Basilika Maria Loretto
Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Unbefleckten Empfängnis
Hauptplatz 22, 2443 Loretto
Basilika Loretto © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wallfahrtskirche zur unbefleckten Empfängnis vom Anger aus gesehen.
Ansicht der Doppelturmfassade mit Kirchhofstor (mit Marienstatue); um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Unbefleckten Empfängnis steht in der Gemeinde Loretto im Burgenland. Die Kirche steht zwischen dem ehemaligen Servitenkloster und einem weiträumigen Kreuzgang. Im Innenhof des Kreuzganges steht die Loretto-Kapelle. Im Jahre 1997 wurde die Kirche zur Basilika Minor erhoben. Loretto (ungarisch Lorettom) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland in Österreich. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Ein hallstattzeitliches Gräberfeld wurde in der Flur „Ochsenstand“ ausgegraben. Später unter den Römern lag das heutige Loretto dann in der Provinz Pannonia. Die Lorettokapellen sind Nachbildungen des Wallfahrtsheiligtums Loreto in der italienischen Provinz Ancona. Dort ist auch die Lauretanische Litanei entstanden. Die Basilika von Loreto birgt die casa santa, das Haus der Heiligen Familie von Nazareth, das nach der Legende von Engeln nach Loreto übertragen wurde.
Geschichte
Basilika Loretto © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wallfahrtskirche und ehemaliges Servitenkloster Loretto.
V. Conv. Divae V. Thaumaturgae Laureti in Hungaria; um 1740.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine im Jahre 1431 erbaute Johanneskapelle wurde vermutlich im Jahre 1529 von den Türken zerstört. An deren Stelle erbaute der Grundherr Rudolf von Stotzingen um 1644 eine Kapelle nach dem Vorbild der Loretto-Kapelle in der Augustinerkirche in Wien. Er stiftete ein nach dem Urbild der Schwarzen Muttergottes von Loreto in Italien gearbeitetes Gnadenbild. Unter dem Grundherrn Franz Nádasdy erfolgte im Jahre 1651 die Grundsteinlegung für ein Kloster mit Kirche nach den Plänen des Baumeisters Anton Riebler. Im Jahre 1659 erfolgte die Versetzung der Gnadenkapelle an den heutigen Platz und die Kirche wurde geweiht. Nach einem Brand im Jahre 1683 wurde die Kirche durch Fürst Paul Esterházy wieder aufgebaut und im Jahre 1707 neu geweiht. 1738 wurde die Fassade mit geschweiften Volutengiebel und Dachreiter abgetragen und bis 1740 mit einer Zweiturmfassade ersetzt, die Zwiebelhelme sind im Jahre 1781 abgebrannt. Im Jahre 1787 wurde das Kloster aufgehoben und die Wallfahrt verboten. Die Wallfahrt lebte im 19. Jahrhundert wieder auf. Von 1926 bis 1956 war das Kloster wieder vom Servitenorden bewohnt. Der einfache dreiflügelige zweigeschoßige Bau des Klosters steht östlich an der Kirche. Die Klosterpforte ist in der südlichen Umfassungsmauer und trägt einen steinernen Volutenaufsatz und das Wappen des Servitenordens. Der kreuzgratgewölbte Gang im Erdgeschoß zeigt in ovalen Stuckrahmen mit Früchten und Putti Bilder von Heiligen des Servitenordens. Im Obergeschoß ist eine Bibliothek mit einem quadratischen Raum mit hohem Klostergewölbe mit einer Türe mit geschnitztem Aufsatz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Vier Holzreliefs in einem Rokokorahmen zeigen Szenen aus der Heilsgeschichte.
Basilika Loretto © Pfarre Loretto - basilika-loretto.at Basilika Loretto © Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Pfarr- und Wallfahrtskirche zur
Unbefleckten Empfängnis.
© Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Das Gnadenbild der Schwarzen
Muttergottes von Loretto.
© Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Der große barocke Bau wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Die Doppelturmfassade ist eine breite zweigeschoßige Wand mit Pilastergliederung mit mittigem Hauptportal. Die Eisenbeschläge der Portalflügel sind eine Wiener Arbeit aus dem Jahre 1691. Es gibt eine Nischenfigur Hl. Barbara, in den Seitenachsen unten die Figuren der Könige Stephan und Ladislaus, oben zwei Kirchenväter. Die zur mächtigen Fassadenfront eher schmächtigen Turmgeschoße tragen heute niedrige Zeltdächer und die Nischenheiligen Anna selbdritt und einen Servitenheiligen. Das Kircheninnere besteht aus vier Schiffsjochen unter einem Tonnengewölbe mit Stichkappen und hat seitlich korbbogige Arkaden, die sich zu Kapellen öffnen und niedrige Emporen tragen. Die Fenster sind östlich blind und westlich geöffnet. Die nördliche Hauptempore auf Säulen über Kreuzgratgewölbe hat eine getäfelte Brüstung. Es gibt ein prächtiges Gitter, zum Teil vergoldet mit Putti besetzt, aus dem Jahre 1763. Es gibt im Kirchenschiff bis zur Höhe der Empore Stuckaturen aus der ersten Bauphase von 1650 bis 1670, welche Carlo Martino Carlone zugeschrieben werden. Die Gewölbezone ist nach dem Brand von 1683 vermutlich niedriger aufgebaut worden, und ist ohne Stuckdekor. Der Hochaltar wurde im Jahre 1766 von Kavallerieoberst Johann Kipthay gestiftet. Der Altar trägt ein Wappen des Fürsten Paul Esterházy, welcher der Stifter des ersten Hochaltares war. In den seitlichen Kapellen sind Seitenaltäre.
Basilika Loretto © Pfarre Loretto - basilika-loretto.at

Blick gegen die Orgelempore.
© Pfarre Loretto - basilika-loretto.at

Von Norden nach Süden links unter dem Nordostturm der Allerheiligenaltar, zuvor in der Peregrinikapelle, im Jahre 1734 hierher übertragen; dann die Philipp-Benitius-Kapelle, 1702 von Graf Nicolaus Draskovich gestiftet; dann die Stephan-Kapelle, im Jahre 1690 von Graf Thomas Nádasdy wiederhergestellt; dann die Johannes-Nepomuk-Kapelle, davor Antonius-Kapelle, im Jahre 1687 erneuert, im Jahre 1733 neu errichtet, mit Taufstein aus rotem Marmor aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Rechts dann die 5. Kapelle, den Pestpatronen geweiht, von 1651 bis 1659 errichtet, nach 1700 von der Familie Bernadovic erneuert, mit den Pestheiligen Sebastian, Rochus, Rosalia und Benno, mit einer Darstellung der Schlösser Pottendorf und Seibersdorf, der Lorettokirche und der Ruine der Burg Hornstein; dann die Judas-Thaddäus-Kapelle, 1767 neu errichtet; dann die Peregrinikapelle, vorher Allerheiligenkapelle, mit einem Altarbild des Peregrinus mit verbundenem Fuß; dann die Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes, mit dem Wappen der Familie Bucellini und darüber die Kaiserkrone, von Kaiserin Margareta Theresia und der Familie Bucellini erneuert. Die Kanzel ist von Ladislaus Damjanovics aus Budapest aus dem Jahre 1911. Die Orgel von Johann Rath aus Ödenburg wurde laut Chronogramm und Wappen im Jahre 1761 von Johann Lipthay gestiftet. Die Kommunionbank aus den Jahren 1772 bis 1773 mit Reliefs der sieben Schmerzen Mariens ist vom Steinmetz Johann Ramesmeyer aus Loretto. Die Sakristei mit gedrücktem Tonnengewölbe mit Stichkappen liegt hinter dem Hochaltar und beinhaltet zwei Wandschränke mit gedrehten Pilastern im geschnitzten Aufsatz aus dem Jahre 1723.
Basilika Loretto © Pfarre Loretto - basilika-loretto.at   Basilika Loretto © Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Kanzel der Wallfahrtskirche.
© Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Der Kirchenchor mit dem Hochaltar
© Pfarre Loretto - basilika-loretto.at
Der Kreuzgang liegt an der Westseite der Kirche und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Fünf, dann acht, dann sechs kreuzgratgewölbte Joche ruhen an Rundbogenarkaden über toskanischen Pfeilern. Im Westgang steht ein Epitaph zu R. P. Joannes Matthias Brenner (?–1750). Die Kapelle steht im Hof des Kreuzganges, und ist eine Nachbildung des sogenannten Hauses der hl. Maria in der Gnadenkirche von Loreto in Italien. Der Ziegelbau mit in den Wänden eingelassenen Holzbalken mit Tonnengewölbe ist ein Rechteckbau mit Dachreiter mit Zwiebelhelm und wurde im Jahre 1644 errichtet, und im Jahre 1659 an die heutige Stelle versetzt. Der Raum wird durch ein Holzgitter geteilt. Vorne steht der Gnadenaltar mit Tabernakel und Leuchtern wurde um 1750 geschaffen. Die Kommunionbank ist aus Stein. Hinten ist die sogenannte Schwarze Kuchl mit dem Gnadenbild Schwarze Madonna von Loretto aus dem Jahre 1644 mit der silbernen Krone von Philipp Prickler aus dem Jahre 1715, innerhalb eines vergoldeten Rocaillenrahmens mit Relief Gottvater, um 1750. Ein Ölbild Mariä Verkündigung eines italienischen Meisters aus dem 17. Jahrhundert hängt an der Westwand.
Basilika Loretto © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
10 m hohe Mariensäule (um 1700) vor der Wallfahrtskirche; um 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1997 wurde die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis in Loretto - so der volle Titel - zur Basilika Minor erhoben. Eine Auszeichnung, die der Papst an bedeutende Kirchen verleit. Die Zahl der Wallfahrer nahm im vergangenen halben Jahrhundert wieder deutlich zu. Die größten Wallfahrtstage sind der "Große Frauentag" (Mariä Himmelfahrt) am 15. August, an dem zw. 15.000 und 20.000 Menschen nach Loretto kommen, das Fest Mariä Geburt am 8. September und der "kroatische Sonntag", die Wallfahrt der burgenländischen Kroaten, am dritten Sonntag im September. Viele der Pilger kommen auch heute noch zu Fuß.
www.basilika-loretto.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Basilika_Maria_Loretto" der
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