Franziskanerkloster Lienz
Franziskanerkirche Mariä Himmelfahrt (ehemaliges Karmelitenkloster)
Muchargasse 4, 9900 Lienz
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Franziskanerkloster Lienz. Blick vom Innenhof gegen den Kirchturm.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Das Franziskanerkloster Lienz befindet sich im Zentrum der Stadt Lienz in Osttirol und war früher ein Karmelitenkloster. Lienz liegt im östlichen Osttirol am Kreuzungspunkt des Drau-, Puster- und Iseltals, die Isel mündet in Lienz in die Drau. Bereits während der Römerzeit bildete das nahe Aguntum das Zentrum der Region, während des Mittelalters nutzten schließlich die Görzer Grafen Lienz als Hauptsitz ihres Territoriums. Nach dem Aussterben der Görzer Grafen fiel Lienz 1500 an Maximilian I., der das Gebiet um Lienz mit Tirol vereinte. 1785 erfolgte die Aufhebung des Karmelitenklosters, das noch im selben Jahr von Franziskanern aus Innsbruck übernommen wurde.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Das Refektorium (Speisesaal) des Franziskanerklosters.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
Die Franziskaner führten neben der Seelsorge auch die Schule der Karmeliter weiter. Per Dekret erfolgte 1788 auch die Sperre der Kirche St. Michael, des Antoniuskirchleins und der Liebburgkapelle, die als überflüssig erachtet wurden. Nach dem Tod von Joseph II. im Februar 1790 erreichte die Stadtverwaltung jedoch noch im selben Jahr die Wiedereröffnung der Michaelskirche durch Kaiser Leopold II.. Auch das Antoniuskirchlein konnte 1794 wieder geöffnet werden. Die Niederlagen Österreichs gegen Napoleon Bonaparte führten 1805 schließlich zur Abtretung Tirols an das Königreich Bayern. Die bayrische Verwaltung vereinigte in der Folge das Lienzer Stadtgericht mit dem Landgericht, schloss das Gymnasium und ließ ein Bürgermilitär aufstellen. Im Zuge eines neuerlichen Krieges zwischen Österreich und Frankreich im April 1809 wurde Lienz durch die österreichischen Truppen befreit, der bayrische Gegenangriff konnte in der Folge vom Tiroler Landsturm unter Andreas Hofer zurückgeschlagen werden.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Innenhof mit Franziskusstatue.
© Franziskanerprovinz Austria / FJR
  Im August gelang dem französischen General Jean-Baptiste Dominique Rusca jedoch über das Drautal die erneute Besetzung von Lienz. Als Vergeltung für Widerstände ließ Rusca die umliegenden Dörfer in Brand stecken, Lienz blieb hingegen verschont. Nach der endgültigen Besetzung Osttirols durch französische Truppen im Dezember 1809 wurde Lienz mit dem übrigen Osttirol in die Provinz Oberkärnten der Illyrischen Provinzen eingegliedert und war Zentrum des Kantons Lienz. Bereits 1813 endete die Fremdherrschaft, als unter Kaiser Franz I. die Verwaltungsgliederung der Illyrischen Provinzen wieder aufgehoben und das Gebiet um Lienz erneut in das Land Tirol eingegliedert wurde.
Geschichte
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Blick durch das Schiff gegen den Hochaltar der Klosterkirche.
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Als Ersatz für das Franziskanerkloster in Innsbruck, das durch Kaiser Joseph II. am 11. April 1785 aufgehoben wurde und in dem heute das Tiroler Volkskunstmuseum untergebracht ist, wurde den Franziskanern das Karmelitenkloster in Lienz übergeben. Die Karmeliten mussten das Kloster verlassen, damit die Franziskaner (OFM) am 19. April 1785 einziehen konnten. Ihre Aufgabenbereiche sollten die Seelsorge und der Schuldienst in Lienz sein.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Hochaltar der Klosterkirche.
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Von den 22 Mitgliedern des neuen Konvents waren sechs als Professoren am Lienzer Gymnasium und zwei als Lehrer an der Normalschule tätig. Seit 1787 bis heute betreuen die Franziskaner das Kloster der Dominikanerinnen („Klösterle“) als Beichtväter. Im Jahre 1788 wurde an der Klosterkirche eine Hilfspfarre für die Stadt Lienz eingerichtet und die Franziskaner begannen ihre Seelsorgsarbeit im Krankenhaus.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Fresko in der Klosterkirche.
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 Am 11. April 1798 wurde beim Brand von Lienz das Dach des Klosters und der Kirche zerstört. Zudem waren die ersten Jahrzehnte des Bestehens für das Kloster durch die politischen Umstände (Aufklärung, Tiroler Freiheitskampf) sehr turbulent. 1807 wurde das Lienzer Gymnasium durch die herrschende bayrische Regierung aufgehoben und damit den Franziskaner die finanzielle Basis entzogen.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Der Volksaltar mit Blick durch das Schiff gegen die Orgelempore.
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 1809 musste ein Großteil des Klosters für die Einquartierung von Soldaten geräumt werden. Zwar ging in diesen unruhigen Zeiten die Zahl der Mitglieder des Konvents auf 13 im Jahre 1815 zurück, doch konnte sich das Kloster in Folge wieder erholen und sein seelsorgliches Wirken in Lienz und Umgebung entfalten.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Kanzel der Klosterkirche.
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Schwere Jahre traten erst wieder während der nationalsozialistischen Herrschaft ein. 1938 wurde den Franziskaner die Sammlung von Lebensmitteln für ihren Unterhalt verboten. 1940 mussten große Teile des Klosters für ein mögliches Museum geräumt werden, das aber später im Schloss Bruck untergebracht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete Bischof Paulus Rusch im Jahre 1948 die Pfarre „St. Marien“ an der Klosterkirche ein. Für die Pfarrtätigkeiten wurde 1968 das Kloster erweitert und im Zeitraum von 1974 bis 1978 die Kirche renoviert.
Franziskanerkloster Lienz © Franziskanerprovinz Austria / FJR
Orgelprospekt der neuen Pirchner-Orgel.
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Heute betreuen die ca. 5 Franziskaner des Lienzer Konvents vor allem die Pfarre „St. Marien“, in deren Gebiet ca. 4200 Katholiken leben, und sind auch für seelsorgliche Aushilfen in der Umgebung von Lienz unterwegs. Außerdem sind sie als Seelsorger im Krankenhaus, Altenheimen und für die Dominikanerinnen tätig.
kloester.franziskaner.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Franziskanerkloster_Lienz" der
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