Liturgische Gewänder
Kardinal Schönborn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kardinal Christoph Schönborn mit Mitra und Stab.
Trauerfeierlichkeiten für Dr. Kurt Waldheim am 23.6.2007.
Bild: Wenzel-Jelinek, Margret.
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Liturgische Gewänder sind Kleidungsstücke, die während des Gottesdienstes
vom Leiter der Feier (Bischof, Priester, Diakon) und den liturgischen Diensten (Messdiener, Lektor) getragen werden. Das frühe Christentum kannte keine liturgische Sonderkleidung für die sonntägliche Herrenmahlfeier, erwartete aber von allen Teilnehmern, möglichst festlich gekleidet zu sein. Bischöfe und Priester kleideten sich seit der Legitimierung der christlichen Religion im 4. Jahrhundert im Stil römischer Beamter, ohne dass zunächst zwischen Alltags- und liturgischer Kleidung unterschieden wurde. Mit dem Anwachsen der Gemeinden, der Öffentlichkeit von Kirchengebäuden und Gottesdiensten und der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im Römischen Reich im Jahr 380 wurde die Liturgie zunehmend repräsentativer. Dazu gehörte auch die erhöhte Kostbarkeit der Gewänder. Bis zur Völkerwanderungszeit gab es jedoch keine scharfe Trennung der liturgischen Gewänder von der römischen Alltagskleidung (Tunika, Paenula). Die eindringenden Germanen brachten in den westlichen Mittelmeerraum ihre Kleidung mit: Hose, Hemd und Wams. Diese setzte sich auch bei der romanischen Bevölkerung durch – nicht jedoch in der Liturgie. Seit der Spätantike sind die Paramente dem Grunde nach gleich geblieben, wurden allerdings durch Moden beeinflusst. Sie wurden in der Folgezeit oft aus kostbaren Stoffen (Samt, Brokat oder Damast) und kostbaren Materialien wie Seide gefertigt und der Länge nach gekürzt. Gegenüber dem reichen Faltenwurf der spätantiken Obergewänder machten insbesondere die Dalmatik und die Kasel nun einen eher steifen, aber durchweg feierlichen Eindruck. Infolge der Liturgischen Bewegung wurden alte Schnittmuster wiederentdeckt und wiedereingeführt.
Die Konstitution über die heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils besagt:

„124. Bei der Förderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst mögen die Ordinarien mehr auf edle Schönheit bedacht sein als auf bloßen Aufwand. Das gilt auch für die heiligen Gewänder und die Ausstattung der heiligen Orte. […]“
Sacrosanctum Concilium
Kasel (Messgewand)
Die Kasel (von lat. casula „Zelt“, „Häuschen“), auch Messgewand genannt, wird gedeutet als Erinnerung an das Zeltheiligtum, das die Israeliten bei ihrer Wüstenwanderung mit sich führten (vgl. 2. Mose 33,7) und stammt von der römischen Paenula ab. Es ist ein ärmelloser Überwurf mit Kopfausschnitt, meist in der liturgischen Farbe des Tages oder Anlasses, oft kostbar bestickt. Im Gegensatz zur Kirche des ersten Jahrtausends ist die Kasel heutzutage fast nur zur Feier der Heiligen Messe in Gebrauch (eine der wenigen Ausnahmen ist die Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag).
In der Frühzeit, bis zum 12. Jahrhundert richtete sich die Auswahl der Gewänder vor allem nach ihrem Wert. Für hohe Feste verwendete man dementsprechend kostbare Gewänder. Erst später begann man, sich auch nach der Symbolik der Farben zu richten. In der mittelalterlichen Kirche unterschieden sich die Riten der heiligen Messe regional, entsprechend gab es auch unterschiedliche Anordnungen im Hinblick auf die liturgische Farbe. Auch die Symbolik der Farben wurde unterschiedlich gedeutet, im germanischen Raum galt etwa meist Rot anstelle von Weiß als festliche Farbe. Nach dem Erlass des Römischen Messbuchs von 1570 im Zuge des Konzils von Trient setzte jedoch mehr und mehr eine Vereinheitlichung der Liturgie zugunsten des römischen Ritus ein. Örtlich blieb es aber noch über diese Zeit hinaus bei der Beibehaltung des originären Farbenkanons.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) werden in der römisch-katholischen Kirche die folgenden liturgischen Farben verwendet:
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Grün, die Farbe des Wachstums und der Hoffnung, wird an den Sonntagen im Jahreskreis und den Werktagen des Kirchenjahres, auf die kein Heiligenfest fällt, getragen.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Weiß, die Farbe des Lichtes, wird zu den Hochfesten wie Weihnachten und Ostern mit den nachfolgenden Festzeiten, an Erscheinung des Herrn, am Gründonnerstag, an Fronleichnam, Allerheiligen und Christkönig sowie zu anderen Herrenfesten, Marienfesten und zu Festen der Heiligen, die nicht das Martyrium erlitten, getragen, außerdem zum Fest der Erzengel. Sie ist je nach Zeit oder Tag im Kirchenjahr auch die liturgische Farbe für Weihen und die Ordensprofess. Obwohl die heraldischen Metallfarben
Gold und Silber nicht eigenständig zu den liturgischen Farben gehören, sind sie als besonders festliche Variante der weißen Farbe zu verstehen. Gold steht im Gegensatz zu Weiß (als Farbe der menschlichen Vollendung im christlichen Sinne) für das göttliche Gegenüber. Also steht das Weiß eher für die Teilnahme am Göttlichen als für das Göttliche selbst und ist aus diesem Grund die Farbe der Engel. Aus demselben Grund kann Gold keine liturgische Farbe sein, da die Liturgie im übertragenen Sinn eher für die Teilhabe des Menschen an der Gegenwart Gottes steht und nicht für das Wesen Gottes selbst.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Violett, Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung, wird in den Bußzeiten vor Ostern (Fastenzeit) und Weihnachten (Advent) getragen, als Alternative zu Schwarz auch bei der kirchlichen Begräbnisfeier und am Fest Allerseelen. In der außerordentlichen Form des römischen Ritus ist sie ferner vorgesehen für die Kommunionfeier des Karfreitags, für die Messfeier am Palmsonntag (jedoch nicht für die Palmprozession) sowie für den ersten Teil der Osternacht bis zum Gloria. Des Weiteren ist sie dort ebenfalls die Farbe der Vorfastenzeit von Septuagesima bis Aschermittwoch.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Rot, die Farbe des Blutes, Feuers und Sinnbild des Heiligen Geistes, wird zu Pfingsten, am Palmsonntag, Karfreitag, Kreuzerhöhung, an den Festen der Märtyrer und zur Firmung getragen.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Rosa ist die Aufhellung der Farbe Violett. Sie kann nur zu den Sonntagen Gaudete (3. Adventssonntag) und Laetare (4. Fastensonntag) getragen werden, um den freudigen Charakter der Mittfastentage zur Hälfte der Bußzeit hervorzuheben.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Blau, die Farbe der Reinheit, galt früher für Marien- und örtlich auch für Bekennerfeste (Bekenner sind Glaubenszeugen, die keine Märtyrer waren, wie etwa der heilige Martin), sie wurde durch Weiß ersetzt. Das Missale Romanum von 1570 hatte blaue und auch gelbe Paramente für unerlaubt erklärt. Trotzdem werden auch heute noch in einigen Gegenden blaue Gewänder für Marienfeste verwendet, in spanischen Diözesen sind diese sogar vorgeschrieben. Blau kann auch für das Wasser stehen, das wiederum den Heiligen Geist symbolisiert.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Schwarz ist die Farbe der Trauer und wird Allerseelen und bei Begräbnissen getragen, kann jedoch durch Violett ersetzt werden. In der außerordentlichen Form des römischen Ritus werden wie vor der Liturgiereform auch am Karfreitag schwarze Paramente getragen.
Die Farben sollen Charakter und Stimmung kirchlicher Riten ausdrücken und unterstreichen. In der Liturgie wurden für die Gewänder derer, die am Altar Dienst taten, zunächst die Farben der profanen Umwelt übernommen. Je nach Rang waren dies vor allem die unterschiedlich intensiven und unterschiedlich großflächig aufgebrachten Farbtöne des Purpurs. Farbige Differenzierungen entsprechend der Zeit des Kirchenjahrs kamen in der Zeit der Karolinger auf und wurden durch das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert verpflichtend gemacht. Die liturgischen Farben für Gewänder und Paramente werden heute in römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Kirchen etwa gleichermaßen verwendet.
Segensvelum oder Schultervelum
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Das Segensvelum, auch Schultervelum genannt, ist ein rechteckiges Tuch, das dem Priester oder Diakon zum sakramentalen Segen um die Schultern gelegt wird.

Meist ist das Velum aus kostbaren Stoffen gefertigt, mit Stickerei oder Borten verziert und oft in der gleichen Art wie der Rauchmantel gefertigt. Das Segensvelum wird zu eucharistischen Andachten mit feierlichem Segen und bei Prozessionen mit dem Allerheiligsten getragen. Die Innenseite des Velums ist mit einem dünnen Stoff gefüttert, und es sind links und rechts Taschen eingenäht, in die der Träger der Monstranz seine Hände legt, damit er die Monstranz nicht mit bloßen Händen, sondern mit dem Stoff berührt. Dies ist als Zeichen der Ehrfurcht zu verstehen. Es verhindert auch größtenteils das Berühren der meist aus Edelmetallen wie Silber oder Gold gefertigten kostbaren liturgischen Geräte und Gefäße mit bloßen Händen und somit Anlaufen der berührten Stellen. An einer Seite des Velums sind zwei breitere Bänder angenäht, an deren Enden ein manchmal sehr kunstvoll verzierter Verschluss angebracht ist, so dass das Velum nicht hinunterfallen kann. Das Schultervelum wird dem Priester bzw. dem Diakon zum sakralen Segen und zum Tragen der Monstranz umgelegt und danach wieder abgenommen.
Talar
Der Talar ist das knöchellange liturgische schwarze Gewand, das zur sogenannten Chorkleidung gehört, die von Priestern, Ministranten, Mesnern und Küstern und anderen liturgischen Diensten getragen werden kann. Darüber wird ein Chorhemd bzw. Rochett getragen. Regional – (vor allem in Österreich) – wird auch das schwarze Alltagsgewand, die Soutane, Talar genannt. Bei Ministranten ist der Talar manchmal in der liturgischen Tagesfarbe gehalten, oft gibt es zumindest eine Unterscheidung zwischen Feiertag und normalem Tag (z. B. rot und schwarz).
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
In der Regel tragen Ministranten als Untergewand einen roten oder schwarzen Talar bzw. statt des Talars einen Rock und einen dazugehörigen Kragen. Regional schließt man sich der liturgischen Farbe des Tages an, benutzt also auch grüne und violette Gewänder; wenn die liturgische Farbe des Tages weiß ist, wird ein rotes Untergewand getragen. Darüber trägt man immer das weiße Chorhemd, oft nicht ganz richtig auch Rochett genannt, das an das Taufkleid erinnert. Über dem Chorhemd wird mancherorts noch ein Kragen oder eine Mozetta in rot, schwarz oder der liturgischen Tagesfarbe getragen. Statt Talar und Chorhemd kann auch ein knöchellanges weißes Gewand, die Albe, getragen werden, das die Beziehung zum Taufkleid besonders deutlich macht. In manchen Pfarreien tragen die Ministranten ein Zingulum in der liturgischen Farbe. Auch können ein Kreuz oder eine Plakette die Ausstattung ergänzen.
Chorhemd
Mit dem Begriff Chorhemd bezeichnet man ein weißes Leinengewand mit weiten Ärmeln. Es wird in der nicht-eucharistischen Liturgie der römisch-katholischen und anglikanischen Kirchen vom Priester über der Soutane, in der Heiligen Messe von den Ministranten und Kommunionhelfern über dem Talar getragen. Während das früher
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube vielfach unter einem Kragen in der liturgischen Tagesfarbe getragene Chorhemd bis zum Hals reichte und dort mit einem Knopf zusammengehalten wurde, hat es heute meist einen viereckigen Ausschnitt, in dem der Talar sichtbar wird. Die Ränder an den Ärmeln und am unteren Ende können bestickt oder mit Spitze versehen sein. Historisch hat sich das Chorhemd aus der Albe entwickelt. Wo die Albe in den nördlichen Ländern im Winter über einem Pelzgewand getragen wurde, bedurfte es
  eines weiteren Schnitts, des Verzichts auf den Gürtel und der weiteren Ärmel. Das ursprünglich knöchellange Kleid wurde im Verlauf der Jahrhunderte zunehmend kürzer.
Das Chorhemd ist vom Rochett zu unterscheiden. Das Rochett ist meist reicher verziert, hat enger anliegende Ärmel als ein Chorhemd und sein Gebrauch ist den höheren Prälaten vorbehalten. Im deutschen Sprachgebrauch allerdings werden die Chorhemden der Messdiener oft ebenfalls Rochett oder auch Chorrock genannt. Ein selten verwendeter Fachbegriff ist Superpelliceum, das heißt, ein Gewand, das „über dem Pelz“ getragen wurde.
Rochett
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Das Rochett (von althochdeutsch roccus „Rock“) ist ein bis zu den Knien reichendes, gefaltetes und manchmal verziertes, weißes Leinengewand. Während das früher vielfach unter einem Kragen in der liturgischen Tagesfarbe getragene Rochett wie ein kragenloses Hemd bis zum Hals reichte und dort mit einem Knopf zusammengehalten wurde, hat es heute oft einen viereckigen Kopfausschnitt, in dem der Talar sichtbar wird. Die Ränder an den Ärmeln und am unteren Ende sind teils reich bestickt oder mit Spitze versehen. Das Rochett ist vom Chorhemd zu unterscheiden. Als eng anliegendes Hemd ist das Rochett nur Prälaten, also etwa Bischöfen und Kardinälen, vorbehalten.
Albe
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Die Albe (von lateinisch (tunica) alba „die weiße (Tunika)“ ) ist ein aus der antiken Tunika hervorgegangenes, knöchellanges Gewand aus weißem oder heute auch naturfarbenem Leinen. Mit Bezug auf die Alte Kirche und ihre Tradition symbolisiert die Albe das Taufgewand. Traditionell von katholischen Priestern als liturgisches Untergewand unter dem Messgewand getragen, wird die Albe heute als Grundgewand all derer angesehen, die im Gottesdienst eine Aufgabe übernehmen, die im Gottesdienst einen besonderen Dienst versehen, z. B. Ministranten, Lektoren, Kommunionhelfer.
„Das allen Weihestufen entsprechende liturgische Gewand ist die Albe, die mit einem Gürtel gehalten wird; es sei denn, sie ist so angefertigt, daß man sie auch ohne Gürtel tragen kann. Falls die Albe am Hals nicht gut schließt, soll man ein Schultertuch tragen. Die Albe kann nicht durch den Chorrock ersetzt werden, wenn Kasel oder Dalmatik anzuziehen sind oder die Stola das Meßgewand beziehungsweise die Dalmatik ersetzt. Zur Messe und zu anderen mit ihr verbundenen liturgischen Feiern trägt der Priester über Albe und Stola das Meßgewand (Kasel), sofern nichts anderes vorgesehen ist. Das Gewand des Diakons ist die Dalmatik, die über Albe und Stola getragen wird. Alle anderen, die einen Dienst am Altar versehen und nicht Priester oder Diakone sind, können ein anderes in den einzelnen Gebieten rechtmäßig zugelassenes Gewand tragen.“
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Katholische Geistliche und Ministranten mit Kruzifix; 1963.
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Seit dem Mittelalter waren Verzierungen als Borten oder in Form von Stickereien üblich, besonders bei Festtagsalben und Alben für den Bischof. In der Neuzeit diente verbreitet Spitze als Schmuck, namentlich als diese industriell hergestellt werden konnte. Heute werden jedoch fast ausschließlich glatte Alben ohne Schmuck getragen. Aus der Albe heraus entwickelte sich der kürzere Chorrock.

Während er die Albe anzieht, spricht der Priester folgendes Ankleidegebet:
Dealba me, Domine, et munda cor meum; ut, in sanguine Agni dealbatus, gaudiis perfruar sempiternis. („Läutere mich, o Herr, und reinige mein Herz, damit ich, im Blut des Lammes weiß gewaschen, die ewigen Freuden genieße“).
Dalmatik
Die Dalmatik (von lat. dalmaticus ‚dalmat(in)isch‘; lat. vestis dalmatica „aus Dalmatien stammendes Gewand“) ist ein liturgisches Gewand der christlichen Kirchen und die Amtskleidung des Diakons. Zu festlichen Anlässen kann sie vom Bischof auch unter der Kasel getragen werden. Die Dalmatik verdankt ihren Namen der Herkunft. Im zweiten Jahrhundert wurde sie aus Dalmatien eingeführt und von der vornehmen Gesellschaft in Rom als profanes Obergewand getragen. Ab dem vierten Jahrhundert wurde die Dalmatik im Abendland als Gewand des Diakons gebräuchlich. Das ursprünglich weiße Gewand wurde seit dem 12. Jahrhundert in den liturgischen Farbkanon miteinbezogen.
Die Dalmatik wurde in wertvollen Stoffen ausgeführt. Im Laufe der Zeit veränderte sich ihr Aussehen weiter. Seit dem Spätmittelalter wurde sie immer kürzer; dies erreichte in der Barockzeit seinen Höhepunkt. Die Dalmatik war oft nur noch knielang geschnitten. Die kirchlichen Gewänder waren zu diesem Zeitpunkt prunkvoll gestickt und daher der Stoff entsprechend steif. Die Dalmatik war ursprünglich weiß, passte sich im Spätmittelalter dem liturgischen Farbkanon an und richtete sich immer nach der Farbe der Kasel des zelebrierenden Priesters. Die Dalmatik wird dem Diakon bei seiner Weihe vom Bischof überreicht. Der Diakon trägt in der Heiligen Messe eine Dalmatik in der jeweiligen liturgischen Farbe über der Albe und der Stola, auch bei besonderen Gottesdiensten wie in der Osternacht, bei der Kirchweihe oder bei eucharistischen Prozessionen. In anderen Gottesdiensten trägt der Diakon keine Dalmatik, sondern Albe oder Chorhemd mit Stola in der für Diakone üblichen Weise, diagonal über Brust und Rücken; darüber kann er noch ein Pluviale in der liturgischen Farbe tragen.
Pluviale
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Das Pluviale (von lat. pluvia „Regen“, daher urspr. Bezeichnung für einen Regenmantel), auch Cappa, Chor-, Rauch-, Segens- oder Vespermantel genannt, ist ein liturgisches Gewand der Westkirche. Das Pluviale kam ab dem 10. Jahrhundert in Gebrauch. Es handelt sich dabei um einen halbkreisförmigen, ärmellosen Mantel oder mantelähnlichen Umhang, der sich aus der mittelalterlichen Capa entwickelte und vorn mit einer Schnalle (einer sogenannten Chormantelschließe) zusammengehalten wird. Die Schließen konnten im Mittelalter sehr kunstvoll gestaltet sein. Auf der Rückseite befindet sich meistens ein reich verzierter Schild (Clipeus), der sich aus der Kapuze entwickelt hat. Als Schmuck dienten ursprünglich lediglich die Säume und Fransen, doch entstanden auch sehr kunstvoll und kostbar ornamental oder bestickte Pluvialien.
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Pluviale mit figürlichen Darstellungen
in Goldstickerei, 13. Jhdt., linke Hälfte.
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Pluviale mit figürlichen Darstellungen
in Goldstickerei, 13. Jhdt., Teilansicht.
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 Als Material wurde häufig Seide verwendet; vorgeschrieben ist das Material jedoch nicht. Es wird im römischen Ritus sowie in der anglikanischen Kirche von den den Gottesdienst leitenden Personen zu Gottesdiensten getragen, bei denen nicht die Kasel gebraucht wird, wie zur feierlichen Vesper, zur Andacht, zu Prozessionen und bei der Bestattung. Ferner können bei feierlichen Gottesdiensten (z.B. der Vesper) die Assistenten des Offizianten und die Kantoren das Pluviale gebrauchen, wenn sie im Chorraum stehen, wie es bereits im Mittelalter üblich war. Das Pluviale wird in der liturgischen Farbe des Tages oder des Anlasses über dem Chorhemd getragen, bei Gottesdiensten unmittelbar vor und nach der Heiligen Messe über der Albe. Im römisch-katholischen tridentinischen Usus trägt der Priester das Pluviale außerdem zu Asperges bzw. zum Vidi aquam. In einem Pontifikalamt dieses Ritus sind des Weiteren der assistierende Priester sowie die Assistenten des Bischofs mit dem Pluviale bekleidet. Das Pluviale kann im Gegensatz zum Messgewand auch von Personen getragen werden, die nicht die Priesterweihe erhalten haben.
Soutane
Soutane (abgeleitet aus dem Französischen „sous“ für „unter“) ist ein mit engen Ärmeln versehenes knöchellanges Obergewand eines katholischen, koptischen oder anglikanischen Geistlichen. Das nur knielange Bekleidungsstück für angehende Geistliche heißt dagegen Soutanelle. Das knöchellange, schwarze Gewand wurde von Priestern seit Urzeiten getragen. Die Bezeichnung entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts ursprünglich in Italien, wo das Kleidungsstück Sottana genannt wurde. Eine Spezialisierung der Soutane als Berufskleidung von Richtern, Anwälten und Ärzten erfolgte im 17. Jahrhundert. Später differenzierte man die typische Kleidung zwischen den einzelnen Berufsgruppen und es entstanden Juristen- und
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Universitätstalare und so weiter.Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts war die Soutane als Alltagsbekleidung eines katholischen Priesters vor allem in Europa üblich. Entsprechend dem Anlass und der Hierarchie des Geistlichen werden unterschiedliche Farb- und teilweise auch verschiedene Formgebungen in der Kirche benutzt. So trägt beispielsweise ein Apostolischer Protonotar einen mantelartigen Überwurf in der Länge eines Chorrocks über der Soutane bzw. dem Talar. Als Alltagsbekleidung verlor die Soutane im 20. Jahrhundert vor allem in Deutschland ihre Bedeutung, insbesondere als Folge der 68er-Revolution, die die deutsche Geistlichkeit stark bedrängte. Junge Geistliche und Seminaristen tragen die Soutane wieder häufiger auch im Alltag. In anderen europäischen Staaten
(beispielsweise in Polen) ist die Soutane weiterhin die übliche Kleidung katholischer Priester. Die Soutane ist im Gegensatz zum Talar bis etwa zur Hüfte tailliert geschnitten und wird mit 33 Knöpfen geschlossen. In den meisten Fällen ist sie aus schwarzem Stoff, in den wärmeren Ländern kommt auch weißer Stoff zum Einsatz. Zur Soutane wird je nach Rang ein schwarzes, violettes oder rotes Zingulum getragen. Fast ausnahmslos wird die Soutane vom Klerus getragen, jedoch tragen auch Seminaristen der Priesterseminare, verschiedene katholische Ordensmitglieder (Pallottiner, Deutscher Orden), die nicht dem Klerus angehören müssen, die Soutane.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Gelegentlich wird eine Soutane auch als Talar bezeichnet; Talar und Soutane sind aber zwei unterschiedliche Kleidungsstücke. Der Talar ist weiter geschnitten, weist nur eine Falte am Rücken auf und kann ärmellos sein. Er wird von Ministranten, Kantoren sowie Küstern beim liturgischen Dienst in der Kirche getragen und ist nicht dem geweihten Stand vorbehalten. Wird von Bischöfen und Kardinälen im Alltag die schwarze Soutane getragen, so spricht man vom abito piano (it. für „einfacher Habit“). Beim Anlegen der Soutane spricht der Kleriker das folgende Ankleidegebet: Dominus pars hæreditàtis meæ et calicis mei: tu es qui restitutes hæredìtatem meam mihi („Der Herr ist mein Erbteil, der Anteil
meines Kelches. Du bist es, der mein
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Erbteil wiederhergestellt hat“)
In der vatikanischen Instructio Ut sive sollicite vom 31. März 1969 über Kleidung, Titel und Insignien der Kardinäle, Bischöfe und niederen Prälaten wurden folgende Farben festgelegt:
Kaplan Seiner Heiligkeit:
schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und Knopflöchern sowie violettem Zingulum.
Ehrenprälat Seiner Heiligkeit und Apostolischer Protonotar:
schwarze oder violette Soutane mit rubinroten Knöpfen und Knopflöchern sowie violettem Zingulum.
Bischöfe:
schwarze oder violette Soutane mit rubinroten Knöpfen und Knopflöchern, violettem Zingulum und Schulterkragen
 (nicht zu verwechseln mit der Mozetta, dem zur Chorkleidung gehörenden Schulterkragen); in tropischen Ländern, wie in Ghana auch weiße Soutane mit rubinroten Knöpfen und violettem Zingulum sowie Schulterkragen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erzbischof von Wien. Bildnis in
Soutane bei einem Interview, 1951.
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 Kardinal König bei einem Empfang
in Schönbrunn, 1961.
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Kardinäle:
schwarze oder rote Soutane mit hellroten Knöpfen und Knopflöchern sowie hellrotem Zingulum und Schulterkragen.
Mozetta
Eine Moz(z)etta (von ital. mozzo „abgeschnitten, gestutzt“) ist ein bis zu den Ellenbogen reichender, über dem Chorhemd getragener Schulterkragen für in der Regel höhere Geistliche der katholischen Kirche. Teilweise wird sie mit einer kleinen Kapuze getragen; Bischöfe tragen eine Mozetta ohne KapuzeUrsprünglich handelte
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube es sich bei der Mozetta um einen Mantel; dies zeigt sich auch an der bis heute bei der päpstlichen Mozetta erhaltenen (Zier)Kapuze. Auch das heutige „Schultermäntelchen“ wird durch eine Knopfreihe vorne geschlossen. Die Mozetta ist ein liturgisches Gewand und gehört zur Chorkleidung. Sie wird über dem Chorhemd getragen. Über der Mozetta wird die Stola getragen, jedoch nur dann, wenn der Geistliche eine priesterliche Handlung vornimmt, nicht wenn er den Gottesdienst mitfeiert. Eine Ausnahme stellt der Papst dar, der Mozetta und Stola häufig auch außerhalb des Gottesdienstes trägt. Einfache Geistliche tragen ebenso wie die päpstlichen Prälaten (Apostolische Protonotare, Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit und Kapläne Seiner Heiligkeit)
 keine Mozetta, die Apostolischen Protonotare und die Domherren von St. Peter in Rom jedoch stattdessen die Mantelletta.
Die Farbe der Mozetta bringt den Rang ihres Trägers zum Ausdruck:
Der Papst trägt im Sommer eine rote Mozetta aus Seide, im Winter aus Samt mit weißem Fellsaum oder eine weiße Mozetta aus Damast, ebenfalls mit weißem Fellsaum, während der Osterzeit. Die letzten beiden Varianten wurden von den Päpsten bis zu Paul VI. benutzt und unter Benedikt XVI. wieder eingeführt.
Kardinäle tragen eine scharlachrote Mozetta mit scharlachroten Knöpfen (Kardinalspurpur); daneben trägt auch der Erzbischof von Salzburg als legatus natus solche eine rote Mozetta, auch wenn er kein Kardinal ist (Legatenpurpur).
Bischöfe eine violette Mozetta mit roten Knöpfen.
In eine schwarze Mozetta mit violetten Knöpfen und violettem Saum kleiden sich in vielen Bistümern die Domvikare und Dekane/ Dechanten. Die Domherren/ Domkapitulare tragen entweder nach altem Brauch eine violette Mozetta wie die Bischöfe oder eine schwarze Mozetta mit roten Knöpfen.
Im Erzbistum Salzburg tragen die Domkapitulare seit der Festlegung durch Kaiser Franz I. im Jahre 1825 eine kirschrote Mozetta. Auch im Bistum Dresden-Meißen tragen Domkapitulare statt der schwarzen Mozetta mit violetter Paspelierung zu feierlichen Anlässen als Bestandteil der feierlichen Chorkleidung eine rote Mozetta.
Die höheren Ordensgeistlichen tragen eine Mozetta in der Farbe ihres Habits, Benediktineräbte zum Beispiel eine schwarze Mozetta mit schwarzen Knöpfen, Prämonstratenseräbte eine weiße Mozetta.
Stola
Die Stola ist ein liturgisches Gewandstück, das als Amtsabzeichen von katholischen und ostkirchlichen, teilweise auch von evangelischen Geistlichen verschiedener Denominationen getragen wird. Die Stola ist ein etwa 2,50 m langer schmaler
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Stoffstreifen. Als Amtsabzeichen ist sie den Inhabern des entsprechenden kirchlichen Amtes vorbehalten und bei gottesdienstlichen Handlungen vorgeschrieben. In der Heiligen Messe folgt bei den Katholiken die Stola gewöhnlich dem liturgischen Farbenkanon. Außerhalb der Messe wird meist die weiße, bei der Spendung des Bußsakramentes die violette und bei der Begräbnisfeier die violette oder schwarze Stola verwendet. Die Stola wird unterschiedlich getragen: Katholische Diakone tragen sie als Schärpe über der linken Schulter, hingegen Priester und Bischöfe über beide Schultern gelegt. Bei der Heiligen Messe wird die Stola gewöhnlich unter der Dalmatik bzw. der Kasel (Messgewand) über der Albe getragen und mit dem Zingulum
befestigt, beim feierlichen Stundengebet, bei Prozessionen, Beerdigungen und eucharistischen Andachten über der Albe und unter dem Pluviale. Bei Wort-Gottes-Feiern und der Spendung von Taufe und Ehe außerhalb der Heiligen Messe trägt der Leiter des Gottesdienstes ein Chorhemd und darüber die Stola. Bei der Spendung von Sakramenten außerhalb des Kirchenraumes, etwa Krankensalbung, Beichte oder Kommunion am Krankenbett, kann der Priester die Stola auch über der Zivilkleidung
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube anlegen. Die Verwendung der Stola (aus dem gallischen für Gewand; ursprüngliche Bezeichnung Orarium; für den Diakon bzw. Epitrachelion für den Priester/Erzpriester) ist in den christlichen Kirchen bereits früh bezeugt. Schon die Synode von Laodicea (372) erwähnt das Orarion, das damals von Lektoren, Psalmsängern und Ministri getragen wurde. In Gallien (siehe auch Gallikanischer Ritus) ist im 6. Jh. schon die bischöfliche Stola bezeugt, die Synode von Braga (675) kennt bereits die unterschiedlichen Trageweisen. In Rom kam die Trageweise der bischöflichen Stola erst im 8./9. Jahrhundert auf. Zuvor
 trugen alle Weihegrade (Diakon, Priester und Bischof) die Stola auf die gleiche Weise. Im 9. Jh. entwickelte sich auch die allgemeine Bezeichnung Stola. Symbolisch gilt die Stola des Priesters als Joch Christi (iugum christi), das er tragen will.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Priester mit einer Stola segnet die
Wallfahrer, 1956.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Priester mit einer Stola segnet die
Wallfahrer, 1956.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Überreichen der Stola gehört zu den Riten der Diakonenweihe und der Priesterweihe. Während in den Ostkirchen die Stola (Orarion) bisweilen auch vom Lektor getragen wird, wird sie in der römisch-katholischen Kirche nur von Diakon, Priester oder Bischof getragen. Eine Ausnahme bilden hier die Kartäuserinnen: Hier bekommt die Nonne bei ihrer Jungfrauenweihe vom Bischof neben den traditionellen Insignien auch die Stola, welche die Hebdomadarin beim Vortrag des Evangeliums während der Vigil tragen darf.
Zingulum
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Das Zingulum oder Cingulum (von lat. cingulum „Gürtel“, pl. Zingula) ist der Gürtel, mit dem die Albe geschürzt wird, die die katholischen Kleriker als liturgisches Untergewand beim Gottesdienst tragen. Ordensleute tragen außerdem ein Zingulum um ihren Habit und Kleriker um ihre Soutane. Das Zingulum stammt aus der weltlichen Kleidung der Antike. Das Zingulum der Ordensleute kann ein einfacher Strick oder ein Ledergürtel oder als Stoffband mit dem Skapulier verbunden sein. Bei der Soutane der Kleriker ist es ein breites Band aus edlem Stoff in den Würdefarben. So trägt ein Priester ein schwarzes, ein Bischof ein violettes, ein Kardinal ein scharlachrotes und der Papst ein weißes Zingulum. Für die Deutung des Zingulums in der Liturgie wurde auf die biblische Symbolik des Sich-Gürtens zurückgegriffen: Der Gürtel ist eine von Gott kommende Kraft, vgl. Ps 18,33 EU: „Gott hat mich mit Kraft umgürtet, er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.“ Das Umgürten drückt ferner Bereitschaft aus, siehe Ex 12,11 EU: „So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn“, Eph 6,14 EU: „Gürtet euch mit Wahrheit“ und Lk 12,35-36 EU: „Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft“. Das Zingulum kann Demut gegenüber dem sich aufblähenden Gewand bedeuten (vgl. Seckauer Missale, 12. Jh.) oder, da es die Albe als Sinnbild der Taufe zusammenhält, eine Bitte um Bewahrung der Taufgnade ausdrücken. Im Mittelalter trat daneben auch die Bitte um Beherrschung der Triebe, etwa im Sakramentar von Tours, 9./10. Jahrhundert. Während des Anlegens des Zingulums spricht der Kleriker das folgende Ankleidegebet:

Præcínge me, Dòmine, cingulo puritátis et exstíngue in lumbis meis humórem libídinis: ut máneat in me virtus continéntiæ et castitátis.
„Umgürte mich, Herr, mit dem Gürtel der Reinheit und lösche in meinen Lenden die (Feuchtigkeit der) Begierde, damit in mir bleibe die Tugend der Beherrschtheit und Keuschheit.“
Birett
Birett (von lat. biretum oder birrettum, beretum, Diminutiv von birrus ‚Mantel, Kutte‘) (auch Barett) ist eine Kopfbedeckung christlicher Geistlicher. Das Birett römisch-katholischer Geistlicher ist vierkantig und besteht aus Stoff mit eingelegten Pappstreifen. In Deutschland, England, Frankreich und in den Niederlanden hat es vier, in anderen Ländern drei Hörner oder bogenförmige Aufsätze, in Spanien ist es ohne solche Aufsätze. In den meisten Fällen hat es an der Oberseite mittig eine Quaste. Das Birett ist etwa seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Im Mittelalter bedeutete die Überreichung des Biretts die Übertragung einer kirchlichen Pfründe.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Die Farbe des Biretts weist auf den Rang des Trägers hin. Priester und Diakone tragen ein schwarzes Birett mit schwarzer Quaste. Ein schwarzes Birett mit violetter Quaste tragen die Päpstlichen Ehrenprälaten und in vielen Bistümern die Dechanten. Nur Bischöfe und Domkapitulare ausgezeichneter Domkapitel sowie Apostolische Protonotare tragen ein violettes Birett mit violetter Quaste. Das Birett der Kardinäle ist scharlachrot, hat keine Quaste und auch in Deutschland nur drei Hörner. Der Papst trägt kein Birett. Ordensgeistliche, vor allem Chorherren, tragen entweder das schwarze Birett der einfachen Geistlichen oder ein Birett, das der Farbe ihres Habits entspricht. Die Mönche der monastischen Orden tragen, von den Äbten abgesehen, hingegen kein Birett. Das Birett gehört nur im weiten Sinne zum liturgischen Gewand des
Geistlichen, wenn er Talar, Chorhemd und die Stola trägt. Im Gottesdienst wird das Birett nur als Kopfbedeckung getragen, wenn der Geistliche geht oder sitzt, nie im Stehen. Vor dem Altar wird es immer abgenommen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind Geistliche nicht mehr verpflichtet, ein Birett zu tragen.
Pileolus
Pileolus (vom lateinischen pileus „Hut“ bzw. „Mütze“), auch Zucchetto, Soli Deo, lateinisch Subbirettum oder Submitrale, deutsch auch Scheitelkäppchen, altertümlich Kalotte, ist Teil der kirchlichen Kleidung, vor allem von Äbten, Bischöfen, Kardinälen und des Papstes. Von diesen wird er innerhalb der Liturgie zur entsprechenden liturgischen Kleidung unter bzw. statt der Mitra oder des Biretts getragen wie außerhalb zur Soutane. Der Papst, die Kardinäle und die Apostolischen Nuntii tragen einen Pileolus aus Moiré, die Pileoli der anderen Würdenträger bestehen aus einfacher Seide. Auch Ordensmänner kennen ein dem Pileolus ähnliches Scheitelkäppchen, das ursprünglich die Tonsur bedeckte und die Farbe der jeweiligen Ordensgewandung hat. Heute wird es oft nur noch von den Äbten getragen.

Die Farben der Käppchen entsprechen dem üblichen kirchlichen Farbengebrauch:
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
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weiß für den Papst.
scharlachrot für die Kardinäle sowie seit 1854 als Sonderprivileg für den Erzbischof von Salzburg als Primas Germaniae und „geborener Legat“ des Papstes
violett für die Bischöfe und selten – mit päpstlicher Erlaubnis – Domherren einzelner Domkapitel. Außerdem für Äbte von Territorialabteien, z. B. Kloster Einsiedeln OSB, Abtei Mehrerau OCist oder kraft besonderer Verleihung.
Bei Äbten hängt die Farbe des Pileolus von den jeweiligen Ordensfarben ab:
Benediktineräbte dürfen einen schwarzseidenen Pileolus tragen; bei Äbten aus dem Zisterzienser- und besonders aus dem Prämonstratenserorden kann der Pileolus weiß sein (nicht getragen in Anwesenheit des Papstes), oder ggf. violett.
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube
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Außerhalb der Liturgie (sofern keine Sondererlaubnis besteht) dürfen ein Scheitelkäppchen tragen:

schwarz
(nicht aus Seide): alle anderen Kleriker und Mönche
braun: Ordensmänner der Bettelorden mit braunem Habit (Karmeliten, Franziskaner, Kapuziner)
Beim Hochgebet der Heiligen Messe und bei der Aussetzung des Allerheiligsten wird der Pileolus zum Zeichen der Verehrung des Allerheiligsten abgenommen. Deshalb wird das Käppchen auch Soli Deo genannt, was so viel bedeutet wie: „Nur vor Gott“ (und vor niemand anderem) wird dieser Hut gezogen. Da in der katholischen Kirche der Papst als Stellvertreter Christi gilt, ist es auch Brauch, bei seiner Begrüßung den Pileolus abzunehmen.
Mitra
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Mitra simplex Mitra pretiosa (ornata) Mitra auriphrygiata
Die Mitra (griechisch μίτρα „Stirnbinde“; Plural Mitren) ist die traditionelle liturgische Kopfbedeckung der Bischöfe vieler christlicher Kirchen. Auch andere kirchliche Würdenträger mit eigenem Jurisdiktionsbereich (z. B. bestimmte Äbte) tragen Mitren. Die Mitra wird heute nur bei Pontifikalhandlungen im Gottesdienst getragen.
Seit dem 11. Jahrhundert entwickelt sich die Mitra, die zu den Pontifikalien gehört, in der Kirche (außer in den meisten Ostkirchen) zur heutigen Form. Die Bedeckung des Hauptes besteht an Vorder- und Rückseite aus den beiden kopfstehenden Schilden (cornua). Das Innenfutter der Mitra ist immer noch einer Mütze ähnlich. Umfasst wird dieses von festerem Stoff, der vorne und hinten spitz zuläuft.
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Bischöfliche Inful des Stiftes Admont.
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Kardinal Innitzer mit Mitra und Pluviale.
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Nach hinten hängen zwei Pendilien-Bänder, die so genannten Vittae, bis auf die Schultern herab; diese beiden Bänder stehen symbolisch für das Alte und das Neue Testament. In dieser Form wird die Mitra heute vor allem von alt- und römisch-katholischen Bischöfen und infulierten Äbten und Prälaten getragen, aber auch von anglikanischen und von einigen ostkirchlichen Bischöfen, wie es beispielsweise bei den armenisch-orthodoxen, den Bischöfen der Mar-Thoma-Kirche üblich ist, aber auch von manchen Bischöfen der mit Rom unierten Ostkirchen. Der Gebrauch der Mitra ist darüber hinaus bei einer Reihe von lutherischen Kirchen verbreitet, z. B. in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands und in der Schwedischen Kirche.
In der katholischen Kirche des Westens gab es
(heute nur noch in der sog. außerordentlichen Form des Römischen Ritus)
drei verschiedene Klassen von Mitren:
Mitra pretiosa – die „kostbare Mitra“ ist üblicherweise reich verziert (vor allem ältere Mitren sind manchmal mit Juwelen und Halbedelsteinen ausgestattet und mit Goldfäden bestickt)
Mitra auriphrygiata – die „goldene Mitra“ wird entweder aus einem durchgehend goldfarbenen Stoff gearbeitet oder ist aus weißer Seide, in die Gold- und Silberfäden eingestickt sind.
Mitra simplex – die „einfache Mitra“ besteht aus weißem Seidendamast, Seide oder Leinen. Die Vittae enden in roten Fransen.
Während der Pontifikalfunktionen wurden in der Regel immer zwei Mitren gebraucht, d.h. entweder Mitra pretiosa und Mitra auriphrygiata oder aber Mitra auriphrygiata und Mitra simplex. Ihre Verwendung wurde zuletzt im Caeremoniale episcoporum von 1886 geregelt.
Seit der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils werden normalerweise nur noch folgende zwei Formen der Mitra verwendet:
Mitra simplex – die „einfache Mitra“ und
Mitra ornata – die „verzierte Mitra“.
Ihre Wahl richtet sich jeweils nach dem Anlass der Feier, wobei stets nur eine einzige Mitra ohne Wechsel der Modelle benutzt wird.
Gremiale
Das Gremiale ist eine Schürze in der Form eines rechteckigen Tuches, das mit zwei Schnüren um die Hüften gebunden wird. Es dient dem Schutz der liturgischen Gewänder, vor allem bei der Salbungen mit den Heiligen Ölen.
Das Gremiale kann zu folgenden Anlässen verwendet werden:
bei der Salbung des Kopfs und der Hände bei der Priester- oder Bischofsweihe.
Katechumenensalbung, Taufe und Firmung.
bei der Spendung des Aschenkreuzes.
zur Fußwaschung in der Feier vom letzten Abendmahl
beim Ritus der Weihe eines neuen Altars.
beim Ritus der Kirchweihe.
Das Wort „Gremiale“ ist mit Gremium und Aggregat verwandt. Zugrunde liegt lateinisch „gremium" „Schoß; (Körper-)Mitte“ bzw. spätlateinisch „gremium“ „Armvoll, Bündel“.
Pallium
Das Pallium ist ein Amtsabzeichen des Papstes, das er regelmäßig an die Metropoliten der Lateinischen Kirche verleiht. Es ist heute ein ringförmiges, ca. 5 bis 15 cm breites Band, eine Art Stola, und wird über dem Messgewand getragen. Üblicherweise sind in einem Pallium sechs schwarze Seidenkreuze eingestickt.
Das Pallium galt als Zeichen der Teilhabe des Metropoliten an der Hirtengewalt des Papstes (in partem sollicitudinis), dem es als Insigne seiner Vollgewalt (plenitudo potestatis) per se zusteht. Der Papst kann sich überall dort, wo er einer
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Eucharistiefeier vorsteht, des Palliums bedienen. Die Überreichung des Palliums ist die einzige Gelegenheit, bei der man zur selben Zeit und am selben Ort mehrere Erzbischöfe mit einem Pallium bekleidet sehen kann – abgesehen von Papstbesuchen, bei denen es üblich geworden ist, dass der Metropolit, in dessen Kirchenprovinz der Papst weilt, dieses ebenfalls anlegt. Das Pallium ist nicht übertragbar und wird daher mit dem verstorbenen Erzbischof begraben. Wechselt ein Metropolit auf einen anderen Metropolitansitz, so benötigt er ein neues Pallium. Beim
Begräbnis wird das Pallium, das er zuerst erhalten hat, unter seinem Nacken zusammengefaltet deponiert, während er jenes, das er zuletzt empfangen hat, entsprechend der üblichen Trageweise angelegt bekommt. Fallweise wird das Pallium auch Nicht-Metropoliten verliehen. So empfing Angelo Sodano als Dekan des Kardinalskollegiums von Papst Benedikt XVI. das Pallium, ebenso wie der damalige Kardinaldekan Joseph Ratzinger von Papst Johannes Paul II. Im Januar 2015 wurde durch den Vatikan bekanntgegeben, dass zukünftig Metropoliten das Pallium nicht mehr in Rom überreicht, sondern künftig nach der Segnung durch den Papst am Hochfest Peter und Paul später in einem eigenen Festgottesdienst der jeweiligen Erzdiözese durch den apostolischen Nuntius übergeben wird.
Rationale
Das Rationale (Pl. Rationalien), auch Superhumerale (Pl. Superhumeralien), ist ein mittelalterliches textiles Würdezeichen, welches zum Ornat von Päpsten und Bischöfen gehörte und heute nur noch selten benutzt wird. Die Begrifflichkeiten Rationale und Superhumerale hatten ursprünglich unterschiedliche Bedeutungen:
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Die in der Vulgata verwendete Bezeichnung Rationale rührt von der lateinischen Übersetzung des altgriechischen λόγιον logion „[Aus]Spruch, Sprichwort, Redensart“ für das hebräische ‏חֹשֶׁן‎ hoshen, den Namen des vom israelitischen Hohenpriester im Alten Testament getragenen Brustschildes, durch den hl. Hieronymus her. Obwohl das Superhumerale im Mittelalter weit verbreitet war, tragen es heute bei liturgischen Feiern nur noch die Erzbischöfe von Paderborn und Krakau - aufgrund der Stellung als Metropolitansitze zusammen mit
dem Pallium - sowie die Bischöfe von Eichstätt und Bistum Nancy-Toul - hier als einem Recht des ehemaligen Bistums Toul. Die Formen variieren durchaus innerhalb dieser Diözesen. Heute existieren außer an den genannten Orten lediglich noch ein Exemplar aus dem 11. Jh. im Bamberger Domschatz sowie eines aus dem ersten Viertel des 14. Jh. in Regensburg. Darüber hinaus finden sich im Bayerischen Nationalmuseum in München eine Nachbildung des Regensburger Superhumerale sowie in Würzburg die 1965 bei Grabungen im Dom entdeckten Endstücke eines weiteren textilen Rationale (um 1200) in Form von getriebenen Metallplatten mit den Symbolen der vier Evangelisten. In der Vatikanischen Bibliothek existiert zudem eine aus dem Jahre 1666 stammende Zeichnung des alten Paderborner Superhumerale von 1133 - dem Jahr der päpstlichen Genehmigung. Wesentlich häufiger als erhaltene Orginialstücke finden sich dagegen Darstellungen von Bischöfen mit Rationalien in beiderlei Gestalt auf Siegeln, Skulpturen oder Grabsteinen.
Tiara
Die Tiara (griech. tiára, auch triregnum), Papstkrone oder auch gelegentlich römische Krone genannt, ist die früher bei feierlichen Anlässen getragene Krone des Papstes. Ihr Ursprung liegt im byzantinischen Hofzeremoniell. Das frigium, die phrygische Mütze, war aus Persien übernommen worden. Die Vorform der Tiara war eine hohe,
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube spitze oder kegelförmige Kopfbedeckung mit Goldreif der altpersischen Achämeniden (Perserkönige). Auch das camelaucum, ein Rangabzeichen hoher oströmischer Beamter, gilt als eine Vorform der Tiara (vgl. Camauro). Papst Silvester soll das ihm von Kaiser Konstantin angeblich angebotene Diadem abgelehnt haben. Die ersten Papsthauben sind im 7./8. Jahrhundert nachzuweisen. Im 8. Jahrhundert wird eine camelaucum genannte
Kopfbedeckung des Papstes Konstantin I. zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Es war weiß mit goldener Borte; dieser Rand wurde später zum Kronreif mit Zacken entwickelt. Um das 10. Jahrhundert kam der erste Kronreif hinzu, und gegen Ende des 13. Jahrhunderts besaß die Tiara bereits zwei Kronreifen, so zu sehen auf dem Fresko, das die Verkündung des Heiligen Jahres 1300 durch Bonifatius VIII. zeigt. Mit drei Reifen, die vermutlich während des Exils in Avignon eingeführt wurden, ist die Tiara auf dem Grabmal des Papstes Benedikt XII. abgebildet. Auf der Rückseite waren zwei lose hängende Bänder, so genannte Infuln angebracht. Die drei Reifen sollen die Hauptaufgaben des Papstamtes symbolisieren: Heiligen, Lenken und Lehren bzw. das Weiheamt, die Jurisdiktion und das Lehramt. In einer anderen Deutung symbolisieren sie die göttliche Dreifaltigkeit.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Papst Markus war vom 18. Januar bis
zu seinem Tod am 7. 10. 336 Papst.
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Nikolaus V., war Papst
von 1447 bis 1455.
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Die Liturgiker sind sich darin einig, dass die Tiara eine außer-liturgische Kopfbedeckung des Papstes ist. Die Zeremonienbücher schreiben vor, dass der Papst die Tiara nur an bestimmten Tagen und an bestimmten Orten tragen darf, niemals jedoch innerhalb der Kirche, sondern nur außerhalb. Wenn der Papst die Kirche betritt, muss er die Tiara ablegen. Papst Paul VI. war 1963 der letzte Papst, der sich traditionell mit der Tiara zum Papst krönen ließ, verschenkte seine modern gestaltete Tiara (Designer Valerio Vigorelli) im November 1964 während des Zweiten Vatikanischen Konzils zugunsten armer Menschen der Stadt Rom.
Kapuzinerkirche © E. Gaube
Tiaradarstellung anläßlich des Papstbesuches 1782 in der Kapuzinerkirche.
"An diesem Altare feierte am 25. März 1782
Se. Heiligkeit Papst Pius VI. das hl. Messopfer"
Die beiden Nachfolger Johannes Paul I. und Johannes Paul II. ließen sich zwar nicht mehr mit der Tiara krönen, führten sie aber weiterhin im Wappen. Erst Benedikt XVI. ersetzte auch im persönlichen Papstwappen die Tiara durch eine einfache Mitra mit drei goldenen Querstreifen. Diese erinnert anschaulich an jene Mitra, die Papst Paul VI. beim Abschluss des II. Vatikanischen Konzils 1965 trug. Die Tiara ist heute noch Bestandteil des Wappens des Heiligen Stuhls und des Staates Vatikanstadt.
Bekleidung des Papstes
Liturgische Bekleidung Grafik: © E. Gaube Die Chorkleidung des Papstes besteht aus einer weißen Soutane und dem Rochett. Im Sommer tägt der Papst eine rote Mozzetta aus Seide, im Winter eine aus Samt mit weißem Fellsaum oder in der Osterzeit eine weiße Mozzetta aus Damast, ebenfalls mit weißem Fellsaum. Die letzten beiden Varianten wurden von den Päpsten bis zu Paul VI. benutzt und unter Benedikt XVI. wieder eingeführt. Das Brustkreuz des Papstes ist an einer goldenen Kette befestigt. Als Alltagsbekleidung trägt der Papst gewöhnlich eine weiße Soutane, ein weißes Zingulum (Gürtel) und einen weißen Pileolus (Scheitelkäppchen). Für kältere Tage steht dem Papst ein weiter roter Umhang, der so genannte „Mantello“, zur Verfügung. Als weitere traditionelle Kopfbedeckung kann der
 
Papst in der kalten Jahreszeit einen mit Hermelinfell gefütterten Camauro tragen. Als erster Papst seit Johannes XXIII. hat Benedikt XVI. den Camauro einmalig zu einer Generalaudienz getragen. Auf seiner Brust trägt der Papst wie jeder katholische Bischof das Pektorale: ein Brustkreuz an einer Halskette. Für kälteres Wetter hat der Papst zudem einen weißen Mantel mit doppelreihigem Knopfbesatz. Bei der Liturgie trägt der Papst ein Messgewand (darunter seit Benedikt XVI. wieder die Dalmatik), Mitra und das Pallium. Bei Liturgien, die keine Eucharistiefeier sind, etwa zum Stundengebet und bei besonderen Anlässen wie beispielsweise beim Empfang von Staatsbesuchen kann er über seiner Soutane ein weißes Chorhemd (Rochett) und eine rote Mozetta (Schulterüberwurf) anlegen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Papst Johannes Paul II. segnet ein Heft der katholischen
Esperanto-Zeitschrift "Espero katolika", Rom 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Winterversion der Mozetta ist aus rotem Samt und hat einen Hermelinsaum. Während der Osterzeit trug Benedikt XVI. wieder die bis zu Paul VI. übliche weiße Mozetta aus Damast, die ebenfalls mit einem weißen Fellsaum versehen ist. Die rote Mozetta (Seide oder Samt) stammt noch aus der Zeit, als der Papst die Farbe Rot trug. Seit den Heiligsprechungen am 21. Oktober 2012 trug Benedikt XVI. zu hohen Festtagen wieder den päpstlichen Fanon, ein dem Papst vorbehaltenes kreisrundes Schultergewand. Zu Empfängen trug der Papst früher einen Rauchmantel, die Tiara und weiße Pontifikalhandschuhe und empfing im Thronsaal des Vatikans.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Liturgisches_Gewand" der
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