Maria am Gestade
"Unsere (liebe) Frau auf der Gstetten"
Salvatorgasse 12, A-1010 Wien
Maria am Gestade © www.klostergeschichten.at - Erhard Gaube
Maria am Gestade.
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Maria am Gestade ist eine gotische römisch-katholische Kirche im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt, nahe dem Donaukanal. Sie war die traditionelle Kirche der Donauschiffer. Der Name leitet sich von der ehemaligen Lage der Kirche am Hochgestade eines Armes der damals noch unregulierten Donau ab. Maria am Gestade zählt gemeinsam mit der Peterskirche und der Ruprechtskirche zu den ältesten Kirchen Wiens. An der Stelle der heutigen Kirche befand sich ursprünglich eine Kapelle, die bereits im 9. Jahrhundert errichtet worden sein soll, was allerdings nicht eindeutig belegbar ist. Indirekt wurde sie erstmals 1137 erwähnt, ausdrücklich erstmals in einem Dokument aus dem Jahr 1200. Die Besitzverhältnisse des Grundstücks waren relativ undurchschaubar – es wurde zwischen dem Schottenstift, Wiener Bürgerfamilien und dem Bischof von Passau hin und her transferiert. Seit 1820 betreuen die Redemptoristen eine der schönsten gotischen Kirchen Österreichs: Maria am Gestade. Es handelt sich um die zweitälteste Kirche Wiens und um eine Wallfahrtskirche im Herzen der Stadt. Hier werden auch die Reliquien des Stadtpatrons von Wien, des hl. Klemens Maria Hofbauer, verehrt. In Maria am Gestade gibt es neben der deutschsprachigen Gemeinde auch eine französichsprachige und eine tschechischsprachige Gemeinde.
Geschichte
Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria am Gestade; um 1854.
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Die Anfänge des Gotteshauses liegen im Dunkeln; erstmals indirekt erwähnt wird die Kirche 1137 (unter den in der Wiener Pfarre gelegenen Gotteshäusern, die damals dem bischöflich-passauischen Wiener Pfarrer unterstellt wurden), ausdrücklich 1200 (Bestätigung, dass die Kapelle von den Vorgängern Herzog Leopolds VI. dem 1155 gegründeten Schottenstift geschenkt wurde [wohl noch von Heinrich II. Jasomirgott, † 1177]). Der Stiftsbrief des Schottenklosters (1158), in dem die Kirche erwähnt wird, ist eine um 1260 entstandene Fälschung (Nachweis durch Mitis). Das romanische Kirchlein (der Legende nach von Donauschiffern errichtet) brannte während des Stadtbrands am 28. April 1262 aus, wurde jedoch bald darauf wiederhergestellt.
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Madalvin, Bischof von Passau, weiht die Kirche Maria am Gestade ein.
Feder- und Pinselzeichnung in Braun über Bleistift, laviert, mit Weißhöhungen von Karl Ruß.
Blatt 34 aus dem Zyklus „Bilder zur Geschichte von Wien“. Die 149 Zeichnungen
entstanden zwischen 27. Jänner 1826 und 12. Dezember 1832.
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1276 widmeten die Brüder Otto und Heimo ein von ihnen gekauftes Haus als Wohnung für den Kaplan (Teil von 1, Salvatorgasse 12). Am 20. August 1302 gelangte die Kapelle im Tauschweg vom Schottenstift an den ritterlichen Bürger Greif, der nebenan einen Palast (Passauer Hof) besaß. Seine Nachkommen veranlassten den Anbau eines gotischen Chors (1332-circa 1350), dessen Achse geländebedingt von jener des Altbaus leicht abwich; Glasgemälde werden 1349, ein Marienaltar 1357 erwähnt. 1357 verkaufte Jans Greif die Kapelle, das Kaplanhaus und den benachbarten Palast an den Bischof von Passau. Im Palast (unterer Passauer Hof 1, Passauer Platz 6, Salzgries 21) residierte fortan der bischöfliche Offizial (Vertreter des Bischofs für Österreich unter der Enns), die Kapelle war nun bischöfliche Hofkirche, das einstige Kaplanhaus (1, Salvatorgasse 12, Teil) wurde meist als Pfarrhof bezeichnet.
Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria am Gestade.
Gesamtansicht von Westen mit Platz
vor der Kirche; vor 1850.
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Maria Stiegen Congregations-Kirche
der wohlehrwürdigen
P.P. Redemtoristen in wien;1821.
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1391 kamen Kapelle und Pfarrhof (nicht aber der große Passauer Hof) im Tauschweg an den Hofmeister Herzog Albrechts III., Hans Freiherr von Liechtenstein-Nikolsburg, der hier ein Kollegiatstift gründen wollte. Er ließ den Pfarrhof vergrößern und den romanischen Altbau nach den Plänen des herzoglichen Baumeisters Michael Knab durch ein hohes, schmales gotisches Langhaus ersetzen; es kam zunächst nur zur Grundsteinlegung (2. Juni 1394), denn schon 1395 wurde in einem Geheimprozess das gesamte Vermögen des Liechtensteiners von Albrecht III. konfisziert.
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Maria am Gestade - Westfront und
Südfront: Stockwerksaufnahme aus
dem gegenüberliegenden Haus mit
Einblick in die Salvatorgasse.
Bild:  Stauda, August; 1900.
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 Maria am Gestade.
Turm der Kirche.
Bild: Hilscher, Albert; 1951.
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  Unter landesfürstlichem Patronat begann 1398 der Langhausbau. 1409 wurden Kirche und Pfarrhof wieder dem Bischof von Passau überlassen; die Verwaltung des Baubudgets übernahm ein von der Stadt Wien bestellter Kirchmeister. 1414 war das Langhaus vollendet; der Turm mit seinem qualitätvollen steinernen Helm (am Schnittpunkt zum Chor gelegen) entstand 1419-1428; auch ein Lettner und eine Empore (bereits 1369 im Altbau vorhanden, um 1515 neu geschaffen) sind nachweisbar.
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Der Chor der Redemptoristenkirche "Maria am Gestade" mit dem Hochaltar.
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Neben dem Hochaltar (erneuert um 1460) gab es im 15. Jahrhundert noch neun Altäre. Der 1529 beschädigte Turm wurde 1534-1537 durch Benedikt Kölbl wiederhergestellt. Im 16. Jahrhundert predigte hier Petrus Canisius. Wegen des Priestermangels in der Zeit der Reformation wurden die Predigten in der Kirche 1632-1634 von Dominikanern und 1634-1664 von Kapuzinern gehalten. 1676 etablierte sich in der Kirche eine Leopoldsbruderschaft, 1750 entstand ein neuer Hochaltar.
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Maria am Gestade
Südportal: Frontalansicht.
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Maria am Gestade; Hauptportal
mit Baldachin frontal.
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 Obwohl die Kirche durch die Zweite Osmanenbelgerung nur wenig gelitten hatte, verfiel sie immer mehr. Im Zuge der Kirchenreformen Josephs II. wurde die Kirche 1783 in den Sprengel der neugeschaffenen Pfarre Am Hof einbezogen; der Bischof von Passau besaß sie nur als Privatmann und hatte keine geistlichen Rechte mehr. Nach der Säkularisierung des Bistums Passau 1803 kam Maria am Gestade an den österreichischen Staat, wurde profaniert und zahlreiche Einrichtungsgegenstände beraubt.
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Die Kanzel mit Blick gegen den Hochaltar und Detail des Hochaltares.
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Bereits 1786 entweiht und gesperrt, überlegte man sogar eine Demolierung; die Kirche wurde dem Magistrat zum Kauf angeboten, der jedoch angesichts der zu erwartenden Abbruchkosten ablehnte; diese Entscheidung rettete das Bauwerk vor der Vernichtung, allerdings diente das Gotteshaus 1809 der französischen Besatzung als Pferdestall, dann dem Freiherr von Fellner als Magazin. Die Altäre waren verwüstet, viele Gruftsteine zerbrochen; die prachtvollen Glasfenster hatte man (glücklicherweise) schon zur Zeit der Erbauung der Franzensburg in Laxenburg zu deren Ausschmückung dorthin gebracht.
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Blick durch das Langhaus gegen die Orgelempore und gegen den Hochaltar.
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  1812 wurde das Gebäude auf Veranlassung Franz' I. wieder geweiht und 1820 auf Betreiben von P. Clemens Maria Hofbauer (die Gebeine des im selben Jahr Verstorbenen wurden 1862 aus Maria Enzersdorf hierher überführt) dem Orden der Redemptoristen (auch Liguorianer, eigentlich "Kongregation des allerheiligsten Erlösers") übergeben, der die Erneuerung der Einrichtung mit dem Verkauf der noch vorhandenen alten Grabsteine finanzierte. 1848 wurde die Kirche den (damals als besonders reaktionär angesehenen) Redemptoristen entzogen; den Gottesdienst versahen zunächst Weltgeistliche, dann Priester des Schottenstifts; erst 1854 kam die Kirche wieder an die Redemptoristen. (www.wien.gv.at/wiki/Maria_am_Gestade)
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Das Gotische Netzrippengewölbe im Langaus von 1414.
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 Nachdem die Kirche im Lauf des 18. Jahrhunderts verfiel, war sie schon in Gefahr abgerissen zu werden und diente als Magazin und Pferdestall. 1812 wurde sie neu geweiht und kam in Folge an den Redemptoristenorden. Die gotischen Chorfenster wurden nach Laxenburg gebracht und in die dortige Franzensburg eingebaut. Um 1900 und nochmals um 1930 wurde die Kirche restauriert – dies betraf vor allem die Portalfiguren. Das Langhaus, das aufgrund der beengten Platzverhältnisse schmäler als der Chor und aufgrund des damaligen Verlaufes des Donauarmes leicht geknickt ist, wurde um 1400 begonnen, wobei zuletzt Herzog Albrecht III. selbst als Bauherr fungierte. Auch für das Langhaus sind Querverbindungen zur gleichzeitigen Großbaustelle Sankt Stephan sehr wahrscheinlich, offensichtlich sind sie beim Turm, der gemeinsam mit dem Chor um 1330 begonnen wurde.
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Das Rippengewölbe im westlichen Langhaus (Orgelseitig).
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 Der Baumeister des Chores und des Turmes ist Michael Knab, von dem auch der (später modifizierte) Plan für die Türme der Kathedrale stammen, sein Nachfolger war mit Peter Prachatitz ebenfalls ein Dombaumeister. Ebenso wie der Südturm von Sankt Stephan verjüngt sich der Turm mit einem Grundrisswechsel. Das Charakteristischste an der Kirche ist der durchbrochene Turmhelm aus 1419–1428, der als gotisches Rankenwerk ausgeführt ist. Er war wohl früher von Weitem erkennbar und ist auch auf den ältesten Stadtdarstellungen abgebildet.
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Kreuzwegdarstellungen der Redemptoristenkirche "Maria am Gestade".
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Die Kirche hat drei Portale, die mit Reliefs und Figuren geschmückt sind. Das Chorportal zeigt eine Schutzmantelmadonna und eine Marienkrönung, beide aus der Zeit um 1350, während das Mittlere Portal realistisch wirkende Darstellungen von musizierenden Engeln vorweist. Das von einem Baldachin bekrönte Hauptportal zeigt Reliefs der beiden Heiligen namens Johannes (Täufer und Evangelist) aus etwa 1410 (die stilistisch möglicherweise mit dem Prager Veitsdom in Verbindung stehen), sowie einen reichen Skulpturen- und Mosaikschmuck, der in dieser Form allerdings aus dem 20. Jahrhundert stammt.
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Seitenaltäre Der Chor der Redemptoristenkirche "Maria am Gestade".
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Von der mittelalterlichen Ausstattung der Kirche blieben gotische Glasgemälde (aus der Zeit zwischen 1349 und 1436 erhalten; heute in die Chorfenster eingesetzt), einige gotische Pfeilerstatuen im Chor (circa 1370), zwei beiderseits bemalte Tafeln des um 1460 entstandenen einstigen Hochaltars (heute in der Kapelle unter dem Turm), eine Votivtafel des Offizials Kaspar Hornperger (1462) und ein bemalter, steinerner Renaissancealtar (gestiftet um 1520 von Kaplan Johannes Perger; in einem abgesonderten Raum an der Nordseite) erhalten.
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Ikonendarstellung der hl. Maria am Marienaltar.
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In die Franzensburg in Laxenburg verbrachte man 1805 steinerne Fialen und Teile des hölzernen Chorgestühls; ein der Muttergottes gewidmetes Klappaltärchen (gestiftet 1494 von Kaplan Sixtus Scharffenecker) gelangte in die Sammlungen der Fürsten Liechtenstein (heute im vormals Liechtensteinschen Schloss Eisgrub in Mähren [Lednice, Tschechische Republik]); ein um 1430/1440 entstandenes Hieronymus-Relief wird in der Burg Liechtenstein (Maria Enzersdorf) verwahrt. Von den alten Grabsteinen blieb nur einer (1515) in der Kirche; zwei weitere (1439, 1473), die man 1883 als Bodenbelag in der Pottendorfer Brauerei entdeckte, kamen zunächst in die Sammlung des Anton Widter, später in den Besitz der Liechtenstein (die sie 1907 an Maria am Gestade zurückstellten).
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Kanzel Der Chor der Redemptoristenkirche "Maria am Gestade".
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Der Raumeindruck wird durch den Kontrast zwischen dem schmalen, dunklen Langhaus (sieben Joche) und dem weiträumigen, hellen Chor bestimmt (drei Joche, 5/8-Schluss; vier Glasfenster wurden 1898 aus alten Scheiben des 14./15. Jahrhunderts zusammengesetzt, 1946/1947 restauriert und neu angeordnet, 1973 durch eine Außenverglasung geschützt); dazwischen liegt eine fensterlose Dämmerzone. Das langgestreckte, ungewöhnlich hohe einschiffige Langhaus besitzt ein Netzrippengewölbe und außerordentlich plastisch profilierte Pfeiler. Von den Figuren stammen einige aus der Zeit der Gotik, andere aus dem Barock. Am Triumphbogen Bauinschrift "1414" (freigelegt 1907; Bezugnahme auf den Neubau des Langhauses). Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Beiderseits an den vorderen Chorwänden befinden sich zwei gotische Chortafeln, die zu den qualitätvollsten ihrer Art zählen (um 1460).
Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria am Gestade.
Hochaltar: Frontalansicht; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick von Südosten gegen Stoß im
Himmel und Maria am Gestade; 1911.
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Eine Verkündigungsgruppe im Langhaus der Kirche stammt aus etwa 1360 und wird dem Meister der Minoritenwerkstatt zugeordnet, das heißt, sie weisen dieselben Stilmerkmale wie die Portalfiguren der Wiener Minoritenkirche auf. Durch ihr teilweise erfolgtes Herauslösen aus der Wand und die räumliche Verselbständigung der Gestik gelten sie als wichtiges Übergangsstück zur Hochgotik.
Maria am Gestade © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Maria am Gestade - Blick vom Concordiaplatz auf den Hannakenbrunnen und gegen
die Häuser 3-1 über Stiegenaufgang zur Westfront und Turm der Kirche Maria am Gestade.
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Von kunsthistorischer Bedeutung ist das sogenannte Hornberger Votivbild aus dem Jahre 1462. Es befindet sich in der Clemens-Kapelle. Zur Kirche führt von der Gasse Am Gestade eine steile Stiege, die in der heutigen Form aus dem Jahr 1937 stammt. Nach ihr wird die Kirche im Volksmund manchmal auch Maria Stiegen genannt. Aufgrund der langen Treppe wird sie gerne für Hochzeiten verwendet.
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Die große Mauracherorgel auf der Westempore.
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Die große Orgel auf der Westempore wurde im Jahre 1911 von dem Orgelbauer Matthäus Mauracher jun. (Salzburg) erbaut. Wiederverwendet wurde in diesem Instrument Pfeifenmaterial aus den Vorgängerorgeln, sowie der Barockorgel, die auf der ehemaligen Musiker-Empore im Chorraum der Kirche stand. Der neugotische Prospekt stammt in großen Teilen von der Vorgängerorgel, die von Friedrich Deutschmann erbaut worden war. Das spätromantisch disponierte Kegelladen-Instrument hat 36 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind pneumatisch. Die Orgelbauerfamilie Mauracher war eine österreichische Orgelbauerfamilie, die vom 18. bis ins 20. Jahrhundert tätig war. Die Familie lässt sich bis zu Georg Mauracher (1704–1786), einem Tischler in Kapfing, heute zur Gemeinde Fügen im Tiroler Zillertal gehörend, rückverfolgen. Die Orgelbauerfamilie Mauracher gliedert sich in die Zeller und die Fügener Linie. Als Begründer des Zeller Zweigs, der etwa 400 Orgelwerke schuf, gilt Mathias Mauracher (1788–1857), ein Bauernsohn und Schreiner, der zunächst Holzaltäre baute und später als Autodidakt Orgeln und andere Musikinstrumente anfertigte. Sein Sohn Mathias Mauracher II (1818–1884), der sich später Matthäus (Matthäus Mauracher I) nannte, führte das Handwerk weiter und verlegte die Firma 1863 nach Salzburg. Dessen Söhne Matthäus II (1859–1939) und Hans I (1847–1900) führten zunächst den elterlichen Betrieb im Salzburger Stadtteil Parsch weiter. Matthäus II gründete 1891 eine Zweigbetrieb in Graz und die Firma nannte sich „Matthäus M.’s Söhne, Salzburg – St. Florian – Graz“. Um 1907 kehrte Matthäus II nach Salzburg zurück und übernahm das Stammhaus, nachdem sein Neffe Franz (1881–1949) Konkurs anmelden musste. Aus der Zeller Linie entwickelte sich mit Josef Mauracher (1845–1907), der 1891 mit dem Titel eines k. u. k. Hoforgelbauers ausgezeichnet wurde, Anfang der 1880er-Jahre eine Nebenlinie im oberösterreichischen St. Florian. Seine Söhne führten den Betrieb unter dem Namen „Orgelbauanstalt Gebrüder Mauracher“ weiter und verlegten diesen Mitte der 1920er Jahre nach Linz. Nach Matthäus Mauracher III Tod 1954 wurde die Firma aufgelöst beziehungsweise ging in den Besitz von Rudolf Novak aus Klagenfurt über.
Klemens Maria Hofbauer
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Am 4. November 1862 wurden die sterblichen Überreste des heiligen Klemens Maria
Hofbauer aus Maria Enzersdorf bei Mödling in diese Kirche überführt, seine Reliquien
befinden sich im Altar, die alte Grabplatte ist an einer der Säulen montiert.
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Klemens Maria Hofbauer (* 26. Dezember 1751 in Taßwitz, Südmähren; † 15. März 1820 in Wien) war ein österreichischer Priester, Prediger und Mitglied des Ordens der Redemptoristen. Er wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt und ist Stadtpatron von Wien (genannt Apostel von Wien). Bis 1945 war er auch Schutzpatron Südmährens. Als Kaplan und Rektor bei den Ursulinen untergekommen, beschäftigte er sich mit der religiösen Erneuerung in Wien. In der Sankt Ursula Kirche wurde er durch seine Predigten so bekannt, dass ihm der Beiname Apostel von Wien gegeben wurde. Klemens Maria Hofbauer verstarb 69-jährig in seinem Zimmer an Entkräftung.
Hofbauers Leichnam wurde ursprünglich auf dem Romantikerfriedhof Maria Enzersdorf bei Mödling beigesetzt. Dass die Redemptoristen am 19. April 1820 durch Kaiser Franz I. wieder zugelassen wurden, und die Kirche Maria am Gestade an die Kongregation übergeben wurde, konnte er nicht mehr erleben. Im Zuge des Seligsprechungsprozesses wurden am 4. November 1862 seine sterblichen Überreste als Reliquien in diese Kirche übergeführt. Sein Grab zierte zunächst eine Grabplatte (1859–1862) von Josef Gasser. 1987 schuf der Bildhauer Oskar Höfinger einen marmornen Reliquienaltar, der ein Reliquiar mit den sterblichen Überresten Hofbauers enthält. Die Grabplatte von 1862 wurde damals in unmittelbarer Nähe an der Wand stehend aufgestellt. Das Grab in Maria Enzersdorf besteht bis heute. Papst Leo XIII. sprach ihn am 29. Jänner 1888 selig, am 20. Mai 1909 wurde er von Pius X. heiliggesprochen. Seit 1914 ist er (zweiter) Stadtpatron von Wien und bereits seit 1913 der zweite Patron des Katholischen Gesellenvereins.
maria-am-gestade.redemptoristen.at
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Maria_am_Gestade" der
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