wurde prunkvoll umgestaltet, die Zitadelle 1552 bis 1554 vergrößert und 1552 ein Gouverneurs-Palast errichtet. 1570 stand das Heer der Osmanen unter General Lala Mustafa Pascha vor der Stadt. Nach elfmonatiger Belagerung mussten sich die letzten 500 Verteidiger am 1. August 1571 der Übermacht ergeben. Die im Kampf kaum beschädigte Stadt wurde von den Eroberern nachträglich zerstört, Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt, so unter anderem die St. Nikolaos-Kathedrale in die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee, andere Kirchen als Lagerhallen genutzt.
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Das Aufeinandertreffen der beiden Flotten in Schlachtordnung.
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Vor dem Auslaufen der Flotte der Heiligen Liga segnete der heilige Papst Pius V. die Standarte, die auf rotem Grund das Kruzifix zwischen den Aposteln Petrus und Paulus zeigte und das vom Motto Kaiser Konstantins des Großen überragt war: In hoc signo vinces. Nur dieses Symbol sollte zusammen mit einer Flagge mit der Darstellung der Gottesmutter Maria und der Aufschrift S. Maria succurre miseris auf dem Flaggschiff der Liga, der Galeere La Real (Die Königliche) gehißt werden.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Die Schlacht wurde südlich der ehemaligen Insel Koutsilaris vor dem Eingang zum Golf von Patras ausgetragen. Vor der Schlacht formierten sich die Schiffe der Heiligen Liga bei der kleinen Insel Oxia, um von dort die gegnerische Flotte in einem strategischen Verbund anzugreifen. Es war der 7. Oktober 1571, als die moslemische Flotte des Osmanischen Reiches vor der Küste des Peloponnes auf die christliche Flotte der Heiligen Liga stieß, die zur Hilfe für das bedrängte Zypern gebildet, aber mangels Koordination und Entschlossenheit den Fall der Insel nicht verhindern konnte. Die Schreckensmeldungen aus Zypern führten schließlich doch zum Handeln.
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Das Flaggschiff des türkischen Oberbefehlshaber Kaptan-ı Derya Ali Pascha.
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Die Heilige Liga versammelte die Seestreitkräfte der Republik Venedig, des habsburgischen Spaniens mit den Königreichen Neapel und Sizilien, des Kirchenstaates, der Seerepublik Genua, des Malteser Ritterordens, des Herzogtums Savoyen, des Großherzogtums Toskana und des Herzogtums Urbino unter der päpstlichen Fahne. Zum christlichen Bündnis gehörte auch die Republik Lucca, die zwar über keine Schiffe verfügte, aber mit Waffen und Geld die Genueser Flotte unterstützte.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Don Juan de Austria, auf der Galeere La Real („Die Königliche“), führte 206 Galeeren in die Schlacht. Ihm unterstanden 40.000 Matrosen und Ruderer sowie 28.000 Soldaten. Die meisten Galeeren verfügten über eine große Kanone am Bug und vier kleinere, flankierende Geschütze. Die Flotte des Sultans war noch größer: Insgesamt zählte sie 208 Galeeren mit Kanonen sowie weitere 120, zumeist kleinere Schiffe.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Don Juan hatte sich für eine mehrere Kilometer breite Schlachtlinie aus vier Geschwadern entschieden. Neben einem Zentrum bestand sie aus zwei wendigen Flügeln. Dahinter hatte er ein viertes Geschwader, bestehend aus 38 Galeeren, als Reserve platziert. Die Front war somit in ihrer Gesamtheit in drei Hauptabschnitte aufgeteilt: einen südlichen, einen mittleren sowie einen nördlichen Abschnitt.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Die sechs großen venezianischen Galeassen wurden im Norden und in der Mitte eingesetzt. Sie waren ein wichtiger Grund für den Sieg der Heiligen Liga, da sie mit ihren Kanonen Geschosse größeren Kalibers abfeuern konnten und wegen der hohen Bordwand nur äußerst schwer zu entern und zu kapern waren. Bestückt waren sie nicht nur am Bug mit neun größeren Kanonen, sondern - im Gegensatz zu den Galeeren - auch mit Geschützen an den Schiffsseiten. Dadurch waren sie im Nahkampf fähig, auch Schiffe, die zum Entern längsseits gingen, zu beschießen. Nur die Admiralsbeflaggung war auf den christlichen Schiffen zu sehen, als sich beim ersten Sichten der türkischen Flotte die christlichen Soldaten auf den Decks der Schiffe versammelten und gemeinsam beteten. Während die Soldaten für Christus, für die Kirche und das Vaterland fielen, wurde der Rosenkranz gebetet. Die Galeerengefangenen ruderten im Gebetsrhythmus der Geheimnisse des Rosenkranzes.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Ali Pascha, der Oberbefehlshaber der Türken, hatte seine Schiffe ebenfalls in drei Geschwader und eine Reserveeinheit aufgeteilt. Seine Schlachtreihe war mehr als 1000 Meter länger als die der Christen. Das Zentrum befehligt Ali Pascha selbst, ebenso wie Don Juan de Austria das der Heiligen Liga. Um 9.30 Uhr, nach dem Gottesdienst für die Flotte, ließ Don Juan an Bord seines Flaggschiffes Real eine Signalkanone abfeuern. Ali Pascha antwortete von Bord seines Flaggschiffes Sultana in gleicher Weise. Daraufhin begann die Schlacht.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Um 10.00 Uhr kam leichter Westwind auf, und beide Nordflügel bewegten sich vorwärts. Um 10.20 Uhr bezogen zwei Galeassen vor dem zentralen christlichen Geschwader Stellung. Um 10.30 Uhr eröffneten zwei weitere venezianische Galeassen, vor dem Nordflügel liegend, das Feuer. Bereits mit dem dritten Schuss versenkten sie eine türkische Galeere. Die Feuerkraft der Galeassen schlug tiefe Breschen in die feindliche Schlachtordnung. Im Zentrum und besonders am Nordflügel kamen viele türkische Galeeren vom Kurs ab, ihre Ruderer waren entweder verwundet oder tot.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Um 10.40 Uhr prallten die Geschwader am Nordflügel aufeinander und die Galeeren verhakten sich ineinander. Am Nordflügel der christlichen Flotte führte der venezianische Admiral Antonio Barbarigo das Kommando. Die meisten christlichen Soldaten waren mit Arkebusen bewaffnet, schweren Schusswaffen, deren Bleikugeln sogar starke Rüstungen durchschlagen konnten. Die meisten türkischen Soldaten kämpften hingegen noch mit Pfeil und Bogen. Da der enge Golf keinen Platz für raumgreifende Manöver ließ, wurde im Grunde ohne Strategie oder Taktik im Nahkampf, Schiff gegen Schiff und Mann gegen Mann, gekämpft.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto.
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Um 11.00 Uhr kreisten fünf türkische Galeeren das venezianische Flaggschiff ein, und türkische Soldaten enterten das Flaggschiff der Republik San Marco. Admiral Agostino Barbarigo, der das Visier seines Helms geöffnet hatte, um sich besser Gehör zu verschaffen, wurde, von einem türkischen Pfeil ins rechte Auge getroffen, tödlich verletzt. Als sie den feindlichen Befehlshaber fallen sahen, verstärkten die Türken ihren Sturm auf die Galeere. Nur mit größter Mühe konnten die Venezianer ihr Schiff halten, bis ihnen eine Galeere aus dem Reservegeschwader zu Hilfe kam. Entlang der gesamten Schlachtlinie tobte der Kampf erbittert weiter, bis es der Liga nach und nach gelang, die türkischen Galeeren gegen die nahen Klippen zu drängen. Viele Türken sprangen daraufhin von Bord und versuchten, schwimmend das Land zu erreichen.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto.
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Zur gleichen Zeit befahl Ali Pascha, mit der Sultana direkten Kurs auf Don Juans Flaggschiff La Real zu nehmen. Innerhalb kürzester Zeit drängten sich in diesem Treffen über 30 Galeeren auf engstem Raum aneinander. Die Elitekrieger des Sultans, die Janitscharen, kämpften an vorderster Front gegen die Leibtruppen Don Juans. Don Juan selbst wurde bei der Abwehr der Entertruppen am Bein verletzt. Seine Leibwachen zogen ihn aus dem Kampfgetümmel und brachten ihn in Sicherheit. Der venezianische Vizekommandeur, Sebastiano Venier, selbst erst kurz zuvor von Don Juan de Austria degradiert, eilte dem Oberkommandierenden zu Hilfe. Hunderte Kämpfer waren nun in einen blutigen Nahkampf verwickelt. Den Spaniern gelang es, die Türken zurückzudrängen. Sogar Rudersklaven sollen freigelassen und bewaffnet worden sein, um beim Angriff der Türken das Schiff zu halten.
 
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto, im linken Bild Kaptan-ı Derya Ali Pascha,
der Oberbefehlshaber der Osmannischen Flotte.
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Erste Truppen enterten nun ihrerseits die Sultana. Ali Pascha wurde von einer Kugel in die Stirn getroffen. Daraufhin erlahmte der Widerstandswille seiner Truppen, und die Sultana wurde erobert. Ali Paschas Kopf wurde abgeschlagen und weithin sichtbar hochgehalten. Ein Geschwader vom türkischen Südflügel versuchte noch, dem Zentrum zur Hilfe zu kommen, aber es war zu spät. Um 13.20 Uhr waren im Zentrum der Schlachtlinie alle türkischen Galeeren erobert oder versenkt worden, und unzählige Soldaten des Sultans waren gefallen.
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Die Seeschlacht von Lepanto.
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Am Südflügel hatte sich die Lage zwischenzeitlich zum Vorteil der Türken entwickelt. Hier war es dem Vizebefehlshaber der osmanischen Flotte, Uludsch Ali, gelungen, die ihm gegenüber stehenden Verbände der Heiligen Liga nach und nach aufzureiben. Seine kampferprobten Männer konnten die dortigen christlichen Streitkräfte, hauptsächlich Malteser, in die Defensive drängen und schließlich das Flaggschiff der Malteser erobern. Der Oberbefehlshaber der Malteserflotte wurde dabei getötet, ebenso wie viele weitere Ritter des Malteserordens.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto, Detail, Andrea Vicentino (1542–1617).
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Don Juan erhielt Nachricht von der kritischen Situation am Südflügel und ließ umgehend einen großen Verband auf den Südflügel schwenken. Als Uludsch Ali dies sah, war ihm klar, dass die Schlacht verloren war. Um nicht eingeschlossen zu werden, gab er den Befehl zum Durchbruch durch die Reihen des Gegners. Mit etwa 30 Schiffen gelang es ihm, sich abzusetzen und mit seinem Verband um den Peloponnes herum nach Konstantinopel zu segeln, wo er dem Sultan Selim II. die erbeutete große Flagge der Malteser übergab. Er erhielt vom Sultan den Ehrennamen „Kilic“ (Schwert) und war daraufhin als Kilic Ali Pascha bekannt.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Seeschlacht von Lepanto.
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Nach fünfeinhalb Stunden Kampf war die Schlacht für die Heilige Liga gewonnen. 117 feindliche Galeeren waren erbeutet, mehr als 30.000 gegnerische Soldaten getötet worden. 8000 Tote, allein 4800 davon aus Venedig, und etwa 8000 Verwundete zählten die Verbündeten. Die Heilige Liga verlor nur 13 ihrer Schiffe. Die osmanische Flotte setzte 30 ihrer Schiffe selbst auf Grund, über 60 weitere wurden versenkt. 12.000 christliche Rudersklaven wurden aus den eroberten Galeeren befreit. Damit war der Nimbus der Unbesiegbarkeit der osmanischen Mittelmeerflotte gebrochen.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Allegorische Darstellungen der Seeschlacht von Lepanto.
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Der Sieg der Heiligen Liga war psychologisch sehr wichtig, konnte aber nicht ausgenutzt werden, da kein ausreichendes Landheer zur Verfügung stand. Die Schlacht hatte insofern große Bedeutung, als mit diesem Sieg der Mythos der unbesiegbaren Osmanen gebrochen war. Die Nachricht vom Sieg gelangte 23 Tage später, überbracht von den Boten des Fürsten Colonna, nach Rom. Der Triumph wurde der Fürsprache der Jungfrau Maria zugeschrieben, so daß der heilige Pius V. 1572 zum Dank den Gedenktag Maria vom Sieg einführte. Papst Gregor XIII. benannte das Fest in Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz um.
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Allegorie der Seeschlacht von Lepanto. Votivbild des Dogen Sebastiano Venier;
Paolo Veronese (Veronés) (1528-1588).
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Die damaligen Moslems schnitten ihren Feinden die Kehle durch oder enthaupteten sie. Der heilige Louis Marie Grignon de Montfort schreibt: „Maria befiehlt im Himmel den Engeln und den Seligen. Als Belohnung für ihre tiefe Demut hat Gott ihr die Macht und Erlaubnis gegeben, mit Heiligen die leeren Throne zu füllen, von welchen die abtrünnigen Engel aus Hochmut herabfielen.“ Alle Gnaden gehen über Maria, wie uns die großen marianischen Theologen lehren. Deshalb vertraute der heilige, marianische und dominikanische Papst Pius V. die Armee und das Schicksal des von den Moslems bedrohten Abendlandes und der Christenheit der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria an.
Schlacht von Lepanto - Quelle: www.katholisches.info
Standarte der christlichen Flotte in der Schlacht von Lepanto.
Quelle: www.katholisches.info
Seither gebraucht man offiziell den Titel Auxilium Christianorum, ein Titel, der – wie es scheint – nicht direkt auf den Papst zurückgeht, sondern auf die siegreich aus der Schlacht zurückkehrenden Soldaten, die auf dem Rückweg nach Loreto pilgerten, um der Gottesmutter zu danken. Die Galeerensträflinge, die auf den Galeeren rudern mußten, wurden freigelassen. Sie gingen im Hafen von Recanati an Land und zogen in Prozession zum Heiligen Haus hinauf, wo sie der Gottesmutter ihre Ketten schenkten, mit denen man sie an die Ruderbank geschmiedet hatte. Aus diesen Ketten wurden die Gitter geschmiedet, die noch heute die Altarräume der Kapellen abtrennen.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Statue "Unserer Lieben Frau von Venedig" .
Sie befand sich auf dem Achterdeck der "Real", des Flaggschiffs der
Heiligen Liga unter Don Juan de Austria.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Standarte der christlichen Flotte wurde vom päpstlichen Admiral Colonna nach Gaeta in die Kathedrale Maria Himmelfahrt zu den heiligen Erasmus und Marcianus gebracht und dieser zum Dank geschenkt. Dort wird sie noch heute aufbewahrt. Zum ersten Jahrestag der muslimischen Niederlage am 7. Oktober 1571 wurde 1572 das Rosenkranzfest eingeführt, um die Fürsprache der Jungfrau Maria während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges bleibt bis heute der katholische Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg, später in Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz umbenannt. Zur Erinnerung an die Schlacht von Lepanto wurde das alljährliche Rosenkranzfest eingeführt.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Miguel de Cervantes Denkmal in Lepanto (Nafpaktos, Naupaktos).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Miguel de Cervantes nahm an dieser Schlacht als einfacher Soldat teil. Er erhielt drei Schusswunden, zwei in der Brust, eine in der linken Hand, die dauerhaft entstellt blieb. Seine Erlebnisse sind in seinen Roman Don Quijote eingeflossen. Bis zum heutigen Tag treffen sich alljährlich zum Jahrestag der Schlacht die Angehörigen der an der Schlacht beteiligten Adelsfamilien aus ganz Europa im Vatikan, um dieses Ereignisses zu gedenken.
Lepantomonstranz
Seeschlacht von Lepanto - www.dasquadr.at / Martin Meyerspeer
"Lepantomonstranz" in der Asamkirche in Ingolstadt.
Quelle: www.dasquadr.at / Martin Meyerspeer
In der Sakristei der Asamkirche wird die sogenannte Lepantomonstranz aufbewahrt. Sie wurde 1708 von dem Augsburger Goldschmied Johannes Zeckl gestaltet und zeigt in einem beispiellosen Detailreichtum die Seeschlacht von Lepanto. Aufgrund ihrer künstlerischen Gestaltung gilt sie als die wertvollste Monstranz der Welt.
Ulla Stöver nannte wohl mit Recht die Monstranz eine »imponierende Grenzüberschreitung«. War schon ein kniender Türke als Monstranzfuß und damit als Träger des Allerheiligsten ungewohnt, so galt dies wohl noch mehr von der Seeschlacht als Einfassung des Allerheiligsten. In beispiellosem Detailreichtum wird die Schlacht geschildert. Unter dem bekrönenden Kreuz erblickt man in einem Kranz von Wolken die Taube des Heiligen Geistes. Engel greifen ein, schleudern Blitze, schießen Pfeile, blasen Wind in die Segel. In den drei Mastkörben der christlichen Schiffe erblickt man die Repräsentanten der beteiligten christlichen Mächte: im mittleren Don Juan d'Austria, im linken Herzog Albrecht V. von Bayern, im rechten den Dogen von Venedig.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
"Lepantomonstranz" in der Asamkirche in Ingolstadt.
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Goldschimmernd das Siegerschiff der Christen mit dem Bilde des Papstes Pius V. am Heck, von dem Engel, mit den Wappen der Siegermächte in den Händen, Blitze auf das türkische Schiff schleudern, das mit gebrochenen Masten im Sinken begriffen ist, im Rettungsboot Sultan Kara Mustafa, am Heck der Oberbefehlshaber Ali Pascha.  Das wolken- und engelumkränzte Ostensorium ist beseitet von dem Bilde des Erzengels Michael (links), der Maria mit dem Zepter in der Hand und dem Sternenkranz um das Haupt den Lorbeerkranz des Sieges überreicht, formal eine eigentümliche Illusion auf klassische Bilder der Verkündigung Mariens.
1892 erhielt die Monstranz an Stelle des der Sekularisation zum Opfer gefallenen und provisorisch ersetzten Fußes den heutigen. Ihm wurden die Plättchen des Originals eingefügt, sie ziehen das Fazit der Zahlen fest: 30 000 tote Türken, 3486 gerettete (»erlöste«) Christen, 190 eroberte Schiffe. Begreiflich wird dieses Schlachtenbild als Monstranz durch die Signalwirkung der Schlacht. Papst Pius V. hatte nur mit Mühe eine Liga mit Spanien und Venedig erreicht, zum Dank für den Ausgang der Schlacht hatte er das Rosenkranzfest eingesetzt. ...
Dr. Siegfried Hofmann (Maria de Victoria, Ingolstadt 1986).
Lepanto
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Venezianische Inschrift in Nafpaktos aus dem Jahr 2000
zur Erinnerung an die Seeschlacht von 1571.
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Lepanto (italienisch), Nafpaktos (griechisch Ναύπακτος (f. sg.), deutsch häufig auch Naupaktos, türkisch İnebahtı) ist eine westgriechische Hafenstadt im Golf von Patras, am Eingang zum Golf von Korinth. Naupaktos war einer der wichtigsten Hafenplätze der westlichen Lokris. 455 v. Chr. wurde es durch die Athener den Lokrern entrissen und mit flüchtigen Messeniern besetzt. Im Peloponnesischen Krieg war es eine Flottenstation der Athener, es wurde ihnen aber 405 v. Chr. entrissen und die Messenier wurden vertrieben. 338 v. Chr. bemächtigten sich die Ätolier der Stadt, die sie 191 v. Chr. lange, aber vergeblich gegen die Römer verteidigten. Im Jahre 217 v. Chr. wurde durch den hier geschlossenen Frieden von Naupaktos der Bundesgenossenkrieg (220-217) zwischen Philipp V. von Makedonien und seinen Bundesgenossen gegen die Aitoler und deren Verbündete beendet.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Hafen von Lepanto.
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Im Mittelalter wurde die Stadt vom byzantinischen Kaiser Emanuel den Venezianern überlassen, die sie so stark befestigten, dass 1477 ein 30.000 Mann starkes osmanisches Heer nach viermonatiger Belagerung erfolglos wieder abziehen musste. Erst 1499 konnte Bayezid II. die Stadt mit einem Heer von 150.000 Mann zur Übergabe zwingen. Seit 1678 war Nafpaktos als Lepanto wieder venezianischer Besitz, wurde aber im Frieden von Karlowitz 1699 erneut dem Osmanischen Reich zugesprochen. Als Folge des griechischen Freiheitskampfes wurde Nafpaktos am 27. März 1829 den Griechen übergeben.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Golf von Patras (Patraikos Kolpos).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Golf von Patras (griechisch Patraikos Kolpos Πατραϊκός Κόλπος) ist eine relativ flache Meeresbucht des östlichsten Ionischen Meeres zwischen dem griechischen Festland im Norden und der Peloponnes-Halbinsel im Süden gelegen. Namensgebend und bedeutendste Stadt der Region ist Patras an der Südostseite.
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Satellitenaufnahme des Golfs von Patras.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Golf von Patras verbindet über den Golf von Korinth das Ionische Meer mit dem Ägäischen Meer. Die östliche Grenze bildet die Meerenge von Rio-Andirrio (Στενό Ρίου-Αντίρριου). Die Ausbreitung nach Westen wird durch eine gedachte Linie vom Kap Araxos (Ακρωτήριο Άραξος) an der Südseite bis zur Lagune von Mesolongi (Λιμνοθάλασσα Μεσολογγίου) bei Tourlida an der Nordseite definiert. Bei einer Länge von etwa 40 km und einer Breite zwischen 11 km und 22,5 km nimmt der Golf von Patras eine Fläche von etwa 350–400 km² ein. Die tiefste Stelle liegt bei 135 m. Im Nordwesten zwischen Kap Araxos und der Lagune von Mesolongi beträgt die maximale Tiefe etwa 45 m.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Seeschlacht_von_Lepanto" der
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